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  3. WWDC 2016: Apple stellt iOS 10 mit vielen Neuerungen vor

Apple hat heute während der Keynote zum Auftakt seiner World Wide Developers Conference (WWDC) 2016 in San Francisco iOS 10 angekündigt. Die neue iOS-Hauptversion ist vollgestopft mit Verbesserungen, darunter ein neuer Sperrbildschirm.Bildquelle: Apple
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iOS 10: Apple selbst beschreibt die iOS-Hauptversion für das Jahr 2016 als die bislang größte iOS-Ausgabe.

Apple hat heute im Rahmen der Keynote zum Auftakt seiner World Wide Developers Conference (WWDC) 2016 in San Francisco wie erwartet iOS 10 angekündigt. Der kalifornische Konzern beschreibt iOS 10 als die bislang größte iOS-Ausgabe und präsentierte während des Events zehn der wichtigsten neuen Features, darunter ein nützlicherer digitaler Assistent Siri, überarbeitete und verbesserte Musik-, Karten-, Fotos- und Nachrichten-App sowie Design-Anpassungen an der Benutzeroberfläche.

Bevor Apple auf die Neuerungen von iOS 10 an sich zu sprechen kam wurde eine neue Apple TV Remote App vorgestellt. Diese bietet sowohl Sprachsteuerung via Siri als auch Touch- und Bewegungssteuerung sowie die Möglichkeit, mit der iOS-Tastatur Text auf dem Apple TV einzugeben. Eine weitere Funktion, die iOS und tvOS enger zusammenführen wird, ist die Unterstützung automatischer Downloads für den Apple TV der 4. Generation. Nutzer, die also eine App auf ihrem iPhone oder iPad herunterladen, können sich dafür entscheiden, dass dieselbe App auch automatisch auf dem Apple TV installiert wird, falls sie dort verfügbar ist.

Sperrbildschirm mit 3D Touch
Eine sofort auffallende Änderung von iOS 10 ist, dass Apple seinem Mobil-OS einen komplett neu gestalteten Sperrbildschirm mit deutlich umfassenderer Benachrichtigungsanzeige spendiert. Zudem können Nutzer auf App-Benachrichtigungen schnell mit 3D Touch Aktionen reagieren und es gibt ein neues Feature, das den Sperrbildschirm in dem Moment aktiviert, in dem das Gerät in die Hand genommen und hochgehoben wird. Einiges davon erinnert durchaus an das was Google seit einer Weile mit Android macht.

Siri
Apple wird Siri für App-Entwickler öffnen. Das bedeutet unter anderem, dass es beispielsweise unter iOS 10 möglich sein wird, den Sprachassistenten zu nutzen, um eine WhatsApp-Nachricht zu versenden. Neben WhatsApp sind unter anderem WeChat, Slack, Uber, Runtastic, Runkeeper und Skype schon jetzt bereit für die Siri-Integration.

Außerdem hat Apple Siri neue sogenannte „Deep Learning“ Features verpasst. Der virtuelle Assistent wird also künftig auch kontextsensitiv auf Anfragen reagieren und bei seinen Vorschlägen Informationen wie den aktuellen Standort, Kalender- oder Kontaktdaten, zuletzt genutzte Adressen und mehr berücksichtigen


Fotos-App
Das Stichwort „Deep Learning“ passt auch gleich perfekt zur überarbeiteten Fotos-App von iOS 10. Apple hat dem Programm mit Hilfe von künstlicher Intelligenz eine weitreichende Objekt- und Szenen-Erkennung für Bilder spendiert, die wiederum für eine fortschrittliche Foto-Such- und -Sortierfunktion namens „Memories“ genutzt wird. Dank der Technologie kann die Fotos-App nun beispielsweise auf Wunsch ganz automatisch ein Album mit den Highlights einer ganz bestimmten Urlaubsreise erstellen.

Karten-App
Ebenfalls neu ist die Karten-App der nächsten iOS-Hauptversion. Zum einen hat Apple das Design umgekrempelt und eine klarere Benutzeroberfläche mit aktuellen Verkehrsinformationen erdacht, zum anderen werden Entwickler analog zu Siri auch die Daten und Funktionen der Karten-App für eigene Projekt verwenden können. So soll es beispielsweise möglich sein, eine Restaurant-Reservierung vorzunehmen, ein Taxi zu bestellen und für beide Aktionen im Voraus zu bezahlen ohne für all das die Karten-App auch nur einmal zu verlassen.
Musik-App
Die Musik-App und der Streaming-Dienst Apple Music erhalten ein umfassendes Redesign. Die neue Benutzeroberfläche lässt laut Apple eine intuitivere Bedienung zu und rückt die Musikstücke und Wiedergabelisten in den Mittelpunkt.

Apple News
Die News-App ist zwar aktuell noch immer nicht für den deutschen Markt erschienen, aber genau wie die Musik-App bekommt sie in iOS 10 eine Generalüberholung. Neben einem neuen Design für die Benutzeroberfläche fügt Apple eine Benachrichtigungsfunktion für Eilmeldungen sowie die Option für Publisher, Inhalte mit Abo-Modell anzubieten, hinzu.

Apple Home
Eine wirklich komplett neue Apple-App in iOS 10 wird Home sein. Sie nutzt das bereits etablierte HomeKit-Ökosystem und kann entsprechend dafür eingesetzt werden, kompatible Geräte rund ums Haus zu steuern oder zu verwalten. Apple kündigte außerdem an, dass auch die Apple Watch die Fähigkeit bekommen wird, derartige Steuerfunktionen auszuführen.

Telefon-App
Auch die Telefon-App auf dem iPhone wird mit der nächsten iOS-Ausgabe neue Funktionen bekommen. So können etwa eingegangene Voicemails automatisch transkribiert werden, um dem Nutzer das Abhören der Nachricht zu ersparen. Zudem erkennt die neue App auch unbekannte Anrufer mit einer verdächtigen Nummer als potentielle Belästigung und macht entsprechend darauf aufmerksam.

Nachrichten-App
Viel Entwicklungszeit verwendete Apple auf die Verbesserung der Nachrichten-App. Die Kalifornier verzichtet zwar darauf, den iMessage-Service wie im Vorfeld gemunkelt für Android anzukündigen, doch das ändert nichts an der Tatsache, dass der Dienst besonders in den USA von sehr vielen Leuten genutzt wird. Aus diesem Grund und auch um besser gegen Konkurrenzprodukte gewappnet zu sein fügt Apple der App neue Effekte und Animationen hinzu, macht Emoji deutlich größer und implementiert die Funktion, Videos oder Musikstücke direkt im Nachrichtenverlauf abzuspielen ohne die App verlassen zu müssen. Ähnlich wie bei Siri und der neuen Karten-App bekommt darüber hinaus die Entwicklergemeinde die Möglichkeit, eigene Vorstellungen mit iMessage-Apps umzusetzen.

Zu der langen Liste an kleineren Neuerungen von iOS 10 gehören beispielsweise verbesserte Live Fotos, die nun mit digitaler Bildstabilisierung aufgezeichnet werden und sich bearbeiten lassen, sowie eine Split-Screen-Ansicht für Safari auf dem iPad. Apple betonte zudem mehrfach die eigenen hohen Sicherheitsstandards und wies darauf hin, dass die neuen Deep Learning Verarbeitungsprozesse von Nutzerverhalten und -Daten, die zur Verbesserung von Siri und anderen Bereichen von iOS 10 eingesetzt werden, direkt auf dem Endgerät ablaufen und nicht etwas auf irgendwelchen Servern.

Apple wird iOS 10 im Herbst dieses Jahres als kostenloses Update bereitstellen. Unterstütz werden dann iPhone 5 und neuer, iPod touch der 6. Generation, iPad mini 2 und neuer, iPad der 4. Generation und alle iPad Air und iPad Pro Modelle. Ab Juli soll eine Public Beta für alle experimentierfreudigen Nutzer angeboten. Entwickler können sich eine erste Developer Preview ab sofort herunterladen.

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