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  3. WhatsApp wird Nutzerdaten mit Facebook teilen

WhatsApp ändert seit vier Jahren zum ersten Mal seine Nutzungsbedingungen und kündigt Neuerungen an, die vielen Datenschützern sauer aufstoßen werden. Künftig wird die Messaging-Plattform verschiedene Daten - darunter auch Telefonnummern - seiner Nutzer mit dem Mutterkonzern Facebook teilen.Bildquelle: http://www.whatsapp.com/
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Privatssphäre: Im Licht neuer Datenschutzrichtlinien wird WhatsApp entschieden mit der umfassenden Verschlüsselung aller Nutzer-Chats.

WhatsApp hält sich nicht an Zusagen, die bei der Übernahme durch Facebook Anfang 2014 gemacht wurden. Wie der extrem populäre Messaging-Dienst nun ankündigt, werden künftig einige Nutzerdaten mit dem Mutterkonzern Facebook geteilt werden. Zu diesen Informationen gehört unter anderem die Telefonnummer.

Auch wenn der Schritt für Kenner von Facebooks Geschäftsmodellen und -praktiken in keinem Fall überraschend kommen dürfte, ist die Ankündigung dennoch im Kern auch ein gebrochenes Versprechen. Im Schlepptau der Facebook-Übernahme vor über zweieinhalb Jahren waren nämlich exakt die Bedenken in Nutzer- und Datenschützerkreisen laut geworden, die nun Realität werden. Damals hatte WhatsApp noch versichert, der Schutz der Privatsphäre von Nutzern habe oberrste Priorität und es werde keine Maßnahmen geben, die dies in irgendeiner Weise untergraben könnten.

Immerhin begründet WhatsApp die neuesten Entwicklungen nun klar und relativ unverblümt: Durch das Daten-Sharing soll zum einen Facebook noch mehr Möglichkeiten erhalten, seinen Nutzern bessere beziehungsweise passendere Freundschaftsvorschläge sowie natürlich Werbung vorzusetzen. Andererseits will WhatsApps den Informationsaustausch nutzen, um Nutzer und Unternehmen näher zusammenzubringen. Hinsichtlich dem letztgenannten Punkt schweben dem Unternehmen Dinge wie Paketinformationen von einem Versandunternehmen oder Sicherheitshinweise von Banken vor. WhatsApp bekräftigt allerdings entschieden, dass Telefonnummern von Facebook nicht an Werbepartner weitergegeben werden.

Die Kommunikationsapp WhatsApp soll den offiziellen Angaben nach weiterhin frei von Werbebannern oder ähnlichem bleiben. Allerdings ist es nicht schwer, sich vorzustellen, dass aufgrund des neuen Daten-Sharings künftig Nutzer auch Nachrichten mit Marketingmaterial von Unternehmen erhalten könnten. Gewissermaßen vorbeugend gibt WhatsApp daher zu verstehen: Nutzer werden stets die Kontrolle darüber haben, welche Informationen ihnen Unternehmen unterbreiten dürfen und welche nicht. Davon abgesehen bleiben Nachrichten zwischen Privatnutzern selbstverständlich weiterhin verschlüsselt.

Aufgrund der neuen Maßnahmen und Ausrichtung muss WhatsApp seine Nutzungsbedingungen und Datenschutzrichtlinien anpassen. Nutzer haben also die Option, diesen nicht zuzustimmen, um den Datenaustausch mit Facebook zu unterbinden.

Quelle: WhatsApp (Offizieller Blog)

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