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  3. NVIDIA Optimus – Revolution im mobilen Grafik-Sektor?

Das änderte sich schlagartig, als die ersten Hersteller Notebooks auf den Markt brachten, die zwei Grafikkerne besitzen: Einen schnellen, für die Darstellung von Spielen, sowie einen langsamen, sparsameren, für das Bearbeiten von Word-Dokumenten oder für das Surfen im Internet. Der Wechsel zwischen den beiden Karten war bisher aber immer mit nervigen, teilweise mehrere Sekunden langen schwarzen Bildschirmen verbunden. Zudem musste der Nutzer stets selbst entscheiden, ob er die schnelle oder die langsame Grafikkarte nutzen möchte. Zu kompliziert – und letztlich konnte sich dieses Konzept auch nicht durchsetzen. Mit Optimus will NVIDIA alles besser machen. Wie, das erklären wir Ihnen anschaulich in diesem Artikel.

Für den Nutzer praktisch unsichtbar: Wechsel zwischen integrierter und dedizierter Grafik

Das Schöne an der Optimus-Technik: Der Nutzer muss sich keine Gedanken darüber machen, wann welche der beiden Grafikchips eingesetzt wird. Realisiert wird die Technik über einen neuen NVIDIA-Treiber, der selbstständig entscheidet, in welchen Fällen die schnelle und in welchen die langsame Grafikkarte ausreichend ist. Es fällt auch der schwarze Bildschirm weg, da im Gegensatz zur alten Technik beide Grafikadapter über einen Treiber gesteuert werden und im Notebook lediglich ein interner Display-Anschluss verwendet wird. Somit merkt der Nutzer des Notebooks nicht, wann die dedizierte Grafikkarte aktiviert wird. Natürlich bietet NVIDIA in seinem Treiber ein Tool an, das anzeigt, welche Grafikkarte gerade genutzt wird. Dabei wird der Nutzer auch darüber informiert, welche Software auf die schnellere Grafikkarte zugreift, um eine größtmögliche Transparenz zu bieten.

NVIDIA geht aber noch einen Schritt weiter: Über Profile, die auf Wunsch vollautomatisch aktualisiert werden, weiß der Treiber stets, wann die schnellere Grafikkarte genutzt werden muss. Beispielsweise beinhalten diese Updates Informationen über die neuesten Spiele. Und selbst, wenn eine Software nicht erkannt wird: Über einen Eintrag im Windows Kontextmenü können neue Profile innerhalb von Sekunden hinzugefügt werden.

Optimus beschränkt sich aber nicht nur auf Spiele: Die dedizierte Grafikkarte wird auch zur Beschleunigung von Flash-Videos oder zur Rechenunterstützung bei der Bearbeitung von Videos aktiviert. Der Treiber erkennt auch hier, wann entsprechende Anwendungen gestartet werden: So bleibt der schnellere Grafikchip beim Surfen im Internet so lange deaktiviert, bis Sie beispielsweise bei Youtube ein Video starten. In diesem Moment wird vollautomatisch die Grafikbeschleunigung durch die dedizierte Grafikkarte aktiviert und die Rechenleistung erhöht.

Strom gespart: Wie Optimus die Akku-Laufzeit verlängert

Durch diese gezielte Aktivierung der schnelleren Grafikkarte bietet sich natürlich ein weiterer, enormer Vorteil: Der Akku wird so weit es geht geschont, die schnellere Grafik kommt wirklich nur dann zum Einsatz, wenn sie gebraucht wird. Auch das ist ein Novum im Vergleich zur älteren Technik mit wechselbarer Grafik: Wurde dort festgelegt, den schnellen Grafikprozessor zu verwenden, so blieb er aktiviert, selbst wenn in einem bestimmten Programm zwischenzeitlich keine grafikintensiven Aufgaben durchgeführt wurden. Die Konsequenz: Eine deutlich kürzere Laufzeit.

Es verwundert also nicht, dass Notebooks mit NVIDIA Optimus im Mittel ähnliche Batterie-Laufzeiten haben wie Notebooks, die lediglich über einen integrierten Grafikchip verfügen.

Power, wo sie benötigt wird: 2D-Anwendungsbeschleunigung durch Optimus

Wie oben bereits angedeutet, beschränkt sich der Einsatz der dedizierten Grafikkarte natürlich nicht nur auf Vollbild-Anwendungen wie 3D-Spiele. Erhebliche Rechenvorteile bietet die Optimus-Technik beispielsweise auch bei Video-Bearbeitungs-Programmen, welche die CUDA-Technik nutzen. Auch hier wird der schnellere Grafikprozessor nur dann aktiviert, wenn die Anwendung davon profitieren kann und die Leistung momentan gefordert wird. Besonders dadurch werden schnelle Grafikkarten nun auch für Multimedia-Nutzer interessant, die ansonsten eher wenig spielen.

Leistungseinbußen im Vergleich zu Notebooks mit ausschließlich dedizierter Grafikkarte müssen Sie aber nicht befürchten: Die Leistungsfähigkeit von Notebooks mit NVIDIA Optimus-Technik ist genau so hoch.

Die technische Umsetzung: So funktioniert Optimus

Die Technik hinter der Optimus-Technik ist denkbar einfach. Wurden in der Vergangenheit bei Notebooks mit wechselbarer Grafikkarte zwei (interne) Display-Anschlüsse verwendet, wodurch sich auch der schwarze Bildschirm erklärt, so gibt es bei Optimus lediglich einen. Dieser Anschluss befindet sich am integrierten Grafikcontroller, an welchem wiederum sowohl die schnellere, dedizierte Grafikkarte, als auch der sparsame Intel-Grafikchip angebunden sind. Je nach benutzter Software wird also entweder der eine oder der andere Grafikchip aktiviert.

Durch die recht simple technische Umsetzung müssen Sie auch keine Preisexplosionen befürchten: Im Schnitt dürften Notebooks mit NVIDIA Optimus nicht teurer sein als solche, die auf die alte Technik mit wechselbarer Grafik zurückgreifen.

NVIDIA Optimus: Die Lösung eines Dilemmas?

NVIDIA bietet mit seiner neuentwickelten Optimus-Technik einen interessanten Lösungsansatz für den mobilen Grafiksektor, der im Vergleich mit der überholten Technik mit wechselbarer Grafik nicht nur benutzerfreundlicher, sondern auch besser ist: Durch die optimierte und deutlich präzisierte Aktivierung der dedizierten Grafikkarte wird die Akku-Laufzeit stark verlängert. Der alte Zwiespalt Leistung vs. Akku-Laufzeit ist mit NVIDIA Optimus Vergangenheit. Allerdings nur für Nutzer von Intel-Prozessoren: Nutzer von AMD-Prozessoren gehen leer aus, diese Technik wird nicht unterstützt.

Quelle: NVIDIA Optimus, Funktionsweise

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