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  3. Microsoft restrukturiert sein Smartphone-Geschäft erneut, streicht 1850 Stellen

Nach tausenden von Stellenstreichungen im letzten Jahr hat Microsoft nun abermals eine Neuausrichtung seines Smartphone-Geschäfts bekannt gegeben.Bildquelle: Microsoft
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Quo vadis Lumia: Das Ende der einstigen Smartphone-Reihe von Nokia scheint mit dem heutigen Tag besiegelt.

Microsoft hat eine weitere drastische Umstrukturierungsmaßnahme angekündigt, die fast ausschließlich das Smartphone-Geschäft betrifft und voraussichtlich 1850 Menschen den Job kosten wird. Darüber informiert unter anderem Re/code. Weitere Konsequenzen der Entscheidung des IT-Konzerns sind eine Abschreibung in Höhe von 950 Millionen US-Dollar sowie die Erkenntnis, dass in Redmond - zumindest auf absehbare Zeit - keine Smartphones mehr für den Endkundenmarkt entwickeln werden.

Die heutige Ankündigung Microsofts kommt angesichts der aktuellen Marktsituation für Smartphones mit Windows-Betriebssystem (Marktanteil liegt unter einem Prozent) nicht völlig überraschend. Außerdem hatte der US-Konzern bereits letzte Woche verlauten lassen, das Geschäft mit günstigen Feature-Phones, das seit der Nokia-Übernahme im Jahr 2014 ebenfalls geführt wurde, an Foxconn zu verkaufen. Nichtsdestotrotz werden nun aber einige eingefleischte Lumia-Fans traurig sein und die vielen Stellenstreichungen sind natürlich ohnehin sehr bedauerlich. 1350 der Jobs, die wegfallen, sind in Finnland angesiedelt und verkörperten dort den letzten Rest von Nokias vormaliger Lumia-Schmiede. Weitere 500 Jobs werden gewissermaßen als Kollateralschaden weltweit geopfert.

Wichtig bei all den düsteren Neuigkeiten zu beachten ist allerdings auch, dass sich Microsoft (noch) nicht vollständig aus dem Smartphone-Geschäft verabschiedet. So gab das Unternehmen an, nach wie vor Smartphones entwickeln zu wollen, die speziell auf den Business-Sektor abzielen. Zudem will das Unternehmen sein Mobil-Betriebssystem Windows 10 Mobile weiterhin an Gerätehersteller lizenzieren, die Interesse daran haben, ihr Portfolio um ein Windows Phone zu erweitern.

Trotz der Andeutung neuer Smartphone-Hardware mit Microsoft-Logo gehen derlei Formulierungen im Moment freilich als nicht mehr als ein Lippenbekenntnis durch, zumal der Software-Riese heute auch keine Details zu diesen Ambitionen für den Geschäftskundenmarkt nennen konnte oder wollte. Unser bester Tipp ist diesbezüglich also bis auf Weiteres das seit langem in der Gerüchteküche hoch gehandelte Surface Phone. Zuletzt war jedoch nur zu lesen, dass ein solches Gerät frühestens in der ersten Jahreshälfte 2017 erscheinen werde.

Ganz egal ob dieses Surface Phone irgendwann tatsächlich auf den Markt kommt oder nicht, für den amtierenden Microsoft-CEO Satya Nadella dürften ohnehin andere Dinge Priorität haben. Im Grunde hat Nadella seit seinem Amtsantritt eifrig daran gearbeitet, Software als Service in den Mittelpunkt zu stellen und zugleich Hardware-fokussierte Ambitionen des Unternehmens zurückzuschrauben. Passend dazu machte er nie einen Hehl daraus, dass er kein großer Freund der noch vom früheren Microsoft-Chef Steve Ballmer eingefädelten, milliardenschweren Nokia-Übernahme ist. Das Microsoft des Jahres 2016 gehört daher nicht zufällig zu den größten und wichtigsten Anbietern von Apps für die beiden dominierenden Mobil-Plattformen Android und iOS.

Quelle: Re/code

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