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BlackBerry Priv Einschätzung – Business-Androide mit gebogenem Display

Mit dem Oberklasse-Phablet BlackBerry Priv verabschiedet sich der kriselnde kanadische Traditions-Hersteller endgültig vom eigenen Betriebssystem und bietet nun ein vollwertiges Android-Smartphone mit Hardware-Tastatur. Damit geht auch eine Ära zu Ende, doch sind heutzutage App-Vielfalt und große Bildschirme offenbar gefragter als sichere Kommunikation und echte Tastaturen. Immerhin rettet Blackberry letztere und kann so im Premium-Bereich ein echtes Alleinstellungsmerkmal bieten.

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BlackBerry Priv

Schon seit einigen Jahren verkauften sich Blackberry-Smartphones nur noch schleppend. Durch die starke Konkurrenz von Google und Apple verlor der kanadische Hersteller Jahr für Jahr Marktanteile und spätestens mit dem Siegeszug der großen Bildschirme waren Smartphones mit quadratischen, kleinen Displays und echter Hardware-Tastatur nicht mehr gefragt. Mit dem Priv geht Blackberry nun neue Wege und bietet ein Smartphone mit einem nur minimal angepassten Android und einer echten Hardware-Tastatur an, die sich hinter einem Slide-Mechanismus verbirgt. Wer jetzt Angst bekommt, dass man es beim BlackBerry Priv mit einem Backstein zu tun bekommt, der kann beruhigt sein: Das gesamte Gehäuse ist nur 9,4 Millimeter dünn, auch wenn das Smartphone nicht klein ist: Mit seinem 5,4 Zoll Display ist es eher ein Phablet und das Gehäuse ist mit einem Gewicht von 192 Gramm auch nicht gerad ein Hosentaschenschmeichler. Als Material kommt Kunststoff zum Einsatz, was angesichts des wirklich hohen Preises nicht unbedingt ein Pluspunkt ist. Das Display bietet eine sehr hohe Auflösung von 2.560 x 1.440 Bildpunkten. Blackberry verwendet ein organisches LED-Panel, welches eine sehr natürliche Farbwiedergabe und einen hohen Kontrast bietet. Eine Schwäche von OLED-Bildschirmen zeigt sich aber auch beim BlackBerry Priv: Das Display ist relativ dunkel, was beim Betrachten an einem sonnigen Nachmittag nicht unbedingt von Vorteil ist. Das Display ist zu den Seiten hin gebogen und erinnert damit etwas an das Samsung Galaxy Edge, über eine Seite lässt sich das Blackberry Hub aufrufen, welches auf einen Blick Zugriff auf alle Software-Errungenschaften des kanadischen Herstellers gewährt. Eingaben kann man über den Bildschirm vornehmen. Die Bildschirmtastatur ähnelt dabei vom Design her den klassischen Blackberry-Tastaturen und reagiert schnell und verzögerungsfrei. Ein echter Vorteil ist jedoch die echte Tastatur, welche schlicht die schnelleren Eingaben im Vergleich zum Bildschirm ermöglicht.

Das BlackBerry Priv besitzt einen schnellen Chipsatz. Konkret kommt ein Snapdragon 808 von Qualcomm zum Einsatz, dem ein drei Gigabyte großer Arbeitsspeicher zur Seite steht. Die Prozessoreinheit bnesitzt insgesamt sechs Kerne, davon zwei schnellere und vier langsamere, welche eher für den Hintergrund-Betrieb zuständig sind. Der Chipsatz bietet eine hohe Leistung sowohl bei normalen Anwendungen wie auch bei 3D-Games, was auf den flotten Adreno 418 Grafikchip zurückzuführen ist. Die Wahl des Snapdragon 808 ist clever, denn er hat nicht die Hitzeprobleme des 810 und ist für die meisten Aufgaben dennoch flott genug. Das Android-Betriebssystem scrollt flott durch Menüs und öffnet Apps in wenigen Augenblicken, nicht nur wegen der flotten Hardware, sondern auch wegen des Verzichts von Blackberry, dem Android ihr eigenes Design überzustülpen. Der Akku ist fest verbaut, hat mit 3.470 mAh aber eine sehr hohe Kapazität.

Das BlackBerry Priv bietet eine leistungsstarke Hauptkamera mit einer Auflösung von 18 Megapixeln; die Optik wird von Schneider-Kreuznach geliefert. Die Bilder bieten eine hohe Qualität und selbst bei Nacht macht die Kamera gelegentlich ganz gute Fotos. Videos zeichnet das Smartphone in bis zu 4K-Auflösung auf, in Full-HD kann man mit 60 Bildern pro Sekunde filmen. Die Frontkamera hingegen bietet lediglich zwei Megapixel und eignet sich zwar für Videogespräche über Skype oder Facebook, die Fotos hingegen taugen für mehr als gelegentliche Selfies ohne große Ansprüche nicht.

Mit bis zu 2 TB Speicherplatz bietet das BlackBerry Priv genug Speicher für Musik, Fotos und Co. Geladen wird das Smartphone über USB 2.0, der neue USB Typ C Standard ist noch nicht mit an Bord. Die Ausstattungsliste ist dennoch üppig: NFC, Bluetooth 4.1, GPS, LTE, sowie von Hause aus bereits 32 Gigabyte Speicher sprechen für das Premium-Smartphone.

Letzten Endes kann man sagen, dass der Umstieg auf Android mit dem BlackBerry Privgeglückt ist. Blackberry wirft sich in den Kampf mit den großen Herstellern der Premium-Smartphones und macht dabei gar keine schlechte Figur. Die echte Tastatur kann überzeugen, und auch die Kamera liefert brauchbare Ergebnisse, während das Display zwar knackscharf ist, aber in Punkto Helligkeit nicht wirklich mithalten kann. Mit ein paar Jahren mehr Erfahrung im Android-Bereich kann Blackberry aber sicher wieder zu einem wichtigen Hersteller aufsteigen.

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