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Bericht: Apple nimmt Qualität in den Fokus, verschiebt iOS 12 Features (Bild 1 von 2)Bildquelle: Apple
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iOS 11: Die aktuelle Hauptversion von Apples erfolgreichem Mobil-Betriebssystem erschien im September 2017 und wird seither von vielen Seiten wegen seiner Bugs kritisiert.

Im vergangenen Monat machten erste Gerüchte die Runde im Netz, denen nach Apple sich bei der Entwicklung der diesjährigen iOS-Version vorrangig auf Leistungsoptimierungen und die Verbesserung der allgemeinen Qualität und Zuverlässigkeit fokussiere. In einem jüngst erschienenen Bericht informiert der Bloomberg-Reporter Mark Gurman unter Berufung auf anonyme Quellen aus Apple-Kreisen nun genauer über die Features, die vom wahrscheinlich iOS 12 genannten Mobil-Betriebssystem erwartet werden können. Außerdem enthält der Artikel einige interessante Anmerkungen zu neuen iOS-Funktionen, die Apple aufgrund einer neuen internen Ausrichtung nicht in diesem, sondern vermutlich erst im Laufe des Jahres 2019 ausrollen wird.

Apple arbeitet an der nächsten großen iOS-Hauptversion gemäß den vorliegenden Infos unter dem Codenamen „Peace“ (zu Deutsch: Frieden). Diese soll als wohl wichtigste Neuerung - abgesehen von den eingangs erwähnten Optimierungen unter der Oberfläche - die Unterstützung für sogenannte „Universal-Apps“ mitbringen; Programme also, die von Entwicklern so geschrieben werden können, dass sie sowohl auf iPhone und iPad als auch dem Mac funktionieren. Apple bietet Entwicklern bereits seit geraumer Zeit die Möglichkeit, Apps mit relativ geringen Anpassungen gleichsam für iPhone, iPad und auch Apple TV (4. und 5. Generation) herauszubringen. Ganz neu hinzukommen soll nun allerdings offenbar die Desktop-Plattform macOS, sodass Apples erweiterte Strategie unweigerlich an Microsofts Ansatz mit Windows 10 und den Universal Windows Platform (UWP) Apps erinnert, die bekanntlich ebenfalls auf PC, Tablet, Smartphone und sogar der AR/VR-Brille HoloLens laufen.

Wie Apple diese vor allem aus Sicht von Mac-Nutzern neue strategische Software-Ausrichtung im Detail umzusetzen gedenkt, geht aus dem Bloomberg-Bericht nicht hervor. Es heißt darin nur, dass Apple natürlich auch an der nächsten macOS-Ausgabe (Version 10.14), die im Übrigen den Codenamen „Liberty“ (zu Deutsch: Freiheit) tragen soll, entsprechende Änderungen implementiert.

Eine andere potentielle Neuerungen von iOS 12, die Gurman in seinem Artikel erwähnt, ist die Möglichkeit, Animoji - also die digitalen Gesichter, die mit Hilfe der TrueDepth Kamera des iPhone X in Echtzeit animiert werden - während eines FaceTime-Videochats über den Gesichtern der Gesprächsteilnehmer zu positionieren. Des Weiteren aufgeführt werden eine neu gestaltete App zur Überwachung von Aktienkursen sowie eine überarbeitete Nicht-Stören-Funktion, die Anwendern feinere Einstellungsmöglichkeiten bieten soll.

Auch wenn die Mehrzahl der genannten Änderungen und Verbesserungen, die iOS 12 mitbringen soll, zweifellos interessant beziehungsweise willkommen sein dürften, scheint es so, als würden iOS-Nutzer die größten Neuerungen erst 2019 bekommen. Dem Bericht nach werden nämlich iPhone, iPad und CarPlay erst dann einen neu designten Homescreen erhalten. Darüber hinaus soll Apple an diversen neuen iPad-spezifischen iOS-Features werkeln, deren Veröffentlichungszeitraum ebenfalls wohl nicht mehr in diesem Jahr liegen wird. Zu diesen gehören laut Gurman die Möglichkeit, auf dem iPad zwei „Fenster“ von ein und derselben App nebeneinander darzustellen, oder auch, Apps systemweit Tab-Unterstützung zu spendieren, sodass sich innerhalb einer App gewissermaßen mehrere „Fenster“ öffnen lassen.

Schließlich führt der Bericht noch an, Apple arbeite auch an neuen Funktionen für den Apple Pencil sowie an Anpassungen für die hauseigene Mail-App. Letztere soll beispielsweise die Option bekommen, bestimmte E-Mail-Konversationen einfach durch Knopfdruck stummzuschalten. Wann diese Änderungen an Endanwender ausgerollt werden, ist jedoch scheinbar ebenfalls ungewiss. Gurman bekräftigt zudem noch einmal frühere Berichte, Apple werde neue iPads herausbringen, die mit TrueDepth Kamera und Face ID Funktion wie das iPhone X aufwarten.

Die Verzögerungen und weniger strikt definierten Veröffentlichungstermine neuer iOS-Features sind laut dem Bericht nicht etwa auf chaotisches Management von Apples Software-Teams zurückzuführen, sondern in gewissem Sinne auf das exakte Gegenteil. Führungskräfte des kalifornischen Technologiekonzerns sollen vor nicht allzu langer Zeit eine strategische Neuausrichtung für die Software-Entwicklung angeordnet haben. Dies schließe unter anderem mit ein, dass neue Funktionen für die unterschiedlichen Software-Plattformen von Apple nicht mehr auf Gedeih und Verderb nach einem eng gefassten Zeitplan fertiggestellt werden müssen. Dies könnte insbesondere der Qualität neuer Software-Veröffentlichung zu Gute kommen, deren vermeintlich zu niedriger Grad in den vergangenen Monaten reichlich Schlagzeilen produziert hatte, bedeutet aber augenscheinlich auch, dass es nicht mehr so viele große neue Features im Jahresrhythmus für Apples Betriebssysteme, allen voran iOS, geben wird.

Quelle: Bloomberg, Axios