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  3. ASUS ZenWatch im Test: Elegante Android Uhr mit extra Features

Die ZenWatch ist die erste Smartwatch von ASUSBildquelle: notebookinfo.de | rk
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ASUS ZenWatch: Elegant, stilvoll, hochwertig. ASUS präsentiert einen gelungenen Materialmix

In unserer aktuellen Smartwatch Kaufberatung müssen wir zu dem Fazit kommen, dass die schlauen Uhren für die meisten Anwender noch keinen Sinn machen. Die Zielgruppe beschränkt sich noch auf technikaffine und Gadget-verliebte Early Adopter. Im Alltag sind Smartwatches eher komplizierte Zeitfresser als dass sie Information und Kommunikation erleichtern. Mit der ASUS ZenWatch wollen wir nun einen auf den ersten Blick eleganten Vertreter der Wearables genauer anschauen und vielleicht Features entdecken, die ein wenig am Spielerei-Image der Smartwatches kratzen könnten. Immer noch hat ASUS mit der Lieferbarkeit der ZenWatch zu kämpfen, in naher Zukunft sollten die Uhren jedoch auch in Deutschland verfügbar sein.

Gehäuse - Flach, gebogen und hochwertig

Bei der ASUS ZenWatch betont das taiwanesische Unternehmen die qualitätsorientierte Materialwahl: Das gebogene Gorilla Glass 3 von Corning wird von gebürstetem, rostfreiem Stahl eingefasst, das Armband besteht aus echtem italienischen Leder. Der Materialmix fühlt sich in der Tat sehr hochwertig an und die stilvolle Optik der Uhr erinnert an die 70er Jahre und Lounge Sessel von Eames. Von der Anmutung her gefällt uns die ZenWatch von allen Smartwatches am besten. Auch die G Watch R von LG ist hübsch anzusehen, wirkt aber klobiger. Wie die Konkurrenz schafft die ASUS ZenWatch es nicht auf ein besseres Gehäuse-Display-Verhältnis. Der quadratische 1,63 Zoll AMOLED Bildschirm besitzt einen dicken schwarzen Rand. Wehmütig stellen wir uns vor, das Display reiche tatsächlich bis zum Metallrahmen. Mit diesem Problem kämpfen alle Smartwatches, irgendwo muss die Technik (speziell die Pulsmessung) ja unterkommen.

Den Startbutton platziert ASUS schwer erreichbar auf der Unterseite des Gehäuses, gewöhnt man sich an das tägliche Laderitual vor dem Zubettgehen, muss er allerdings auch nicht häufig bedient werden. Ein Armbandwechsel, der sicher auch nicht jeden Tag vorkommt, wird durch Schiebeclips und die 22 Millimeter Normierung erleichtert. Das mitgelieferte Band sitzt bequem und auch die ZenWatch schmiegt sich dem Träger an. Der Verschlussmechanismus erlaubt schnelles An- und Ablegen der Uhr und erhöht den allgemeinen Komfort. Gegen Staub und Strahlwasser ist das Gehäuse geschützt, die IP55 Zertifizierung bedeutet aber auch, dass man lieber nicht mit der Uhr duschen oder gar baden gehen sollte.

Ausstattung - Quadcore, 369 mAh und der ZenWatch Manager

Auch ASUS setzt beim Antrieb der ZenWatch auf einen modernen Qualcomm Snapdragon 400 Quadcore Prozessor mit 512 MB Arbeitsspeicher. Für Apps und Musik ist ein interner Speicher von 4 GB verbaut. Ein Beschleunigungssensor weckt die Uhr auf, wenn man das Handgelenk dreht, ein Kompass zeigt in Verbindung mit einer eigenen App zuverlässig die Richtung an und das Gyroskop bietet auch die Funktion als Schrittzähler. Ein GPS Modul für präzises Tracking zurückgelegter Strecken vermissen wir bei der ZenWatch, dafür muss man zum Joggen immer noch das Smartphone mitnehmen. Die Pulsmessung funktioniert recht zuverlässig, dafür müssen Zeige- und Mittelfinger auf den Rändern der Uhr abgelegt werden. Eine kontinuierliche Messung ist leider nicht möglich.

Mit knapp 300 Candela pro Quadratmeter Leuchtkraft kann das 1,63 Zoll AMOLED Display auch im Freien gut abgelesen werden, die Darstellung ist bei der Standardauflösung von 320x320 Pixel aus normalem Betrachtungsabstand auch ausreichend scharf und die Blickwinkelstabilität über einen weiten Bereich gegeben. Aus nächster Nähe erkennt man natürlich Treppchenbildung aufgrund der gröberen PenTile-Maxtrix des Bildschirms. Dunkle Watchfaces helfen beim Stromsparen, denn ein schwarzer Hintergrund muss aufgrund der AMOLED Technologie nicht beleuchtet werden. Im Menu der ZenWatch finden sich neben der 5-stufigen Helligkeitseinstellung zwei Darstellungsmodi: Wünscht man nicht durch Benachrichtigungen gestört zu werden, kann man den Kinomodus aktivieren und mit zweifachem Tippen auf die Uhr wieder deaktivieren. Der Sonnenlicht-Modus fordert die volle Helligkeit des knackigen Displays und erleichtert das Ablesen in heller Umgebung.

Da wären wir auch schon bei den Software-Features, von denen ASUS eine ganze Menge zusätzlich zum Android Wear 5.0.1 auffährt. Für die über Bluetooth 4.0 gekoppelten Smartphones (ab Android 4.3 Betriebssystem) gibt es mit dem ZenWatch Manager eine Alternative zur Android Wear App. Die generelle Nutzung der Uhr unterscheidet sich nicht wesentlich von anderen Android Wear Uhren. Wir erhalten die Google Now Karten und Benachrichtigungen auf das kleine Display, nehmen Anrufe an oder starten diese per Sprachbefehl, fragen Google, "wie weit es bis Spandau ist" und können kurze Emails oder SMS versenden, ohne das Smartphone aus der Tasche zu kramen. In vielen Fällen funktioniert das sehr gut und kürzt tatsächlich ein wenig ab, hat man sich einmal angewöhnt die SMS oder Email in eine Uhr zu diktieren ohne Rücksicht auf die verwunderten Blicke im öffentlichen Raum. Einerseits spart man sich das Eintippen, andererseits spart man intuitiv am Inhalt der Nachrichten. Je länger die diktierte Email, desto höher die Anfälligkeit für eine fehlerhafte Erkennung.

Der ZenWatch Manager und die ASUS Software Features erlauben die Anpassung des Watchfaces über das Smartphone, das Entsperren des Telefons, wenn die Uhr in der Nähe ist und das Auffinden des jeweiligen Gegenparts durch Aktivierung von Vibration oder Audiosignal. Ferner gibt es die Option auf eine vorgefertigte SOS Nachricht für Notfälle und die Nutzung des Uhrendisplays als Taschenlampe. Bewegt man sich mit der Uhr zu weit weg vom Telefon, kann das Gerät eine Warnung aussprechen. Mit ASUS Wellness findet sich eine übersichtliche Aufbereitung der gemessenen Schritte und Pulsraten. Auch Kalorienanzahl und Stresslevel können angezeigt werden, dafür muss man aber regelmäßig Input liefern, was sehr aufwendig ist.

Die beste Android-Wear Smartwatch aber immer noch nicht gut genug

Die Uhr mit der Handfläche bedecken und Anrufer abweisen - keine schlechte Idee. Wollen wir den Anruf annehmen, dann müssen wir aber doch zum Telefon greifen oder aber man bedient sein Bluetooth Headset. Mit Runtastic Sprachausgabe erhalten wir auch beim Joggen sämtliche Infos zu Strecke und Kalorien, man hat ein GPS und einen Music-Player. In diesem Fall ist die Uhr überflüssig. Sinnvoll ist die Smartphone-Suche: Wo hat man das Smartphone wieder hingelegt... mal eben mit der Uhr ein Signal fordern - da im Regal liegt es ja! In Bus und Bahn eine private SMS in die Uhr diktieren - gewöhnungsbedürftig. Die Liste der möglichen Interaktionen mit der ASUS ZenWatch ist sehr lang und damit auch der Aufwand für die Integration in den Alltag. Das Konzept geht nur für eine bestimmte Nutzergruppe wirklich auf. ASUS bemüht sich wirklich mit einem tollen Funktionsumfang aber im Endeffekt ist auch die ZenWatch nicht mehr als ein Spielzeug. Nur die edle Optik und ein paar Software-Extras, das reicht einfach nicht. Unter den vorhandenen Smartwatches hebt sich die ZenWatch aber immerhin optisch und funktionell positiv von der breiten Masse ab.

Bei der Akkulaufzeit kommen wir knapp 30 Stunden hin und liegen damit hinter der G Watch R von LG. Da wir nur eine Ladeschale haben und die auf dem Nachttisch Platz findet, laden wir die Uhr jeden Abend. Grundsätzlich muss man auch zu einer täglichen Nutzung bereit sein. Google Now will gefüttert werden, ohne Datenlage machen Fitness und Wellness Apps keinen Sinn.

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