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  3. Sony Xperia Z Ultra: Erster Eindruck und Kommentar [Hands On]

Gehäuse & Verarbeitung
Im direkten Vergleich mit dem Sony Xperia Z (5,0“) ist das Sony Xperia Z Ultra (6,4“) wirklich mächtig. Durch die geringe Bauhöhe von 6,5 Millimeter und das doch angenehme Gewicht von 212 Gramm wirkt das im Herbst 2013 erscheinende Modell allerdings nicht wie ein Klotz am Bein. Sony hat sich bei der horizontalen Breite des Xperia Z Ultra vorgenommen, die Abmessung eines herkömmlichen Reisepasses nicht zu überschreiten. Somit passt das Gerät noch immer in die Anzug- oder Gesäßtasche.

Das Gehäuse des Sony Xperia Z Ultra ordnet sich wie das Xperia Z und Xperia Tablet Z in der OmniBalance Design-Linie ein und zeigt eine gläserne Front sowie Rückseite. Die Seitenränder sind mit einer Kombination aus Aluminium- und Kunststoff-Applikationen versehen, die für zusätzlichen Halt und Wertigkeit sorgen, ohne den LTE-Empfang der Antennen zu behindern. Die Verwindungssteifigkeit ist sehr gut, obwohl wir mit ersten Vorseriengeräten hantiert haben, welche sicher schon durch einige Hände und Tests gegangen sind. Wer sich mit dem Formfaktor eines so genannten Phablets (großdimensionierte Smartphones) anfreunden kann, wird mit dem Handling kaum Probleme haben. Die Gewichtsverteilung ist vergleichsweise gut und durch verschiedene Software-Features wird auch der Einhandbetrieb erleichtert.

Eine mattschwarze Variante der Rückseite, ähnlich wie beim Sony Xperia Tablet Z, hätten wir uns dennoch gewünscht. Vor allem die schwarze Farbfassung ist aufgrund der Glasoberfläche recht schnell mit Fingerabdrücken übersäht. Doch diese subjektive Entscheidung überlassen wir gerne den Käufern und sind gespannt auf erste Erfahrungsberichte der Endkunden.

Hardware, Leistung & Konnektivität
Mit dem Sony Xperia Z hat der japanische Hersteller zur CES 2013 im Januar einen eher schlechten Start-Zeitraum gewählt. Kurze Zeit später präsentierte Qualcomm seine neuen Prozessoren, die deutlich leistungsstärker sind als die im Xperia Z verwendete Vorgänger-Generation. Im neuen Sony Xperia Z Ultra schlägt diesmal ein brandneuer Qualcomm Snapdragon 800 Quad-Core Chip mit einer Taktrate von 2,2 GHz und der Adreno 330 Grafikeinheit. Neben der Nvidia Tegra 4 Plattform gehört dieses SoC zu den performantesten am Markt. Und das merkt man auch. Selbst in einer vollen Bildergalerie mit 3D-Overlay-Ansicht ist kein Ruckeln erkennbar. Gleiches auf dem Homescreen voller aktiver Widgets oder in Spielen. Wer High-End-Komponenten erwartet, der bekommt sie im Sony Xperia Z Ultra.

Der Bildschirm mit FullHD-Auflösung (1.920 x 1.080 Pixel) und 6,4 Zoll Diagonale soll laut Sony eine Helligkeit von bis zu 500 Candela pro Quadratmeter erreichen. Doch unser erster Eindruck ist getrübt. Bei einer Gegenüberstellung war das aktuelle Sony Xperia Z deutlich heller als das Ausstellungsstück auf der Münchner Presse-Veranstaltung. Und im Test des 5-Zoll Smartphones konnten wir maximal 350 cd/m² messen. Ein Software-Update könnte das berichtigen und wir schieben das Problem an dieser Stelle auf den Vorserien-Status des uns gezeigten Sony Xperia Z Ultra. Ob der 3.000 mAh Akku bei voller Helligkeit des Bildschirms allerdings auch die angepeilte Akkulaufzeit von 9-11 Stunden erreicht ist fraglich. Über die 8 Megapixel Exmor RS Kamera wollen wir uns noch nicht äußern. Die geschossenen Fotos sahen auf dem Smartphone auf jeden Fall erstklassig aus. Ob das auch auf dem PC-Monitor, bei Facebook und Co. der Fall ist, können wir jetzt noch nicht sagen.

Die neue Triluminos-Technik und die X-Reality Engine macht das Sony Xperia Z Ultra zum perfekten Fernseher-Ersatz. Im Zusammenspiel mit der OptiContrast-Funktion konnten wir uns an den vorinstallierten Videoclips gar nicht satt sehen. Brillante, natürliche Farben und ein satter Kontrast haben uns überzeugt. Die enge Zusammenarbeit mit der TV-Sparte von Sony hat sich in diesem Fall wirklich gelohnt. Ebenso wunschlos glücklich sind wir mit der Konnektivität des Phablets. Von LTE über Bluetooth 4.0, WLAN, NFC, MicroSD-Slot und aGPS ist alles mit dabei. Schön zu sehen ist auch, dass sich der 3,5 Millimeter Audio-Port von seiner wasserschützenden Abdeckung verabschiedet hat und nun als meist genutzter Anschluss offen liegt. Dennoch ist er weiterhin so abgeschirmt, dass kein Wasser in das Gerät eindringen kann.

Bedienung & Software
Alle Eingaben erfolgen über den Touchscreen des Sony Xperia Z Ultra. Allerdings können auch problemlos Maus und Tastatur via Bluetooth angeschlossen werden. Sony rechnet mit verschiedenen Drittherstellern, die auch in Zukunft Docking-Hüllen mit integrierten Eingabegeräten anbieten werden. Was uns jedoch mehr beeindruckt hat, ist die hohe Empfindlichkeit des Displays. So werden Eingaben mit dem Finger sogar durch Handschuhe erkannt. Außerdem kann man getrost auf einen aktiven Digitizer (Stift) verzichten, da jeder leitfähige Kugelschreiber oder Bleistift zum Stylus umfunktioniert werden kann. Schließlich ist man mit der Handhabung seines Lieblingsstiftes auch deutlich präziser als mit den meist klobigen Wacom Digitizern. Damit das Display keine Schäden durch metallische Hilfsmittel nimmt, setzt Sony auf eine zusätzliche, kaum sichtbare Schutzfolie. Diese sorgt auch dafür, dass Eingaben unter Wasser angenommen werden. Schließlich ist das Sony Xperia Z Ultra in bis zu 1,5 Meter Tiefe für mindestens 30 Minuten wasserfest. Sollte diese Folie tatsächlich einmal beschädigt werden, ist ein Austausch bei Sony innerhalb des Garantiezeitraums jederzeit möglich, so Damjan Stamcar, Technischer Produkt Manager bei Sony Mobile Communications.

In Sachen Software setzt Sony weiterhin auf eine leicht angepasste Oberfläche unter Google Android 4.2.2 Jelly Bean. Ebenso wird die Cloud-Funktionalität mit der Synchronisation von Bildern, Filmen und Musik immer tiefer in die Apps integriert. Wer auf Anbieter wie Dropbox, SkyDrive oder Google Driver verzichten möchte, bekommt von Sony einen 5 GB Internetspeicher kostenlos. Natürlich ist auch ein Parallelbetrieb der Services möglich. Die bisher getrennten Unlimited-Dienste, Sonys eigene Stores für Medien, werden nun prominenter platziert. Sie sind direkt aus der Walkman-App (Musik) oder aus dem Video-Archiv aufrufbar. Ein App-Wechsel ist also nicht mehr erforderlich. Außerdem profitieren Spieler von der Playstation Zertifizierung des Sony Xperia Z Ultra, die den Weg frei für bekannte Playstation One Titel macht. Ähnlich wie die Nvidia Tegra Zone finden wir hier Games mit deutlich besserer Grafik.

Ab dem dritten Quartal 2013, also direkt zur Markteinführung des neuen Phablets, gibt Sony außerdem den Startschuss für den eigenen Reader Store. Durch die Preisbindung in Deutschland sind hier ähnliche bzw. gleiche Preise wie im Amazon Kindle Shop oder bei Thalia-Readern an der Tagesordnung. Der Nutzer hat in der passenden App die Wahl klassisch Schriftgröße, Hintergrundart und Helligkeit anzupassen. Und auf 6,4 Zoll liest es sich natürlich deutlich entspannter als auf einem kleineren Smartphone.

Abschließend bleibt die Einhand-Anpassung der Tastatur zu erwähnen, die sich auf Wunsch für Rechts- und Linkshänder auf einen bestimmten Teil des Bildschirms legt. Ein ähnliches Feature haben wir bei Huawei auf der CES 2013 in Las Vegas gesehen. Klassische Funktionen wie die Handschrift- und Handballenerkennung sind natürlich ebenfalls in der Software des Sony Xperia Z Ultra integriert und haben sich im Test als gut bewährt. Ob die Vorteile auch eine Erleichterung im Alltag bieten, können wir erst nach einem ausführlichen Test beurteilen. Aller Voraussicht nach, wird uns ein Testmuster in den nächsten 4 Wochen erreichen.

Fazit / Kommentar
Ja, es ist riesig! Doch nicht nur aus haptischer Sicht. Gleiches können wir über die Leistungsfähigkeit der Komponenten, die Qualität des Triluminos-Displays und Vielfältigkeit der Eingabemethoden sagen. Im Sony Xperia Z Ultra hat der japanische Hersteller die Crème de la Crème herausgepickt und ein multifunktionales und performantes „Phablet“ geschaffen. Natürlich werden viele Sony-Fans über die Größe meckern, doch dafür hat das Unternehmen das 5-Zoll Xperia Z am Anfang des Jahres gebaut. Wer großflächig Arbeiten, Lesen und Filme konsumieren möchte, der wird sich mit dem Xperia Z Ultra deutlich wohler fühlen. Mit dem passenden Zubehör kann es in viele Fällen sogar das Notebook, den Fernseher und auf jeden Fall den eBook-Reader ersetzen. Zudem haben wir hier das wohl erste wasserdichte und eines der dünnsten Phablets vor uns.

Wir sind sehr gespannt, wie das Sony Xperia Z Ultra vom Markt angenommen wird. Der Startschuss fällt im 3. Quartal 2013 (Herbst) und der Preis wird mit 679 Euro (UVP) angegeben. Unser erster Eindruck ist durchweg positiv. Auch wenn an der Display-Helligkeit gearbeitet werden muss.

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