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Lenovo will sich offenbar vom Markennahmen Motorola verabschieden, für die Entwicklung künftiger Smartphones jedoch ganz auf das Know-how der von Google übernommenen US-Tochterfirma setzen. Bildquelle: Motorola
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Moto G (2015): Die Smartphones der Moto G Reihe gehören zu den derzeit erfolgreichsten Motorola-Produkten.

Vor rund zwei Jahren hatte der chinesische IT-Riese Lenovo angekündigt, den Smartphone-Spezialisten Motorola Mobility von Google für 2,91 Milliarden US-Dollar übernehmen zu wollen. Der Abschluss des Deals wurde dann im Oktober 2014 vermeldet. Bereits im Zuge der Übernahmeverhandlungen machten die Chinesen deutlich, dass Motorola weiterhin als Marke Bestand haben und die in den USA ansässige Firma als eigenständige Abteilung innerhalb des Mutterkonzerns operieren werde. Von diesem Vorhaben scheint sich die Lenovo-Führung mittlerweile jedoch verabschiedet zu haben, da von offizieller Seite nun zu hören ist, dass die Marke Motorola nach und nach verschwinden und die Geschäfte der Abteilung mit den restlichen Ambitionen Lenovos im Mobilgerätebereich zusammengeführt werden sollen.

Die Neuigkeit zum Schicksal der durchaus weltweit respektierten Marke Motorola überbrachte der aktuelle COO (Chief Operating Officer) von Motorola, Rick Osterloh, während eines Interviews mit CNET. Darin machte Osterloh klar, Lenovo werde sich in den nächsten Monaten vom Markennamen Motorola verabschieden und sich stattdessen auf das Branding „Moto“ fokussieren. Zudem werde die Motorola-Abteilung künftig die gesamte Entwicklungsarbeit im Smartphone-Segment für Lenovo schultern und neben neuen Moto- auch Vive-Geräte auf den internationalen Markt bringen.

Eine wirklich zufriendestellende Begründung für die geplante Abkehr von der Marke Motorola lieferte Osterloh in dem Interview nicht. Klar ist allerdings, dass Smartphones mit Moto-Branding wie Moto X oder Moto G in den letzten Jahren international relativ erfolgreich waren und Lenovo der Modellreihe offenbar noch mehr in den Fokus der Konsumenten rücken möchte. Laut vorliegenden Informationen sollen Moto-Smartphones künftig das Premium-Angebot von Lenovo darstellen, während die Vive-Modelle hingegen das Einsteiger-Segment abdecken sollen. Die Entscheidung birgt allerdings auch Risiken: So muss sich beispielsweise erst herausstellen, ob Lenovos Smartphones auch ohne das Motorola-Branding in Märkten erfolgreich sein können, in denen sich bei Konsumenten gerade die Marke Motorola einen guten Ruf erarbeitet hat.

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