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Windows 10 on ARM: Microsoft verrät versehentlich Limitierungen (Bild 1 von 1)Bildquelle: Microsoft
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Always Connected PCs: Im Dezember 2017 kündigte Microsoft zusammen mit Qualcomm eine neue Kategorie von Mobilgeräten an, die durch sehr lange Akkulaufzeit beeindrucken sollen.

Im vergangenen Dezember hatte Microsoft nach mehrmonatiger Vorlaufzeit Details zur einem neuen Windows 10 Ableger namens Windows 10 on ARM und dazu passenden Notebooks beziehungsweise Convertibles mit ARM-SoC vom Typ Qualcomm Snapdragon 835 verraten. Dabei wurden die sogenannten „Always Connected PCs" von Asus, HP und Lenovo als Geräte mit beeindruckend langer Akkulaufzeit beschrieben und ein kleine Revolution für den PC-Markt in Aussicht gestellt. Die angekündigten Mobil-PCs sind bislang allerdings nicht auf internationalen Märkten erhältlich, weshalb nach wie vor viele der Kleinigkeiten und potentiellen Limitierungen von Windows 10 für ARM unklar sind. Microsoft hat nun aber vor wenigen Tagen einen neuen Support-Beitrag publiziert, der die zu erwartende Nutzererfahrung für Windows 10 auf ARM-Geräten näher beschreibt, wie die Thurrott.com jüngst informierte. Vieles spricht zwar dafür, dass die Veröffentlichung zu früh beziehungsweise versehentlich erfolgt ist, da Microsoft die besagten Infos inzwischen wieder offline genommen hat, doch dank einer Google-Cache-Version der entsprechenden Seite lassen sich die relevanten Informationen weiterhin abrufen.

Im Folgenden die von Microsoft erwähnten Punkte, die im Zusammenhang mit Windows 10 für ARM beachtet werden sollten:
- Ausschließlich Unterstützung für ARM64 Treiber: Auf Windows 10 für ARM lassen sich zwar x86 Programme ausführen (via Emulation), aber keine x86 Treiber installieren. Das sollte zwar kein allzu großes Problem für Nutzer mit halbwegs zeitgemäßen Peripheriegeräten darstellen, aber bei älterer Hardware dürfte dies sehr wahrscheinlich zu Komplikationen führen.
- x64 Apps werden nicht unterstützt: Wie Microsoft früher schon angedeutet hatte, wird die Emulation von Windows 10 für ARM zunächst nicht für x64 Programme funktionieren. Der Softwareriese plant immerhin, Unterstützung für diese Art von Anwendungen zu einem späteren, nicht näher spezifizierten Zeitpunkt nachzureichen.
- Verschiedene Spiele und Apps funktionieren nicht: Microsofts Angaben nach laufen keine Spiele oder Programme auf Windows 10 für ARM, die eine Version von OpenGL 1.1 und neuer oder Hardware-Beschleunigung via OpenGL voraussetzen. Ebenfalls nicht funktionieren werden Spiele, die eine Form von Anti-Cheat-Technologie benötigen.
- Einschränkungen für Apps, die Änderungen an der Windows-Benutzeroberfläche vornehmen können: Programme, über die sich beispielsweise Änderungen an den Standard-Eingabemethoden des Betriebssystems vornehmen lassen, werden laut Microsoft unter Windows 10 für ARM nicht korrekt arbeiten. Dies gilt auch für viele Apps, die ihre eigenen Kontextmenüeinträge und/oder Symbole im Dateimanager (Windows Explorer) anlegen, wie zum Beispiel Dropbox. Microsoft hofft, dass für diese Apps zügig native ARM-Versionen erscheinen.
- Ältere Apps, die ARM-basierte Geräte immer für ein Smartphone halten, mit Darstellungsproblemen: Microsoft warnt vor einigen Apps, die ursprünglich für Windows Mobile beziehungsweise Phone geschrieben wurden. Diese werden unter Windows 10 für ARM mit falscher Orientierung oder falschem Layout der Benutzeroberfläche dargestellt. Viele Apps sollten dies aber ohnehin nicht sein.
- Keine Unterstützung für Virtualisierung: Unter Windows 10 für ARM wird es nicht möglich sein, virtuelle Maschinen mit Hilfe der Hyper-V-Technologie von Microsoft zu erstellen oder auszuführen.

Anhand der nicht zwingender Weise vollständigen Angaben Microsofts zum Thema Windows 10 für ARM lässt sich im Moment festhalten, dass sich die Nutzererfahrung auf besagten Geräten für einen Großteil der Anwender als überwiegend problemlos darstellen sollte. Einschränkungen gilt es jedoch zweifellos zu beachten. Dank Microsofts Emulationsarbeiten für die neue Plattform im Bereich der x32-Software sollten zumindest die meisten 32-bit Anwendungen in gewohnter Weise aus dem Netz herunterzuladen und zu installieren sein. Der schlussendliche Erfolg oder Misserfolg von Windows 10 für ARM dürfte somit eng mit der Art von Antwort auf zwei noch offene Fragen verknüpft sein, nämlich: Wie stellt sich die mess- und spürbare Arbeitsgeschwindigkeit auf der Plattform für den Anwender dar? Und: Welche tatsächliche Akkulaufzeit erreichen die kommenden Geräte im Alltagseinsatz? Im Laufe der anstehenden Frühjahrsmonate 2018 ist mit aussagekräftigen Testergebnissen zu rechnen.

Quelle: Thurrott.com

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