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  3. Apple: Toleriert schlechte Arbeitsbedingungen willentlich?

„Wir strengen uns wirklich an, die Dinge zu verbessern“, wird ein anonymer, ehemaliger Apple Manager zitiert, „aber viele Menschen wären wohl immer noch geschockt, würden sie sehen, wo die iPhones herkommen“. Li Mingqi, Manager der seinen ehemaligen Arbeitgeber und bedeutendsten Zulieferer für Apple – Foxconn - verklagt, drückt es weniger diplomatisch aus: „Apple hat sich nur für gesteigerte Qualität der Produkte und sinkende Produktionskosten interessiert, dass es den Arbeitern gut geht hat nichts mit Apples Interessen zu tun“.

Entgegen den Beteuerungen von einem grundlegenden Willen etwas zu verändern, lassen sich aus Apples firmeneigenen Nachforschungen wiederholte und andauernde Verstöße gegen Apples „supplier code of conduct“, dem Regelwerk für Zulieferer, ablesen. Das deckt sich mit den Aussagen zahlreicher Arbeitnehmer und Manager bei Apple und den Zulieferern. Immer wieder werden Kinderarbeit, giftige Arbeitsumgebungen, Wochenarbeitszeiten von über 60 Stunden und 6 Tage pro Woche, überfüllte und karge Schlafräume und katastrophale Sicherheitsbedingungen bemängelt.

Apple wisse seit vier Jahren von diesen Verstößen und könne laut den Managern auch kurzfristig Änderungen erzwingen, entscheide sich aber, die Probleme zu ignorieren. Deswegen wird dem Konzern aus Cupertino vorgeworfen, das System funktioniere für ihn grundsätzlich. Obwohl die New York Times Apple noch detailliertere Recherchen im Vorfeld zukommen ließ, äußerte sich der Konzern nicht im Rahmen des Berichtes. Firmenchef Tim Cook erwähnte im aktuellen Jahresbericht um 80 Prozent gesteigerte Kontrollen und sprach von „dramatischen Verbesserungen“. Laut NYT sei die Situation auch der chinesischen Gesetzeslage geschuldet, welche 6 Tage-Wochen und 60 Stunden prinzipiell erlaubt. In einer internen Email weist Chef Tim Cook, der die Probleme deutlich härter angeht als der verstorbene Steve Jobs, die Vorwürfe zurück: „Wir sorgen uns um jeden Mitarbeiter in der weltweiten Lieferkette.“

Quelle: New, 9to5mac

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