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Test Lenovo IdeaPad Yoga 3 Pro 80HE004LGE - Erstes Intel Core M Convertible offenbart kleine Schwächen

Das Lenovo Yoga 3 Pro ist mit dem brandaktuellen Intel Core M Prozessor ausgerüstet, wir haben damit vielerlei Hinsicht ein Vorzeige-Convertible in unserem Test. So stellt sich Microsoft die perfekte Basis für die Touch-optimierten Betriebssystem Windows 8.1 und Windows 10 vor und Intel zeigt die Effizienz der neuen Broadwell Chipgeneration. Dazu kommt eine fantastische Optik dank Kettenscharnier und ein Wahnsinns-Touchscreen mit QHD+ Auflösung – finden wir trotzdem Kritikpunkte?

Einleitung: Konsequente Weiterentwicklung und durchwachsene Reviews

Das Lenovo Yoga 3 Pro sieht nur auf den ersten Blick aus wie ein Ultrabook...Bildquelle: notebookinfo.de | rk
Fotogalerie (19)
Lenovo Yoga 3 Pro: Flach, schlank und mit QHD+ Touchscreen

Das ist doch mal ein Gerät, wie es sich Notebook-affine Redakteure wünschen: Alte Tugenden und Innovationen vernünftig vereint und alltagstauglich. Tatsächlich merkt man auf den ersten Blick, dass es das Lenovo Yoga 3 Pro in sich hat. Es ist nur 1,19 Kilogramm leicht und mit 12,8 Millimeter Bauhöhe äußerst filigran. Vor allem das neuartige Gliederscharnier, bestehend aus 813 Metallteilen, verstärkt diesen Eindruck. Wir sind gespannt auf den Intel Core M-5Y70 Prozessor mit einer maximalen Verlustleistung von nur 6 Watt und freuen uns über das QHD+ Display, obwohl 3.200 x 1.800 Bildpunkte eigentlich zu viel des Guten sind. Lenovo hat einen neuartigen Netzstecker entwickelt, welcher auch die Nutzung als USB-Port am Ultrabook erlaubt, der Wlan-ac Standard ist vertreten und die Soundanlage von JBL verspricht erstmal sehr viel.

Erste Previews berichten jedoch auch von einer Drosselung des Intel Chips, obwohl eigentlich lüfterlose Designs erwartet wurden; von Softwareproblemen im Zusammenhang mit der hohen Auflösung; mäßiger Batterielaufzeit und natürlich steht da noch das massive Preisschild von 1.600 Euro für die deutsche Variante mit 512 GB SSD im Raum. Wir wollen feststellen, ob und für wen sich der chinesische Verwandlungskünstler lohnt.

... denn es liefert insgesamt 4 Betriebsmodi.Dieser Modus heißt Bildquelle: notebookinfo.de | rk
4 Betriebsmodi: Dieser hier heißt Stand

Gehäuse: Flexibel auf Tuchfühlung

Die Außenhaut des Lenovo Yoga 3 Pro besteht aus Aluminium und MagnesiumDas Gehäuse hat eine Bauhöhe von nur 12,8 Millimeter Lenovo verwendet haptisch ansprechende Gummierungen zum Schutz der KantenBildquelle: notebookinfo.de | rk
Chassis: 1,19 Kg Gewicht und 12,8 Millimeter Bauhöhe

Biegsam in jede Richtung, schlank und entspannt – dem Namen Yoga wird diese Generation des Convertibles noch gerechter. Hinsichtlich des Designs kratzt das Lenovo Yoga 3 Pro mit 1.190 Gramm und 12,8 Millimeter Bauhöhe an der Grenze des Machbaren. Ein Touchscreen, die Lüfter, der Akku und auch die Platinen fordern einfach dieses Mindestmaß an Platz. Haptisch hochwertig präsentieren sich Displaydeckel und Unterseite aus mattiertem Leichtmetall sowie der Innenraum mit einer strukturierten Gummierung. Auch die Kanten von Basis und Deckel, welche durch die Wechsel der Betriebsmodi noch häufiger benutzt werden als bei traditionellen Ultrabooks, besitzen einen Soft-Touch Überzug. Der Touchscreen bildet die einzige glänzend glatte Oberfläche und damit einen schönen Kontrast zum Rest des Convertibles. Absoluter Hingucker ist das dem Armband einer Uhr nachempfundene Displayscharnier. Die rund 813 Einzelteile erreichen zudem einen erstaunlich hohen Widerstand für Toucheingaben, verhindern störendes Nachwippen weitestgehend und machen einen sehr robusten Eindruck. Die gewünschten Öffnungswinkel werden wohl auch nach Jahren der Nutzung noch stabil gehalten, wir fassen da auf Anhieb Vertrauen in die Konstruktion.

Das neuartige Gliederscharnier besteht aus 813 Einzelteilen......und ist dem Armband einer Uhr nachempfundenBildquelle: notebookinfo.de | rk
Gliederscharnier: Robust und flexibel

Teilweise wurde die geringe Steifigkeit des Gehäuses moniert. Das sehen wir mehr als Vorteil, nicht nur aufgrund der geringeren Bruchgefahr. Natürlich ist ein flexibles Gehäuse in solch einer schlanken Bauweise besser geschützt gegen Bruch. Verwindungssteifigkeit würde hier bedeuten, dass sich das Display unter erhöhtem Druck biegt (wie bei vereinzelten iPhone 6 Plus Modellen) und dann in dieser Stellung verharrt. Der Displaydeckel gibt nach, ohne dass sich die Spaltmaße des verklebten Gorilla Glass nennenswert erweitern oder sich dieses gar ablöst. Generell muss man dem Lenovo Yoga Pro 3 sehr einheitliche und enge Spaltmaße attestieren, die Verarbeitung ist tadellos. Die biegsamen Gehäuseteile haben aber noch einen anderen Grund: Die Energie eines Aufpralls bei Stürzen wird so besser abgefedert und von den sensibleren Platinen im Innenraum ferngehalten. Leicht, biegsam und zahlreichen Anschlüssen Platz gewährend – das Gehäuse des Lenovo Yoga 3 Pro ist in unseren Augen sehr gut gelungen.

Unser Testsample hatte eine fehlerhafte Leertaste, ansonsten ist die Tastatur sehr gutBildquelle: notebookinfo.de | rk
Eingabegeräte: Tastatur, Touchpad und Touchscreen

Die Chiclet-Tastatur bietet überraschend viel Hub für die geringe Bauhöhe und zeigt einen angenehmen Druckpunkt. Gewöhnungsbedürftig ist das Layout, die F-Tasten wurden wegrationalisiert und liegen nun als Drittbelegung (FN) auf der Ziffernreihe. Neben der einzeiligen Enter-Taste am rechten Rand liegt noch eine weitere Spalte mit Tasten, was zu häufigen Fehleingaben führte. Backspace ist zu weit entfernt aber wirklich nervig ist, dass die Leertaste bei meinen zarten Anschlägen nicht auslöst. Sie will regelrecht mittig gehackt werden, sonst reiht mir das Schreibprogramm die Wörter lückenlos aneinander. Wir bemühen uns um ein neues Keyboard bei Lenovo, denn eine derartige Einschränkung liegt vermutlich an der frühen Charge, aus der das Testgerät stammt. Positiv kann die Hintergrundbeleuchtung noch erwähnt werden sowie die haptisch ansprechende Softtouch-Oberfläche der Tasten.

Ausstattung: Netzteil und Ladebuchse sind USB-kompatibel

Bei den Anschlüssen präsentiert Lenovo eine fantastische Neuerung und verzichtet auf den alten Ladestecker in proprietärer Bauart. Das Netzteil des Yoga 2 Pro konnte nur das Yoga 2 Pro aufladen, mehr nicht. Der neue Anschluss ist einem USB-Port nachempfunden und beide Ports, der am Netzteil sowie der am Notebook, lassen sich auch als USB-Port nutzen. Das Netzteil kann also auch Smartphones laden und das Lenovo Yoga 3 Pro bietet einen zusätzlichen USB-Port, wenn man es vom Netz nimmt. Wir begrüßen das natürlich sehr, das ist eine willkommen Innovation ähnlich dem WLAN-Router im Netzteil des Sony Vaio Pro 13. Apropos Router, auf einen Ethernet-Port verzichtet das Yoga 3 Pro komplett. Warum das 40W Netzteil nicht noch weitere USB-Ports bereitstellt, können wir uns auch nicht erklären. Ein Netzteil für Ultrabook, Smartphone, Smartwatch – das wäre doch mal bequem.

Die Anschlüsse des Lenovo Yoga 3 Pro sind durchdacht positioniertDer Netzanschluss des Lenovo Yoga 3 Pro dient auch als USB 2.0 PortBildquelle: notebookinfo.de | rk
Anschlüsse: Neuartiger Netzanschluss lässt sich auch als USB nutzen

Die restlichen Anschlüsse sind sehr ordentlich positioniert: Während die rechte Seite der Basis bis auf einen USB 3.0 Port und Headsetbuchse eher die Buttons beherbergt (Lautstärkewippe, Display-Rotationssperre, One Key Recovery und Netzschalter), findet die Peripherie Platz an der linken Seite. Der Netzteil Port arbeitet mit USB 2.0 Geschwindigkeit, daneben finden sich USB 3.0, MicroHDMI und der Kartenleser. Für etwas fülligere USB-Sticks steht das Lenovo Yoga 3 Pro am besten etwas erhaben, die extrem dünne Basis würde sonst vom Stick angehoben. Drahtlos kommuniziert das Lenovo Yoga 3 Pro mittels WLAN-ac und Bluetooth 4.0, als Tablet hat es natürlich auch einen Lagesensor verbaut. Die Webkamera löst mit 0,9 Megapixel auf und liefert passable Bilder. Geht es nicht gerade um Kochrezepte, so kann getrost auf die Bewegungssteuerung Lenovo Motion Control verzichtet werden. Alles, was über die Wischgesten für das Umblättern hinausgeht wie beispielsweise Lautstärkeanpassung oder Zoomen, das will mühsam erlernt werden. Bequemer ist die Entsperrfunktion per Gesichtserkennung namens Veriface.

Technische Daten

Display:13.3" IPS TouchAuflösung:3200 x 1800
Prozessor:Intel Core M 5Y70 / 1.1 GHzGrafikkarte:Intel HD Graphics 5300
Festplatte512 GB SSDRAM:8 GB
Laufwerk:ohne LaufwerkPlattform:Microsoft Windows 8.1 (64 Bit)
Akkulaufzeit:6.33 Std.Gewicht:1.2 kg
B x H x T:33 cm x 1.3 cm x 22.8 cmFarbe:silber

Leistung: Erstes Broadwell Convertible ein schlechter Kompromiss?

Fast ein Jahr verzögerte sich die Markteinführung von Intels aktueller „Broadwell“ Prozessorgeneration. Der Chiphersteller hatte Probleme mit der Fertigung in 14nm Strukturbreite, der Vorgänger Haswell wurde noch im 22nm Prozess gefertigt. Nun ist mit den Intel Core M Prozessoren der Y-Serie die sparsamste Kategorie mit Broadwell Prozessor-Mikroarchitektur zuerst am Markt, im Vorgänger Lenovo Yoga 2 Pro verrichtete mit den Intel Core i der Haswell U-Serie noch eine ganz andere Leistungsklasse ihr Werk.
Die nominelle Verlustleistung sank von 15W des Haswell Chips im Yoga 2 Pro auf 4,5 Watt des Broadwell Chips im Yoga 3 Pro. Dementsprechend fällt auch die Performance niedriger aus. In der Praxis erleben wir ein differenzierteres Bild, was die Beurteilung noch schwerer macht.

So ganz ohne Lüfter kommt das Lenovo Yoga 3 Pro nicht ausNur unter Last ist der 25mm Lüfter wahrnehmbarBildquelle: notebookinfo.de | rk
Nicht lüfterlos: Aktive Kühlung braucht es für die 15W Spitzenlast

Die zentrale Frage ist: Wo packen wir den Core M hin? Gehört der Chip, welcher lüfterlose Designs ermöglichen soll, zu den Tablets oder nehmen wir den Sticker mit dem Label „Ultrabook“ auf der Handballenauflage beim Wort?
Zwischen Chiphersteller und Notebook-Hersteller gibt es folgende Beziehung: Intel verleiht den Chips gewisse Rahmenbedingungen, konkret eine nominelle Verlustleistung (Thermal Design Power, TDP), eine Untergrenze (cTDP down) und eine Obergrenze (cTDP up). Zusätzlich nennt Intel einen Scenario Design Power Wert als Orientierung für die Ingenieure. Es liegt an den OEMs (Original Equipment Manufacterer) wie Lenovo, zu entscheiden, wie diese Vorgaben ausgelegt werden. In diesem Fall hat Lenovo festgelegt, wieviel Verlustleistung (und damit Performance) in welcher Zeitspanne von der Wärmeleitung und dem 25 Millimeter Lüfter abgeführt werden kann. Dafür muss immer ein Kompromiss eingegangen werden, manche Hersteller bevorzugen mehr Leistung mit der Konsequenz einer fülligeren oder lauteren Kühlung, andere legen Wert auf besonders sparsamen Betrieb und verbauen dafür kleinere Akkus oder entwickeln schlankere Geräte. Auf den ersten Blick und mit dem Takt-Verhalten von Haswell U-Serie Prozessoren hat Lenovo einen etwas unvorteilhaften Kompromiss entwickelt. Im Detail sieht das so aus:

Der Verbrauch des Intel Core M-5Y70 Prozessor schwankt zwischen 1 bis 7 Watt in unseren Tests. Die meiste Zeit rangiert der Chip um die 3,5 Watt, welche als SDP vorgegeben sind. Theoretisch erlaubt Lenovo sogar bis zu 15 Watt für 2,44 Millisekunden. Für bis zu 28 Sekunden darf der Chip seine TDP Obergrenze von 6 Watt ausreizen. In unseren synthetischen Benchmarks verabschiedet sich der Prozessor nach 2-3 Sekunden oft schon von seiner 2,6 GHz Turbofrequenz und arbeitet je nach Temperatur des CPU Packages mit 1,1 bis 1,8 GHz. Setzt man Prozessor und Grafikeinheit unter Volllast, so liefern sie nur 500 und 149 MHz (die GPU taktet mit bis zu 800 MHz). Warum diese gravierende Drosselung? Wir vermuten noch genug Luft nach oben hinsichtlich der Thermik und unter der Handballenauflage verstecken sich im wahrsten Sinne des Wortes noch 2 Millimeter Luft für einen größeren Akku. Die Laufzeit erfüllt nicht die Versprechungen vom Hersteller und zieht im Vergleich mit „echten“ Ultrabooks auch den kürzeren (Messwerte für Temperaturen und Laufzeit folgen unter Emissionen).

Um es klar zu sagen, wir haben hier einen Tablet Prozessor, der in Benchmarks zwar ungefähr die 1,5-fache Leistung eines Intel Core i5-4210Y (12W TDP) erreicht aber einem Intel Core i5-4210U der Haswell Generation hinsichtlich CPU und Grafik mitunter um 30 bis 50 Prozent hinterherhinkt. In der Theorie erfüllt das Lenovo Yoga 3 Pro damit leider nicht unsere Ansprüche an ein Ultrabook. Zudem entdecken wir eine sehr hohe Abhängigkeit von der Umgebungstemperatur. Frisch aus dem Kühlschrank powert sich das Lenovo Yoga 3 Pro mit einem Turbotakt von 1,7-1,8 GHz durch den Cinebench R11.5 und kommt auf eine Punktzahl von 1,97 (Multicore 64bit). Das CPU Package bleibt dabei unter 60°Celsius und der Chip bleibt stabil bei 6 Watt Verbrauch. In unseren auf 23 bis 24°C temperierten Redaktionsräumen überschreitet der Chip die 60°C Marke relativ schnell, um dann bei 66°C stabil zu bleiben. Dann führt der gleiche Benchmark aber nur zu 1,58 Punkten, gerade einmal 80 Prozent der vorher ermittelten Leistung. Arbeiten wir eine Weile mit einem externen Display, Textverarbeitung und Photoshop landen wir bei 1,17 Punkten - nur noch knapp 60 Prozent gegenüber dem Durchlauf nach dem Kühlschrank. Soviel erreicht beinahe ein gut gekühlter Einzelkern (1,01). Aber was sind schon Benchmarks, wie sieht das in der Praxis aus?

Die Perfomance des Intel Core M 5Y70 ist stark von der Temperatur des Chips abhängigBildquelle: notebookinfo.de | rk
Intel Core M 5Y70: Stark von der Umgebungstemperatur abhängig

Hier haben wir ein etwas anderes Szenario. Im Gegensatz zu synthetischen Benchmarks liegt im Alltag keine konstante Last an. Mal wird die Grafik ein wenig gefordert, hin und wieder braucht es den Prozessorturbo. Dafür hat Intel die 15 Watt Obergrenze geschaffen, die vom Chip sehr schnell erreicht werden. Das ganze passiert zu schnell für unsere Messungen, wir sehen nur einen Wert von 10 bis 11 Watt für die 2 Sekunden in denen Photoshop startet. Im Alltag liefert das Yoga 3 Pro also schnelle Programmstarts, Intel und Lenovo sprechen in diesem Zusammenhang von „Responsiveness“. Eine schnelle SSD, knapp 500 MB/s sequentielles Lesen und 400 MB/s sequentielle Schreibrate, ist sowieso die halbe Miete für das prompte Ansprechen, dank 8 GB Arbeitsspeicher und dem Kurzzeitturbo des Intel Core M spüren wir im Alltag keine verminderte Leistung. Erlaubt es die Umgebung dem Prozessor dauerhaft 6 Watt zu verbrauchen, fühlt sich das Yoga 3 Pro schon wie ein Ultrabook an.

Da die Performance in Benchmarks wie beschrieben stark schwanken kann, leidet die Vergleichbarkeit mit älteren Prozessoren. Die Benchmarks zu diesem Test werden wir in den kommenden Wochen erweitern und mit den erreichten Bestwerten bestücken. Wenn das Lenovo Yoga 3 Pro bei Ihnen andere Werte erreichen sollte, so liegt es höchstwahrscheinlich an der Umgebungstemperatur und der Last, die den Intel Core M 5Y70 vor dem Benchmark schon auf Temperatur gebracht hat oder aber das Aufladen des Akkus erhitzte das Chassis.

Display: Kann die Pferdestärke nicht auf die Straße bringen

Das Microsoft Windows 8 Betriebssystem kann mit der QHD+ Auflösung des Lenovo Yoga 3 Pro nicht wirklich umgehen. Die 3.200 x 1.800 Bildpunkte stellen Text und Symbole einfach zu klein dar. Nun kann man diese im System größer darstellen lassen aber beim nächsten Programmstart kommt man sich dann wieder vor wie in der untersten Zeile beim Sehtest. Abhilfe schafft eine Reduzierung der Auflösung auf 2.048 x 1.152 Pixel oder aber FullHD mit 1.920 x 1.080 Pixel. Um die geringen Schärfeverluste durch die Pentile Matrix wahrnehmen zu können, muss man schon auf 10 Zentimeter Distanz ans Display heran. Die hohe Pixeldichte des Samsung Panels bringt einen weiteren Nachteil mit sich: Um die ausreichende Helligkeit von 272 Candela pro Quadratmeter zu liefern, braucht das Display sehr viel Strom – zwischen 5 und 6 Watt. Das ist ein Drittel bis die Hälfte vom durchschnittlichen Gesamtverbrauch. Da bei derart mobilen Geräte jedes Watt zählt, hätten wir eine Auflösung von QHD oder FullHD (immer noch genug bei 13,3 Zoll) bevorzugt.

Die Ausleuchtung ist nicht ganz gleichmäßig und in den Ecken befinden sich Lichthöfe. Bei einem Schwarzwert von 0,6 Candela kann man schon fast von Grau sprechen. Der maximale Kontrast ist mit 483:1 nicht zufriedenstellend. Die Blickwinkel sind nicht ganz so stabil, wie von IPS-Displays erwartet werden darf. Der Sound der JBL Lautsprecher hingegen kann sich hören lassen, am besten genießen Sie Filme im Zeltmodus.

Emissionen: Temperaturen sind top, der Akku enttäuscht

Schade dass Lenovo nur einen 44Wh Akku verbautBildquelle: notebookinfo.de | rk
Akkulaufzeit: Nur 10 Stunden Maximum, da hätte mehr reingepasst

Effizienz und Sparsamkeit, das hat Intel sich auf die Fahne geschrieben für den neuen Core M Prozessor. Unsere Messwerte bestätigen diese Eigenschaften für den Prozessor nur kann Lenovo keinen nennenswerten Profit daraus schlagen. Das 2in1 Yoga 3 Pro ist weder lüfterlos noch besonders ausdauernd. Der Lüfter agiert maximal mit 36 Dezibal (A) und ist dann aber schon als Surren bemerkbar. Ohne Last nimmt man das Yoga 3 Pro aber akustisch auch nicht wahr, die niedrigste Stufe des Lüfters liegt bei 32 Dezibel (A). Einzig die Wärmeentwicklung überzeugt uns, wir messen im Durchschnitt 31,2 Grad Celsius und 42 Grad Celsius in der Spitze. Kein Wunder, die Verbrauchswerte liegen mit 4 Watt im Idle, 16 Watt beim Surfen und maximal 27 Watt in den Lastspitzen auf einem sehr niedrigen Niveau. Umso mehr verwundert es, dass Lenovo nicht mehr aus dem 44 Wh Akku herausholen kann. Die maximale Laufzeit bei gedimmtem Display und deaktivierten Funkverbindungen liegt bei 10 Stunden und 2 Minuten. Das Microsoft Surface Pro 3 kommt mit 42 Wh Akku auf ganze 18 Stunden maximale Laufzeit und lässt sich ganze 8,5 Stunden nutzen. Das Lenovo Yoga 3 Pro hingegen will im Schnitt nach 6 Stunden und 16 Minuten wieder an die Steckdose. Unter Volllast ist das Gerät in 2,5 Sunden ausgepowert.

In der Praxis: Wir haben trotzdem Spaß

Eines muss man den Yoga Geräten von Lenovo lassen, sie eröffnen vielseitige Nutzungsmöglichkeiten und sind in unseren Augen die gelungenste Umsetzung des Convertible Konzeptes. Ein handliches Tablet kann das 1,2 Kilo Paket nicht ersetzen, dafür sollte dann eher ein entsprechend großformatiges Smartphone herhalten. Als Arbeitsgerät macht sich das Lenovo Yoga 3 Pro prima, auch wenn wir in der Praxis tatsächlich nur den Laptop und den Zeltmodus nutzen. Mit dem neuartigen Scharnier wechseln wir zumindest diese beiden Modi mit Vergnügen. Das Scrolling über Webseiten oder Textdateien bringt den Touchscreen zur Anwendung, Programmstarts aus der Windows 8 Kacheloberfläche laufen bei uns auch fast ausschließlich über die Eingabe per Finger. Wir schreiben, recherchieren, photoshoppen und präsentieren, wie wir es von unseren anderen hochkarätigen Ultrabook-Arbeitsgeräten her kennen ohne spürbare Einschränkungen durch die aufgezählten Kritikpunkte.

Im Tablet Modus fällt das Gewicht von 1,19 Kilogramm schon aufBildquelle: notebookinfo.de | rk
Tablet-Modus: Kein iPad mini aber eine willkommene Abwechslung auf der Couch

Als Redakteur ärgert man sich natürlich, dass die Ingenieure oder das Management bei Lenovo wegen ein paar Dollar hier und ein paar Dollar da im Einkauf am Ende mit Karacho am perfekten Produkt vorbeischrammen. Hätten Sie doch mal ein helleres QHD Display mit höherem Kontrast verbaut, wer braucht denn QHD+ auf 13,3 Zoll? Was sind denn die tatsächlichen Mehrkosten für 20 Prozent mehr Akkukapazität und wieso erreicht eine neue Chipgeneration mit weniger als 1/3 der nominellen Verlustleistung nicht auch eine wesentlich höhere Laufzeit? Hier haben sich die Ingenieure mit "gut genug" anstelle "herausragend" zufriedengegeben. Aus genannten Gründen hinterlässt das Lenovo Yoga 3 Pro einen sehr zwiespältigen Eindruck. Wir werden diesen Test hier auf jeden Fall in einem halben Jahr aktualisieren – dann sind hoffentlich auch die Intel Broadwell U-Serie Prozessoren und weitere Ultrabooks am Markt.

Testupdate 28.04.2015
Wie versprochen und auf Nachfrage wollen wir nach 6 Monaten noch ein paar Gedanken anfügen. Unsere erste Einschätzung des "Kompromiss-Convertibles" lag gar nicht so sehr daneben. Lenovo hat mit dem Yoga 3 Pro eben in erster Linie ein Tablet entworfen. Mittleweile haben wir mit dem ASUS Zenbook UX305FA auch ein traditionelles Notebook mit Intel Core M Prozessor getestet, welches trotz langsamerer Taktung und passiver Kühlung in allen Benchmarks besser abschneidet. Alle Intel Core M Prozessoren von Core M 5Y10 bis Core M 5Y71 basieren auf dem gleichen Chip und unterliegen unterschiedlichen, vom Hersteller nach Intels Maßgabe angelegten Restriktionen. Ein Tablet unterliegt aufgrund der Bauhöhe und Nutzernähe einem weitaus engerem thermischen Korsett als ein Notebook. Für letzteres sind Oberflächentemperaturen über 40°C sowohl vom Hersteller als auch vom Nutzer noch tolerierbar, bei einem Tablet mit permanentem, flächigem Kontakt zum Nutzer wird das schnell als unangenehm warm empfunden.

Schade dass Lenovo nur einen 44Wh Akku verbautDas ASUS Zenbook UX305FA InnenlebenDell XPS 13 vs. Lenovo Yoga 3 Pro - wesentlich kleinere AbmessungenBildquelle: notebookinfo.de | rk
Convertible oder Clamshell: Ob man ein Gerät mitunter oft in der Hand hat, bestimmt die Performance des Prozessors

Lenovo hat sehr viel Augenmerk auf die Temperaturentwicklung gelegt und mit einer aktiven Kühlung bleibt der Core M im Yoga 3 Pro auch vergleichsweise kühl. Für den Chip ist ein Maximum an 65°C festgelegt, welches die Performance zugunsten der Abwärme beschneidet. Das passiv gekühlte ASUS Zenbook UX305FA, das ist aus unseren Fotos des geöffneten Chassis ersichtlich, verteilt die Abwärme mit einer sehr viel größeren Heatpipe auf das Vollaluminium-Chassis. Es wird wesentlich wärmer (bis zu 51°C) unter starker Belastung und kann trotz Core M mit kleinerer 5Y10 Modellnummer je nach Anwendung zwischen 10 und 20 Prozent Mehrleistung erzielen. ASUS hat als Hersteller die thermischen Grenzen eines Notebooks angelegt und so erreicht ein langsamer getakteter Core M trotzdem mehr Leistung. Das Zenbook hat zudem keinen stromhungrigen Touchscreen und Lüfter zu unterhalten, verbaut einen minimal größeren Akku und legt bei kurzzeitiger Leistungsanforderung deutlich weniger Spannung an. Der Core M 5Y10 rangiert zwischen einem Basistakt von 800 MHz und einem Turbo von 2 GHz, steigert man diese Frequenzen auf die 1,1 bis 2,6 GHz des Core M 5Y70, so steigt der Stromverbrauch gerade im oberen Bereich überproportional an, verursacht damit sehr viel mehr Abwärme und erfordert somit auch überproportionale Kühlung. Auf 30 Minuten Arbeitsalltag gerechnet erreicht das ASUS Zenbook mit 2 GHz Prozessor mehr Rechenleistung pro Watt Stromverbrauch als das Lenovo Yoga 3 Pro. Dieser Umstand wird auch mit keinem Software- oder Biosupdate ausgeräumt werden.

Alternative: Dell XPS 13 Ultrabook
Wie schon beschrieben, nutzen wir die vielen Betriebsmodi des Lenovo Yoga 3 Pro nicht wirklich im Alltag. Überwiegend haben wir das Convertible als Notebook vor uns stehen und müssen trotzdem sämtliche Konsequenzen des Tablet-Designs tragen. Das bedeutet, dass auf Reisen spätestens nach 5 Stunden ein besorgter Blick in Richtung Akkustandsanzeige erfolgt. Unsere Empfehlung heißt daher, das Yoga 3 Pro nur zu kaufen, wenn man mit hoher Sicherheit die Vorzüge des Convertibles auch nutzt und ansonsten zum traditionellen Clamshell Design zu greifen. Das ASUS Zenbook UX305FA, welches für den Performance-Vergleich herhalten musste, trägt ein mattes Display und ist damit nicht für jeden eine naheliegende Alternative.

Mittlerweile gibt es ein paar Ultrabooks mit aktuellem Intel Core i-Prozessor der Broadwell Generation. Die dürfen mit maximal 15 Watt deutlich mehr verbrauchen und liefern auch mehr Leistung. Wir haben zwar bisher nur die matte Variante des Dell XPS 13 getestet, es ist jedoch schon abzusehen, dass auch die Version mit Multitouchscreen ein überragendes Ultrabook darstellt. Es ist leicht, ausdauernd, schnell, versteht Toucheingaben und kommt dem Lenovo Yoga 3 Pro als Alternative in der Gesamtheit in unseren Augen näher als das HP Spectre 13 x360. Auch wenn es sich bei letzterem um ein 13,3 Zoll Convertible handelt, der "Footprint" ist beim 1,5 Kilogramm Gerät dann doch in einer anderen Liga. Beide, Yoga 3 Pro und das Dell XPS 13 sind unglaublich handliche Arbeitsgeräte, umso höher ist dem Dell der Vorteil in Sachen Performance und Akku anzurechnen.

Fazit: Lieber noch ein wenig abwarten mit dem Kauf

Viele Ultrabooks mit Haswell U-Serie Prozessoren liefern eine Stunde mehr Laufzeit als das Lenovo Yoga 3 Pro - Gegenüber dem Vorgänger Yoga 2 Pro hat sich die Ausdauer des akrobatischen Ultrabooks jedoch verbessert. Das Display löst, so hart das klingt, "noch" zu hoch auf und könnte heller sein. Bei Renderings oder Video-Enkodierung genehmigt sich der neue Core M etwas mehr Zeit als erwartet und dann ist unser Testsample auch noch mit einer Montags-Tastatur ausgestattet. In Summe können wir viel kritisieren und jeder Interessent sollte sich die 1.600 Euro Ausgabe noch einmal überdenken. Das Lenovo Yoga Pro 13 ist ohne Frage ein tolles Gerät und wir konnten keinen richtigen Dealbreaker ausmachen, ebensowenig können wir jedoch eine uneingeschränkte Kaufempfehlung aussprechen. Wer warten kann, sollte erst im Frühjahr 2015 zuschlagen, dann werden einige Alternativen am Markt die Entscheidung erleichtern.

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Testergebnisse im Detail
Die Einzelbewertungen im Überblick
  1. Erster Eindruck1,0 (Sehr gut)
  2. Display1,5 (Sehr gut)
  3. Eingabegeräte2,0 (Gut)
  4. Temperatur1,5 (Sehr gut)
  5. Lautsprecher2,0 (Gut)
  6. Betriebsgeräusche1,5 (Sehr gut)
  7. Anschlüsse1,5 (Sehr gut)
  8. Akku und Energieverbrauch2,0 (Gut)
  9. Software und Zubehör1,5 (Sehr gut)
  10. Leistung2,5 (Gut)
Benchmark
BenchmarksErzielter MesswertBestwert aller Tests
3DMark11665 Pkt.Max. 12363 Pkt.
3DMarkVantage2144 Pkt.Max. 47497 Pkt.
3DMark Ice Storm30455 Pkt.Max. 159281 Pkt.
3DMark Ice Storm Extreme21208 Pkt.Max. 196311 Pkt.
3DMark Cloud Gate3481 Pkt.Max. 29123 Pkt.
3DMark Fire Strike440 Pkt.Max. 8449 Pkt.
3DMark Fire Strike Extreme137 Pkt.Max. 4399 Pkt.
PCMark73905 Pkt.Max. 6666 Pkt.
PCMark 8 Home1849 Pkt.Max. 4892 Pkt.
CrystalDiskMark 3.0 (HDD Read)484.9 MB/sMax. 1850 MB/s
CrystalDiskMark 3.0 (HDD Write)410.5 MB/sMax. 1510 MB/s
Cinebench R11.5 OpenGL 64 Bit16.29 fpsMax. 72.82 fps
Cinebench R11.5 CPU Multi 64 Bit1.97 Pkt.Max. 7.93 Pkt.
Cinebench R11.5 CPU Single 64 Bit1.01 Pkt.Max. 1.75 Pkt.
Cinebench R15 64 Bit (Single)44 Pkt.Max. 148 Pkt.
Cinebench R15 64 Bit (Multi)157 Pkt.Max. 725 Pkt.
Cinebench R15 64 Bit (OpenGL)18.71 fpsMax. 109.55 fps
Geekbench 3 (Single)2153 Pkt.Max. 3852 Pkt.
Geekbench 3 (Multi)3659 Pkt.Max. 14159 Pkt.
Unigine Valley Basic5 fpsMax. 100.3 fps
Unigine Valley Basic Score209 Pkt.Max. 4198 Pkt.
Unigine Valley Extreme HD1.4 fpsMax. 64.5 fps
Unigine Valley Extreme HD58 Pkt.Max. 2700 Pkt.
niedriger ist besserhöher ist besser
Akkulaufzeit
AuslastungErzielter MesswertBestwert aller Tests
Maximal10 Std. 2 Min.Max. 24 Std. 53 Min.
Durchschnittlicher Energieverbrauch

16 Watt
Stromkosten im Jahr bei der durchschnittlichen Verwendung von 6 Stunden täglich bei 24,00 Cent pro kWh: 6 Stunden x 365 Tage x 0,016 kWh x 24,00 Cent = 8,41 EUR

Kommentare (2)
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