Erster Eindruck vom ASUS G73SW-91182V

Das Asus G73SW umgibt seine Komponenten mit einem riesigen, schwarzen Kunststoffgehäuse, das weder mit Metallflächen noch mit sonstigen optischen Highlights glänzt. Es wirkt imposant, aber schlicht. Die breiten Lüfterlamellen an der Rückseite des Gehäuses erinnern ein wenig an ein Raumschiff. Berührungsempfindliche Sensoren oder eine schicke Beleuchtung, wie man sie bei Gaming-Notebooks häufig findet, gibt es beim Asus G73SW nicht. Lediglich die Tastatur sowie drei Sondertasten unter dem Display haben eine regelbare Hintergrundbeleuchtung. Letztere aktivieren und deaktivieren die Hintergrundbeleuchtung, regeln das Geschwindigkeitsprofil des Notebooks unter Windows oder schalten die 3D-Vision-Funktion des Notebooks an und aus. Eine Lautsprecherleiste unter dem Display zieht sich über die gesamte Gehäusebreite. Das Touchpad liegt leicht links von der Mitte und ist auffallend groß. Wirklich groß ist aber auch das Netzteil, das über ein halbes Kilogramm wiegt. An Vorder- und Rückseite gibt es keine Anschlüsse. Alle Steckmöglichkeiten befinden sich auf der linken und rechten Seite des Notebooks.

Technische Daten und Ausstattung

Das Asus G73SW arbeitet mit vierfacher Kraft, denn der Intel-Core-i7-2630QM-Prozessor nutzt vier Kerne mit jeweils zwei Gigahertz (GHz). Wie alle Sandy-Bridge-Prozessoren, kann auch dieser Core i7 sowohl Hyper-Threading als auch Turbo-Boost nutzen. Um auch bei Ausführung vieler Programme eine hohe Geschwindigkeit sicherstellen zu können, besitzt das Notebook acht Gigabyte (GB) Arbeitsspeicher vom Typ DDR3. Auf zwei Festplatten mit insgesamt 1.500 GB Speicherplatz finden auch umfangreichste Film- und Musiksammlungen Platz. Eine Nvidia GeForce GTX 460M, die über 1,5 GB dedizierten Grafikspeicher verfügt, soll für eine gute Leistung in Spielen sorgen. Besonderes Merkmal des Asus G73SW ist das 3D-fähige Display. Es setzt für die dreidimensionale Darstellung jedoch eine Spezialbrille von Nvidia voraus, die nicht zum Lieferumfang zählt.
Das optische Laufwerk liest und beschreibt nicht nur DVDs. Es unterstützt außerdem das Blu-ray-Format. Die integrierte Kamera bietet zwei Megapixel Auflösung und verspricht eine detailgetreue und scharfe Darstellung.

Anschlüsse

Die Anschlüsse des Asus G73SW sind auf dem neuesten Stand. Denn neben drei herkömmlichen USB-2.0-Anschlüssen bietet es auch eine vielfach schnellere USB-3.0-Buchse. Zusätzlich besitzt das Asus G73SW Anschlüsse für LAN, HDMI und VGA. Das eingebaute Kartenlesegerät unterstützt acht Formate und ermöglicht somit die Speicherung von Fotos im Handumdrehen auf der Festplatte.

An drahtlosen Verbindungsmöglichkeiten bietet das Notebook Bluetooth und WLAN. Mit dem Drahtlosnetzwerkmodul sind Übertragungsraten von maximal 300 Megabit in der Sekunde (MBit/s) möglich. Ein Fingerabdrucklesegerät fehlt leider.

Software und Zubehör

Das Programm Trend Micro Internet Security tut sein bestes, um das Asus G73SW vor Bedrohungen aus dem Internet zu schützen. Damit das Notebook auch in der realen Welt vor Unbefugten geschützt ist, gibt es das Programm SmartLogon. Das Programm speichert ein Foto des Benutzers und vergleicht dieses bei der Anmeldung mit der Person, die vor dem Notebook sitzt. Nur bei Übereinstimmung lässt sich der Anmeldevorgang fortsetzen.

Der AI Recovery Burner bietet unaufgefordert an, Sicherungskopien vom System anzulegen. Bei Bedarf lassen sich diese dann auf DVD oder Blu-ray brennen. Ein weiteres Brennprogramm ist Power2Go von Cyberlink. Der CinePlayer von Roxio dient als Abspielprogramm, welches sowohl mit DVDs als auch mit Blu-rays zusammenarbeitet. Weiterhin spendiert Asus seinem Notebook einen Online-Speicher. Die dort abgelegten Daten lassen sich überall auf der Welt abrufen. Ebenfalls von Asus stammt das Minibetriebssystem ExpressGate. Das startet auf Wunsch anstelle von Windows und ermöglicht den Zugriff auf zum Beispiel Skype oder Internet binnen Sekunden. Aber auch der normale Windows-Start geht recht flott.

Display

Der Bildschirm des Asus G73SW überzeugt auf der ganzen Linie. Mit Helligkeitswerten von teilweise über 400 Candela pro Quadratmeter (cd/m²) gehört der Bildschirm zur Oberklasse. Im Einsatz mit 3D-Vision ist solch eine Helligkeit aber auch notwendig: Da die Gläser der 3D-Shutterbrillen nur abwechselnd Licht durchlassen, halbiert sich die effektive Helligkeit. Das gilt analog für die Bildwiederholrate. Der Bildschirm des Asus G73SW unterstützt 120 Hertz (Hz), so dass die Bildausgabe mit 60 Hz pro Auge im 3D-Modus immer noch flimmerfrei ist. Nicht nur die Helligkeit ist enorm. Auch die Auflösung ist mit 1.920 x 1.080 Bildpunkten sehr hoch und FullHD-zertifiziert. Dennoch ist die Reaktionszeit des Bildschirms sehr niedrig. Auch die gute Kontrast- und Farbwiedergabe überzeugt. Ein sehr großer, seitlicher Betrachtungswinkel ermöglicht auch Freunden, den Bildschirminhalt uneingeschränkt von der Seite zu betrachten. Dem Display des Asus G73SW fehlt eine glänzende Beschichtung. In Kombination mit der hohen Leuchtkraft ist der Bildschirm damit weitestgehend immun gegen direkten Lichteinfall und auch im Freien stets gut ablesbar.

Eingabegeräte

Bei der Tastatur leistet sich Asus einen Verarbeitungspatzer. Das Tastenfeld gibt auf Druck gehörig nach und hinterlässt dadurch Zweifel an der Wertigkeit des Notebooks. Bei normalem Tastenanschlag eignet sich die Chiclet-Tastatur aber hervorragend zum Schreiben. Ein Rahmen um die einzelnen Tasten soll helfen, Tippfehler zu vermeiden. Das Asus G73SW besitzt zudem einen Ziffernblock. Dessen Tasten sind aber ziemlich klein. Das verwundert angesichts der Tatsache, dass rechts und links von der Tastatur jeweils noch 3,5 Zentimeter ungenutzter Platz ist. Der Druckpunkt der Tasten ist gut und der Hub relativ niedrig. Schön ist die weiße Beleuchtung der Tasten. Diese lässt sich in drei Stufen regeln und ermöglicht das Schreiben dadurch auch in dunklen Räumen. Auf Wunsch lässt sie sich abschalten.

Das Touchpad hinterlässt einen noch besseren Eindruck als die Tastatur. Abgesenkt zwischen der linken und rechten Handballenablage grenzt es sich fühlbar ab. Die zwei Maustasten besitzen einen ausgezeichneten Druckpunkt und auch die Haptik der Touchpad-Oberfläche überzeugt. Das Touchpad unterstützt Gestensteuerung. Das erlaubt, mit zwei Fingern durch Dokumente zu scrollen, Bilder zu drehen sowie hinein- oder hinauszuzoomen.

Temperatur

Ein Aufkleber auf dem Asus G73SW verspricht perfekte Kühlung. Tatsächlich macht Asus bei seinem Notebook vieles richtig. Ohne Last betragen die Temperaturen für Prozessor und Grafikkarte lediglich 43 respektive 44 Grad Celsius. Unter Last steigen die Temperaturen auf Werte von 73 beziehungsweise 76 Grad für die Grafikkarte an. Diese Werte liegen noch im Normbereich und es ist nicht selten, dass ein Notebook auch die 80-Grad-Marke knackt. Das Gehäuse erwärmt sich sehr wenig. So beträgt die höchste gemessene Temperatur auf der Oberseite 32,1 und auf der Unterseite 30,4 Grad. Das ist gerade handwarm. Oftmals zeigt das Thermometer sogar deutlich weniger als 30 Grad an, so im Bereich der Handballenablagen, die sich nur auf Raumtemperaturniveau erwärmen.

Betriebsgeräusche

Derselbe Aufkleber, der dem Kunden eine perfekte Kühlung verspricht, wirbt auch mit einem leisen Betrieb. Das stimmt nur bedingt. Tatsächlich liegt die Lautstärke des Lüfters sowohl ohne Last als auch bei mäßiger Last mit 31,4 respektive 35,8 Dezibel (dB(A)) in einem für Gaming-Notebooks äußerst niedrigen Bereich. Unter Last erreicht das Asus G73SW jedoch einen Geräuschpegel von 38 Dezibel. Damit ist das Notebook relativ laut. Noch lauter als der Lüfter ist das Blu-ray-Laufwerk. Schon bei Filmwiedergabe übertönt es den Notebooklüfter und erreicht 39,1 Dezibel. Beim Einlesen eines Datenträgers lärmt das Gerät mit 46 Dezibel.

Leistung

Der Sandy-Bridge-Prozessor und die Geforce-Grafikkarte GTX 460M erzeugen eine hohe Erwartung, denen das Notebook zum Großteil auch gerecht wird. Auch der Arbeitsspeicher erreicht dank hoher Taktung und schneller Speicheranbindung an den Prozessor eine hohe Leistung. Konkret bedeutet das eine effektive Lese- sowie Schreibrate von knapp 15 Gigabyte in der Sekunde. Die Speicherverzögerung ist mit 61,2 Nanosekunden für ein Notebook ebenfalls sehr gut. Richtig auftrumpfen kann das Asus G73SW aber mit dem Prozessor. Das bestätigen nicht nur die 32.000 Punkte, die das Notebook im CPU-Queen-Test von Everest erreicht. Auch die 16.675 Punkte in CineBench R10 unterstreichen das. Das zweitgenannte Programm lässt den Prozessor ein vordefiniertes Bild rendern und misst die benötigte Zeit. Abhängig von der Geschwindigkeit vergibt das Programm anschließend eine Punktzahl. Zum Vergleich: Das vor Kurzem getestete Samsung RF710, das noch einen Core-i7-Prozessor der letzten Generation verwendet, erreicht hier lediglich einen Wert von 10.217 Punkten.

Die Grafikkartenbezeichnung „GeForce GTX 460M“ ist etwas irreführend. Denn die Leistung der Grafikkarte erreicht nicht das Niveau der nahezu namensgleichen Desktop-Version. Sie entspricht eher der Leistung der Desktop-Version der GeForce GTS 450 und ist damit bestenfalls in der gehobenen Mittelklasse angesiedelt. Doch häufige Ruckler dürften im 2D-Modus die Ausnahme sein: Die Leistung der Grafikkarte reicht für die meisten modernen Spiele bei mittleren und hohen Details aus. Bei älteren Spielen sind zudem meist Bildverbesserungen wie Anti-Aliasing möglich, ohne dass die Bildwiederholrate unter die magische Grenze von 30 Bildern in der Sekunde sinkt und es zu ruckeln beginnt. Das Asus G73SW erreicht im DirectX9-Test 3DMark 2006 eine Punktzahl von 13.910. Der neuere 3DMark Vantage, der auf DirectX 10 basiert, bescheinigt dem Notebook immerhin noch einen Wert von 7.906. Damit platziert sich das Notebook in den Benchmark-Charts weit vorn.

Problematisch wird es mit aktiviertem 3D-Modus. Durch das Funktionsprinzip der Shutterbrille halbieren sich nicht nur Bildfrequenz und Helligkeit, auch die Leistung fällt etwa um die Hälfte ab. Das liegt daran, dass die Grafikkarte statt einem ganzen zwei Teilbilder berechnen muss. Im 3D-Modus fällt die Punktzahl im 3DMark 2006 auf 7.697 und im 3D Mark Vantage auf niedrige 4.763 Punkte. Ruckelfreie 3D-Wiedergabe ist somit nur bei Spielen möglich, die nicht zu hohe Anforderungen an die Hardware stellen. Link Text

Akku und Energieverbrauch

Mit einem Stromverbrauch von 110 Watt verbraucht das Asus G73SW fast soviel, wie ein moderner PC. Da erscheinen 100 Minuten Akkulaufzeit in der Praxis schon lang. Sie sind dem starken Akku geschuldet. Die minimale Laufzeit beträgt unter Volllast 80 Minuten. Die maximale Laufzeit, die das Notebook nur bei deaktiviertem WLAN, Bluetooth und minimaler Bildschirmhelligkeit ohne Last erreicht, liegt bei immerhin drei Stunden und zehn Minuten. Für eine längere Spielerunde im Zug ohne Netzstrom ist das Notebook ungeeignet. Besonders im Falle des Asus G73SW wirkt sich eine Reduktion der Bildschirmhelligkeit sehr positiv auf die Akkulaufzeit aus.

Praxis

Das Asus G73SW ist trotz seiner Größe enorm praktisch. Es lässt sich gerade noch in einen Rucksack stecken und ist damit ideal für LAN-Parties oder Zweitwohnsitze. Dank des großen und äußerst hellen Bildschirms macht auch das Betrachten von Blu-rays Spaß. Falls die 17 Zoll nicht ausreichen, lässt sich das Notebook per HDMI-Kabel um einen größeren Bildschirm ergänzen. Die Lautsprecher machen für Notebookverhältnisse einen guten Eindruck. Sie geben bei Musik und Filmen auch Bässe wieder. Das THX-Studio-Programm kann die Tiefenwiedergabe noch verstärken, was sich vor allem bei Musik spürbar auf die Klangqualität auswirkt. Dennoch: Jedes 2.1-Lautsprechersystem klingt deutlich besser.

Zur Arbeitsgeschwindigkeit bleibt nicht viel zu sagen: Mit bis zu acht parallel ausführbaren Aufgaben ist der Prozessor praktisch nie überfordert und durch die hohe Bildschirmauflösung geht die Übersicht nicht verloren: Top! Die Webcam zeigt dank ihrer hohen Auflösung ein sehr scharfes und detailliertes Bild. Bei schwacher Beleuchtung ruckelt das Bild allerdings stark.

Zusammenfassung

Das Asus G73SV überzeugt nicht nur mit 3D-Fähigkeit: Der sehr helle Bildschirm setzt neue Maßstäbe bei Notebooks. Er überzeugt im 2D-Modus auf ganzer Linie und immerhin noch eingeschränkt im 3D-Modus. Der starke Prozessor ist zukunftstauglich und für die meisten Anwendungen geeignet. Der mit acht Gigabyte großzügig dimensionierte Arbeitsspeicher und ein Blu-ray-Laufwerk runden das Paket ab. Einzig das komplett aus Kunststoff bestehende Gehäuse sowie einige Schwächen in der Verarbeitung stören. Insgesamt ist das Asus G73SW empfehlenswert. Das gilt für den Einstieg in 3D-Welten genauso wie für den Einsatz als 2D-Gaming-Notebook.

Testergebnisse im Detail
Die Einzelbewertungen im Überblick
  1. Erster Eindruck 2,3 (Gut)
  2. Ausstattung 1,2 (Sehr gut)
  3. Display 1,0 (Sehr gut)
  4. Eingabegeräte 1,5 (Sehr gut)
  5. Temperatur 1,7 (Gut)
  6. Betriebsgeräusche 3,3 (Befriedigend)
  7. Anschlüsse 1,4 (Sehr gut)
  8. Akku und Energieverbrauch 4,5 (Ausreichend)
  9. Software und Zubehör 1,8 (Gut)
  10. Leistung 1,2 (Sehr gut)
  11. Praxis 1,2 (Sehr gut)
Benchmark
Benchmarks Erzielter Messwert Bestwert aller Tests
3DMark06 13910 Pkt. Max. 28871 Pkt.
3DMarkVantage 7906 Pkt. Max. 47497 Pkt.
PCMarkVantage 7327 Pkt. Max. 31224 Pkt.
Everest RAM Read 14918 MB/s Max. 20490 MB/s
Everest RAM Write 14841 MB/s Max. 28089 MB/s
Everest RAM Latenz 61.2 ns Min. 27.6 ns
Everest HDD Random Read 92.3 MB/s Max. 1013.7 MB/s
Everest CPU Queen 32051 Pkt. Max. 50362 Pkt.
Cinebench R10 64 Bit (Single) 4390 Pkt. Max. 7529 Pkt.
Cinebench R10 64 Bit (Multi) 16675 Pkt. Max. 27150 Pkt.
Cinebench R10 64 Bit (OpenGL) 5346 Pkt. Max. 8798 Pkt.
Cinebench R10 32 Bit (Single) 3568 Pkt. Max. 5704 Pkt.
Cinebench R10 32 Bit (Multi) 13693 Pkt. Max. 21307 Pkt.
Cinebench R10 32 Bit (OpenGL) 5271 Pkt. Max. 9005 Pkt.
Videokonvertierung 393 Sek. Min. 32 Sek.
niedriger ist besser höher ist besser
Akkulaufzeit
Auslastung Erzielter Messwert Bestwert aller Tests
Vollast 1 Std. 20 Min. Max. 5 Std. 15 Min.
Maximal 3 Std. 10 Min. Max. 23 Std. 40 Min.
Praxis 1 Std. 40 Min. Max. 13 Std. 36 Min.
Durchschnittlicher Energieverbrauch

110 Watt
Stromkosten im Jahr bei der durchschnittlichen Verwendung von 6 Stunden täglich bei 24,00 Cent pro kWh: 6 Stunden x 365 Tage x 0,110 kWh x 24,00 Cent = 57,82 EUR

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