18.07.2008 Tino HahnTest: Acer Aspire 6920 - Desktop-Ersatz mit Multimedia-Power

Die Außenhülle in edler Klavierlack-Optik unterstreicht bereits beim ersten Blick den wertigen Eindruck, den das Acer Aspire 6920G-814G32BN-Notebook erwecken möchte: Mit seinem 2,1 Gigahertz schnellen Dual Core-Prozessor, 4 Gigabyte Arbeitsspeicher, 320 Gigabyte-Festplattenspeicher und der spielefähigen Geforce 9500GS-Grafikkarte soll der Desktoprechner aus den heimischen vier Wänden verdrängt werden.

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Leistung: 8,0

Mobilität: 5,0

Ausstattung: 9,0

Verarbeitung: 8,0

Display: 8,5

Optik: 7,0


  • Positiv:
  • Hohe Leistung
  • Grafikkarte auch für aktuelle Spiele geeignet
  • Große Festplatte
  • Ungewöhnliches Display-Maß bietet mehr Sichtfläche
  • Gute Webcam
  • Negativ:
  • 1 GB des vorhandenen Arbeitsspeichers kann nicht genutzt werden
  • Multimedia-Steuerung wird oft unabsichtlich ausgelöst
  • Vorhandene Notebook-Taschen von 15 bzw. 15,4 Zoll-Notebooks können nicht mehr problemlos genutzt werden
  • Tastatur zunächst gewöhnungsbedürftig
Fotogalerie: 2 Fotos
Das Blu-ray-Laufwerk und das 16 Zoll große Display tragen ihren Teil dazu bei, damit dieser Plan gelingen kann. Selbst eine funktionsfüchtige Webcam mit einer Auflösung von 640 x 480 Bildpunkten bei 30 Bildern in der Sekunde wurde in das Gehäuse integriert. Auf die hohe Rechenleistung weist der Lüfter jedoch mit einer zwar diskreten, aber dennoch gut wahrnehmbaren Lautstärke hin. Allerdings geht das Lüftergeräusch nur in stillen Räumen unangenehm ins Ohr. Störender ist da schon das relativ laut rotierende Blu-ray-Laufwerk, das in Kombination mit dem Lüfter einen lästigen Lärmteppich über ruhige Dialogpassagen legt. Die Abwärme wird außerdem direkt gegen das Display gepustet, was zwar keinerlei Nachteile mit sich bringt, bei einigen Anwendern jedoch sicherlich dennoch Bedenken auslösen dürfte.

Unkonventionelles Display mit mehr sichtbarer Bildfläche

Bedingt durch die ungewöhnliche Displaygröße ist natürlich auch die Auflösung ungewöhnlich: 1366 x 768 Bildpunkte werden standardmäßig dargestellt. Diese Auflösung wird von zahlreichen Spielen nicht unterstützt, sodass sich minimale Unschärfen bilden, die jedoch in der Regel nicht auffallen. Das Display lässt sich auch draußen noch problemlos ablesen, solange nicht die pralle Mittagssonne direkt drauf strahlt. Für ein Notebook mit spiegelndem Display schlägt sich das Acer Aspire 6920G-814G32BN jedoch wacker und ist somit auch für eine ausgedehnte Office-Sitzung im Park geeignet. Durch das 16 Zoll-Format bietet das Display außerdem bis zu 14 Prozent mehr Fläche im Vergleich mit 15,4 Zoll-Notebooks, da Filme von der 16:9-Darstellung profitieren.

Das ungewöhnliche Display-Format fordert jedoch seinen Tribut: Aus herkömmlichen Notebook-Hüllen für Widescreen-Notebooks mit 15,4 Zoll lugt das Aspire 6920 keck hervor. Es ist jedoch mehr als fraglich, ob Hersteller wie Crumpler oder Logstoff im großen Stil auf exotische Notebook-Formate eingehen und eine ähnliche hohe Bandbreite an Zubehör anbieten werden. Ein Ausweichen auf Schutzhüllen und Notebook-Taschen für 17 Zoll-Geräte ist deshalb wohl unausweichlich.

Test: Acer Aspire 6920 - Desktop-Ersatz mit Multimedia-Power

Acer Aspire 6920: Multimedia-Notebook mit Blu-ray und viel Rechenleistung


Hohe Grafikleistung für Spielen ohne viele Kompromisse

Mit der integrierten Grafiklösung Geforce 9500 GS von Nvidia mit 512 Megabyte dezidiertem Video-Speicher bietet das Acer-Notebook auch eine solide Spieleleistung: Klassiker wie Half-Life 2 oder Age of Empires 3 lassen sich ohne Kompromisse in hohen Auflösungen und mit maximalen Details spielen. Auch aktuellere Spielehits wie Bioshock oder Assassin's Creed lassen sich ohne wirklich sichtbare Einbußen bei der Detaildarstellung spielen. Die Leistung von Nvidias mobiler GPU Geforce 9500 GS ist in etwa vergleichbar mit der Grafikkarte Geforce 8600 GTX für Desktop-PCs.

Test: Acer Aspire 6920 - Desktop-Ersatz mit Multimedia-Power

Relativ niedrige Aero-Leistung, doch ansonsten voll auf Desktop-Niveau


Gelungener Klang für ein Notebook, aber…

Der Sound des Acer-Notebooks ist für einen mobilen Rechner durchaus überzeugend und bietet virtuellen 5.1-Klang. Für echten 5.1-Sound müssen nur entsprechende Boxen angeschlossen werden. Außerdem ist in das Notebook auch ein Subwoofer integriert, der es auf 10 Watt Leistung bringen soll. Auch dies klingt für ein Notebook durchaus beachtlich, doch wer ein Minimum an akustischer Qualität erwartet, wird separate Boxen anschließen. Ein digitaler Ausgang ist jedoch vorhanden, sodass Ton in Kinoqualität nichts im Weg steht – entsprechende Boxen vorausgesetzt.

Viel Leistung fällt eben ins Gewicht

Neben dem Blu-ray-Laufwerk, dem großen Display, der riesigen Festplatte und dem soliden Soundsystem ist jedoch auch noch ein Bandscheibenvorfall ins Acer Aspire 6920 integriert: Mit seinem Gesamtgewicht von 3,5 Kilogramm zieht das Notebook schwer an der Schulter und treibt deshalb nicht nur mit seiner Leistung die Schweißtropfen auf die Stirn. Als Ersatz für den Desktoprechner ist das Acer Aspire 6920 deshalb definitiv besser geeignet, denn als ständiger Begleiter in Uni und Bibliothek dürfte er den meisten Anwendern zu schwer sein.

Innovative Steuerung mit Stärken und Schwächen

Die mit dem markigen Namen „CineDash MediaConsole“ betitelte Steuereinheit für Filme und Musik am linken Rand der Notebook-Tastatur ist Segen und Fluch zugleich: So sehr die Steuerung auch nach kurzer Zeit bereits in Fleisch und Blut übergeht, so oft landet man aus Versehen mit dem Handballen bzw. dem kleinen Finger auf der MediaConsole. Auch die Position der Hände wird durch die MediaConsole beeinflusst, sodass man sich schon einige Zeit an das Tippen auf dem Aspire 6920 gewöhnen muss, bevor Tippfehler wieder die Ausnahme und nicht die Regel sind.

Durch das breitere Display büßt die Tastatur jedoch nicht an Größe ein; lediglich die Leertaste und die angrenzende „Alt Gr“-Taste fallen durch ein ungewöhnliches und deshalb gewöhnungsbedürftiges Design auf. Das Touchpad präsentiert sich in identischer Optik wie die Handauflage und fügt sich somit homogen ins Erscheinungsbild ein.

Üppiger Arbeitsspeicher kann nicht voll genutzt werden

Mit der Arbeitsspeicher-Ausstattung von 4 Gigabyte kann Acer auf dem Papier zwar protzen, doch in der Praxis können nur 3 Gigabyte genutzt werden: Mehr als 3 Gigabyte Arbeitsspeicher werden von Windows Vista Home Premium in der 32 Bit-Variante nicht unterstützt. Das zusätzliche Gigabyte fällt zwar preislich kaum ins Gewicht, doch unkundige Anwender werden sicherlich nicht schlecht staunen, wenn Vista in der Systemsteuerung lediglich 3 Gigabyte RAM anzeigt. Seit dem Service Pack 2 wird jedoch der gesamte vorhandene Arbeitsspeicher angezeigt – genutzt werden kann er dennoch nicht. Aber auch die nutzbaren 3 Gigabyte Arbeitsspeicher reichen selbst für mehrere geöffnete und speicherhungrige Anwendungen ohne Performance-Probleme aus. Auch aktuelle Spiele profitieren von dem großen Arbeitsspeicher.


Fazit:

Das Acer Aspire 6920G-814G32BN-Notebook ist eine gute Wahl für Spieler und Multimedia-Fans, die auch unterwegs nicht auf Komfort und Leistung verzichten möchten. Die hohen Leistungswerte werden zwar mit einem nicht zu verachtenden Gewicht von ca. 3,5 Kilogramm erkauft, doch dafür kann das Acer-Notebook auch problemlos einen Desktoprechner ersetzen. Die wenigen Kritikpunkte können deshalb dem guten Gesamteindruck wenig anhaben.

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