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Bilder zum Test: ASUS Eee PC R011PX-BLK006U - Linux-Winzling mit Akkuschwäche

Bis auf den glänzenden Displayrahmen hat Asus die komplette Oberfläche des Kunststoffgehäuses um das Netbook mit einer feingliedrigen, geschwungenen Struktur versehen. Der Eee PC hat eine angenehme Haptik und sieht dadurch edel aus. Manche mögen prophezeien, dass Netbooks dank der Konkurrenz von Tablets und Ultrabooks zu einer aussterbenden Geräteklasse gehören, aber wie ein Dinosaurier mutet das R011PX nicht wirklich an. Das klassische Schwarz, die mattierten Oberflächen und der silberne, auf dem Display prangende Asus Schriftzug vermitteln modernste Technologie im Innern. Ein wenig trügt der Schein, die Hardware ist nicht gerade die jüngste. Dank dem Ubuntu Betriebssystem liefert sie aber ein flüssiges Arbeiten. Das Gehäuse tritt robust auf. Der Deckel lässt sich jedoch zu leicht verwinden und die Scharniere sind sehr schwergängig. So wir die Basis-Einheit des Netbooks beim Öffnen mit einer Hand angehoben, dafür ist der Bildschirm vor ungewollten Winkelveränderungen geschützt.

Die Arbeitsoberfläche macht einen gespaltenen Eindruck. Der glänzende und breite Displayrahmen präsentiert schnell einen Fingerabdruckfilm, welcher die unangenehmen Reflexionen darin auch nicht wirklich zu mildern weiß. Zumindest das Display hat ein mattes Finish. Die Chiclet-Tastatur wirkt knackig und aufgeräumt. Designtechnisches Highlight sind der blaue Netzschalter und die dezenten Status LEDs am rechten, unteren Rand. Das Tastaturbett spiegelt genauso wie der Displayrahmen, wird aber durch die Unterbrechungen der Tasten gehemmt. Die Handballenauflage trägt die haptisch aufregende Seashell-Struktur. Im Vergleich zu ähnlichen Netbooks ist der Asus Eee PC R011PX ein wenig dicker geraten. Die Farbvariante Schwarz und das zum Nutzer hin abflachende Gehäuse kaschieren das aber sehr gut. Alles in allem ist das Netbook sehr handlich und verspricht Office-Tauglichkeit für unterwegs.

Die guten Eingabegeräte erleichtern die Nachteile des geringen Formfaktors. Der mittellange Hub, der klare Druckpunkt und der knackige Widerstand der Chiclet-Tastatur können überzeugen. Um unbeabsichtigte Ausflüge des Cursors beim Schreiben durch versehentliche Bedienung des Touchpads zu vermeiden, müssen wir die Hände leicht verkrampft an die äußeren Ränder der Handballenauflage zwängen – das haben aber die meisten 10,1-Zoll Netbooks so an sich. Abgesehen vom Manko der Geräteklasse muss man dem Eee PC überdurchschnittliche Bürotauglichkeit der Eingabegeräte bescheinigen. Das angesprochene Touchpad hebt sich nur durch zwei leicht angehobene Linien von der Handballenauflage ab, teilt also die tolle Haptik. Es reagiert sensibel und wir können ohne Nachfassen die Arbeitsoberfläche abfahren. Die silberne Touchpad-Tastenleiste sieht nicht nur gut aus, sie funktioniert auch kernig. Eine externe Maus ist damit obsolet.

Netbooktypisch bringt der Eee PC nur die allernötigsten Schnittstellen mit: 3x USB 2.0, VGA Ausgang, LAN-Anschluss sowie eine kombinierte Kopfhörer-Mikrofonbuchse. Der Multikartenleser versteht MMC sowie SDHC und die drahtlose Kommunikation erfolgt über ein WLAN 802.11 b/g/n Modul. Zur weiteren Ausstattung gehört eine 0,3 Megapixel Webcam, die Videotelefonie und -konferenzen ermöglicht.

An das Linux Betriebssystem Ubuntu 10.10 konnten wir uns sehr schnell gewöhnen. Fast alle Anwendungen findet man wieder: LibreOffice statt Microsofts Office, GIMP für die Bildbearbeitung und ein Ubuntu Software Center bietet kostenlose Apps für jeden Geschmack und Bedarf. Die Linux Basis arbeitet sicherer als Windows und gestaltet das Gesamtpaket sehr preiswert. Die vorinstallierte Version Ubuntu 10.10 ist schon etwas älter und ohne Unity-Oberfläche, lässt sich aber leicht aktualisieren. Das neueste Ubuntu 11.10 schien gegenüber Windows Starter allerdings auch behäbiger. Wir schieben die Schuld auf die Unity-Oberfläche.

Technische Daten

Display:10.1"Auflösung:1024 x 600 ( WSVGA )
Prozessor:Intel Atom N455 / 1.66 GHzGrafikkarte:Intel GMA 3150
Festplatte320 GBRAM:2 GB
Laufwerk:optional - externPlattform:Ubuntu Linux Desktop Edition 10.10
Akkulaufzeit:4 Std.Gewicht:1.25 kg
B x H x T:26.2 cm x 2.59 - 3.65 cm x 17.8 cmFarbe:schwarz

Auf dem Prüfstand

Der Intel Atom N455 Einkern-Prozessor taktet mit 1,66 GHz und sieht im Vergleich zu der Dual Core Atom N570 CPU, welche im 40 Euro teureren Windows 7 Eee PC R011PX-BLK010S ihr Werk verrichtet, sehr alt aus. Dank Linux fehlen die Hardwarerestriktionen für den Arbeitsspeicher und die verbauten 2 GB RAM können den Geschwindigkeitsnachteil der altbackenen CPU etwas mildern. An HD-Filmwiedergabe oder effektreiche Spiele ist - auch aufgrund der Intel GMA 3150 Grafik - mit beiden Varianten sowieso nicht zu denken. Büroanwendungen, Surfen und Email-Services beherrscht das Netbook problemlos – dafür ist es ja auch gedacht. Ein externes HD-Display lässt sich zwar anschließen, läuft aber langsamer und kann aufgrund der Hardwarebeschränkungen nicht parallel betrieben werden. Die 320 Gigabyte große Festplatte fällt sehr üppig aus und ist angesichts der Multimediatauglichkeit ein wenig überdimensioniert.

Das matte Display eignet sich mit einer durchschnittlichen Helligkeit von 202 Candela pro Quadratmeter auch für den Außeneinsatz. Direkter Sonneneinstrahlung hat es nicht allzu viel entgegenzusetzen, für ein paar Emails im Park reicht es aber. Der Kontrast ist mit 108:1 sehr schwach - von keinem Netbook kann man großartige Multimediatalente erwarten. Die Lautsprecher sind vergleichsweise kräftig aber sehr höhenlastig, der Bass fehlt komplett.

Der Lüfter ist mit 25 Dezibel (A) kaum zu hören. Aus direkter Nähe vernimmt man allerhöchstens ein Säuseln. Ähnlich sieht es bei den Temperaturen aus: Im Leerlauf sind es 29,3 Grad Celsius und unter Last mit 29,7°C nur minimal mehr. Somit bleibt der ASUS Eee PC RX011PX sehr kühl. Gröbstes Manko des 10,1-Zoll Netbooks ist der 3 Zellen Akku, welcher maximal 4 Stunden durchhält. Nur geringfügig teurere Netbooks kommen auf eine doppelt so lange Laufzeit - hier hat Asus eindeutig am falschen Ende gespart.

Zusammenfassung

Der Asus Eee PC R011PX ist schick. Der Hardware mangelt es allerdings an Leistungsfähigkeit im Vergleich zu sonstigen Netbooks. Für die schnelleren Pendants muss man sicher tiefer in die Tasche greifen, bekommt aber eine Dual Core CPU, eine Windows Lizenz und einen 6 Zellen Akku. Nur absolute Sparfüchse sollten zum Eee PC R011PX-BLK006U greifen. Wer für mobiles Surfen und Office ein wenig mehr als die 200 Euro erübrigen kann, sollte sich den Kauf zweimal überlegen.


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Testergebnisse im Detail
Die Einzelbewertungen im Überblick
  1. Erster Eindruck1,5 (Sehr gut)
  2. Display2,5 (Gut)
  3. Eingabegeräte2,0 (Gut)
  4. Temperatur2,0 (Gut)
  5. Lautsprecher3,0 (Befriedigend)
  6. Betriebsgeräusche1,5 (Sehr gut)
  7. Anschlüsse2,0 (Gut)
  8. Akku und Energieverbrauch5,0 (Mangelhaft)
  9. Software und Zubehör3,0 (Befriedigend)
  10. Leistung2,5 (Gut)
Benchmark
BenchmarksErzielter MesswertBestwert aller Tests
3DMark06157 Pkt.Max. 28871 Pkt.
PCMarkVantage97 Pkt.Max. 31224 Pkt.
PassMark Performance Test 7.0247 Pkt.Max. 19706 Pkt.
PassMark Performance Test (HDD Read)71.8 MB/sMax. 941.5 MB/s
PassMark Performance Test (HDD Write)57.8 MB/sMax. 781 MB/s
Everest RAM Read3677 MB/sMax. 20490 MB/s
Everest RAM Write3032 MB/sMax. 28089 MB/s
Everest RAM Latenz104.5 nsMin. 27.6 ns
Everest HDD Random Read54.0 MB/sMax. 1013.7 MB/s
Everest CPU Queen3925 Pkt.Max. 50362 Pkt.
Cinebench R10 32 Bit (Single)573 Pkt.Max. 5704 Pkt.
Cinebench R10 32 Bit (Multi)877 Pkt.Max. 21307 Pkt.
Cinebench R10 32 Bit (OpenGL)295 Pkt.Max. 9005 Pkt.
Videokonvertierung955 Sek.Min. 32 Sek.
niedriger ist besserhöher ist besser
Akkulaufzeit
AuslastungErzielter MesswertBestwert aller Tests
Vollast1 Std. 45 Min.Max. 5 Std. 15 Min.
Maximal3 Std. 54 Min.Max. 24 Std. 53 Min.
Praxis2 Std. 15 Min.Max. 13 Std. 36 Min.
Durchschnittlicher Energieverbrauch

13 Watt
Stromkosten im Jahr bei der durchschnittlichen Verwendung von 6 Stunden täglich bei 24,00 Cent pro kWh: 6 Stunden x 365 Tage x 0,013 kWh x 24,00 Cent = 6,83 EUR

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