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Bilder zum Test: Acer Aspire S7-391-73514G25aws - Erstes Touch-Ultrabook mit Windows 8

Erstmals auf der Computex 2012 in Taiwan präsentiert und auf der IFA 2012 in Berlin auch der breiten Masse vorgestellt, sehen wir uns das 13,3 Zoll Ultrabook der Acer Aspire S7 Serie genauer an. Parallel existiert eine 11,6 Zoll Variante, die allerdings erst Mitte / Ende November in Deutschland erscheinen wird. Unser Testgerät soll es bereits zum Marktstart von Microsofts Windows 8, spätestens aber eine Woche danach in den deutschen Handel schaffen.

Geht es nach der globalen Betrachtung der Hersteller, darf ein Metallgehäuse im Preissegment über 1.000 Euro nicht fehlen. Acer greift mit einer Kombination aus Leichtmetall und Glas an. Die Arbeitsumgebung, Tastatur und das Touchpad sind dabei aus gebürstetem Aluminium, während Bildschirmrahmen, Display und Deckel von Gorilla Glas 2 geschützt sind. Im Gegensatz zu Hewlett Packard, die das HP Envy Spectre mit einer ähnlichen Methode nur im Design verstärken, fasst das Acer Aspire S7 die Glasfläche direkt in den Deckel ein und stabilisiert sie mit einem Aluminium-Rahmen. Somit will der Hersteller das geringe Gewicht von 1,2 Kilogramm und die 11,9 Millimeter Bauhöhe gewährleisten, ohne auf die notwendige Robustheit zu verzichten. Wir können der mit weißer Farbe hinterlegten Glasscheibe eine hohe Verwindungssteifheit bestätigen. Zwar schneidet das Apple Macbook Air und das Samsung Serie 9 Ultrabook in diesem Bereich etwas besser ab, doch sprechen wir hier nur von minimalen Steigerungen auf sehr hohem Niveau. Betrachtet man die Unterseite des Acer Aspire S7, könnte man schnell auf ein Kunststoffgehäuse tippen. Marcel Behm, Produktmanager bei Acer Deutschland, bestätigte uns jedoch, dass es sich um ein Aluminium-Unibody handelt, das durch die speziellen Weißfärbung und einem daraus resultierendem 360 Grad Design eine Oberfläche entstanden ist, die optisch und haptisch an Kunststoff erinnert. Großer Pluspunkt: Durch das weiße Design sind Fingerabdrücke besser kaschiert als bei schwarzem Klavierlack oder ebenfalls beliebten Soft-Touch-Oberflächen.

Die Scharniere des Acer Aspire S7 bieten einen Öffnungswinkel von 180 Grad. Das 13,3 Zoll Ultrabook kann dabei problemlos mit einer Hand geöffnet werden, die Scharniere verstärken den Widerstand allerdings ab einem Aufklappwinkel von circa 100 Grad. Grund dafür ist der kapazitive Touchscreen, den das Gerät mit sich bringt. So verhindert Acer ein störendes Nachwippen des Bildschirms bei der Bedienung mit den Fingern. Unsere Bahnfahrt vom deutschen Acer Firmensitz in Ahrensburg bei Hamburg zurück nach Berlin bewältigte das Acer Aspire S7 mit Bravour. Selbst an ungemütlichen Streckenstellen konnten die fest angezogenen Scharniere für einen guten Halt sorgen.

Durch den Verzicht auf ein optisches Laufwerk kann Acer die fast schon allseits bekannte Dellenbildung über diesem ausmerzen. Die komplette Arbeitsumgebung inklusive Handballenauflage, Touchpad und Keyboard zeigt sich perfekt verarbeitet und gibt selbst bei starker Druckausübung nicht nach. Vielschreiber werden sich über den kurzen Hub, das klare Feedback und die integrierte Beleuchtung der Chiclet-Tastatur freuen. Unter dieser befindet sich eine Elektrolumineszens-Folie (ELS) anstelle von LEDs. Die Leuchtkraft ist somit nicht so stark wie bei vergleichbaren Modellen, zeigt jedoch eine wärmere und angenehmere Farbe zum Arbeiten. Bei aktivierter Tastaturbeleuchtung im abgedunkelten Büro hatten wir allerdings Probleme die blau gefärbte Zweitbelegung der Tasten richtig zu erkennen. Als nettes Gimmick wurde der Tastenkombination FN + O eine Drehfunktion des Bildschirminhalts ab Werk zugewiesen. Bei einem Aufklappwinkel von 180 Grad kann zu Präsentationszwecken so unser Gegenüber den Inhalt gut lesen oder das Ultrabook selbst bedienen. Alternativ kann auch eine virtuelle Tastatur unter Windows 8 genutzt werden, die entweder im Standard-, Handschrift- oder geteiltem Layout abrufbar ist. Sie öffnet sich automatisch, wenn Sie mit dem Finger auf ein Textfeld tippen.

Nach dem Apple-Trend richtet sich das Multi-Touchpad, welches durch die Integration der Maustasten die sensitive Fläche vergrößern konnte. Die Navigation auf der Teflon artigen Oberfläche findet Gefallen, obwohl aufgrund fehlender Windows 8 Treiber ein gewisses Nachziehen des Mauszeigers festzustellen ist. Bei angeschlossener Maus tritt dieser Fehler nicht auf. Auf Sondertasten verzichtet Acer komplett, selbst die bekannte Funktionsleiste von F1-F12 wurde aufgrund einer aufgeräumten Optik entfernt. Diese Tasten befinden sich nun auf der Zweitbelegung der obig angeordneten Ziffern, was eine gewisse Einarbeitungszeit erfordert.

Anschlussseitig ist das Acer Aspire S7 - wie alle Ultrabooks - sehr spartanisch aufgestellt. An der linken Gehäuseseite finden nur zwei Netzanschlüsse, Mini-HDMI sowie eine 3,5 Millimeter Klinke-Buchse für Headsets, Kopfhörer und Mikrofone Platz. Der zusätzliche, kleinere Netzstecker kann für die Verbindung eines optionalen Akkus genutzt werden, der an die Unterseite des Geräts angebracht wird. Dieser ist jedoch erst ab Mitte / Ende November 2012 erhältlich und stand uns zum Test nicht zur Verfügung. Die Front und Rückseite bleiben von Schnittstellen befreit, während sich rechts zwei USB 3.0 Ports und ein Multi-Kartenleser befinden. Der Abstand zwischen den beiden USB-Anschlüssen ist dabei zu gering. Unser vergleichsweise schlanker USB 3.0 Stick blockiert bereits den benachbarten Port. Kabellos wird via WLAN 802.11n und Bluetooth 4.0 kommuniziert.

Der Lieferumfang von Acers erstem Windows 8 Ultrabook kann sich sehen lassen. Für knapp 1.600 Euro erhält man mit unserer Komponentenausstattung zusätzlich eine kabellose Bluetooth-Maus, Adapter für USB auf Fast Ethernet (LAN) sowie von Mini-HDMI auf VGA. Zum Transport und zur Reinigung liegen wiederum ein Lederetui und ein Reinigungstuch bei. Neben dem neuen Windows 8 Betriebssystem gibt es das von Acer bekannte Software-Portfolio ab Werk mitgeliefert. Zu den Highlights gehören eine Testversion von Microsoft Office 2010, das Spiel Cut the Rope, die Suite von Media Espresso und die Software-Anbindung an die Acer Cloud. Zum Start wird auch der bekannte Acer Ring per Software-Update nachgeschoben. Dieser erlaubt es für bestimmte Multitouch-Gesten spezielle Funktionen zuzuweisen und öffnet ein zusätzliches Menü mit Schnellstartbefehlen.

Technische Daten

Display:13.3" IPS TouchAuflösung:1920 x 1080
Prozessor:Intel Core i7 3517U / 1.9 GHzGrafikkarte:Intel HD Graphics 4000
Festplatte256 GB SSDRAM:4 GB
Laufwerk:ohne LaufwerkPlattform:Microsoft Windows 8 64-Bit-Edition
Akkulaufzeit:6 Std.Gewicht:1.3 kg
B x H x T:32.33 cm x 1.19 cm x 22.35 cmFarbe:weiß silber

Auf dem Prüfstand

Beim Kauf steht die Wahl zwischen einem Intel Core i5 oder Core i7 Prozessor und einem 128 GB oder 256 GB großen Solid State Drive (SSD) an. Wir haben uns für ein Acer Aspire S7 mit Intel Core i7-3517U, 4 GB Arbeitsspeicher und einer 256 GB SSD entschieden. In Sachen SSD unterscheidet sich Acer von anderen Herstellern. Das Aspire S7 läuft mit zwei 128 GB großen Flashbausteinen auf einer mSATA SSD im so genannten RAID 0 Verbund. Dieser ist auch im kleineren Modell für 1.399 Euro (2x 64 GB SSD) zu finden. Somit hebt Acer die Lese- und Schreibgeschwindigkeiten und damit die Systemschnelligkeit nochmals an. Transferraten mit bis zu 950 MB/s ermöglichen einen Kaltstart des 13,3 Zoll Ultrabooks in unter 8 Sekunden. Aus dem Ruhezustand wacht er zudem in unter einer Sekunde auf. Das beeindruckt und zeigt deutlich die Leistungssteigerung durch eine SSD und den RAID 0 Verbund. Aber auch die Grundperformance des mit 1,9 bis 3,0 GHz getakteten Prozessors überzeugt trotz stromsparender und somit leistungsärmerer ULV-Architektur.

Das Einsatzgebiet des Acer Aspire S7 ist klar definiert. Es richtet sich an Design-orientierte Käufer, die weder auf den Lifestyle-Faktor, noch auf Leistung und eine lange Akkulaufzeit verzichten wollen. Letztere ist vor allem aufgrund der Touchscreen-Integration nicht so stark wie bei den Hauptkonkurrenten Apple Macbook Air, ASUS Zenbook Prime UX31 und Samsung Serie 9. In der Praxis kann unser Testmodell 4,5 Stunden mit einer Ladung überleben. Wer mehr braucht sollte auf den Mitte November erhältlichen Zusatzakku setzen, der die Laufzeit auf über 8 Stunden anheben soll.

Doch der stromhungrige Touchscreen hat es in sich. Er bietet auf einer Fläche von 13,3 Zoll eine FullHD Auflösung von 1.920 x 1.080 Pixel. Die Ausleuchtung von 352 Candela pro Quadratmeter und ein Kontrast von 833:1 können sich auch außerhalb des Büros oder der Uni sehen lassen. Zwar treten durch den Gorilla Glas Schutz vor dem IPS-Panel immer noch Reflektionen auf, doch diese halten sich bei maximierter Helligkeit in Grenzen. Mit der Touch-Funktionalität macht das Windows 8 Betriebssystem und das neue Startmenü besonders viel Spaß. Selbst bei hoher Auflösung sind dank Touch-Optimierung und -Skalierung alle Bestandteile des neuen Microsoft Betriebssystem problemlos zu bedienen. Lediglich bei großen Datensammlungen in Listenansicht haben breitere Finger einen Nachteil. Doch in dieser Situation kann einfach zur Maus oder zum Touchpad gegriffen werden. Das 13,3 Zoll Format ist für unseren Geschmack dabei das Maximum, da hier die Wege von der Tastatur zum Display kürzer sind als bei vergleichbaren 15,6 Zoll Notebooks mit Touchscreen. Bei letzterem ist die Nutzung des Multitouch-Pads der schnellere Weg. Weitere Informationen zur Bedienung der Modern UI Oberfläche (Metro) finden Sie in unserem dazugehörigen Artikel.

Auf Höhe der Handballenauflage befinden sich an der Unterseite die Stereo-Lautsprecher mit Dolby Home Theater. Die maximale Lautstärke ist für ein solch dünnes Ultrabook beachtlich. Gleiches gilt für die stabile Wiedergabe von hohen Frequenzbereichen bei hoher Lautstärke. Einen guten Bass kann man einem Ultrabook mit diesem Formfaktor nicht abgewinnen. Wer darauf besteht, muss den Sound via HDMI oder Klinke-Anschluss an eine externe Stereoanlage weiterleiten oder aber zu audiophilen Ultrabooks wie dem Dell XPS 14 greifen, die jedoch in der Bauhöhe deutlich größer sind.

Ein so genanntes "Twin-Cooler" Verfahren soll das Acer Aspire S7 über die Rückseite optimal kühlen. Dabei zieht ein Lüfter die kühle Luft in das Gehäuse, während der andere warme Luft ausstößt. In klassischen Notebooks musste diese Aufgabe nur ein Lüfter mit Heatpipe-Lösung übernehmen. Durch diese Dual-Lösung verspricht Acer eine noch geringere Geräusch- und eine angenehmere Temperaturentwicklung an wichtigen Stellen wie der Tastatur und der Handballenauflage. In unserem Test ermitteln wir praxisnah eine Lautstärke von vergleichsweise ruhigen 33 Dezibel (A) und eine Durchschnittswärme von 30,6 Grad Celsius.

Zusammenfassung

Mit dem Aspire S7 gelingt Acer ein starkes Comeback im Bereich der 13,3 Zoll Ultrabooks. Das Gehäuse mit Aluminium- und Gorilla Glas Elementen kann durch ein stylisches Design und eine hervorragenden Verarbeitung punkten. Gleiches gilt für die Tastatur und den Touchscreen. Die hohe FullHD Auflösung, der schnelle SSD-Raid und das große Zubehör-Paket machen das Acer Aspire S7 zu einem leistungsstarken und kompakten Begleiter. Kleine Mängel, wie die glänzende Oberfläche des Displays oder die nah beieinander liegenden USB 3.0 Ports können in Hinblick auf das Gesamtpaket verkraftet werden. Für uns spielt das Acer Aspire S7 auf Augenhöhe mit den kommenden Touch-Modellen der ASUS Zenbook Serie. Das gut etablierte Apple Macbook Air kann sich hier nur mit seiner starken Marke und dem Prestige-Faktor wehren. Der einzige Wermutstropfen beim Kauf des Acer Aspire S7 ist der hohe Preis ab 1.399 Euro.


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Testergebnisse im Detail
Die Einzelbewertungen im Überblick
  1. Erster Eindruck1,0 (Sehr gut)
  2. Display1,5 (Sehr gut)
  3. Eingabegeräte1,0 (Sehr gut)
  4. Temperatur2,0 (Gut)
  5. Lautsprecher2,0 (Gut)
  6. Betriebsgeräusche2,0 (Gut)
  7. Anschlüsse2,0 (Gut)
  8. Akku und Energieverbrauch2,0 (Gut)
  9. Software und Zubehör1,0 (Sehr gut)
  10. Leistung1,0 (Sehr gut)
Benchmark
BenchmarksErzielter MesswertBestwert aller Tests
3DMark065055 Pkt.Max. 28871 Pkt.
3DMarkVantage3175 Pkt.Max. 47497 Pkt.
PCMark75018 Pkt.Max. 6666 Pkt.
PassMark Performance Test 7.01716 Pkt.Max. 19706 Pkt.
PassMark Performance Test (HDD Read)719.3 MB/sMax. 941.5 MB/s
PassMark Performance Test (HDD Write)663.6 MB/sMax. 781 MB/s
Everest RAM Read15063 MB/sMax. 20490 MB/s
Everest RAM Write20160 MB/sMax. 28089 MB/s
Everest RAM Latenz34.2 nsMin. 27.6 ns
Everest HDD Random Read985 MB/sMax. 1013.7 MB/s
Everest CPU Queen11078 Pkt.Max. 50362 Pkt.
Cinebench R10 64 Bit (Single)5104 Pkt.Max. 7529 Pkt.
Cinebench R10 64 Bit (Multi)10581 Pkt.Max. 27150 Pkt.
Cinebench R10 64 Bit (OpenGL)6107 Pkt.Max. 8798 Pkt.
Cinebench R10 32 Bit (Single)4069 Pkt.Max. 5704 Pkt.
Cinebench R10 32 Bit (Multi)8731 Pkt.Max. 21307 Pkt.
Cinebench R10 32 Bit (OpenGL)5930 Pkt.Max. 9005 Pkt.
Videokonvertierung84 Sek.Min. 32 Sek.
niedriger ist besserhöher ist besser
Akkulaufzeit
AuslastungErzielter MesswertBestwert aller Tests
Vollast1 Std. 20 Min.Max. 5 Std. 15 Min.
Maximal7 Std. 46 Min.Max. 24 Std. 53 Min.
Praxis4 Std. 33 Min.Max. 13 Std. 36 Min.
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