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  3. Test Acer Aspire One 521 Panthera HD - Netbook in Bronze auf vorderen Plätzen?

Erster Eindruck vom Acer Aspire One 521 Panthera HD

Das Gehäuse hat gegenüber Vorgängern einen neues Design. Es hat nicht mehr den auffälligen Zylinder-Look und auch keine übergroßen Scharniere. Dadurch lässt es sich auch bis 180 Grad öffnen. Die dunkleren Quadrate sind im Imprint-Verfahren aufgebracht. Der silberne Aspire-Schriftzug fällt auf, während sich das silberne Firmenlogo in der linken oberen Ecke des Deckels fast versteckt.

Nach Aufklappen setzt sich die Bronzefarbe in Matt unterhalb der schwarzen Tastatur fort. Das Touchpad ist leicht erhaben, so dass dessen Umrisse gut erkennbar sind. Die schwarze Tastatur im Standard-Design hat große, flache Tasten mit schmalen, offenen Zwischenräumen. Keinerlei Funktionstasten sind zu sehen. Bei der Aktivierung von Funktionen wird man sich also mit „Fn“-Tastenkombinationen behelfen müssen. Alternativ kann man diese aber auch bei hochgefahrenem Betriebssystem – hier Windows 7 Starter-Edition (32-Bit) – mit mehreren Mausklicks einstellen.

Dass Netbooks sich als Zweit-Computer für den mobilen Einsatz durchgesetzt haben, liegt an ihrem leichten Gewicht und ihrer kompakten Bauweise sowie an einer langen Akku-Laufzeit. Von daher überrascht es den Tester extrem, dass hier ein 10,1 Zoll Hochglanz-Display verbaut wurde, das für den Einsatz unterwegs wegen seiner großen Spiegelung absolut nicht taugt. Außerdem ist im Einsatz die glänzende Fläche sehr schnell mit Fingerabdrücken übersät. Bei unserem Testgerät war zwar kein Poliertuch dabei. Es soll aber laut Hersteller beiliegen. Das Hochglanz-Display schmälert deutlich unseren zunächst guten Eindruck von diesem Netbook. Der Deckel lässt sich bis zu 180 Grad öffnen.

Alle Schnittstellen sind nur an den Seiten angebracht. Vorne und hinten gibt es keine. Mehrere Sticker unterhalb der Tastatur weisen auf Betriebssystem, Grafikkarte und AMD-Prozessor hin.

Die Lautsprecher sind nicht an der Ober-, sondern an der Unterseite eingebaut. Für Musikliebhaber reichen sie sicherlich nicht aus, aber für einfache Online-Games und die Windows-Systemklänge schon.

Das Kunststoffgehäuse zeigt eine hohe Stabilität. Selbst mit Druck beider Händen ließ sich das Chassis nicht verbiegen. Unter den Tasten ist übrigens eine Aluminiumplatte eingebaut, die mit mehreren Schrauben mit dem darunter liegenden Mainboard verbunden ist. Das Mainboard nimmt übrigens die gesamte Höhe und Breite des Gehäuses ein. Die Stabilität und Verbindungssteifigkeit gilt auch bei entnommenen Akku.

Die Status-LEDs in blau bis rot sind an der Front links installiert. Sie leuchten recht grell und können in dunklen Räumen von der Arbeit am Netbook ablenken.

Technische Daten und Ausstattung

Für ein Netbook bringt das Acer Aspire One 521 recht gute „innere Werte“ mit. Der AMD Athlon II Neo K125 Ein-Kern-Prozessor wurde für preiswerte Subnotebooks konsturiert. Am 12. Mai 2010 wurde er offiziell vorgestellt und in den Markt eingeführt.

Der AMD Athlon II Neo K125 stellt das Einsteigermodell der Neo K-Reihe dar. Er verfügt über nur einen Rechenkern und ist mit Multitasking somit schnell überfordert. Die Taktfrequenz des Prozessors liegt bei 1,7 Gigahertz und er ist damit etwas schneller als vergleichbare Intel Atom-Prozessoren, die meist nur 1,6 Gigahertz haben. Als Ableger der Athlon II Serie verfügt der AMD Athlon II Neo K125 über eine nur 64 Bit breite Gleitkomma-Einheit. Der HyperTransport-Takt – also die Geschwindigkeit des prozessoreigenen Speichercontrollers – liegt bei effektiv 2,0 Gigahertz. Besonders punkten kann der AMD Athlon II Neo K125 mit dem niedrigen Stromverbrauch. Lediglich 12 Watt beträgt die maximale Leistungsaufnahme des Prozessors. Dadurch ist er bestens geeignet für Subnotebooks mit langen Akku-Laufzeiten von über 5 Stunden. Gefertigt wird der AMD Athlon II Neo K125 im 45 Nanometer SOI Verfahren.

Als Einsteiger- und Einkern-Prozessor eignet sich der AMD Athlon II Neo K125 vor allem für Nutzer, die keine allzu hohen Performance-Ansprüche an ihr Notebook stellen. Besonders das Multitasking dürfte bei Notebooks mit diesem Prozessor schwierig werden. Ansonsten eignet sich der AMD Athlon II Neo K125 aber für alltägliche Aufgaben wie das Surfen im Internet oder das Abspielen von Musik und Videos. Bereits bei der Bearbeitung hochauflösender Filme kann viel Zeit verstreichen. Auch die Konvertierung von Videos sollte lieber eine schnellere CPU erledigen. Ansonsten dürfte ein Grafikprozessor mit eigenem HD-Decoder der Systemgeschwindigkeit dienlich sein.

Der ATI Mobility Radeon HD 4225-Grafikchip wird seit seiner Markteinführung im Mai diesen Jahres gerne in preiswerteren Einsteiger- und Office-Notebooks eingesetzt. Er verfügt – wie bei Grafikchips üblich – über keinen eigenen Grafikspeicher, sondern kann sich bis zu 512 Megabyte vom Arbeitsspeicher abzweigen. Der Takt des ATI Mobility Radion HD 4225 ist 380 Megahertz. Der Speichertakt richtet sich aus vorgenannten Gründen logischerweise nach dem verwendeten Arbeitsspeicher. Genutzt wird je nach Konfiguration DDR2- oder DDR3-Speicher, der über ein 64 oder 128 Bit breites Interface an den Grafikprozessor angebunden ist. Die theoretisch erzielbare Bandbreite liegt bei 6,4 bzw. 12,8 Gigabyte pro Sekunde. Die theoretische Rechenleistung des ATI Mobility Radeon HD 4225 liegt bei 30,4 GFlops.

Was bedeuten diese technischen Daten nun praktisch? Für aktuelle 3D-Spiele ist der Grafikchip nicht geeignet. Dafür ist die Rechenleistung schlicht zu schwach. Da hilft auch die DirectX 10.1-Unterstützung wenig. In der Konsequenz müssten Anwender, die es dennoch probieren wollten, äußerst geringe Detailstufen oder starke Ruckler in Kauf nehmen. Diese Games wären aber auf dem kleinen Display sowieso nicht spielbar. Für Office-Anwendungen ist der ATI Mobility Radeon HD 4225 völlig ausreichend. Er bietet gleichzeitig sogar eine noch höhere Rechenleistung als vergleichbare Intel-Grafikchips. Selbst die hardwareseitige Dekodierung von H.264 – also HD-Filmmaterial etwa von BluRay-Discs – spricht sehr für den ATI Mobility Radeon HD 4225 als preiswerte Grafiklösung. Zusätzlich hat dieser Grafikchip einen niedrigen Stromverbrauch und kann so mit langen Akku-Laufzeiten glänzen.

Auch der 1 Gigabyte DDR3-Arbeitsspeicher ist für die Netbook-Performance absolut ausreichend. Kleiner Tipp: Kaufen Sie einen 2 Gigabyte-Speicherriegel und bauen Sie diesen ein. Dann läuft das Netbook wesentlich schneller und „runder“. Auf persönliche gute Erfahrungen mit einem Windows-XP-Netbook kann hier verwiesen werden.

Eine Displaygroße von 10,1 Zoll stellt den verbreitesten Standard für Netbooks dar. Grundsätzlich wird den Usern ermöglicht, Dokumente und Webseiten ohne Nutzung des Scrollbalkens zum Verschieben des Bildausschnitts zu lesen. Für kleinere Arbeiten, als Zweitrechner oder im Urlaubseinsatz ist ein Bildschirm mit knapp über 10 Zoll Diagonale völlig ausreichend. Das Ganze taugt aber auf keinen Fall als Hauptcomputer. Hier sollte etwas mehr Geld in investiert werden.

Anschlüsse

Dass Netbooks als Zweitrechner immer dieselben spartantischen Anschlüsse haben, ist mittlerweile bekannt. Für den Anwender dürften aber drei USB-2.0-Ports, ein Kartenleser, eine VGA- und HDMI-Schnittstelle sowie ein Kensington-Lock sowie LAN-Schnittstelle und die Ein- und Ausgänge für Mikrofon- und Kopfhörer im Grunde genügen.

Dass allerdings VGA- und HDMI-Anschluss beide direkt nebeneinander liegen, ist von Nachteil. Selbst mit Kraftanstrengung ist es unmöglich, beide Anschlüsse parallel zu nutzen, weil die Stecker schlicht nicht zusammen nebeneinander passen. So können wir auch nicht testen, ob es möglich ist, gleichzeitig ein analoges (VGA) und ein digitales Signal (HDMI) an externe Monitore oder Fernsehgeräte oder Beamer auszugeben. Die Ethernet-Karte Atheros AR8152 bietet nur Fast Ethernet. Dieser LAN-Anschluss erlaubt also nur Datendurchsätze von bis zu 100 Megabit pro Sekunde. Der heute schon fast übliche Gigabit-Standard von 1000 Megabit pro Sekunde ist hier also nicht möglich. Allerdings soll das auch in neueren Netbooks mit AMD-Plattform nicht zu finden sein.

Verbindet man aber sein DSL-Modem bzw. seinen DSL-Router per Funk ist man auf der schnellen und bei eingetippter Verschlüsselung auch auf der sicheren Seite. Hier kommt als Funkmodul das Atheros AR5B95 zum Einsatz. Damit wird auch der schnellste Standard Draft-N angewendet. Kleines Highlight ist auch Bluetooth 3.0+HS (High Speed). Dieses Broadcom-Modul besitzt im Gegensatz zu 2.1+EDR (Enhanced Data Rate) einen zusätzlichen Highspeed-Kanal, mit dem eine Übertragungsrate von bis zu 24 Megabit pro Sekunde erreicht werden kann.

Die Webcam zentral über dem Display kann Fotos mit 1,3 Megapixeln und im 4:3 Format aufnehmen. Allerdings wirken der Anwender sowie Farben der Umgebung etwas blass, aber ansonsten erscheint das Bild gut ausgeleuchtet. Für Videochats ist die Auflösung mehr als gut und es gibt keine Bewegungsunschärfe. Inklusive dem eigenen „Acer Crystal Eye Webcam“-Programm bietet diese also eine gute Leistung.

Software und Zubehör

Wir bemängeln es bei fast jedem Testbericht, dass die Hersteller ihren Geräten gar keine CDs bzw. DVDs mehr beilegen. Spätestens seit Einführung von Windows 7 ist das so. Da ein Netbook kein eigenes DVD-Laufwerk hat, macht daher die Beigabe einer Recovery-, Treiber- und Anwendungs-Software-DVD erstmal wenig Sinn. Allerdings wird auch der frischgebackene Netbook-Besitzer auf Dauer nicht um die Anschaffung eines externen DVD-Brenners herum kommen. Diese gibt es heute bereits im Slim-Design und sie lassen sich einfach per USB anschließen.

Bei der vorinstallierten Software waren wir allerdings positiv überrascht. Dass auf einem Netbook nur Windows 7 Starter-Edition läuft, ist hinlänglich bekannt. Dennoch läuft dieses durchaus vergleichbar mit den Windows Home Premium-Versionen anderer Notebooks. Es ist ebenfalls unter 8 Sekunden hochgefahren und betriebsbereit. Installiert sind weiterhin die aktuelle Mc Afee Internet Security Suite, die erst noch durch Nutzer-Registrierung über Internet aktiviert werden muss. Kostenlose Updates gibt es dann für ein Jahr. Für Privatnutzer ist die Microsoft Works 9-Suite völlig ausreichend. Ebenfalls ist Windows Live mit Messenger, Writer, E-Mail, Moviemaker zum Start freigegeben. Eine eigene Live- bzw. Hotmail-Adresse sollte man sich allerdings zulegen. Für 60 Tage kann man allerdings das kleinste Microsoft Office 2007-Paket mit Word (Textverarbeitung), Excel (Tabellenkalkulation), PowerPoint (Präsentationen) und OneNote (Notizen) gratis nutzen. Leider ist das berühmte und gute E-Mail-Programm Outlook nicht enthalten.

Von Acer gibt es ein eigenes eRecovery Management, mit dem man zunächst einen Datenträger mit Werkseinstellungen erstellen und dann einen weiteren mit Treibern und Anwendungen erstellen kann – vorausgesetzt man kauft sich einen externen DVD-Brenner mit entsprechenden Silberscheiben. Statt diese nun erstellen zu müssen, hätte Acer diese DVDs oder auch einen entsprechenden USB-Stick – wie in früheren Windows XP-Zeiten üblich – gerne beilegen können.

Für Updates der Firmware und Treiber hat Acer ebenfalls ein passendes und gleichnamiges Programm an Bord. Die in gedruckter Form beiliegenden Handbücher in Kurz- und Langform liegen auch noch mal als PDF-Dateien im Programmordner mit dem vieldeutigen Titel „Acer System“. Weiterhin gibt es noch einen Daten-Shredder und einen Datensafe mit Verschlüsselung namens MyWinLocker, in dem man seine geheimen Ordner und Dateien speichern kann. Im eBook-Reader-Programm eSobi v2 kann man gespeicherte eBooks und Zeitungen (RSS-Feads) lesen und speichern.

In der Gratisversion mit 5 Gigabyte Speichervolumen ist das Norton Online Backup ziemlich klein. Bei Ausbau wird zur Kasse geben und insofern ist doch eher eine externe Festplatte (möglichst SSD bzw. als Flash-Speicher) angeraten, denn dafür bezahlt man nur einmal und nicht monatlich.

Nicht zu vergessen ist auch die Acer Game Zone. Hier gibt es Online-Games, die man auf dem Netbook problemlos und flüssig spielen kann. Einige Spiele, die auch in so bekannten Game-Portalen wie Deutschland spielt, BigFish oder Zylom zu finden sind, sind bereits als Gratisversionen installiert. Andere kann man gegen Bezahlung herunterladen.

Alles in allem ist die vorinstallierte Software-Ausstattung gut und ausreichend. Bei der Office-Trial-Version hätten wir uns doch noch Outlook mit im Paket gewünscht. Die Works-Suite bietet für den Privatmann allerdings genügend Anwendungen – allerdings ist ein Netbook gerne auch auch mobiler Begleiter für Profis und da ist dann ein größeres Office-Paket sowieso angebracht.

Wer ein gutes E-Mail-Programm nicht missen möchte, kann sich kostenlos Thunderbird von Mozilla herunterladen. Dieses Programm büßt unter Zusatzinstallation einiger Plug-Ins oder Add-Ons kaum etwas gegen Outlook ein. Ebenso gilt noch immer der gratis Internet-Browser Firefox von Mozilla als sicherer als der Internet-Explorer von Microsoft. Googles Chrome-Browser (ebenfalls gratis) ist nach Angaben verschiedener Online-Magazine aber derzeit noch schneller im Hochladen und Darstellen von Internetseiten.

Nach wie vor ist auch das kostenlose Büro-Anwendungspaket OpenOffice beliebt. Es bietet selbst für professionelle Ansprüche eine ausreichende Performance. Übrigens kann dieses Format problemlos von MS Office-Programmen erkannt und verarbeitet werden.

Brisant ist bei OpenOffice gerade, wie unter anderem „Chip“ meldet, dass OpenOffice künftig unter „LibreOffice“ firmieren wird. Die Umbenennung findet im Rahmen der Gründung von „The Document Foundation“ statt. Diese entstand aus den Reihen der OpenOffice.org-Community und will so einen weiteren Schritt in Richtung vollständige Unabhängigkeit für das Open-Source-Projekt gehen. Die Gründung von „The Document Foundation“ kann durchaus als weitere Distanzierung von OpenOffice bzw. jetzt LibreOffice zum Gründer und Hauptsponsor von OpenOffice.org gesehen werden. Dieser, also Sun Microsystems, wurde von Oracle übernommen. Ob nun Oracle seinerseits auf Einladung, Mitglied bei der „Document Foundation“ zu werden und auch entsprechend die alte Marke „OpenOffice.org“ einzubringen, eingehen wird, soll nicht tatenlos abgewartet werden und so soll OpenOffice nun zunächst als LibreOffice fortgeführt und verbessert werden.

Display

Dass Netbooks nur zusätzliche mobile Computer – auch gerne mal im Outdoor-Bereich – sind, haben wir hinlänglich erklärt. Deshalb haben die meisten Vertreter ihrer Art auch entspiegelte, heißt matte Displays. Nicht so allerdings das 10,1 Zoll (25,6 Zentimeter) Hochglanz-Display im Acer Aspire One 521. Es hat eine nur WSVGA-Auflösung von 1024 x 600 Pixel, obwohl die eingebaute ATI Mobility Radeon HD 4225 Grafik HDready mit 1366 x 768 und Full HD-Videos mit 1920 x 1080 Bildpunkten relativ flüssig enkodieren kann. Zudem hätte ein HDready-Panel für eine bessere Auflösung gesorgt und somit für eine bessere Performance und hierfür hatten wir auch schon Beispiele im Test. Allerdings wird man dann den Netbook-Preis von deutlich unter 400 Euro nicht halten können.

Nach Laborergebnissen sind die Kontraste ganz passabel. Der Hochglanz oder Glare Type Panel liefert 281:1. Farben wirken auf diesem Bildschirm also kräftig, aber nicht grell. Bei der LED-Hintergrundbeleuchtung kommen dann doch Unterschiede heraus. Im Durchschnitt ist die Bildschirmhelligkeit 198 cd/m² (Candela pro Quadratmeter). Allerdings fallen Leuchtunterschiede doch auf. Am oberen Rand ist alles recht hell mit Werten von 209 bis 206 cd/m². Im Mittelbereich haben wir nur im Zentrum einen recht hellen Bereich von 209 cd/m², der sich um etwa 10 cd/m² zu den Seiten hin reduziert. Am unteren Rand ist es deutlich dunkler mit Werten zwischen 190 bis 179cd/m². Das heißt auch, dass es nach rechts noch dunkler wird.

Eine ausgewogene Bildschirmhelligkeit oder Luminanz sieht anders aus. Wie schon kritisiert, ist das Glare Type Panel bzw. Hochglanz-Display für den Außeneinsatz unter Tageslicht eine Katastrophe! Es spiegeln sich alles der Umgebung wieder inklusive des Anwenders. Auch gegen Reflexionen kann sich dieser Bildschirm mit der Beleuchtung nicht durchsetzen. Dass zusätzlich auch der Display-Rahmen glänzend lackiert ist, erschwert zudem die Nutzung. Denn nicht nur auf dem Display, sondern auch am Rahmen sammeln sich Staub und Schmutzpartikel inklusive der Fingerabdrücke recht schnell. Da muss man immer wieder zum Tuch greifen und polieren.

Die Blickwinkel im Indoor-Einsatz sind horizontal gut. Bis etwa 70 Grad von jeder Seite ist Schrift noch lesbar und Farben kaum verfälscht. Vertikal kann der Nutzer seinen Blick aus der optimalen Frontalperspektive nur bis etwa 30 Grad oben und etwa 15 Grad unten abwenden. Bei mehr Abweichung der Augen dunkelt die Bildschirmdarstellung deutlich ab und Farben invertieren – vergleichbar bei alten Fotos mit Objektiv- und Negativ-Ansicht. Das heißt auch, dass die Kontraste „schwimmen“.

Das entspricht nicht der originären Nutzung dieser Produktklasse.

Eingabegeräte

Dass dieses Netbook keine Funktionstasten besitzt, haben wir eingangs schon erwähnt. Die Tastatur im Standard-Design ist gut zu bedienen aufgrund der breiten und flachen Tasten mit gut lesbaren Buchstaben. Sie sind alle leichtgängig mit einem guten Druckpunkt und sprechen sehr schnell an. Ein Verfehlen wird durch schmale Zwischenräume erschwert. Allerdings können sich hier leicht Staub und Schmutzpartikel ansammeln. Es gibt auch Netbooks, die über eine moderne Chiclet-Tastatur verfügen, die sich durch geschlossene Zwischenräume auszeichnet, und somit auch eine Reinigung wesentlich erleichtern.

Das Multi-Gesten-Touchpad ist ebenfalls sensibel genug auf Fingertipps. Wer die Zwei-Finger-Steuerung – etwa beim Zoomen eines Bildes – nicht einüben will, kann sich hierbei immer noch miteiner zusätzlichen Maus oder den entsprechenden Programmfunktionalitäten behelfen. Selbstverständlich funktioniert auch die normale Ein-Finger-Bedienung des Touchpads einwandfrei. Die linke Maustaste unter dem Touchpad sprach ebenfalls direkt an, während die rechte leider minimal verzögert reagierte. Letzteres hat aber nur zu kleinen Notenabzügen geführt.

Temperatur

Der Kühler oder Lüfter leistet offensichtlich gute Arbeit. Nur einmal wurden 32,1 Grad gemessen. Ansonsten blieb die Betriebstemperatur immer unter 30 Grad.

Betriebsgeräusche

Da ein Netbook kein DVD-Laufwerk eingebaut hat, läuft der Lüfter naturgemäß leiser. Auch ist ja der ganze Rechner für den mobilen Einsatz konstruiert, so dass auch die Hardwarekomponenten kompakt und nicht für beispielsweise grafische Hochleistungen installiert sind.

Insofern überrascht es also nicht, dass die Kühlung selbst bei Volllast nicht über 32 Dezibel läuft, was in etwa dem einem leisen Weckerticken entspricht. Das normale menschliche Gespräch beginnt bei etwa 40 Dezibel. Ein Dezibel weniger rotiert der Lüfter übrigens im normalen Praxisbetrieb. Flüsterleise wird er mit 27 Dezibel im Leerlauf. Insofern lässt es sich gut mit dem Acer Aspire One 521 arbeiten.

Leistung

Beim Acer Aspire One 521 arbeitet der 45 Nanometer Ein-Kerz-Prozessor AMD Athlon II Neo K125 mit 1,7 Gigahertz Takt als Herzstück. Mit an Bord ist der Chipsatz AMD 785GX, der den 1024Megabyte DDR3-Arbeitsspeicher unterstützt. Als Grafiklösung kommt die ATI Mobility Radeon HD 4225 zum Einsatz. Diese unterstützt auch DirectX 10.1 und zwackt vom Speicher 335 Megabyte ab, so dass der RAM auf 766 Megabyte schrumpft.

In unseren Benchmarks erwies sich das Aspire One durchaus schneller als vergleichbare Netbooks mit Intel-Atom-Prozessoren. Beim 3DMark2006 werden 1046 Punkte erreicht. Das deutet klar auf geringe Spiel-Performance hin. Dafür schafft das Acer Aspire One 521 beim Cinebench R10 Single mit 1491 Punkten nahezu das Dreifache eines Netbook mit Intel Atom N450-Prozessor. Auch der DDR3-Arbeitsspeicher trägt deutlich zur Performance bei. Der Memory-Score des PCMark Vantage zählt 1682 Punkte. Intel-Netbooks mit DDR2-Speicher schaffen mal gerade ein Drittel davon.

Zudem reicht die 250 Gigabyte Festplatte völlig aus, um auch sein Musik- und Bilderarchiv hier unterzubringen. Die Grafikleistung der Prozessor-Grafik-Kombination hat Full HD-Tauglichkeit. Durch die UVD 2-Videodekodierung kann das 10,1 Zoll Netbook von Acer HD-Medien wie BluRay-Discs mit den Codecs MPEG-2, VC-1 und H.264 ruckelfrei abspielen. Nach Installation des kostenfreien Adobe Flash-Players sind auch YouTube-Videos mit 720p- und 1080p-Auflösung zu betrachten. Von der Windows 7 Starter-Edition 32-Bit wird auch die maximale (Full HD-) Auflösung am externen Display von 1920 x 1200 Pixel nicht begrenzt. Das war bei Vorgänger-Versionen anders.

Akku und Energieverbrauch

Wir hatten schon Netbooks im Test, die länger als 8 Stunden durchhielten. Dass der Akku maximal nur 5 Stunden 57 Minuten läuft, wirft unseren bis auf das unpraktische Hochglanz-Display ansonsten guten Eindruck klar zurück. Netbooks sind für die mobile Nutzung konstruiert. Da sind deutlich mehr als 6 Stunden Akku-Laufzeit üblich. Hier sollte Acer ebenfalls dringend nachbessern!

Es kommt halt nicht nur auf einen niedrigen Preis an, sondern auch auf die Einsatzmöglichkeiten. Ein Netbook wird von vielen als mobiler Zweit-Arbeits-Rechner unterwegs eingesetzt. Da kommt es deutlich auf lange Akku-Laufzeit an. Diese ist schlicht zu niedrig. Obwohl die wichtigsten Hardware-Komponenten – Prozessor und Grafikchip – als Stromsparer ausgewiesen sind, ist für uns unverständlich, dass der Akku hier nur so kurze Zeit durchhält. Damit kann das Acer Aspire One 512 nicht, ohne an den Strom angeschlossen zu werden, einen ganzen Arbeitstag durchhalten. Da muss dringend ein anderer Akku eingebaut werden. In der Praxis kann man es nur 4 Stunden 38 Minuten nutzen, bis man zum Stromadapter greifen muss. Das ist ebenfalls für die Klasse der Netbooks unterdurchschnittlich.

Praxis

Das Starten bzw. Hochfahren des Betriebssystems Windows 7 Starter 32-Bit geht mit unter acht Sekunden recht schnell. Tippen mit der Standard-Tastatur und auch die Cursor-Steuerung via Touchpad geht schnell von der Hand.

Musikstücke klingen ganz passabel und die Soundqualität ist beim Unterwegs-Einsatz auch völlig akzeptabel. Einzig Musikliebhaber und -profihörer werden hier nicht auf ihre Kosten kommen.

Sofern man ein entsprechendes DVD-Laufwerk anschließt, laufen die Filme völlig ruckelfrei und flüssig ab. Bei hochauflösendem Filmmaterial sollte man das Netbook allerdings doch an einen externen Bildschirm anschließen. Hier ist der digitale HDMI-Anschluss vorzuziehen. Ein entsprechendes Kabel muss man sich auch kaufen, sofern dieses nicht beim Laufwerk oder Flachfernseher im Lieferumfang enthalten ist.

Im Outdoor-Einsatz ist man wegen des extrem spiegelnden Displays auf absolut schattige Plätze angewiesen. Bei einer Betriebslaufzeit des Akkus von unter 5 (!) Stunden sollte man sich nicht allzu weit von einer Steckdose befinden und den Netzstromadapter immer dabei haben.

Gerade mit diesen Schwächen stürzt hier das Netbook von Acer, das wie alle Vertreter seiner Produktklasse grundsätzlich für mobile Nutzung konstruiert sein sollte, deutlich in der ansonsten guten Leistungswertung ab.

Zusammenfassung

Design ist nicht alles. Das Acer Aspire One 521 ist eckiger und kantiger als seine Vorgänger hat ein robustes bzw. stabiles Kunststoffgehäuse in Bronze mit Imprint-Design auf dem Deckel. Es macht von daher in fast jeder Nutzungsumgebung eine gute Figur.

Allerdings stören die für ein Netbook zu kurze Akku-Laufzeit und das extrem spiegelnde Display dann doch stark den ansonsten guten Leistungseindruck.

Der AMD Ein-Kern-Prozessor Athlon II Neo K125 ist in Kombination mit dem DDR3-Arbeitsspeicher und dem Einstiegs-Grafikchip ATI Mobility Radeon HD 4225 steckt von der Performance so manches Intel-Atom-Netbook in die Tasche.

Wer das Netbook allerdings hauptsächlich in Räumen als Zweitrechner benutzt, fährt damit durchaus gut. Also zeigt der Daumen halb nach oben.

Testergebnisse im Detail
Die Einzelbewertungen im Überblick
  1. Erster Eindruck2,1 (Gut)
  2. Ausstattung2,0 (Gut)
  3. Display3,5 (Befriedigend)
  4. Eingabegeräte2,1 (Gut)
  5. Temperatur2,1 (Gut)
  6. Betriebsgeräusche2,0 (Gut)
  7. Anschlüsse2,0 (Gut)
  8. Akku und Energieverbrauch3,5 (Befriedigend)
  9. Software und Zubehör2,5 (Gut)
  10. Leistung2,0 (Gut)
  11. Praxis2,8 (Befriedigend)
Benchmark
BenchmarksErzielter MesswertBestwert aller Tests
3DMark061046 Pkt.Max. 28871 Pkt.
PCMarkVantage1682 Pkt.Max. 31224 Pkt.
Everest RAM Read5605 MB/sMax. 20490 MB/s
Everest RAM Write3693 MB/sMax. 28089 MB/s
Everest RAM Latenz76.4 nsMin. 27.6 ns
Everest HDD Random Read55.3 MB/sMax. 1013.7 MB/s
Everest CPU Queen3120 Pkt.Max. 50362 Pkt.
Cinebench R10 32 Bit (Single)1491 Pkt.Max. 5704 Pkt.
Cinebench R10 32 Bit (OpenGL)1822 Pkt.Max. 9005 Pkt.
Videokonvertierung612 Sek.Min. 32 Sek.
niedriger ist besserhöher ist besser
Akkulaufzeit
AuslastungErzielter MesswertBestwert aller Tests
Vollast2 Std. 37 Min.Max. 5 Std. 15 Min.
Maximal5 Std. 57 Min.Max. 24 Std. 53 Min.
Praxis4 Std. 38 Min.Max. 13 Std. 36 Min.
Durchschnittlicher Energieverbrauch

37 Watt
Stromkosten im Jahr bei der durchschnittlichen Verwendung von 6 Stunden täglich bei 24,00 Cent pro kWh: 6 Stunden x 365 Tage x 0,037 kWh x 24,00 Cent = 19,45 EUR