16.09.2009 Michael WilbergTest: Acer Aspire One D150 – Farbenfroh und handlich
Das Aspire One D150 ist Acers Beitrag zum reichhaltigen Netbook-Angebot. Das schicke kleine Gerät mit 10’’-Display ist in vielen verschiedenen Farben erhältlich und somit auch optisch ein Blickfang. Was das Netbook kann und wie es im Vergleich zur Konkurrenz abschneidet, lesen Sie im folgenden Test.
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Leistung: 4,4
Mobilität: 8,6
Ausstattung: 6,9
Verarbeitung: 6,7
Display: 8,3
Optik: 9,3
- Positiv:
- In vielen Farben erhältlich
- solides und stabiles Gehäuse
- Negativ:
- vergleichsweise geringe Akku-Laufzeit
- zu hohe Temperaturen
Inhalt und Verpackung:
Das
Acer Aspire One D150 kommt in einem bunten und ansprechenden kleinen Karton. In ihm befinden sich neben dem Notebook nur Netzwerk-Kabel und Handbücher. Auf zusätzliche Extras wie ein Putztuch muss leider verzichtet werden.
Erster Eindruck – grundsolide und pragmatisch.
Unser Test-Netbook kam in einer weinroten Farbe. Das Acer Aspire One D150 wirkt äußerst solide und gibt auf Druck kaum nach. Besonders schön sieht es im aufgeklappten Zustand aus: Die robuste Handballenablage und der Rahmen sind in einer Optik gehalten, die an gebürstetes Aluminium erinnert. Doch obwohl es sich tatsächlich nur um Kunststoff handelt, fühlt sich das Acer Aspire One D150 sehr hochwertig an. Die Oberseite des Gehäuses hingegen ist glänzend und anfällig für Fingerabdrücke. Das Netbook ist mit 1,3 kg in seiner Klasse nicht das leichteste, sollte aber dennoch keine Rückenschmerzen beim Tragen verursachen. Der Akku wurde so konstruiert, dass er nach dem Einbau aus dem Gehäuse herausragt. Das macht das Netbook weniger kompakt, allerdings verbessert es die Ergonomie beim Schreiben. Das ungesicherte Display lies sich bequem einhändig öffnen und lässt kaum Spielraum. Die Status-LEDs sind über das ganze Netbook verteilt. So befinden sich Batterie- und WLAN-Lämpchen an der Vorderseite des Gehäuses, während man die Festplatten- und die Bluetooth-Status-LEDs an der Unterkante des Displays findet. Die Tasten fallen recht klein aus – ohne Rahmen an der Seite der Tastatur wäre deutlich mehr Platz gewesen. Auch das Touchpad ist verhältnismäßig klein.
Bedienung und Betrieb – Nicht beeindruckend, aber auch nicht schlecht.
Beim Anschalten des Acer Aspire One D150 gibt der Lüfter eine Kostprobe seiner Kräfte. Nach einigen Sekunden ist das Gerät kaum noch zu hören. Beim ersten Start werden Treiber und Programme installiert – dies dauert eine ganze Weile. Im Schreibtest erwiesen sich die Tasten als zu weich – beim Tippen ist ein deutliches Klappern zu hören. Das kleine Touchpad ist hingegen äußerst präzise und gut bedienbar. Schade, dass es weder multi-touch noch horizontales Scrollen beherrscht. Eine (Internet)-Verbindung lässt sich wahlweise per Ethernet-, WLAN- oder Bluetooth herstellen. Die Herstellung einer Drahtlos-Netzwerkverbindung erfolgt nach korrekter Eingabe des Sicherheitsschlüssels vollautomatisch. Leider lässt sich der WiFi-Adapter nicht über eine spezielle Taste deaktivieren. Dies ist nur über das „Verbindungen“-Menü möglich. Der WLAN-Adapter verbraucht auch dann Strom, wenn er nicht genutzt wird.
Das schicke Acer Aspire One, hier in weiß, ist farbenfroh...
Zum Arbeiten hat man die Wahl zwischen einer Vollversion von Microsoft Works und einer Testversion von Office 2007 aus gleichem Hause. Außerdem ist die Google Desktop Suche vorinstalliert, mit der Sie schnell Dateien und Inhalte finden können. Der Antiviren-Scanner kommt von McAfee. Über die FN-Taste lassen sich zudem zahlreiche Systemprogramme zügig aufrufen. Beispiele sind die Energieverwaltung von Windows sowie den „System“-Unterpunkt aus der Systemsteuerung. Das Arbeiten geht soweit recht zügig. Die Atom-CPU unterstützt die Hyperthreading-Technologie. Diese gaukelt dem Betriebssystem einfach zwei vorhandene Prozessoren vor, so dass zwei parallele Aufgaben gleichzeitig ausgeführt werden können. Hinderlich im Betrieb ist hingegen die bei Netbooks übliche Auflösung von 1024x600 Bildpunkten. Durch die geringe vertikale Auflösung sind Programme manchmal abgeschnitten und Schaltflächen nicht sichtbar. Auch auf Webseiten geht angesichts der vielen bunten Banner im Internet schnell die Übersicht verloren. Trotzdem macht die Arbeit mit dem Acer Aspire One D150 Spaß. Durch den hervorstehenden Akku ist das Gehäuse auf dem Tisch nicht ganz eben.
Die Webcam macht scharfe und flüssige Bilder, allerdings ist die Auflösung von nur 0,3 Megapixeln nicht mehr zeitgemäß. Die Lautsprecher konnten im Test nicht wirklich überzeugen und erzeugten ein blechernes Klangbild. Mit entsprechend angepassten Equalizer-Einstellungen sind die Lautsprecher hingegen zumutbar.
Technische Daten und Ausstattung:
Im Acer Aspire One D150 verrichtet ein Intel Atom N280 mit 1,66 GHz seine Arbeit. Diese mit Hyperthreading ausgestattete Stromspar-CPU ist speziell für Netbooks entwickelt worden. Für die Anzeige ist ein Intel GMA 950 Grafikchip verantwortlich, welcher äußerst langsam ist und sich seinen Speicher vom Hauptspeicher abzweigt – Immerhin: Der Chip beherrscht DirectX 9. Der 1024 MB große DDR2-Speicher taktet effektiv mit 533 MHz aufgrund einer Chipsatz-Limitierung. Ein optisches Laufwerk ist wie bei fast allen Netbooks nicht vorhanden. Daten finden auf der 160 GB großen festplatte Platz. Das Gerät verfügt über insgesamt drei USB-Anschlüsse. Der CardReader kommt mit 5 verschiedenen Formaten aus und das 10,1’’ große Display zeigt 1024x600 Pixel.
Leistung und Effizienz – solide Leistung und schwacher Akku:
Am Meisten interessiert bei kleinen Netbooks wie dem Acer Aspire One D150 die Akku-Leistung – und die war, trotz 6-Zellen-Akku, etwas enttäuschend. Ohne WLAN und bei minimaler Display-Beleuchtung schaffte das Gerät keine 6 Stunden. Da können die Geräte von Samsung und Asus mehr. Wurde WLAN angeschaltet und die Helligkeit etwas erhöht, sank die Laufzeit auf 4 Stunden und 50 Minuten. Wurde zusätzlich noch Bluetooth aktiviert und die Display-Beleuchtung auf den höchsten Wert geregelt, war nach 4 Stunden und 25 Minuten Schluss.
...und handlich, hat aber leider Temperaturprobleme.
Viel besorgniserregender war hingegen die CPU-Temperatur. Diese lag schon im Ruhe-Betrieb bei deutlich über 70°C, bei Last stieg sie auf bis zu 90°C an. Das hält kein Prozessor auf Dauer aus. Allerdings liegt der Verdacht nahe, dass bei unserem Testmodell entweder der Temperatursensor oder die Kühlung defekt war. Die Oberfläche erwärmte sich auf maximal 40°C, war jedoch an keiner Stelle kühler als 37°C. Nutzern, die ihr Notebook gern auf dem Oberschenkel ablegen, könnte das Acer Aspire One D150 recht schnell äußerst unangenehm werden: Bis zu 53°C konnten per Infrarot-Thermometer gemessen werden. Die Lautstärke des Acer Aspire One D150 schwankte je nach Auslastung zwischen kaum hörbar und deutlich hörbar.
Obwohl die Leistung bei Netbooks wie dem Acer Aspire One D150 eher im Hintergrund steht, musste das Testgerät zeigen, wie es im Vergleich zur Konkurrenz abschneidet. Dazu wurden die verschiedenen Leistungstests der Software Everest verwendet. Die unterschiedlichen Tests maßen die Arbeitsspeicher-Geschwindigkeit in drei Disziplinen, die CPU Geschwindigkeit, sowie die Lese-Geschwindigkeit der Festplatte bei zufallsbasierten Zugriffen. Eines vorweg: Der etwas schneller getaktete Prozessor konnte keinen Vorteil im Vergleich zu manch älterem Netbook mit 1,60 GHz erspielen. Weder beim CPU Queen Test noch bei den Speichertests konnte sich das Gerät von anderen absetzen. Die Geschwindigkeit der Festplatte liegt etwa im Durchschnitt bei Netbooks. Allerdings ist die subjektive Arbeitsleistung durchaus als solide zu bezeichnen und für Internet und E-Mail völlig ausreichend.
Everest RAM Lesen: 3.775 MB/s
Everest RAM Schreiben: 3.016 MB/s
Everest RAM Latenz: 105,8 ns
Everest HDD Zufall: 48,7 MB/s
Everest CPU Queen: 3.871 Punkte
Fazit:
Das Acer Aspire One D150 ist ein durchschnittliches Netbook, das sich vor allem durch seine Farbvielfalt von anderen Geräten abhebt. Das Gerät selbst wirkt äußerst solide und stabil, konnte aber aufgrund der hohen Temperaturen und der relativ geringen Akku-Laufzeit nicht so recht überzeugen – da schaffen andere Netbooks mehr. Die kleinen Tasten und die eingeschränkten Scroll-Möglichkeiten des Touchpads machen die Bedienung unnötig schwierig. Letztlich ist das Acer Aspire One D150 ein Beispiel dafür, dass es bei der Entscheidung für ein bestimmtes Netbook zumeist auf den persönlichen Geschmack ankommt – die Leistungsunterschiede jedenfalls sind minimal.