23.10.2009 Michael WilbergTest: Acer Aspire One 751 – extrem ausdauerndes Netbook mit schwacher Rechenleistung

Die Neuauflage des Acer Aspire One D150 kommt als 11,6’’-Netbook und ist wieder mit einer breiten Farbpalette erhältlich. Zudem ist das Acer Aspire One 751 eines der ersten Netbooks, das Intels Atom Z520 Prozessor nutzt. Was dieser leistet und ob sich der Einstieg auf dieses etwas größere Gerät lohnt, erfahren Sie auf dieser Seite.

10
09

Leistung: 2,0

Mobilität: 10,0

Ausstattung: 7,2

Verarbeitung: 8,7

Display: 8,8

Optik: 8,7


  • Positiv:
  • Rekord-Akku-Laufzeit
  • Gute Verarbeitung
  • Viele Farben erhältlich
  • Negativ:
  • Unterirdische Rechenleistung
  • Schwache Ausstattung
Fotogalerie: 3 Fotos
Erster Eindruck – Nur das Nötigste

Das Acer Aspire One 751 wird in einer schicken, bunten Verpackung geliefert. Trotz des vergleichsweise hohen Verkaufspreises von 400 Euro für das 6-Zellen-Akku Modell, ist die Ausstattungsliste sehr kurz. Neben Bedienungsanleitungen und Kabeln findet sich nur noch der Akku. Putztuch, Tasche – Fehlanzeige. Selbst eine Wiederherstellungs-CD, die gegebenenfalls über ein externes CD-ROM-Laufwerk eingespielt werden könnte, fehlt.

Das Gerät selbst ist in vielen Farben erhältlich und wirkt sehr hochwertig. Der Kunststoff ist stabil und behält keine Fingerabdrücke. Das Netbook ist sehr flach, allerdings ragt der Akku nach dem Einstecken ein Stück weit aus dem Gerät heraus. Das Display ist leicht aufzuklappen. Ohne Sicherung oder Magnet lässt es sich sogar einhändig öffnen. Die Status LED sind ganz vorn am Gehäuse angebracht und sowohl in offenem als auch geschlossenem Zustand ablesbar.

Allgemeines und Betrieb – eine Stunde spielen

Der Start des Acer Aspire One 751 vollzieht sich sehr zügig. Schaltet man das Gerät zum ersten Mal ein, wird Windows eingerichtet. Ist die Initialisierung beendet, beginnt das Gerät mit der Installation aller Treiber – zumindest sollte es das: Der Treiber für das WLAN-Modul wurde nicht gefunden und konnte nicht installiert werden. Da Acer jedoch keinen Datenträger mitliefert, könnte der Treiber nur aus dem Internet heruntergeladen werden – schlecht, wenn man kein LAN-Kabel besitzt. An der Vorderseite des Gehäuses befinden sich Schieberegler für Bluetooth und WLAN, wovon wegen der Treiberprobleme nur ersterer funktionierte.

Die Tastatur machte eine sehr gute Figur: Die Tasten sind angenehm groß und bieten einen guten Druckpunkt. Die FN-Taste befindet sich rechts neben der STRG-Taste – also dort, wo sie auch sein sollte. Damit kann man zahlreiche Parameter des Netbooks steuern. Beispielsweise lässt sich mit der FN-Taste die Helligkeit regulieren, die Lautstärke verändern oder aber die Systemeigenschaften bzw. die Energieverwaltung öffnen. Außerdem lässt sich das Netbook somit bequem in den Ruhezustand versetzen. Das Touchpad ermöglicht eine präzise Steuerung. Die Tasten haben einen festen Druckpunkt und wirken ebenfalls hochwertig. Das Touchpad ermöglicht vertikales, nicht aber horizontales Scrollen. Auch von der Praxis, multitouch-fähige Module zu verbauen, scheinen die Hersteller inzwischen abgerückt zu sein.
Test: Acer Aspire One 751 – extrem ausdauerndes Netbook mit schwacher Rechenleistung

Das Acer Aspire One 751 gibt es in verschiedenen Farben.


Das Acer Aspire One 751 ist im Betrieb sehr leise. Die Arbeitsgeschwindigkeit ist in Ordnung, allerdings macht sich die geringe Leistung des Grafikchips schon hier bemerkbar: Schon das Verschieben von Fenstern bringt Ruckler mit sich. Die Software-Ausstattung ist in Ordnung. Neben dem Virenschutz von McAfee und der Testversion von Microsoft Office gibt es auch die sogenannte Acer Game Zone. Sie bietet Zugriff auf zahlreiche Geschicklichkeits- und Minispiele. Da es sich bei den meisten Games jedoch nur um Demoversionen handelt, müssen sie mit 60 Minuten Spielzeit pro Titel vorlieb nehmen. Google Desktop ist installiert, womit bequem Dateien gesucht werden können. Für die Wiedergabe von Medien-Dateien gibt es Cyberlink PowerDVD in der Version 8 und eine Uralt-Version vom Windows Media Player. Sehr angenehm wirkt sich die vergleichsweise hohe Auflösung von 1366 x 768 Pixeln aus. Musste man bei 10’’-Netbooks häufig viel scrollen, oder wurden Teile von Programmfenstern einfach verschluckt, so gibt es dieses Problem beim Acer Aspire One 751 nicht.

Die Webcam des Acer Aspire One 751 macht scharfe, aber teils ruckelige Bilder. Für den normalen Betrieb ist sie aber vollkommen ausreichend. Die Lautsprecher klingen bei der Musikwiedergabe differenziert und gut; Bässe fehlen wegen der Bauweise natürlich. Mit der Wiedergabe von FullHD-Material ist das kleine Netbook völlig überfordert – niedriger aufgelöste Videos spielt es jedoch flüssig ab.

Technische Daten und Ausstattung:

Im Acer Aspire One 751 werkelt ein Intel Atom Z520 Prozessor, dessen Kern mit 1,33 GHz taktet. Die CPU verfügt jedoch über die aus Pentium4-Zeiten bekannte HyperThreading-Technik, die parallele Anwendungen dadurch beschleunigt, dass dem Betriebssystem ein zweiter Prozessor vorgegaukelt wird. Der Arbeitsspeicher ist wie bei den meisten Netbooks 1024 MB groß. Als Grafiklösung kommt Intels neuer Grafikchip Intel GMA 500 zum Einsatz. Obwohl vergleichsweise neu, ist die Leistung vermutlich noch niedriger als beim betagten GMA 950. Die Festplatte des Acer Aspire One 751 ist 160 GB groß und in zwei Bereiche partitioniert.
Test: Acer Aspire One 751 – extrem ausdauerndes Netbook mit schwacher Rechenleistung

Schön sind natürlich die große Tastatur...


Der CardReader des Netbooks liest 5 Formate, unter anderem auch Memory Sticks. Drei USB-Steckplätze stehen zur Verfügung. Internetverbindungen können wahlweise via Lan-Kabel, WLAN oder Bluetooth hergestellt werden.

Leistung und Effizienz - Die Kraft der 1,5 Herzen:

Besonders wegen der Verwendung neuer Hardware-Komponenten hat die Leistungsfähigkeit des Netbooks interessiert. Getestet wurde sowohl mit der Diagnose-Software Everest als auch mit dem Render-Benchmark CineBench in der Version 10. Everest überprüft die Leistung von Arbeitsspeicher, Festplatte und Prozessor, während CineBench vor allem den Prozessor belastet. Alles in allem waren die Ergebnisse eher schwach: Bereits der Arbeitsspeicher machte keine gute Figur. 3450 MB/s beim Lesen und gerade 2.000 MB beim Schreiben sind Werte, die selbst für Netbooks unterdurchschnittlich sind. Der Prozessortest CPU-Queen förderte eine Punktzahl von 3.147 zu Tage – das ist weniger, als ein vergleichbarer Intel Atom N270 schafft. Lediglich die Festplatte konnte überzeugen: Bei zufälligen Lesezugriffen schaffte sie 53,3 MB/s. Dieses Ergebnis übertrifft sogar viele Vollpreis-Notebooks. Der Test CineBench lässt die CPU ein Bild rendern. Dies erfolgt einmal mit einem Kern und beim zweiten Mal mit Nutzung der HyperThreading-Technik. Der Einsatz letzterer verbesserte das Ergebnis etwa um den Faktor 1,5. Die Punktzahlen sprechen jedoch eine deutliche Sprache: Der neue Intel Atom Prozessor punktet vor allem mit niedrigem Stromverbrauch – die Leistung ist schwächer als beim älteren Intel Atom N270.

Everest RAM Lesen: 3.450 MB/s
Everest RAM Schreiben: 2.079 MB/s
Everest RAM Latenz: 118,7 ns
Everest CPU Queen: 3.147 Punkte
Everest HDD Random Read: 53,3 MB/s
CineBench Single CPU: 443 Punkte
CineBench Multi CPU: 688 Punkte

Umso erfreulicher sind die niedrigen Temperaturen des Acer Aspire One 751. Selbst unter Last steigt die Prozessor-Temperatur nicht über 57°C. Trotzdem bleibt das Netbook stets fast unhörbar. Die Oberfläche des Netbooks bleibt ebenfalls angenehm kühl. Im Schnitt 30°C sind es – ermüdungsfreiem Arbeiten steht so nichts im Weg. Die Unterseite des Netbooks wird etwa im Bereich der CPU 40°C warm. Somit kann das Netbook durchaus auch auf dem Schoß abgelegt werden, ohne dass die Temperatur auf Dauer unangenehm werden könnte.
Test: Acer Aspire One 751 – extrem ausdauerndes Netbook mit schwacher Rechenleistung

... und das große Display anzusehen.


Akku-Laufzeit – Herausragende Ausdauer

Das Acer Aspire One 751 ist mit einem 3- und einem 6-Zellen-Akku erhältlich. Das Testmodell mit dem 6-Zellen-Akku hält mit etwas verdunkeltem Display und deaktivierten Funk-Adaptern über 9 Stunden ohne Netzstrom durch. Hellere Display-Beleuchtung, wie sie etwa draußen notwendig ist, und ein aktivierter Bluetooth-Adapter senken die Akku-Laufzeit auf knapp 7 Stunden – noch immer ein hervorragender Wert. Reizt man die Hardware des kleinen Netbooks voll aus, läuft das Gerät noch gut viereinhalb Stunden – Dadurch geht dem Acer Aspire One 751 auch beim Film-Schauen nicht so schnell die Puste aus.

Fazit:

Das Acer Aspire One 751 ist ein Netbook der Extreme: Während die Akku-Laufzeit für ein Gerät mit 11,6’’-Display neue Maßstäbe setzt, ist die Rechenleistung auch im Vergleich zu älteren Netbooks unterdurchschnittlich. Doch dürfte dies der Preis dafür sein, diesen Mini-Rechner so lange ohne Netzstrom am Leben zu halten. Die Verarbeitung, insbesondere die Tastatur sowie das farbenfrohe Design fallen positiv auf. Eine etwas bessere Ausstattung, beispielsweise in Form einer Tasche, wäre bei dem recht happigen Verkaufspreis jedoch wünschenswert gewesen. Alles in Allem ist das Acer Aspire One 751 das Netbook der Wahl, wenn Akku-Laufzeit und ergonomisches Arbeiten aufgrund der guten Auflösung im Vordergrund stehen.




Technische Daten: Acer Aspire One 751 rot (LU.S820B.048)

Produktbeschreibung Acer Aspire One 751 rot
Systemtyp Notebook
Prozessor Intel Atom Z520 / 1.33 GHz
RAM 1 GB
Festplatte 160 GB - 5400 rpm
Display 11.6" TFT 1366 x 768 ( WXGA )
Grafikkarte Intel GMA 500
Netzwerk 10/100 Ethernet
WlAN Acer InviLink 802.11b/g
Batterie 6 Zellen Lithium Ionen - 5200 mAh
Betriebssystem Microsoft Windows XP Home Edition SP3

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