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  3. Test Lenovo ThinkPad Edge 15 658D814 - Officenotebook zum Netbookpreis

Erster Eindruck vom Lenovo ThinkPad Edge 15 658D814

Typisch für Lenovo ist die vergleichsweise dezente Gestaltung des Notebooks. Die großen und dunklen Plastikoberflächen bieten nur wenig für das Auge. Lediglich ein grauer Rahmen an Deckel und Unterseite sowie ein mit schwarzem Hochglanzlack überzogener Deckel werten das Thinkpad Edge etwas auf und lassen es nicht ganz so langweilig aussehen.
Allerdings ist der glänzende Lack des Deckels anfällig für Verschmutzungen, beispielsweise durch Fingerabdrücke. Des Weiteren merkt sich der Deckel zu grobe Umgangsweisen mit unschönen Kratzern. Die restlichen Oberflächen sind dagegen matt und deutlich weniger anfällig.
Lenovos Thinkpad Edge 15 macht bereits beim Auspacken in Sachen Verarbeitung eine gute Figur. Nur zwei Dinge fallen bei näherer Betrachtung negativ auf. Zum einen fehlt es dem Deckel etwas an Stabilität. Die Rückseite gibt bei stärkerem Druck nach und auch die Verwindungssteifigkeit ist nur befriedigend. Zum anderen lässt die Festigkeit des Tastaturfeldes zu wünschen übrig. Besonders der rechte Bereich wippt bei härteren Anschlägen leicht mit.
Ansonsten gibt es aber nichts auszusetzen. Sehr gut ist die Stabilität der Unterseite. Erst mit übermäßigem Druck gibt beispielsweise die Handballenauflage nach.

Technische Daten und Ausstattung

Lenovo setzt beim Thinkpad Edge 15 auf mobile Einstiegshardware von AMD/ATI. Rechenaufgaben übernimmt ein AMD-Athlon-II-P320-Prozessor. Letzterer arbeitet mit einer Taktrate von 2,1 Gigahertz und zwei Rechenkernen. Zur Seite stehen dem Prozessor zwei Gigabyte DDR3-Arbeitsspeicher und eine 320-Gigabyte-Festplatte mit 7.200 Umdrehungen pro Minute.
Für die grafische Darstellung ist eine in den Chipsatz integrierte ATI-Mobility-Radeon-HD4250-Grafikkarte zuständig. Die Grafikeinheit besitzt keinen eigenen Videospeicher. Den zweigt sich die HD4250 vom Hauptspeicher ab. Folglich ist die Grafikkarte für Spiele nicht geeignet. Dafür unterstützt sie den Prozessor bei der Wiedergabe von multimedialen Inhalten, wie HD-Videos.
Lenovo liefert das Notebook ohne Betriebssystem aus. Für den Test haben wir Windows 7 Home Premium 64-Bit installiert.

Anschlüsse

In Anbetracht des Preises fallen die Verbindungsmöglichkeiten ordentlich aus. Im Vergleich zu manch anderen günstigen Business-Notebooks wartet das Lenovo Thinkpad Edge mit einem Bluetooth-Modul und einem eSATA-Port auf. Diese beiden Schnittstellen ersparen sich die Hersteller aus Kostengründen meist zuerst. eSATA ist ein schneller Anschluss für externe Speichermedien, der in der Praxis Daten schneller überträgt als beispielsweise USB-3.0-Schnittstellen.
Zusätzlich handelt es sich beim dem eSATA-Anschluss des Thinkpad Edge, um eine Kombination aus USB-2.0 und eSATA. Der Port dient also gleichzeitig als vierte USB-2.0-Schnittstelle. Neben dem eSATA/USB-2.0-Kombi-Port hat das Notebook noch drei weitere USB-2.0-Anschlüsse, einen Ethernet-Anschluss und einen Audio-Port. Der Audio-Anschluss kombiniert Kopfhörer-Out und Mikrofon-In.
Über VGA und HDMI lassen sich externe Anzeigegeräte anschließen und per WLAN (b,g,n) geht es kabellos ins Internet. An der linken Seite ist noch ein ExpressCard-Schacht für Erweiterungskarten untergebracht. Speicherkarten von Video- oder Fotokameras finden im 7in1-Kartenleser an der Front Platz.
Die Positionierung der Anschlüsse ist gelungen. Dank ausreichend großer Abstände und durch die Verteilung der Schnittstellen an die Seiten sowie die Rückseite gibt es keine Platzprobleme.

Software und Zubehör

Lenovo liefert die 349,- Euro Variante des Thinkpad Edge 15 ohne Betriebssystem und Software aus. Auf dem Notebook ist lediglich der kostenlose DOS-Nachbau FreeDOS installiert. Demnach richtet sich das Notebook hauptsächlich an Käufer, die bereits im Besitz eines Betriebssystems sind oder eine kostenlose Variante, wie Ubuntu, nutzen.

Display

Lenovo verbaut im ThinkPad Edge 15 ein mattes HDReady-Display. Es ermöglicht eine maximale Auflösung von 1366 x 768 Pixeln und bietet im Durchschnitt eine gute Helligkeit von 233 Candela pro Quadratmeter. Ein Candela ist die Einheit der Lichtstärke pro Fläche. Maximal erreicht das Display eine Helligkeit von 244 Candela pro Quadratmeter.
Dank mattem Display und guter Helligkeitswerte gibt es im Freien kaum störende Reflexionen. Dazu fallen die subjektive Farbwiedergabe und die Helligkeitsverteilung, mit einem maximalen Unterschied von 25 Candela pro Quadratmeter, passabel aus.
Die Blickwinkelstabilität überzeugt im vertikalen Bereich leider weniger. Bereits mit einer Abweichung von 15 Grad verblasst das Bild deutlich und Desktopinhalte lassen sich nur noch schwer erkennen. Dagegen fallen die horizontalen Blickwinkel deutlich stabiler aus. Erst ab 60 Grad Abweichung von der Mitte verfälscht das Bild.

Eingabegeräte

Bei den Eingaben bietet das Notebook einige Besonderheiten. Lenovo verbaut eine Chiclet-Tastatur mit freistehenden Tasten ohne separaten Ziffernblock. Abweichungen vom Standardlayout gibt es vereinzelt. Negativ ist die Unterbringung der Fn-Taste links neben der STRG-Taste. Normalerweise liegt die linke STRG-Taste ganz außen. Beim Markieren von Inhalten in Dokumenten oder Dateien drohen dadurch anfangs Fehleingaben.
Es gibt aber auch positive Abweichungen, wie die Bild-auf- und Bild-ab-Tasten. Diese sind etwas niedriger als die restlichen Tasten und befinden sich jeweils direkt über der linken und rechten Pfeiltaste. Um sie zum Scrollen zu erreichen, müssen die Hände das Tastaturfeld nicht verlassen.
Die Größe der Tasten entspricht weitestgehend Standardtastaturen. Dazu vermittelt die Federung der Tasten genügend Rückmeldung und der Druckpunkt ist knackig. Ausgiebige Schreibarbeiten und schnelle Anschläge sind mit dem Keyboard kein Problem.
Der Multitouch-Mausersatz erkennt Eingaben mit zwei Fingern. Die matte Oberfläche setzt Eingaben präzise um. Zusätzlich verfügt das Notebook noch über einen Trackpoint. Das ist besonders bei längeren Büroarbeiten von Vorteil, denn die Hände bleiben zur Mausbedienung auf der Tastatur.
Die fünf Touchpadtasten besitzen kein Klickgeräusch. Dadurch sind sie sehr leichtgängig. Die drei über dem Touchpad, beziehungsweise unter der Leertaste, helfen bei Eingaben mit dem Trackpoint.

Temperatur

Die Wärmeentwicklung hält sich beim Lenovo Thinkpad Edge 15 in Grenzen. Aufgrund der vergleichsweise schwachen Hardware ist das allerdings auch keine große Überraschung. Die Oberseite erreicht eine akzeptable Maximaltemperatur von 36 Grad. Großflächig liegen die Temperaturen zwischen 26 und 30 Grad. Im Gegensatz dazu erwärmt sich die Unterseite etwas stärker. Maximal erreicht sie 40 Grad. Das allerdings nur auf einen kleinen Bereich in Nähe der Lüfteröffnung. Ansonsten liegen die Temperaturen der Unterseite zwischen 26 und 34 Grad.

Betriebsgeräusche

Das Notebook macht bei den Betriebsgeräuschen eine unauffällige und gute Figur. Im normalen Betrieb ist von dem Lüfter kaum eine Aktivität wahrnehmbar. In ruhigen Umgebungen gibt er nur ein leichtes, tieffrequentes Rauschen von sich. Abseits der Steckdose schaltet sich der Lüfter teilweise auch komplett ab. Zum Kühlen aktiviert er sich wieder in unregelmäßigen längeren Abständen und erzeugt dabei 31,8 Dezibel. Maximal erreicht der Lüfter einen guten Pegel von 35,8 Dezibel.
Dagegen geht das Multi-DVD-Laufwerk deutlich lauter zu Werke. Bei Filmwiedergabe ist es mit 41 Dezibel deutlich auffälliger als der Lüfter des Notebooks. Noch lauter geht es mit 47 Dezibel beim Einlesen von CDs oder DVD zu. Jedoch sind die zwei Werte für ein Laufwerk normal.

Leistung

Mit dem Einstiegsprozessor AMD-Athlon-II-P320 und den zwei Gigabyte DDR3-Arbeitsspeicher bleiben Benchmarkbestwerte aus. Die zwei Rechenkerne und die Taktrate von 2,1 Gigahertz reichen aber für die meisten Anwendungen. Speicherintensive Programme und Bildbearbeitung verlangen jedoch nach mehr Arbeitsspeicher.
In den Benchmarks erreicht AMDs P320-Prozessor nur mittelmäßige Ergebnisse. Der Cinebench-R10-64Bit-Multi-Test bewertet ihn mit 2.236 Punkten. Ein Intel-Core-i3-350M-Prozessor rechnet bereits deutlich schneller und erzielt im selben Test bis zu 7.000 Punkte. Jedoch kosten vergleichbare Notebooks mit einem Intel-Core-i3-Prozessor auch mehr.
Die typischen Office-, Internet- und Multimediaanwendungen machen dem Notebook keine Probleme. Bei solchen Programmen fällt auch die vergleichsweise schlechte Rechenleistung des P320-Prozessors kaum auf. Erst mit rechenintensiven Programmen, wie etwa Videobearbeitung, macht sich der Leistungsnachteil bemerkbar.
Die in den AMD-RS880M-Chipsatz integrierte ATI-Mobility-Radeon-HD4250-Grafikkarte entlastet den Prozessor unter anderem bei der Wiedergabe von HD-Videos. Zum Spielen eignet sich die Chipsatzgrafik nicht. Dafür ist die Leistung viel zu gering, wie der 3D-Benchmark 3DMark06 zeigt. 1.738 Punkte reichen nicht einmal für ältere Titel.
Erst Notebooks, die mindestens 6.000 bis 7.000 Punkte im 3DMark06 erreichen bieten ausreichend Leistung für aktuelle Spiele. Dazu gehören Modelle mit AMD/ATI HD5600, HD6500M oder die Nvidia-Grafikkarten GT 330M, 420M und 520M.

Akku und Energieverbrauch

Ein Manko vieler günstiger Notebooks ist oft die geringe Akkulaufzeit. Darunter leidet auch das Thinkpad Edge 15. Lenovo setzt auf einen für diese Preisklasse üblichen 6-Zellen-Akku mit einer Kapazität von 4.400 Milliamperestunden beziehungsweise 48 Wattstunden.
Damit hält das Notebook abseits der Steckdose maximal drei Stunden und fünf Minuten durch. Im Standardbetrieb erreicht das Notebook eine Laufzeit von zwei Stunden und 30 Minuten. Bei starker Belastung der Hardware muss das Gerät bereits nach einer Stunde und 20 Minuten wieder an die Steckdose. Dafür fällt der im Vergleich zu einigen anderen Notebooks schnelle Ladevorgang des Akkus auf. Innerhalb weniger Stunden ist er wieder geladen.
Beim Energieverbrauch zeigt es sich von seiner sparsamen Seite. Lediglich 23 Watt verbraucht das Thinkpad Edge 15 in der Praxis.

Praxis

Lenovos Thinkpad Edge 15 ist im Alltag ein leises sowie gut verarbeitetes Business-Notebook, das sich mit dem matten und hellen Display sehr gut für den Einsatz unter freien Himmel eignet. Für Internet-, Büro- oder einfachen Multimediaanwendungen reicht die Leistung des Notebooks vollkommen aus.
Dank der guten und speziell für Businessanwender angepassten Eingabengeräte gehen auch längere Officearbeiten leicht von der Hand.

Zusammenfassung

Das Lenovo Thinkpad Edge 15 ist ein insgesamt gutes Business-Notebook mit Stärken und Schwächen. Wobei die Stärken überwiegen. Dazu gehören das matte und zugleich helle HDReady-Display, die auf Büroanwender zugeschnittenen Eingabegeräte und die akzeptablen Emissionen bei der Wärme- und Geräuschentwicklung.
Die Leistung fällt mit dem AMD-Athlon-II-P320-Prozessor und den zwei Gigabyte DDR3-Arbeitsspeicher nur mittelmäßig aus. Business-Notebooks mit Intel-Core-i3-Prozessoren rechnen schneller, sind aber auch teurer. Zudem ist der Leistungsnachteil im Alltag kaum spürbar.
Ebenfalls nur durchschnittlich ist die Akkulaufzeit von maximal drei Stunden. Dafür überzeugen die Verbindungsmöglichkeiten, mit eSATA, ExpressCard oder Bluetooth und die Verarbeitung.
Das Beste an dem Notebook ist aber sein ausgezeichnetes Preis-Leistungs-Verhältnis. Trotz Fehlen eines Betriebssystems ist es mit einem Preis von 349 Euro ein echtes Schnäppchen.

Testergebnisse im Detail
Die Einzelbewertungen im Überblick
  1. Erster Eindruck2,4 (Gut)
  2. Ausstattung2,6 (Befriedigend)
  3. Display2,2 (Gut)
  4. Eingabegeräte2,2 (Gut)
  5. Temperatur2,2 (Gut)
  6. Betriebsgeräusche2,0 (Gut)
  7. Anschlüsse2,6 (Befriedigend)
  8. Akku und Energieverbrauch2,8 (Befriedigend)
  9. Software und Zubehör4,0 (Ausreichend)
  10. Leistung2,6 (Befriedigend)
  11. Praxis2,1 (Gut)
Benchmark
BenchmarksErzielter MesswertBestwert aller Tests
3DMark061565 Pkt.Max. 28871 Pkt.
PCMarkVantage2709 Pkt.Max. 31224 Pkt.
Everest RAM Read6879 MB/sMax. 20490 MB/s
Everest RAM Write5164 MB/sMax. 28089 MB/s
Everest RAM Latenz61.6 nsMin. 27.6 ns
Everest HDD Random Read64.8 MB/sMax. 1013.7 MB/s
Everest CPU Queen7675 Pkt.Max. 50362 Pkt.
Cinebench R10 64 Bit (Single)1998 Pkt.Max. 7529 Pkt.
Cinebench R10 64 Bit (Multi)2236 Pkt.Max. 27150 Pkt.
Cinebench R10 64 Bit (OpenGL)2110 Pkt.Max. 8798 Pkt.
Cinebench R10 32 Bit (Single)1746 Pkt.Max. 5704 Pkt.
Cinebench R10 32 Bit (Multi)1981 Pkt.Max. 21307 Pkt.
Cinebench R10 32 Bit (OpenGL)2118 Pkt.Max. 9005 Pkt.
Videokonvertierung1070 Sek.Min. 32 Sek.
niedriger ist besserhöher ist besser
Akkulaufzeit
AuslastungErzielter MesswertBestwert aller Tests
Vollast1 Std. 20 Min.Max. 5 Std. 15 Min.
Maximal3 Std. 5 Min.Max. 24 Std. 53 Min.
Praxis2 Std. 30 Min.Max. 13 Std. 36 Min.
Durchschnittlicher Energieverbrauch

23 Watt
Stromkosten im Jahr bei der durchschnittlichen Verwendung von 6 Stunden täglich bei 24,00 Cent pro kWh: 6 Stunden x 365 Tage x 0,023 kWh x 24,00 Cent = 12,09 EUR

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