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  3. Test MSI Wind U160-4516W7S Gold - Frischer Wind oder laues Lüftchen?

Erster Eindruck vom MSI Wind U160-4516W7S Gold

Edle Atmosphäre versprüht das Chassis des MSI Wind U160-4516W7S schon mal: Hochglänzende Metallic-Lackierung auf dem Deckel und der Handballenauflage, Touchpadtasten im Silber-Look, Leiste in gebürstetem Aluminium oberhalb der Tastatur. Dazu ein leuchtendes MSI-Logo an der Außenseite, ein durchgehendes rundes Scharnier und die Chiclet-Tastatur mit Einzeltasten.

Gut gefällt uns außerdem der schlanke und stabile Deckel, der sich wenig verwinden lässt, Druck von hinten allerdings sehr wohl zum Bildschirm durchlässt. Freuen kann man sich auch über die saubere Verarbeitung des Gehäuses: Die Spaltmaße sind minimal und alle Teile passen mit sauber abgerundeten Kanten ineinander.

Einige Kleinigkeiten kann man trotzdem aussetzen: Entfernt man den Akku, so entsteht eine hässliche Lücke oberhalb der Tastatur, die Oberflächen und hier besonders der Deckel sind sehr anfällig für Fingerabdrücke und insgesamt wäre etwas weniger Vielfalt bei den Oberflächenstrukturen einem einheitlichen Design vielleicht zuträglicher gewesen.
Abgesehen von diesen Kleinigkeiten aber kann man die Verleihung des iF-Designawards an das Wind U160 aber guten Gewissens unterstützen.

Technische Daten und Ausstattung

Bei den technischen Daten setzt sich MSIs Wind U160-4516W7S, das immerhin als Spitzenmodell der Serie vermarktet wird, kaum von anderen Netbookkollegen ab: Der zumindest von Herstellern gern genommene Intel Atom N450-Prozessor mit 1,66 GHz befeuert das kleine Gerät zusammen mit einem Intel Graphics Media Accelerator 3150, der für die Grafikleistung zuständig ist.
Nicht gerade üppige, aber für Netbooks übliche 1 GB Arbeitsspeicher sowie ebenfalls etwas knappe 160 GB Festplattenspeicher stehen zur Verfügung.

Anschlüsse

Da an der Rückseite der recht große Akku eingeschoben wird, bleibt dort kein Platz für Ports. Ebensowenig sind unter der schmalen Vorderkante Anschlüsse verbaut. Dafür nutzt MSI die beiden Gehäuseseiten recht gut aus. An der linken Seite befinden sich von vorne nach hinten: Ein Wirelessschalter, mit dem sich die drahtlose Kommunikation des Netbooks einfach ein- und ausschalten lässt, ein USB 2.0-Port, ein VGA-Anschluss, der Stromeingang, das Lüftungsgitter und ganz hinten ein Anschluss für ein Kensington-Lock genanntes Notebookschloss.

Rechts befindet sich vorne ein Kartenleser für SD- und Multimediakarten, dahinter Mikrofon- und Kopfhöreranschluss, es folgen zwei USB 2.0-Ports, dahinter der LAN-Anschluss und ganz hinten, seitlich im Scharnier verbaut, der Netzschalter.
Unter der gold-metallic-farbenen Haube des Wind U160-4516W7S verstecken sich zudem drahtloser Netzwerkzugang per WLAN, sowie Bluetooth nach allen aktuellen Standards.

Software und Zubehör

Windows 7 Starter bildet als Betriebssystem die Basis der Softwarebestückung des Wind U160-4516W7S, die letzten drei Stellen der Typenbezeichnung deuten es schon an. Obwohl der Prozessor eine 64 Bit-Architektur unterstützen würde und diese zu Geschwindigkeitsvorteilen in optimierten Programmen führen kann, ist Microsofts kleinste Version von Windows 7 nur als 32 Bit-Variante erhältlich, so dass dieser Vorteil ungenutzt bleibt.

Neben den eher unnötigen Testversionen von Norton Internet Security und Microsoft Office installiert MSI zahlreiche Tools, die die eingebaute Webcam unterstützen: Neben Magic-i Visual Effects, mit dem sich allerlei lustige Dinge mit dem eigenen Bild anstellen lassen, gibt es auch eine Software, die die Anmeldung per Gesichtserkennung ermöglicht.
Ein gedrucktes Handbuch, oder den bei Netbooks recht üblichen Schaumstoffüberzug sucht man vergeblich in der Packung.

Display

Das kleine 10 Zoll-Display des Wind U160 liefert eine recht geringe Auflösung von 1024 mal 600 Pixeln ab. Damit hat der Bildschirm ein Seitenverhältnis von 16:9. Die spiegelnde Displaybeschichtung ist vor allem bei einem sehr mobilen Gerät problematisch, da man im Freien bei hellem Umgebungslicht eher sein eigenes Spiegelbild, als den Bildschirminhalt erkennt.

Farben und Kontraste sind dafür ganz ordentlich, allerdings muss man sich darauf einstellen, dass bei einem leicht schrägen Betrachtungswinkel, egal in welcher Richtung, sofort ein wesentlich helleres respektive dunkleres Bild entsteht.
Der Bildschirm erfüllt also seinen Zweck, ein wirkliches Highlight stellt er aber nicht dar, angesichts der niedrigen Auflösung, der geringen Blickwinkel und der spiegelnden Beschichtung.

Eingabegeräte

Beim Wind U160-4516W7S greift MSI auf eine Chiclet-Tastatur zurück, die sich durch einzeln stehende Tasten mit großen Zwischenräumen auszeichnet. Auch die Größe der Tasten ist angesichts des kleinen Formfaktors sehr in Ordnung: 1,4 Zentimeter messen die Buchstabentasten in der Breite.

Natürlich konnte man aber nicht alle Tasten einer richtigen Tastatur in dem Gehäuse unterbringen, so dass beispielsweise die Bildlauftasten, sowie "Pos1" und "Ende" auf Tastenkombinationen verlegt wurden.
Auch auf etwaige Sondertasten verzichtet MSI komplett: Lautstärke, Bildschirmhelligkeit, Eco-Modus und Status der Webcam werden ebenfalls per Tastenkombination eingestellt.
Dafür befinden sich die vorhandenen Tasten dort, wo man sie vermutet und lassen sich gut bedienen: Der Druckpunkt ist gut, der Hub nicht zu lang und durch die großen Abstände zwischen den Tasten trifft man das gewünschte Zeichen zuverlässig.

Das Touchpad ist nahtlos in die Handballenauflage integriert und nur durch kleine Noppen abgehoben. Das reicht allerdings aus, um das Touchpad sowohl optisch als auch haptisch schnell zu finden. Unterhalb sitzen die beiden Touchpadtasten, die allerdings nur als eine Taste ausgeführt sind. Die kann dafür links oder rechts betätigt werden und führt dann die Funktion der jeweiligen Maustaste aus. Die gesamte Konstruktion funktioniert sehr gut, der Finger hat auf dem Touchpad ausreichend Widerstand, um genau arbeiten zu können, wird gleichzeitig aber bei schnellen Bewegungen nicht behindert. Auch die Tasten sprechen zuverlässig und mit wertigem Klang an.

Temperatur

Eine leichte Erwärmung ist nach längerem Betrieb des MSI Wind U160 doch wahrnehmbar, vor allem im linken Bereich des Gehäuses, wo Prozessor und Grafikkarte sitzen.
Insgesamt fallen weder die Messwerte im Praxisbetrieb, noch die nach einer halben Stunde Volllast gemessene Maximalerwärmung von 35,9 Grad unangenehm auf: Weder Ober- noch Unterseite werden je zu warm.

Betriebsgeräusche

Beim Betriebsgeräusch zeigt sich unser Wind U160-4516W7S ständig präsent, mit 33 dB(A) muss man schon rechnen, selbst wenn das Gerät gerade nicht viel zu tun hat. Das ist für feine Ohren deutlich hörbar, störend allerdings nicht. Wenn man im Web surft, erhöht sich die Lautstärke leicht auf 34,4 dB(A), immer noch ein recht leiser Wert.

Setzt man das Netbook schließlich unter Volllast, wird der Lüfter allerdings schon deutlicher hörbarer: Bis zu 41,6 dB(A) zeigt unser Messgerät hier an. Das dürfte dann auch für weniger empfindliche Leute störend sein, allerdings wird dieses Betriebsgeräusch im normalen Netbookalltag wohl nur höchst selten, wenn überhaupt erreicht.

Insgesamt vergeben wir für das Betriebsgeräusch die Bewertung "gut". Zwar hatten wir schon Netbooks mit ruhigerem Lauf in unserem Testlabor, allerdings kann man das MSI Wind U160 auch ruhigen Gewissens geräuschempfindlichen Naturen empfehlen.

Leistung

Naturgemäß muss man sowohl als Redakteur als auch als Nutzer bei Netbooks viel Geduld mitbringen. Der günstige Preis und die kleinen Abmessungen der Geräte machen leistungsfähige Prozessoren schlicht undenkbar.

Da auch die Grafikkarte eher zu den langsameren Vertretern ihrer Zunft gehört, sind die erreichten Punktzahlen im Cinebench R10 recht niedrig: 250 Punkte sind es im Grafikkartencheck, 579 Punkte erreicht der Prozessor, wenn eine Aufgabe und 888, wenn zwei Aufgaben gleichzeitig erledigt werden. Das ebenfalls recht magere Ergebnis beim Datendurchsatz von RAM und Festplatte zeigt den starken Einfluss des schwachen Prozessors: Nur durchschnittlich 48,7 MB pro Sekunde kann die Festplatte an Daten auslesen.

Die 3DMark- und PCMark-Benchmarks versagen auf dem MSI Wind U160 aufgrund der geringen Bildschirmauflösung ihren Dienst. Die Videokonvertierung schließlich wird endgültig zur Geduldsprobe: Mit 37 Minuten und 39 Sekunden dauert das Konvertieren mehr als doppelt so lang, als die Laufzeit des Ausgangsvideos ist.

Akku und Energieverbrauch

Unser Modell MSI Wind U160-4516W7S kommt mit einem 6 Zellen-Akku, der für ein Netbook recht beachtliche 65 Wattstunden bereitstellt, dafür aber auch hinten aus dem Gerät ragt. 15 Stunden maximale Akkulaufzeit verspricht MSI. Dieser Wert ist zwar in unserem Test rekonstruierbar, aber ein recht theoretischer Wert, wenn man sein Netbook nicht oder nur sehr leicht belastet. 7 Stunden und 46 Minuten ermitteln wir beim Websurfen per WLAN und mittlerer Bildschirmhelligkeit. Ein guter Wert, aber den erreichen auch andere Netbooks.

Die Verbrauchswerte liegen auf dem normalen Niveau von Atom-Netbooks: 7 Watt zieht der Winzling mindestens aus der Steckdose, 30 Watt können es im Höchstfall werden. Wenn man per WLAN im Web surft und dabei eine mittlere Bildschirmhelligkeit wählt, sind 16 Watt Verbrauch realistisch.

Praxis

In der alltäglichen Anwendung interessiert uns, ob man mit dem MSI Wind U160 auch mehr machen kann, als nur im Web surfen. Dazu laden wir ein FullHD-Video aus dem Internet und schauen nach, ob der kleine Atom-Prozessor und der Intel-Grafikchip genug Power dafür haben. Im Vergleich zu anderen Netbooks schlägt sich das MSI Wind U160 hier gar nicht so schlecht: Obwohl einzelne Bilder bei der Wiedergabe übersprungen werden und nicht völlig ruckelfrei ablaufen, bleiben Bild und Ton zumindest synchron und man kann dem Geschehen folgen.

Im Zuge dieses Tests kontrollieren wir auch die Qualität der unter der Vorderkante des 10-Zöllers verbauten Lautsprecher. Das Ergebnis ist recht typisch für Netbooks: Die Höhen sind stark überbetont, Bässe so gut wie nicht vorhanden. Trotzdem mussten wir schon schlechtere Lautsprecher ertragen. Für das ein oder andere Internetvideo reicht der Klang auf jeden Fall.

Für ein Netbook ist in der Praxis natürlich auch wichtig, wie gut es sich unterwegs macht. Hier kommt unserem Testgerät sein geringes Gewicht zu Gute. Die recht geringe Höhe an der Vorderkante wird allerdings bei der von uns getesteten Konfiguration vom stark aus dem Gehäuse ragenden Akku zunichte gemacht. Der hat außerdem eine sehr starke Gewichtsverlagerung nach hinten zur Folge, wodurch das Notebook beim umhertragen nicht sehr gut in der Hand liegt. Zwar ergeben sich aus dem großen Akku lange Laufzeiten und eine ergonomisch geneigte Tastatur, da er gleichzeitig als Stütze dient. Allerdings ist es der Handlichkeit nicht unbedingt zuträglich. Wer die möchte, der sollte zum 3 Zellen-Akku greifen, muss dann aber natürlich bei der Laufzeit zurückstecken.

Zusammenfassung

Dem selbstgesetzten Premium-Anspruch kann MSI mit seinem Wind U160 in drei Kategorien gerecht werden: Beim Design, bei der Akkulaufzeit und beim Preis. Für fast 350 Euro bekommt man ein Netbook, das sehr lange durchhält, schön, aber auch nicht unglaublich aufregend designt ist und doch die ein oder andere Macke mitbringt: Beginnend beim niedrig auflösenden Bildschirm, dem großen Akku, der aus dem Gehäuse ragt, den schmutzempfindlichen Oberflächen und dem fehlenden Zubehör, beispielsweise einem Schaumstoffüberzug.

An sich ist das MSI Wind U160 ein solides, laufruhiges, kühles, kompaktes Gerät – im Vergleich zur Konkurrenz werden die Schwächen aber deutlich: Wenn andere für 50 Euro weniger die gleiche Ausstattung und ein HD-Display integrieren oder für nur unwesentlich mehr Geld, als MSI für sein Wind U160 verlangt, Celeron-Prozessor und mehr Arbeitsspeicher anbieten, dann wird es das Gerät wohl schwer haben.

Wem jedoch das Design gefällt und wer sich mit weniger als 15 Stunden maximaler Akkulaufzeit nicht abfinden mag, wer zudem die Pluspunkte des Gerätes wie Hardware-Wirelesschalter, solide Verarbeitung, ordentliche Anschlussausstattung und gute Eingabegeräte zu schätzen weiß, der kann MSIs Goldjungen in die engere Wahl nehmen.

Testergebnisse im Detail
Die Einzelbewertungen im Überblick
  1. Erster Eindruck1,7 (Gut)
  2. Ausstattung4,4 (Ausreichend)
  3. Display3,2 (Befriedigend)
  4. Eingabegeräte2,3 (Gut)
  5. Temperatur1,7 (Gut)
  6. Betriebsgeräusche1,8 (Gut)
  7. Anschlüsse2,4 (Gut)
  8. Akku und Energieverbrauch1,3 (Sehr gut)
  9. Software und Zubehör3,0 (Befriedigend)
  10. Leistung4,4 (Ausreichend)
  11. Praxis2,6 (Befriedigend)
Benchmark
BenchmarksErzielter MesswertBestwert aller Tests
Everest RAM Read4362 MB/sMax. 20490 MB/s
Everest RAM Write3172 MB/sMax. 28089 MB/s
Everest RAM Latenz99.9 nsMin. 27.6 ns
Everest HDD Random Read48.7 MB/sMax. 1013.7 MB/s
Everest CPU Queen4043 Pkt.Max. 50362 Pkt.
Cinebench R10 32 Bit (Single)579 Pkt.Max. 5704 Pkt.
Cinebench R10 32 Bit (Multi)888 Pkt.Max. 21307 Pkt.
Cinebench R10 32 Bit (OpenGL)250 Pkt.Max. 9005 Pkt.
Videokonvertierung2259 Sek.Min. 32 Sek.
niedriger ist besserhöher ist besser
Akkulaufzeit
AuslastungErzielter MesswertBestwert aller Tests
Vollast4 Std. 3 Min.Max. 5 Std. 15 Min.
Maximal15 Std. 0 Min.Max. 24 Std. 53 Min.
Praxis7 Std. 46 Min.Max. 13 Std. 36 Min.
Durchschnittlicher Energieverbrauch

16 Watt
Stromkosten im Jahr bei der durchschnittlichen Verwendung von 6 Stunden täglich bei 24,00 Cent pro kWh: 6 Stunden x 365 Tage x 0,016 kWh x 24,00 Cent = 8,41 EUR