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  3. Test MSI Wind U135-4515W7S - Bringt Pinetrail einen echten Mehrwert?

Erster Eindruck vom MSI Wind U135-4515W7S

Recht unscheinbar kommt das MSI Wind U135 in schwarzem Kunststoff-Gewand. In der Mitte des Gehäuses prankt stolz das "msi"-Logo. Die Handballen-Ablage ist im metallic-Look gehalten und ebenfalls aus Kunststoff. Glänzende Gehäuse sind nach wie vor im Trend. Eine unerwünschte Nebenwirkung sind hierbei die zahlreichen Fingerabdrücke, die bereits nach fünf Minuten Betrieb das ganze Gehäuse zieren. Mit seiner kompakten und leicht rundlichen Bauweise wirkt das MSI Wind U135 recht robust. Zudem ist das Netbook äußerst leicht; im Rucksack dürfte es sich kaum bemerkbar machen. An der Vorderkante des Gehäuses befinden sich ganze 8 Status-LED, die dem Nutzer Rückmeldung über den Betriebsstatus, Stromversorgung und diverse Peripherie wie WLAN geben. Ablesbar sind diese LED sowohl bei geöffnetem als auch zugeklapptem Gehäusedeckel. Ungewöhnlich ist, dass es beim MSI Wind U135 keinerlei Zusatztasten gibt – nicht einmal zur Deaktivierung des Touch-Pads. Sämtliche Einstellungen müssen also über Software oder die fn-Tasten vorgenommen werden.

Technische Daten und Ausstattung

Im MSI Wind U135 werkelt ein neuerer Intel Atom N450 Prozessor, dessen Kern mit 1,66 GHz taktet. An Arbeitsspeicher stehen die klassenüblichen 1024 MB zur Verfügung, hier kann jedoch nachgerüstet werden. Die Anzeige übernimmt ein überholter Grafikchip vom Typ Intel GMA 3150, der sich seinen Speicher mit dem RAM teilen muss. Die eingebaute Festplatte fasst immerhin 160 GB, ein optisches Laufwerk steht konstruktionsbedingt nicht zur Verfügung.

Anschlüsse

Das MSI Wind U135 bietet drei USB 2.0 Anschlüsse sowie eine Ethernet-Schnittstelle. Der integrierte CardReader liest 4 Kartenformate, unter anderem auch die bei Digitalkameras mittlerweile weit verbreiteten SDHC-Karten. Mit dem integrierten Bluetooth-Modell kann Verbindung mit dem Mobiltelefon oder anderen schnurlosen Geräten aufgenommen werden. Für den Internetzugang steht weiterhin ein WLAN-Adapter zur Verfügung, der Geschwindigkeiten bis zu 300 MBit/s unterstützt.

Software und Zubehör

Die Software-Ausstattung lässt sich bestenfalls als mager beschreiben. Für die Sicherheit sorgt die Software Suite von Norton; MSI BurnRecovery erstellt Backups – ohne externen Brenner ist das Programm aber nur eingeschränkt zu gebrauchen. Für Office 2007 gibt es nur eine Testversion, immerhin steht mit Microsoft Works wenigstens eine funktionstüchtige Alternative zur Verfügung.

Display

Die Helligkeit des Displays ist in Ordnung. Die höchste Beleuchtungsstufe bleibt auch im Akku-Betrieb wählbar. Es bietet durch seine verspiegelte Oberfläche knackige Farben und einen hohen Kontrast, wird bei direkter Lichteinstrahlung aber unablesbar. Bei Netbooks eher ein Nachteil, da sie selten ausschließlich am Schreibtisch eingesetzt werden. Die Reaktionszeit lässt des Weiteren zu wünschen übrig. Beim Verschieben von Fenstern sind Schlieren deutlich zu erkennen. Der Betrachtungswinkel ist zu den Seiten hin okay, nach oben hin wirken die Farben schnell ausgewaschen.

Eingabegeräte

Generell fallen die Tasten des MSI Wind U135 recht klein aus. Vorteilhaft ist aber der kleine Rahmen, der sich um jede einzelne der Tasten befindet. So wird effektiv verhindert, dass Schmutz eindringt; auch vertippt man sich seltener. Die Tasten sind recht weich, verfügen aber über einen klar definierten Druckpunkt. Unverständlich blieb beim Test, warum das Touchpad vollkommen ohne Scrollfähigkeit auskommen muss. Es ist einfach nervig, wenn man bei jedem Scrollvorgang, beispielsweise im Internet, auf die Balken an der Seite des Fensters angewiesen ist. Die beiden Tasten sind in einer Art Wippe vereint, wodurch der Druckpunkt an den Seiten am weichesten und zur Mitte hin deutlich fester wird.

Temperatur

Besonders bei kleinen Gehäusen wie denen von Netbooks ist es besonders wichtig, eine effiziente Kühlvorrichtung zu verbauen, da wenig Platz ist für die Abwärme, zu entweichen.Resultat ist eine CPU Temperatur von doch beträchtlichen 69° unter Last und 60° im Normalbetrieb. Kühler bleibt die Festplatte, die sich auf 38°C erwärmt. Für viele Nutzer ist auch die Gehäusetemperatur wichtig. Wird die Handballenablage sehr heiß? Lässt sich das Netbook komfortabel auf dem Schoß bedienen, ohne dass man das Gefühl hat, die Beine würden gleich verbrennen?

Betriebsgeräusche

Noch nie gehörte die Wind Reihe von MSI zu den leisen Netbooks. Auch das MSI Wind U135 ist schon im Praxisbetrieb mit 37,3 db(A) recht laut. Unter Last steigt der Schalldruckpegel auf 38,4 db(A) an. Das gibt der Bezeichnung "Wind" gleich eine ungewollt komische Bedeutung. Lediglich beim Start und in den ersten Minuten des Betriebs ist das Netbook kaum hörbar.

Leistung

Das von einem Netbook keine Bestleistungen zu erwarten sind, dürfte den meisten Kunden klar sein. Daran ändert auch die neue "Pinetrail"-Architektur von Intel nichts, die beim Wind U135 bei MSI erstmalig zum Einsatz kommt.

Entsprechend niedrig sind die Punktzahlen und Werte der einzelnen Benchmarks. Die RAM-Geschwindigkeiten liegen sowohl beim Lesen als auch beim Schreiben bei unter 4000 MB/s. Magere 155 Punkte beim 3D Mark 2006 unterstreichen die katastrophale Rechen- und 3D-Leistung dieser kleinen Geräte. Die Konvertierung eines 20 minütigen Videos in das WMV-Format bei mittlerer Qualität dauerte über 50 Minuten. All dies unterstreicht, dass Netbooks vor allem als Zweitrechner geeignet sind und bei anspruchsvollen Aufgaben schnell schlapp machen. Aber auch für durchschnittliche Anwender macht sich die schwache Rechenleistung bemerkbar: Hochauflösende HD-Videos sind nicht ohne Ruckeln abspielbar. Das ist einerseits durch die langsame CPU zu erklären, andererseits auch durch das Versäumnis von MSI, dem MSI Wind U135 einen Grafikchip mit HD-Decoder zu spendieren. In einem Bereich schlägt das MSI Netbook jedoch auch die großen Konkurrenten: Die integrierte Festplatte ist äußerst schnell, schaufelt sie doch bei zufälligen Lesezugriffen über 70 MB Daten pro Sekunde.

Akku und Energieverbrauch

MSI verzichtet beim MSI Wind U135 auf den sonst verbreiteten 6-Zellen-Akku. Dadurch muss sich der Käufer mit 3 Zellen und einer daraus resultierenden, realistischen Laufzeit-Erwartung von 5 Stunden vorlieb nehmen. Unter Last macht das Netbook nach 3 Stunden und 40 Minuten schlapp. Der Stromverbrauch reicht von 8 Watt im Idle-Betrieb, über 14 Watt in der Praxis bis hin zu 38 Watt unter Volllast.

Praxis

Das MSI Wind U135 nutzt Windows 7 Starter als Betriebssystem. Diverse Funktionen, wie beispielsweise Aero, sind mit diesem Betriebssystem nicht möglich. Die Arbeitsgeschwindigkeit beim MSI Wind U135 ist soweit in Ordnung, immerhin bietet der Prozessor HyperThreading, und kann somit zwei Tasks parallel bearbeiten.

Enttäuschend zeigten sich die Lautsprecher. Bass-Lines bei Songs sind schlicht nicht vorhanden, dafür klingen die Höhen derart überspitzt, dass selbst das Hören der eigenen Lieblingslieder nach kurzer Zeit Kopfschmerzen verursacht. Die integrierten Lautsprecher eignen sich also bestenfalls für Stimmen. Für Präsentationen steht ein VGA-Ausgang zur Verfügung.

Zusammenfassung

Das MSI Wind U135 bietet eine recht gute Tastatur, die zügiges Arbeiten ermöglicht. Durch die extrem schnelle Festplatte werden Kopiervorgänge in kurzer Zeit durchgeführt. Allerdings kann das MSI Wind U135 trotz der neuen Architektur weder in punkto Leistung noch bei der Akku-Laufzeit überzeugen, auch der ständig aktive Lüfter gehört nicht gerade zu den positiven Aspekten dieses Netbooks. Die fehlende Scrollfähigkeit macht die Bedienung unnötig schwierig. Das MSI Wind U135 hat somit zu viele teils gravierende Schwächen und bietet zu wenig neue Features, um im direkten Vergleich mit der Konkurrenz bestehen zu können. Hier muss nachgebessert werden

Testergebnisse im Detail
Die Einzelbewertungen im Überblick
  1. Erster Eindruck2,0 (Gut)
  2. Ausstattung3,1 (Befriedigend)
  3. Display2,8 (Befriedigend)
  4. Eingabegeräte2,7 (Befriedigend)
  5. Temperatur2,0 (Gut)
  6. Betriebsgeräusche2,8 (Befriedigend)
  7. Anschlüsse1,8 (Gut)
  8. Akku und Energieverbrauch1,6 (Gut)
  9. Software und Zubehör3,0 (Befriedigend)
  10. Leistung3,4 (Befriedigend)
  11. Praxis2,6 (Befriedigend)
Benchmark
BenchmarksErzielter MesswertBestwert aller Tests
3DMark06155 Pkt.Max. 28871 Pkt.
Everest RAM Read3837 MB/sMax. 20490 MB/s
Everest RAM Write3038 MB/sMax. 28089 MB/s
Everest RAM Latenz105.5 nsMin. 27.6 ns
Everest HDD Random Read71.8 MB/sMax. 1013.7 MB/s
Everest CPU Queen3928 Pkt.Max. 50362 Pkt.
Cinebench R10 32 Bit (Single)499 Pkt.Max. 5704 Pkt.
Cinebench R10 32 Bit (Multi)870 Pkt.Max. 21307 Pkt.
Cinebench R10 32 Bit (OpenGL)297 Pkt.Max. 9005 Pkt.
Videokonvertierung3037 Sek.Min. 32 Sek.
niedriger ist besserhöher ist besser
Akkulaufzeit
AuslastungErzielter MesswertBestwert aller Tests
Vollast3 Std. 39 Min.Max. 5 Std. 15 Min.
Maximal6 Std. 15 Min.Max. 24 Std. 53 Min.
Praxis5 Std. 0 Min.Max. 13 Std. 36 Min.
Durchschnittlicher Energieverbrauch

14 Watt
Stromkosten im Jahr bei der durchschnittlichen Verwendung von 6 Stunden täglich bei 24,00 Cent pro kWh: 6 Stunden x 365 Tage x 0,014 kWh x 24,00 Cent = 7,36 EUR