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Intel Kaby Lake G

Die Intel Kaby Lake G-Prozessor sind mobile High-End-Chips für Ultrabooks und Gaming-Noteboks, die am 7. Januar 2018 vorgestellt wurden. Die Chips sind mit Intel CPUs der 8. Generation ausgestattet und verfügen über eine eingebettete AMD-Grafikkarte. Die Intel CPUs gehören zur Kaby Lake-R-Serie, d.h. es handelt sich um Quad-Core-Chips mit Hyper-Threading-Technologie für bis zu 8 Threads. Es gibt ein einzelnes i5-Modell mit einem Turbotakt von bis zu 3,8 Ghz und 4 verschiedene i7-Modelle, die mit bis zu 4,2 GHz takten. Während die CPU-Leistung bei den i7-Modellen kaum variiert, da alle einen 3,1 GHz Basistakt haben, gibt es bei der Leistung der eingebetteten AMD-GPU erhebliche Unterschiede. Der i5 und zwei der i7-Prozessoren verfügen über eine Radeon RX Vega M GL Grafikkarte, die mit 20 Compute Units ausgestattet ist. Die beiden stärkeren i7-Modelle haben hingegen eine Vega M GH mit 24 Compute Units und damit deutlich mehr Grafikpower. Beide GPUs verfügen über 4 GB High-Bandwidth-Memory der 2. Generation (HBM2). Alle Intel Kaby Lake G-Prozessoren unterstützen bis zu 64 GB Dual-Channel DDR3L-1600 und DDR4-2400 Speicher und haben 8 PCI-Express Lanes.

Architektur
Bei den Intel Kaby Lake G-Prozessoren treffen zwei Hersteller aufeinander, deren Komponenten auf einem einzigen Chip vereint werden. Es ist das erste Mal, dass Intel eine dedizierte GPU auf einem Prozessor-Package integriert hat und noch dazu das erste Mal, dass eine Grafiklösung eines Konkurrenten verwendet wird, zumal Intel und AMD ja auf dem CPU-Markt gegeneinander antreten. Von einem praktischen Standpunkt aus ist diese Symbiose jedoch durchaus sinnvoll, da Intel zwar integrierte High-End-Grafiklösungen plant, aber momentan noch nicht über die nötige Technologie verfügt. Auch für AMD ist diese Zusammenarbeit eine weitere Einnahmequelle, da der Hersteller bislang noch nicht im mobilen High-End CPU-Segment vertreten ist. Räumlich muss man sich einen Kaby Lake G-Prozessor so vorstellen, dass alle 3 Komponenten nebeneinander auf dem Chip angeordnet sind. Von links nach rechts sind das: das HBM2-Modul, die AMD GPU und die Intel CPU. Interessant ist, dass die Intel Kaby Lake-G-Prozessoren tatsächlich 2 verschiedene Fertigungstechnologien auf einem Chip vereinen. Die CPU wird mit Intels 14 nm+ Prozessknoten hergestellt, während die GPU auf dem 14 nm Prozessknoten von GlobalFoundries aufbaut, der auch für alle anderen 14 nm Grafikkarten aus dem Hause AMD benutzt wird. Das CPU-Package verfügt über 20 PCIe 3.0 Lanes, 8 davon sind für die Anbindung der GPU and die CPU reserviert, 4 weitere für die Anbindung der CPU and das Chipset. Die 8 übrigen Lanes sind für Komponenten auf dem Motherboard verfügbar. Intel übernimmt mit den CPUs die Stromverteilung von den OEMs. Die Prozessoren haben entweder eine 65 Watt oder 100 Watt TDP, die von dem Package frei auf CPU und GPU verteilt werden können. Das Package kann somit entscheiden, welche Komponente mehr Strom für höhere Taktfrequenzen bekommt. Intel gibt lediglich an, dass das Strom-Management des Packages insgesamt effizienter als mit einer dedizierten Grafikkarte ist. Wir wissen daher nicht, welches Strom-Budget CPU und GPU haben.

Unabhängig davon, ob eine Radeon Vega M GH oder GL auf dem Prozessor integriert ist, sind immer 4 GB HBM2 vorhanden. Der HBM2 ist an die Radeon GPU über Intels Embedded Multi-Die Interconnect Bridge (EMIB) angebunden, ein schnelles Interconnect für kurze Entfernungen, das kleine Silizium-Teile für die Traces benutzt, anstatt die klassischen Kupfer-Traces. Die Intel-CPU der Kaby Lake G-Chips verfügt trotzdem zusätzlich über eine integrierte GPU, eine Intel HD Graphics 630 (nicht UHD). Die iGPU ist voll funktionsfähig und wird wahrscheinlich aufgrund ihres geringeren Stromverbrauchs für Desktop-Grafikdarstellung und Video-Wiedergabe zum Einsatz kommen, wo die Leistung der AMD GPU nicht benötigt wird.

Leistung
Laut Intel sind die Kaby Lake G-Modelle mit Radeon Vega M GL rund 30% leistungsfähiger als eine Kombination aus dem i7-8550U und der GTX 1050 von NVIDIA. Allerdings muss darauf hingewiesen werden, dass es sich bei dem i7-8550U um eine 15 Watt CPU handelt, während die Kaby Lake-G-CPUs insgesamt 65 Watt oder 100 Watt TDP haben. Die höhere Leistung könnte also auch dadurch entstehen, dass die CPU mehr Leistung entfalten kann. Die Modelle mit Radeon Vega M GH wurden mit dem i7-7700HQ und der GTX 1060 Max-Q von NVIDIA vergleichen und sind sogar etwas leistungsfähiger. Die Prozessoren eigenen sich daher hervorragend für eSports-Titel und 1080p-Gaming.
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