Notebook Prozessoren Kaufberatung: Einfach erklärt mit Intel und AMD

Unsere Kaufberatung für Notebook Prozessoren erklärt einfach und schnell worauf es ankommt. Kaum ein Markt schreitet technisch in solch riesigen Schritten voran wie der für Notebooks und Notebook-Prozessoren. Doch etwas hat sich in all den Jahren nicht verändert: Nach wie vor ist der Prozessor die mit Abstand wichtigste Komponente eines Notebooks. Keine andere Komponente hat einen so großen Einfluss auf die Gesamtleistung und bestimmt letztendlich, wofür sich das Notebook am besten eignet. Grund genug, in unserem Prozessor-Vergleich auf die neuesten Entwicklungen- im Prozessormarkt einzugehen und Ihnen einen Ratgeber an die Hand zu geben, der es Ihnen ermöglicht, den jeweils für Sie am besten passenden Prozessor aus der ungeheuren Auswahl zu wählen.

Dual-Core, Quad-Core, ULV: Welcher Prozessor ist der richtige für Sie?

Intel-Prozessor der vierten GenerationBildquelle: Intel
Fotogalerie (14)
Modernste Technik auf engstem Raum: Ein aktueller Prozessor von Intel. Doch auch AMD hat leistungsfähige Chips im Angebot. Wir erklären welcher Prozessor

Angesichts der riesigen Auswahl an erhältlichen Notebooks und Prozessoren, kommt man als Käufer nicht drum herum, sich bereits vor Erwerb des neuen, mobilen Arbeitsbegleiters Gedanken zu machen, wofür man das Notebook überhaupt einsetzen möchte. Denn die verschiedenen Prozessoren unterscheiden sich nicht nur in ihrer Leistungsfähigkeit und ihrem Preis, sondern auch in Sachen Mobilität und Akkulaufzeit. Natürlich lässt sich mit einem schnell getakteten Quad-Core-Prozessor jede Art von Aufgabe ruckzuck erledigen, der Akku ist dann allerdings genauso schnell leer.

Durchstöbern Sie auch unsere Prozessoren-Datenbank
- Kaufberatung Einsteiger Prozessoren
- Kaufberatung Netbook Prozessoren
- Kaufberatung Multimedia Prozessoren
- Kaufberatung Gaming- und Highend-Prozessoren
- Kaufberatung Tablet Prozessoren
- Kaufberatung Ultra Low Voltage Prozessoren

Da besonders die Niedrigspannungsprozessoren (ULV) zurzeit sehr gefragt sind und immer leistungsfähiger werden, lautet eine der wichtigsten Fragen also: Soll das Notebook vor allem an einem festen Ort zum Arbeiten genutzt werden, oder legen Sie hohen Wert auf Mobilität und lange Akkulaufzeiten? Denn besonders der Markt für Subnotebooks ist in den letzten Jahren deutlich gewachsen. Das ist nicht zuletzt auf Intels „Ultrabook“-Offensive zurückzuführen, aber auch auf die kombinierten Recheneinheiten von AMD, die sparsame Prozessoren mit leistungsstarken Grafikchips verbinden. Sofern Sie das Notebook also vor allem zum Arbeiten verwenden möchten, oder aber auch zum Surfen im Internet, für die Wiedergabe von Medien oder gar für das ein oder andere Spiel zwischendurch, so sind Sie mit einem Niedrigspannungsprozessor gut beraten. Zwar sind entsprechende Modelle häufig niedriger getaktet als „normale“ Notebook-Prozessoren, doch sowohl AMD als auch Intel setzen mittlerweile bei vielen Modellen Funktionen wie TurboBoost (Intel) und TurboCore (AMD) ein, welche die Taktfrequenz des Prozessors bei Bedarf temporär erhöhen. Der eigentliche Nachteil der niedrigen GHz-Zahl kann dadurch teilweise kompensiert werden.

Während Niedrigspannungsprozessoren von Intel eigentlich immer mit zwei Kernen ausgestattet sind, also zu den Dual-Core-Prozessoren gehören, findet man bei der Konkurrenz von AMD Modelle mit zwei und vier Rechenkernen. Zwar sind Niedrigspannungsprozessoren oftmals kaum günstiger als andere Notebook-Prozessoren, doch bringen sie neben dem niedrigen Stromverbrauch weitere Vorteile mit: Durch die geringere Wärmeentwicklung sind Notebooks mit solchen Prozessoren oft kühler und leiser. Da verwundert es kaum, dass längst nicht mehr nur Subnotebooks und Ultrabooks auf die sparsamen Prozessoren setzen. In letzter Zeit gab es immer öfter auch 15- und 17-Zoll-Notebooks mit diesen Niedrigspannungsprozessoren.

Liegt der Fokus beim Kauf jedoch eher auf der Leistungsfähigkeit, ist man mit einem herkömmlichen Notebook-Prozessor besser beraten. Auch solche Prozessoren setzen auf Turbo-Funktionen, mit denen oftmals temporäre Taktraten von über drei Gigahertz erreicht werden können. Prinzipiell wird ein Quad-Core-Prozessor dann besonders interessant, wenn mit dem Notebook auch rechenintensive Aufgaben wie Video-Konvertierung oder Rendering durchgeführt werden. Entsprechende Programme profitieren nämlich stärker von einer Parallelisierungdes Rechenaufwands als andere Software. Auch viele Spiele können mittlerweile vier physische Prozessorkerne nutzen, wobei für Games nach wie vor die Grafikkarte die wichtigere Komponente ist. Als Zwischenlösung bieten sich gewöhnliche Dual-Core-Prozessoren an. Sie sind deutlich höher getaktet als ihre Niedrigspannungs-Pendants und meist auch als Quad-Core-Prozessoren, gleichzeitig aber auch preiswerter, weshalb man sie vor allem in günstigeren Allround-Notebooks häufig findet. Doch wie unterscheiden sich die Hersteller voneinander, und welche Unterschiede gibt es in den verschiedenen Preisklassen der Prozessoren?

Günstig und gut oder teuer und schnell: In welcher Preisklasse Sie fündig werden

Selten konnte man so günstig ein Notebook erstehen wie heutzutage. Denn AMD und Intel haben für jede Preisklasse zahlreiche Modelle im Angebot, so dass die Frage nur lauten kann: Wie viel sind Sie bereit auszugeben? Denn wer am Prozessor spart, muss mit diversen Einschränkungen rechnen, die sich nicht (nur) an der Taktfrequenz zeigen. Intel beispielsweise bietet neben seinen bekannten Prozessorserien Core i3, Core i5 und Core i7 auch Pentium- und Celeron-Modelle als Einsteiger-Prozessoren an. Doch während Intel Core i5 und Intel Core i7 den bereits erwähnten Turbomodus nutzen können, ist das bei den günstigeren drei Baureihen nicht der Fall. Auch die Hyper-Threading-Technik, welche die Leistung bei parallel laufenden Aufgaben deutlich erhöht, ist lediglich den beiden teureren Prozessorserien vorbehalten. Während beispielsweise der fehlende Turbotakt bei „gewöhnlichen“ Notebook-Prozessoren wegen des relativ hohen Grundtaktes jenseits von 2 Gigahertz nicht so sehr ins Gewicht fällt, macht es bei einem Subnotebook durchaus einen Unterschied, ob der Prozessor an eine Taktfrequenz von 1,7 GHz gebunden ist, wie beispielsweise der Intel Core i3 4010U, oder ob er kurzfristig Taktraten von weit über zwei Gigahertz erzielen kann, wie es bei den Prozessoren der Core i5 Reihe der Fall ist. Abgesehen von diesen beiden Technologien unterscheiden sich die günstigen Pentium- und Celeron-Serien von den Intel Core-i-Baureihen vor allem durch einen stark abgespeckten Grafikchip, der tatsächlich nur für wenig mehr als die reine Bildausgabe taugt.

In der unteren Preisklasse ist zudem AMD mit seinen kombinierten Recheneinheiten sehr stark vertreten, insbesondere mit den A-Series und E-Series-Baureihen. Vorteil der AMD-Prozessoren sind ganz klar die im Vergleich mit Intel auch im unteren Preissegment extrem leistungsfähigen Grafikchips, die eine dedizierte Grafikkarte oft auch für Gelegenheitsspieler überflüssig machen. Zudem bietet nur AMD auch im unteren Preissegment Quad-Core-Prozessoren an, obwohl diese sich architekturbedingt einige Komponenten teilen müssen, was sie langsamer macht als „echte“ Quad-Core-Prozessoren von Intel. Während die Niedrigspannungsmodelle von AMD oft ohne Turbofunktion auskommen müssen, können die für Allround- und Multimedia-Notebooks vorgesehenen Modelle ihren Takt temporär erhöhen, um zusätzliche Leistungsressourcen bereitzustellen. Im Gegensatz zu Intel beherrschen selbst die günstigeren Modelle von AMD diese Fähigkeit, was sie zu einer interessanten Alternative macht. Quad-Core-Prozessoren von AMD der A8- und A10-Reihe bieten eine tolle Allround-Performance, weil sie neben vier Kernen mit hoher Taktfrequenz auch schnelle Grafikchips bieten. Wer ohne dedizierte Grafikkarte auskommen möchte, aber nicht ohne Computerspiele, der macht mit diesen Modellen nichts verkehrt.

Im Highend-Bereich gibt hingegen Intel den Ton an. Die schnellen und effizienten Core i5- und Core i7-Prozessoren dominieren diesen Markt bereits seit längerer Zeit. Da überrascht es nicht, dass man unter den Multimedia- und Gaming-Notebooks kaum noch solche mit AMD-Prozessor findet. Sofern es denn ein Quad-Core-Prozessor sein soll, findet man in diesem Bereich vor allem mit den Intel Core i7-Prozessoren geeignete Modelle. Die Intel Core i5-Reihe hingegen ist stets nur mit zwei Kernen ausgestattet. Quad-Core-Prozessoren lassen sich an einem „Q“ hinter der Modellbezeichnung erkennen, der Buchstabe steht natürlich für „Quad“. Während die Intel-Boliden bei rechenintensiven Aufgaben eine tolle Figur machen und entsprechend schnell Videos in andere Formate konvertieren, Datenträger verschlüsseln oder Daten entpacken, sollten Hobby-Gamer unbedingt auf eine dedizierte Grafikkarte im Notebook achten. Denn obwohl die Rechenleistung der Intel-Prozessoren höher ist als bei der AMD-Konkurrenz, so ist die integrierte Grafiklösung nicht leistungsfähig genug, um aktuelle Spiele bei vernünftiger Bildqualität flüssig darstellen zu können – denn was nutzt der schnellste Prozessor, wenn die Computergegner im Ego-Shooter nur in Diashow-Geschwindigkeit über den Bildschirm ruckeln?

Den richtigen Prozessor erkennen: So behalten Sie den Durchblick

Nur allzu oft halten sich Versandhändler und Elektronik-Märkte mit technischen Details zurück, sodass Sie häufig wenig mehr über den verwendeten Prozessor wissen als eine kryptische Modellnummer, Taktfrequenz und vielleicht noch die Anzahl der Rechenkerne. Doch daraus lässt sich zumeist schon relativ viel ablesen. Ein Beispiel: Der Intel Core i7 4500U Prozessor gehört zur höchsten Leistungsklasse von Intel, der i7-Serie, besitzt zwei Kerne, da das „Q“ nach der Modellnummer fehlt und setzt auf einen möglichst geringen Energieverbrauch, gehört also zu den Niedrigspannungsprozessoren, worauf das „U“ in der Modellbezeichnung hindeutet. Noch sparsamer sind Prozessoren mit einem „Y“ in der Modellbezeichnung, man findet sie oft bei Convertibles oder Tablets. AMD verfolgt ein ähnliches Namensschema bei den bei Notebooks am meisten verbreiteten Prozessoren, der A-Serie. AMD unterscheidet in A4, A6, A8 und A10. Die schnellsten Modelle sind wenig verwunderlich die A8 und A10-Prozessoren. Leider war es das auch schon, AMD übt sich in sehr kryptischen Bezeichnungen und Modellnummern, die weder Rückschlüsse auf den maximalen Stromverbrauch geben, noch auf die Anzahl der Rechenkerne zulassen. Als Kunde hilft es da wohl oder übel nur, beim Anbieter anzufragen oder aber nach der konkreten Modellnummer zu suchen, beispielsweise hier auf Notebookinfo.de

Schnellere Prozessorgrafik, geringerer Verbrauch: Ein Ausblick

Der Tablet- und Smartphone-Markt macht es vor: Langfristig wird der Trend immer stärker in Richtung kombinierter Recheneinheiten gehen, Prozessoren also, die auf einem Chip auch einen Grafikchip und andere Komponenten wie beispielsweise den Speichercontroller unterbringen. Bereits in den letzten Jahren gab es in diesem Bereich geradezu sprunghafte Entwicklungen, weg von Ruckel-Grafik, hin zu vorzeigbaren Grafiklösungen auf dem Prozessor-Die. Dem Notebook-Markt kommt dabei auch eine Art Pionierrolle zu, hier schließlich zählen Energieeffizienz und kompakte Bauweisen besonders stark, während es dem Desktop-Rechner weitgehend egal ist, ob der Prozessor nun 80 oder 85 Watt aus der Steckdose zieht.

Das wird auch zu einer anderen Entwicklung führen: Dedizierte Grafikkarten werden bei Notebooks in Zukunft vermutlich immer seltener zu sehen sein. Denn dank moderner Prozessorarchitekturen, welche die Grafiklösung perfekt in den Chip integrieren und auch auf Prozessor-Komponenten wie den Cache zugreifen lassen, wird die dadurch gebotene Grafikleistung für das Gros der Kunden ausreichend sein, während dedizierte Grafikkarten ironischerweise durch die Prozessorentwicklung nach und nach in ein Nischendasein gedrängt werden. Denn: Wozu Geld und Platz in einen externen Grafikchip investieren, wenn es die Prozessorgrafik häufig (fast) genauso gut macht?

Auch der Energieverbrauch wird vermutlich in Zukunft noch weiter sinken. So konnte Intel die maximale Verlustleistung von einigen seiner Niedrigspannungsprozessoren von 17 auf 15 Watt senken verglichen zur letzten Generation. Doch während alle Hersteller die Energieeffizienz und die Entwicklung der Grafikleistung vor Augen haben, hat sich die Leistungsfähigkeit der Prozessoren über die letzten Jahre nicht in gleichem Maße weiterentwickelt. Hier ist die Frage, ob sich dieser Trend fortsetzen wird, oder ob es in Zukunft auch wieder deutlichere Leistungssprünge zwischen den verschiedenen Generationen geben wird.