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  3. Test Dell Inspiron Mini 10 - Licht und Schatten?

Erster Eindruck vom Dell Inspiron Mini 10

Ungewöhnlich. Schick. Schwarzweiß. Das sind die ersten drei Worte, die in der Redaktion gefallen sind, als das Dell Inspiron Mini 10 auf dem Tisch stand. Am augenfälligsten ist im Vergleich zu anderen Netbooks und auch zu früheren Dell Minis, dass der Bildschirm nun etwa 2 Zentimeter vor dem hinteren Rand des Gehäuses sitzt. Das hat laut Dell den Vorteil, dass die Scharniere vom Gehäuse umbaut sind und dadurch mehr Stabilität gewinnen.

Auch gut gefällt uns die weiße Lackierung unseres Gehäuses, wobei das Mini 10 in der Mindestausstattung komplett in glänzendem Schwarz zum Nutzer kommt. Wer 49 Euro Aufpreis investiert, der kann aus diversen Farben auswählen, wer noch etwas mehr drauflegt kann seit neuestem in Dells Designstudio auch Künstlerentwürfe, Nagellackdesigns und passend zur Weltmeisterschaft Landesfarben auf seinem Netbook aufbringen lassen. Das Innere und auch die Oberseite des Bürzels hinter dem Monitor bleibt stets Schwarz.

Die Handballenauflage ist mit einer leichten Struktur versehen, die sich sehr wertig anfühlt. Nimmt man noch die runden Formen und die ungewöhnliche Keilform des Gehäuses dazu, so muss man Dell eindeutig zur Material-, Oberflächen- und Designwahl beglückwünschen. Wenn der etwas gewagte Überstand hinter dem Monitor vielleicht auch nicht jedermanns Geschmack trifft, uns gefällt er.

Die Stabilität des Gehäuses ist insgesamt gut, hat aber doch einige Schwachpunkte: Während sich Handballenauflage und Unterseite nicht einen Millimeter eindrücken lassen, gibt die Tastatur an manchen Stellen nach und auch der Bildschirm lässt sich leicht verwinden. Dadurch lassen sich sogar Bildstörungen auf dem Monitor erzeugen.

Technische Daten und Ausstattung

Den Atom-Prozessor N450 kennt man aus vielen Netbooks, ebenso den integrierten Grafikchip von Intel. Sie liefern nur sehr grundlegende Leistung für Bürotätigkeiten und bekommen mit Videos in HD schnell Probleme. Zusätzlich integriert Dell eine Festplatte mit 250 GB, etwas höher als der aktuelle Durchschnitt von 160 GB.

Optional soll man sogar einen eigenständigen Grafikchip einbauen lassen können, der die Grafikleistung verbessert oder einen TV-Tuner, über den man DVBT empfangen kann. Zum Zeitpunkt des Tests konnten wir diese Optionen nur per Telefon bestellen, über Internet sind sie nicht verfügbar.

Anschlüsse

Vorne sind keinerlei Anschlüsse platziert, so dass die Vorderkante recht schmal gehalten werden kann. An der Rückseite befindet sich rechts der Stromeingang und links der Anschluss für ein Notebookschloss.

Linkerhand befindet sich im vorderen Bereich ein Kartenleser, der SD-, Multimedia- und Memory Stick-Medien liest. Weiter hinten findet man zwei USB-Ports und dahinter einen VGA-Anschluss.

Rechts befinden sich, ebenfalls eher im hinteren Bereich ein Kopfhörer- und Mikrofonanschluss, dahinter ein weiterer USB-Port und ein LAN-Ausgang.

WLAN und Bluetooth sind verbaut und funken nach allen aktuellen Standards. Mobiles Internet lässt sich ebenfalls integrieren, kostet aber über 100 Euro Aufpreis.

Alles in allem ist die Anschlussausstattung genau auf aktuellem Netbookniveau und damit recht knapp bemessen.

Software und Zubehör

Eine sehr dünne Schaumstoffhülle umgibt das Gerät, nachdem man es ausgepackt hat. Man könnte sie als normales Verpackungsmaterial ansehen, aber auch als Zugabe, um das Netbook darin verpackt auch mal in eine Tasche stecken zu können. Wir tendieren eher zu ersterem, da sie das Netbook kaum schützen würde. Zudem legt Dell ungewöhnlicherweise ein Steckernetzteil bei, wie man es etwa vom Handy kennt, was uns aber gut gefällt.

Des Weiteren befinden sich in dem Karton eine Anleitung sowie drei DVDs mit Treibern, Betriebssystem und Software. Dell setzt scheinbar darauf, dass man die 70 Euro für ein externes DVD-Laufwerk, wie es über Dells Homepage angeboten wird, investiert. Sonst wären diese DVDs recht sinnlos, da das Mini 10, wie die allermeisten Netbooks kein optisches Laufwerk besitzt.

Das von anderen Dell-Geräten bekannte Dock befindet sich auch beim Mini 10 am oberen Bildschirmrand und bietet dort schnellen Zugriff auf oft verwendete Anwendungen, ähnlich wie die Windows Taskleiste. An weiterer Software installiert Dell seine eigene Webcam-Software, ein Wireless-Tool, das Support-Center, das Hilfe bei PC-Problemen bietet und einige Testversionen, unter anderem von Microsoft Office und McAfee Security.

Obwohl sie gegen Aufpreis sehr erweiterbar ist, ist die Softwareausstattung auf Dells Mini nicht sehr üppig. Einerseits ist es gut, dass Dell das Netbook nicht mit Werbung und Testsoftware überflutet, andererseits wären ein, zwei kostenlose Tools, etwa zur Medienverwaltung nett gewesen. Immerhin hat das Mini 10 einen hochauflösenden Bildschirm und eignet sich dadurch gut zum Videoschauen.

Display

Das Display des Inspiron Mini 10 ist nämlich mit einer Auflösung 1366 mal 768 an der Obergrenze dessen, was die kleine Grafiklösung darstellen kann. Durch die höhere Auflösung ist etwas mehr Platz auf dem Bildschirm und die Inhalte wirken schärfer als auf normalen Netbooks.

Schwarz sieht allerdings nicht wirklich dunkel aus und ist vor allem in der Mitte heller als an der Rändern des Bildschirms. Damit lassen sowohl der Schwarzwert, als auch die Gleichmäßigkeit der Ausleuchtung zu wünschen übrig. Dafür hat der Bildschirm viel Leuchtkraft und stellt Farben dank seiner glänzenden Beschichtung recht leuchtend dar.

Diese spiegelnde Beschichtung allerdings macht es wiederum schwer, unter hellem Licht zu arbeiten, da man eher eine Spiegelung des Nutzers, als den Bildschirminhalt erkennen kann. Die Blickwinkel sind nach links und rechts in Ordnung, nach oben und unten allerdings zu knapp, zumal sich der Bildschirm nicht allzu weit nach hinten klappen lässt.

Insgesamt ist das Display recht gut gelungen, abgesehen von den Schwächen bei den Blickwinkeln und der Ausleuchtung, die sich die meisten günstigen Monitore teilen. Die etwas höhere Auflösung gefällt uns gut, weil die Bildschirminhalte einfach schärfer wirken.

Eingabegeräte

Etwas beengt fühlen sich die Finger schon auf den gerade mal knapp 3 Millimeter auseinanderstehenden Tasten, die mit 1,4 Zentimetern in der Breite allerdings recht groß sind. Etwas schmal ist die Eingabetaste geraten und die Pfeiltasten sind wie so oft ebenfalls winzig, aber das muss man bei so einem kompakten Gerät wohl in Kauf nehmen.

Der Anschlag der Tasten ist gut, die Tastatur biegt sich zwar an einigen Stellen leicht durch, dem Schreibkomfort tut das aber keinen Abbruch. Zudem ist das Tastenfeld dank der keilförmigen Form des Notebooks leicht zum Benutzer geneigt.

Gut finden wir auch, dass Dell bei den F1-F12-Tasten die auf den selben Tasten liegenden Sonderfunktionen priorisiert hat. Diese sind groß und gut verständlich markiert und werden standardmäßig ausgelöst, für die Benutzung von F1-F12 hingegen muss man auf die Kombination mit der "Fn"-Taste zurückgreifen. Die beliebte Tastenkombination Alt + F4 zum Beenden von Anwendungen funktioniert weiterhin, wer es trotzdem nicht mag, der kann per Softwaretool die Priorisierung wieder auf die F1-F12-Tasten umstellen.

Das Touchpad, das recht mittig im Gehäuse sitzt, fällt vor allem durch seine recht niedrige, dafür breite Form und sein Layout ohne eigene Tasten auf. Die Tasten sind nämlich ganz einfach in die berührungsempfindliche Fläche des Touchpads integriert.

Das funktioniert so lange einigermaßen, bis jemand einen Finger auf die Tasten legt und mit dem anderen den Mauszeiger bewegt. Dann missversteht das System oft den zweiten Finger ebenfalls als Richtungsangabe für den Mauszeiger und der springt dann fröhlich über den Bildschirm. Auch sprechen die Tasten nicht sehr zuverlässig an und Doppelklicks wurden nur selten erkannt.

Die Fläche bietet zu wenig Höhe, wenn man nach unten will, muss man oft nachgreifen. Dies ist wohl ein kleiner Nachteil des "Bürzel-Designs", das vor dem Monitor nicht so viel Platz lässt.

Die Eingabegeräte bieten also dem Artikeltitel entsprechend Licht und Schatten: Die Tastatur ist zwar netbooktypisch recht klein, aber insgesamt doch ganz ordentlich, während das Touchpad mit seinen eingebauten Tasten nicht wirklich gut funktioniert.

Temperatur

Zu den Temperaturen sind zwei Dinge zu sagen: Erstens: Für die verbauten leistungsschwachen Komponenten wird Dells Inspiron Mini 10 zu warm. Zweitens: Das Gerät hat keinen Lüfter, die hohe Erwärmung ist also billigend in Kauf genommen.

Betriebsgeräusche

Wo kein Lüfter, da kaum ein Geräusch. Das dachte sich wohl auch Dell und ließ den Lüfter einfach weg. Dadurch wird das Gerät zwar etwas wärmer, aber das Betriebsgeräusch vor dem Gerät ist schlicht und ergreifend nicht vorhanden. In einer völlig schalldichten Umgebung könnte man vielleicht die Festplatte rattern hören, in unserem Testlabor schlägt unser Testgerät in allen Testszenarien nur bis 29,0 dB(A) aus und das heißt: Himmlische Ruhe.

Leistung

Für die meisten Netbooks mit Atom-Prozessor gilt: Recht viel mehr als Internet surfen und Textverarbeitung ist leistungstechnisch leider nicht drin. Schon die Werte aus unseren synthetischen Benchmarks sprechen dafür: Nur 727 Punkte im Cinebench R10, wenn mehrere Aufgaben gleichzeitig berechnet werden und nur 3933 Punkte im Everest CPU Queen Benchmark. Die Balken rechts zeigen Ihnen, wie diese Ergebnisse einzuordnen sind: Am unteren Rand.

Festplatte und Arbeitsspeicher verhalten sich ebenfalls recht üblich für Atom-Netbooks. Lediglich der Datendurchsatz der Festplatte ist mit 63,6 MB pro Sekunde ganz ordentlich.

Insgesamt erwirbt man mit dem Dell Inspiron Mini 10 also ein Netbook, das genau die gleichen Leistungswerte wie die Konkurrenz bietet. Einerseits ist es beruhigend zu wissen, dass es keine großen Leistungsunterschiede in dieser Klasse gibt, andererseits wäre eine allgemein etwas höhere Leistung in vielen Anwendungen doch von Vorteil.

Akku und Energieverbrauch

Beim Energieverbrauch gibt sich das Dell Inspiron Mini 10 ein bisschen hungriger als seine Atom-Artgenossen: 9 Watt im unbenutzten Zustand sind 1 bis 2 Watt mehr, als die Konkurrenz und auch beim Höchstverbrauch von 30 Watt liegt das Mini 10 um 2 Watt höher als der Mitbewerb. Vielleicht liegt es am hellen Bildschirm, signifikant sind die Unterschiede zu anderen Netbooks jedenfalls nicht.

Die Batterie allerdings hat Dell vorsichtshalber etwas stärker gemacht: Immerhin 56 Wattstunden liefert der 6 Zellen-Akku an Energie. Damit erreichen wir in unserem Test eine maximale Akkulaufzeit von 8:35 Stunden. Das ist sehr ordentlich. Als minimale Akkulaufzeit erhalten wir immer noch recht ansehnliche 5:15 Stunden und im Praxistest mit Surfen per WLAN im Internet erhalten wir etwas längere 6:04 Minuten.

Insgesamt zahlt sich der starke Akku aus: Mit ihm erreichen die Akkulaufzeiten des Dell Inspiron Mini 10 ein sehr gutes Niveau.

Praxis

Wohl durch die für ein Netbook recht hohe Auflösung des Monitors und die vielen Pixel, die der integrierte Grafikchip berechnen muss, wird das Anschauen eines FullHD-Videos zur Diashow. Selbst im Höchstleistungsmodus und bei eingestecktem Netzteil. Klar, dass die Performance im Energiesparmodus noch schlechter wird und die Bilder immer seltener. Flash-Videos aus dem Internet oder Filme in normaler DVD-Auflösung kann man aber problemlos anschauen.

Zudem ist der Sound der kleinen Lautsprecher recht kräftig: Die maximale Lautstärke ist wohl die höchste, die wir je bei einem Netbook gehört haben. Dabei sind die Mitten überbetont, während Bässe fast völlig fehlen. Trotzdem ist der Klang alles in allem recht ausgewogen, so dass man auch mal ein mp3 mit den internen Lautsprechern anhören kann.

Zusammenfassung

Der Titel des Artikels bezog sich nicht nur auf die schwarz-weiße Farbkombination unseres Testgeräts oder den hellen Bildschirm, sonder auch, man könnte uns nun prophetische Kräfte nachsagen, auf das Ergebnis des Tests: In einigen Bereichen, wie Monitor oder Lautstärke schneidet das Dell Inspiron Mini 10 wesentlich besser ab, als andere Netbooks, dafür verliert es Punkte beim Touchpad und der Lautstärke.

Jedenfalls hat sich Dell etwas getraut: Das fast schon gewagte Design und das Weglassen des Lüfters lassen jedenfalls einen gewissen Wagemut erkennen. Die mögliche Zusatzaustattung des Geräts lässt ebenfalls aufhorchen: TV-Tuner, Grafikchip und Künstlerdesigns für den Deckel verspricht Dell als Optionen. Bis auf die Künstlerentwürfe ließ sich das aber zum Zeitpunkt des Tests alles nur per Telefon bestellen.

Insgesamt ist das Dell Inspiron Mini 10 ein gelungenes Netbook, bei dem man als Kunde die Vorteile eines hochauflösenden Monitors, des völlig lautlosen Betriebs und guter Lautsprecher gegen die Nachteile der Erwärmung und des mäßigen Touchpads abwägen muss.

Testergebnisse im Detail
Die Einzelbewertungen im Überblick
  1. Erster Eindruck1,4 (Sehr gut)
  2. Ausstattung3,3 (Befriedigend)
  3. Display2,0 (Gut)
  4. Eingabegeräte2,5 (Gut)
  5. Temperatur2,6 (Befriedigend)
  6. Betriebsgeräusche1,0 (Sehr gut)
  7. Anschlüsse3,2 (Befriedigend)
  8. Akku und Energieverbrauch1,3 (Sehr gut)
  9. Software und Zubehör2,4 (Gut)
  10. Leistung3,6 (Ausreichend)
  11. Praxis2,0 (Gut)
Benchmark
BenchmarksErzielter MesswertBestwert aller Tests
Everest RAM Read4167 MB/sMax. 20490 MB/s
Everest RAM Write3036 MB/sMax. 28089 MB/s
Everest RAM Latenz105.3 nsMin. 27.6 ns
Everest HDD Random Read63.6 MB/sMax. 1013.7 MB/s
Everest CPU Queen3933 Pkt.Max. 50362 Pkt.
Cinebench R10 32 Bit (Single)418 Pkt.Max. 5704 Pkt.
Cinebench R10 32 Bit (Multi)727 Pkt.Max. 21307 Pkt.
Cinebench R10 32 Bit (OpenGL)256 Pkt.Max. 9005 Pkt.
Videokonvertierung3459 Sek.Min. 32 Sek.
niedriger ist besserhöher ist besser
Akkulaufzeit
AuslastungErzielter MesswertBestwert aller Tests
Vollast5 Std. 15 Min.Max. 5 Std. 15 Min.
Maximal8 Std. 35 Min.Max. 24 Std. 53 Min.
Praxis6 Std. 4 Min.Max. 13 Std. 36 Min.
Durchschnittlicher Energieverbrauch

15 Watt
Stromkosten im Jahr bei der durchschnittlichen Verwendung von 6 Stunden täglich bei 24,00 Cent pro kWh: 6 Stunden x 365 Tage x 0,015 kWh x 24,00 Cent = 7,88 EUR