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  3. HP Spectre 13 im Test - Schlankes Luxus-Notebook

„Dieses Gerät ist flacher als flach“

HP Spectre 13-v000ng (Bild 1 von 14)Bildquelle: HP
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Style-Faktor: Optisch hat HP mit dem Spectre 13 ein heißes Eisen im Feuer. Der neue Begleiter modebewusster CEOs?

Extrem schlanke Notebooks kannten wir bisher nur lüfterlos bestückt mit Intel Core M Prozessoren. Ein scheinbares No-Go für mobile Nutzer, die auf ein leistungsstarkes System angewiesen sind. HP nimmt sich diesem Problem an und zeigt mit dem Spectre 13, dass der flachste Laptop der Welt nicht auf Performance verzichten muss. Nur 10,4 Millimeter hoch und lediglich 1,1 Kilo auf der Waage. Dennoch gibt es unter der Haube einen Intel Core i7 Chip mit 8 GB Arbeitsspeicher und einer 256 GB NVMe SSD. Doch das US-amerikanische Unternehmen will nicht nur auf dem Datenblatt überzeugen.

Auch das Design zeigt sich modern. Dark Ash Silver nennt HP den Farbton des Spectre 13, ein Grauton den wir bereits aus der Bang & Olufsen Limited Edition der Folio und x360 Serie kennen. Optische Akzente werden durch die kupferfarbenen Elemente gesetzt, die am Kolbenscharnier und dem rückseitigen Anschlusspanel goldähnlich ins Auge fallen. Natürlich alles auf Hochglanz poliert. Das fällt auf, sieht schick aus, zieht aber auch Fingerabdrücke magisch an. Ein Putztuch wird an diesen oft berührten Stellen zu eurem täglichen Begleiter werden. Darüber hinweg tröstet eine solide Verarbeitung und eine angenehme Haptik des Gehäuses aus Kohlefaser und Aluminium.

Die Anschlüsse unseres HP Spectre 13-v000ng Testgeräts lassen sich an einer Hand abzählen. Wir sichten drei USB 3.1 Typ-C Schnittstellen. Alle untergebracht an der Rückseite des Notebooks. Zwei davon arbeiten mit der aktuellen Gen-2-Technik, die unter anderem einen Support für Thunderbolt bietet. Alle vorhandenen USB-Ports können sowohl zum Aufladen des schlanken Ultrabooks, als auch zum Verbinden von Zubehör genutzt werden. Aufgrund der erst geringen Verbreitung von USB-C Hardware empfehlen wir euch zum Kauf eines Adapters. Im Netz tummeln sich hunderte davon, die einen kleinen USB-C-Anschluss in drei normalgroße, einen Kartenleser und zusätzlich HDMI umformen. Eine interessante Möglichkeit auch den Schreibtisch von Kabelgewirr zu befreien, unterwegs allerdings immer noch ein kompliziertes Unterfangen mit weiterem Zubehör.

HP Spectre 13-v000ng (Bild 5 von 14)Bildquelle: HP
Das neue Premium-Logo: HP verändert an der Rückseite des Spectre 13 seinen Schriftzug.

Zusätzlich zu den drei USB Typ-C 3.1 Anschlüssen bietet das HP Spectre 13 einen klassischen 3,5 Millimeter Klinke-Port für Kopfhörer oder Headsets. Gefunkt wird über Bluetooth 4.2 und WLAN-ac. Begleitet wird das Notebooks von einem Bang & Olufsen Audio-System mit vier Lautsprechern. Der Klang ist ordentlich, reißt uns allerdings nicht vom Hocker. Im Vergleich dazu bieten sogar die kleineren Apple-Geräte MacBook 12 und iPad Pro einen besseren Sound. Und das ganz ohne namenhaften Partner-Schriftzug auf dem Gehäuse.

Ein weiterer, wichtiger Faktor sind die Eingabegeräte. Trotz der geringen Bauhöhe schafft es HP eine vollwertige Tastatur mit einem angenehmen Tastenhub und einstufiger Hintergrundbeleuchtung zu verbauen. Vielschreiber werden sich freuen. Lediglich an die einzeilige Enter-Taste, die sich neuerdings im kompletten HP-Portfolio verbreitet, mussten wir uns gewöhnen. Das verglaste Touchpad hinterlässt im Test einen guten Eindruck. Sowohl beim Navigieren, als auch bei Multi-Touch-Gesten. Allerdings kämpft man immer noch gegen mechanische Mängel. Wie bei etlichen Notebooks besteht auch beim HP Spectre 13 nicht die Möglichkeit physische Klicks im oberen Bereich des Touchpads durchzuführen, außer man aktiviert die Tip-Klick-Funktion, bei der das Pad nicht mechanisch betätigt wird. Apple umgeht dieses Problem mit dem Force Touch Trackpad. Eine Technologie, die hoffentlich bald auch außerhalb von Cupertino angewendet wird.

HP Spectre 13-v000ng (Bild 11 von 14)HP Spectre 13-v000ng (Bild 8 von 14)Bildquelle: HP
Eingabe & Anschlüsse: Der gut dimensionierte Hub des Keyboards findet im Test Gefallen.

Mehr Leistung fordert Kompromisse

Mit dem Intel Core i7-6500U Prozessor hat das HP Spectre 13-v000ng einen stromsparenden Zweikerner (Dual Core) an Bord, der eine Taktrate von bis zu 3,1 GHz ermöglicht. Hinzu kommen 8 GB DDR3 Arbeitsspeicher und eine 256 GB große NVMe SSD. Letztere zeigt mit einer Lesegeschwindigkeit von 1.600 MB/s eine hervorragende Leistung, die allerdings von der unterdurchschnittlichen 297 MB/s Schreibrate gedämpft wird. Natürlich meckern wir hier auf hohem Niveau, doch bei einem Preis von 1.500 Euro wollen wir wenn überhaupt nur wenig Kompromisse eingehen. Die Leistung des Gesamtsystems ist aufgrund des Prozessors deutlich besser als beim 12 Zoll MacBook. Internet, Office-Arbeiten, Fotos und Videos - kein Problem für das Spectre 13.

Wenn wir allerdings in den produzierenden Multimedia-Alltag einsteigen und zum Beispiel Filme schneiden oder fordernde Berechnungen durchführen, zeigt sich die Schattenseite des schlanken Aufbaus. Zwar bewirbt HP das Luxus-Notebook mit einem „einzigartigen Kühlkonzept“, um die volle Leistung des Core i7 Chips „zu entfesseln“, doch vollends gelingen tut das nicht. In fordernden Szenarien, und somit auch bei Benchmarks, erhitzt sich der Prozessor schnell auf 80-90 Grad Celsius und beginnt dann von seinen eigentlichen 2,5 bis 3,1 GHz auf 1,2 GHz zu drosseln. Ist die Grafikeinheit Intel HD Graphics 520 mit im Spiel, erreichen wir sogar kurzzeitige Tiefstwerte von 400 MHz. So genannte Heavy User sollten sich also eventuell nach einem anderen Gerät umsehen. Dem Dell XPS 13 (Early 2016) passiert dieser Fehler zum Beispiel nicht.


Beim Display setzt Hewlett-Packard auf eine 13,3 Zoll Diagonale und bringt eine Auflösung von 1.920 x 1.080 Pixel (Full HD) auf den Schirm. Die komplette Bildschirm-Front ist dabei von glänzendem Corning Gorilla Glass geschützt. Eine matte oder hochauflösendere Variante des Spectre 13 bietet HP derzeit nicht an. Und auch wenn es die spiegelnde Oberfläche vermuten lässt, ein Touchscreen ist nicht mit von der Partie. Im Outdoor-Bereich natürlich ein Hindernis, dem auch die 325 cd/m² Durchschnitts-Ausleuchtung nicht entgegenwirken kann. In hellen und sonnigen Umgebungen macht unser Testgerät also keine gute Figur. Dafür bringt das IPS-Display einen guten Kontrast von 1.129:1 und eine solide Blickwinkelstabilität mit sich. Auf dem Schreibtisch im Büro ist das flache Notebook also gut einsetzbar.

Die maximale Akkulaufzeit liegt im Test bei 13 Stunden (Leerlauf / Idle). Im praxisnahen Mischbetrieb bleiben davon noch etwa 7 Stunden übrig. Das HP Spectre 13 schafft es also mit einer Akkuladung über einen verkürzten Arbeitstag, muss dann für den Feierabend allerdings wieder an die Steckdose. Dabei messen wir eine Lautstärke von durchschnittlich 31 dB(A). Während des Surfens im Web oder des Verfassens von E-Mails und Dokumenten halten sich die Lüfter bis auf ein leichtes Aufheulen zwischendurch in Grenzen. Verlangen wir dem HP Spectre 13-v000ng dann aber etwas Leistung ab, ermitteln wir schnell deutlich hörbare 42 dB(A). Immerhin bringen die kleinen, hochfrequenten Lüfter HPs „bahnbrechendes Überdruck-Kühlsystem“ gut in Fahrt und drücken die Gehäuse-Temperatur im Schnitt auf unter 30 Grad Celsius. Dennoch sollte HP die Lüftersteuerung des Spectre 13 überarbeiten. Während unseres Tests meldeten sich die Lüfter sogar lautstark zu Wort, während wir im Leerlauf ohne geöffnete Programme auf dem ungenutzten Windows 10 Desktop ausharrten.

HP Spectre 13-v000ng (Bild 14 von 14)Bildquelle: HP
Nobody is perfect: Selbst das dünnste und schönste Notebook der Welt hat seine Schwächen.

Fazit

Gemischte Gefühlen machen sich nach dem Test des HP Spectre 13 in der notebookinfo.de Redaktion breit. Design, Gewicht und Bauhöhe können sich wirklich sehen lassen. Nach außen hin wirkt das schlanke 13,3 Zoll Notebook wie ein echter Luxus-Begleiter. Auch die adapterfreudigen USB 3.1 Typ-C Anschlüsse sowie die Funkverbindungen und die Tastatur des Ultrabooks hinterlassen einen guten Eindruck. Doch umso mehr wir uns nach Innen durcharbeiten und das Einsatzgebiet des Spectre 13 hinterfragen, kommen wir ins Grübeln.

Der Intel Core i7 Prozessor macht auf dem Datenblatt eine gute Figur, kann aber in diesem Modell nur für Office-Arbeiten, Internet und leicht konsumierbare Multimedia-Funktionen genutzt werden. Wird dem eigentlich sehr potenten Chip mehr abverlangt, schlägt die Drosselung zu und aus den einstigen 3,1 GHz werden 1,2 GHz. Und das obwohl die Lüfter sich lautstark zeigen, um das System entsprechend abzukühlen. Hinzu kommt ein spiegelndes Display ohne Touch, das in der Sonne nicht überzeugen kann. Eine sonst von HP gewohnte, matte Version des Spectre 13 wird nicht angeboten. Ebenso verliert das Luxus-Notebook den Kampf um die Akkulaufzeit gegen das MacBook 12, Dell XPS 13 und ASUS ZenBook UX305.

Wenn ihr allerdings auf der Suche nach einem extrem schlanken Notebook mit stylischen Gehäuse seid und den Office-Betrieb möglichen Multimedia-Features vorzieht, dann könnte das HP Spectre 13 das richtige Modell für euch sein. Vielleicht optimiert HP zeitnah die Lüftersteuerung, sodass auch das nervig aufheulende und zu schnell anspringende Kühlsystem nicht allzu negativ auffällt.

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von HP.de | Händlerangabe: 10.12.16 15:23

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Testergebnisse im Detail
Die Einzelbewertungen im Überblick
  1. Erster Eindruck1,5 (Sehr gut)
  2. Display2,0 (Gut)
  3. Eingabegeräte1,5 (Sehr gut)
  4. Temperatur2,0 (Gut)
  5. Lautsprecher2,0 (Gut)
  6. Betriebsgeräusche3,0 (Befriedigend)
  7. Anschlüsse3,0 (Befriedigend)
  8. Akku und Energieverbrauch2,0 (Gut)
  9. Software und Zubehör2,0 (Gut)
  10. Leistung2,0 (Gut)
Benchmark
BenchmarksErzielter MesswertBestwert aller Tests
3DMark Ice Storm Extreme37297 Pkt.Max. 196311 Pkt.
3DMark Cloud Gate5009 Pkt.Max. 29123 Pkt.
3DMark Sky Diver3172 Pkt.Max. 22117 Pkt.
PCMark 8 Home3389 Pkt.Max. 4892 Pkt.
PCMark 8 Creativity4025 Pkt.Max. 6852 Pkt.
PCMark 8 Work4302 Pkt.Max. 5034 Pkt.
CrystalDiskMark 3.0 (HDD Read)1616 MB/sMax. 2325 MB/s
CrystalDiskMark 3.0 (HDD Write)297 MB/sMax. 1510 MB/s
Cinebench R11.5 OpenGL 64 Bit29.98 fpsMax. 72.82 fps
Cinebench R11.5 CPU Multi 64 Bit2.8 Pkt.Max. 7.93 Pkt.
Cinebench R11.5 CPU Single 64 Bit1.2 Pkt.Max. 1.75 Pkt.
Cinebench R15 64 Bit (Single)93 Pkt.Max. 148 Pkt.
Cinebench R15 64 Bit (Multi)218 Pkt.Max. 725 Pkt.
Cinebench R15 64 Bit (OpenGL)34.23 fpsMax. 109.55 fps
Geekbench 3 (Single)2860 Pkt.Max. 3852 Pkt.
Geekbench 3 (Multi)5969 Pkt.Max. 14159 Pkt.
GFXBench Manhatten Onscreen46.05 fpsMax. 119.52 fps
GFXBench Manhatten Offscreen47.75 fpsMax. 354.35 fps
GFXBench T-Rex Onscreen87.16 fpsMax. 119.82 fps
GFXBench T-Rex Offscreen96.81 fpsMax. 787.89 fps
niedriger ist besserhöher ist besser
Akkulaufzeit
AuslastungErzielter MesswertBestwert aller Tests
Vollast1 Std. 34 Min.Max. 5 Std. 15 Min.
Maximal13 Std. 1 Min.Max. 24 Std. 53 Min.
Praxis7 Std. 0 Min.Max. 13 Std. 36 Min.
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