Test Dell XPS 12 - Convertible-Ultrabook jetzt mit Intel Haswell

Flippen, Docken, Rotieren. Die Texaner bleiben dem Hybrid-Segment treu und aktualisieren das Dell XPS 12 Convertible-Ultrabook. Neben dem FullHD IPS-Bildschirm zum Rotieren setzt man nun auf die neue Intel Haswell-Technik. Folglich verspricht man uns mehr Leistung und eine längere Akkulaufzeit. Wir haben das Spitzenmodell unter die Lupe genommen und im Alltag getestet.

Einleitung: Vom Notebook zum Tablet im Handumdrehen

Dell XPS 12 (Bild 1 von 13)Bildquelle: notebookinfo | st
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Anhaltender Trend: Das Dell XPS 12 ist auch nach einem Jahr mit seiner Tablet-Rotation einzigartig im Convertible-Segment.

In den kommenden Monaten spielen Hybrid-Modelle – also die Kombination der Formfaktoren Notebook und Tablet – eine große Rolle. Die neuen Venue Pro Tablets erhalten Docking-Stationen, das Dell XPS 11 kann ähnlich wie das Lenovo Yoga in ein Tablet umgeklappt werden und das XPS 12 bleibt mit der Display-Rotation einzigartig. Die aktualisierte Variante des 12,5-Zollers liegt uns jetzt in einer Maximalkonfiguration vor. Bisher ist diese nur über die Telefon-Hotline von Dell bestellbar und im Online-Shop nicht gelistet. Der Preis beträgt hier 1.499 Euro. Grund dafür sind die begrenzten Stückzahlen, die Dell von dieser Konfiguration aktuell liefern kann. Allerdings werden die Lager nach und nach aufgestockt, womit ein Verkauf über den Online-Shop in naher Zukunft sicher möglich ist. Wer direkt zuschlagen möchte, muss bei der Dell Telefon-Bestellung die Bestellnummer "207_b2s_i7_256_8_wlbt_tpm" nennen.

Gehäuse: Hochwertig, solide, wandelbar

Beim Design hat sich in der neuen Revision nichts geändert. Man trifft erneut auf ein Gehäuse aus Aluminium, Magnesium und Karbon. Mit 1,52 Kilogramm ist das Dell XPS 12 allerdings kein Leichtgewicht und auch die Bauhöhe von 15 bis 20 Millimeter passt gerade so in die Ultrabook-Vorgaben von Intel. Vor allem im Tablet-Modus fällt das Gewicht deutlich auf. Schnell ermüdende Handgelenke sind keine Seltenheit. Die nahezu tadellose Verarbeitung und die hochwertige Haptik sprechen an dieser Stelle aber für sich. Außerdem finden wir Gefallen am stylischen, unaufdringlichen Look des Dell XPS 12. Es passt mit seiner Karbon-Außenhaut sowohl ins Büro von Managern, als auch in den Hörsaal der Uni und ins Café um die Ecke. Kurz und knapp: Super Verarbeitung, hochwertiges Design und eine stabile Verwandlung vom Notebook in den Tablet-Modus. In Sachen Abmessung und Gewicht muss das Dell XPS 12 allerdings in Zukunft abspecken.

Dell XPS 12 (Bild 7 von 13)Dell XPS 12 (Bild 10 von 13)Bildquelle: notebookinfo | st
Perfektion: Aluminium, Magnesium und Karbon setzen Maßstäbe in Sachen Haptik und Verarbeitung.

Info für Schrauber: Die Unterseite kann nach dem Lösen von 11 Torx-Schrauben problemlos von der Basis-Einheit getrennt werden. Allerdings sind nur die mSATA SSD und das WLAN-Modul einfach auszutauschen oder aufzurüsten. Der Arbeitsspeicher ist komplett aufgelötet. Die Garantie geht durch ein solches Upgrade nicht verloren, außer die Bereiche werden beim Ein- und Ausbau neuer Komponenten beschädigt. Laien sollten das also besser einem Fachmann überlassen, auch wenn es einfach erscheint.

Ausstattung: Erwartungen fast erfüllt

Bei den Eingabegeräten setzt Dell klassisch auf eine beleuchtete Chiclet-Tastatur und ein Multitouch-Clickpad sowie auf die Touch-Bedienung per Finger. Hub, Druckpunkt und Feedback der Tastatur sind sehr gut, in einigen Fällen leicht schwammig. Nach einer kurzen Eingewöhnungsphase hat man sich an das Tippgefühl des XPS 12 allerdings gewöhnt. Die Touch-Option macht vor allem im Tablet-Betrieb Sinn, der in unserem Test problemlos funktionierte. Wir empfehlen dafür eine höhere Skalierung der Windows 8 Desktop-Oberfläche. Das kachelartige Startmenü ist bereits ab Werk einfach mit dem Finger zu verwenden.

Dell XPS 12 (Bild 8 von 13)Dell XPS 12 (Bild 6 von 13)Dell XPS 12 (Bild 9 von 13)Bildquelle: notebookinfo | st
Verbesserung erwünscht: Noch immer ist am XPS 12 kein Kartenleser vorhanden.

In Hinblick auf die Anschlüsse werden uns die meisten Wünsche erfüllt. Mit dabei sind USB 3.0, Mini DisplayPort und eine Audio-Buchse für Kopfhörer sowie Headsets. Hinzu kommen physische Buttons für die Regelung der Lautstärke und des automatischen Mitdrehens des Bildschirminhalts. Schmerzlich vermissen wir einen Kartenleser, da wir oft zur Spiegelreflexkamera greifen. Otto Normalverbraucher müsste hierfür einen USB-Kartenleser einsetzen, Cloud-Enthusiasten würden zu Diensten von Dropbox, SkyDrive und Co. greifen. Das Dell XPS 12 funkt in diesem Fall über WLAN-n ins Internet. Ansonsten stehen mit Bluetooth 4.0, Intel Wireless Display (WiDi) und NFC zeitgemäße Features bereit.

Technische Daten

Display:12.5" IPS TouchAuflösung:1920 x 1080
Prozessor:Intel Core i7 4650U / 1.7 GHzGrafikkarte:Intel HD Graphics 5000
Festplatte256 GB SSDRAM:8 GB
Laufwerk:ohne LaufwerkPlattform:Microsoft Windows 8 64-Bit-Edition
Akkulaufzeit:8.5 Std.Gewicht:1.5 kg
B x H x T:31.7 cm x 1.8 cm x 21.5 cmFarbe:schwarz silber

Leistung: Steigerung der Grafikleistung kaum bemerkbar

Wie bereits erwähnt, handelt es sich bei unserer Ausstattungsvariante des Dell XPS 12 um ein Modell, welches nur über die Telefon-Hotline des Herstellers bestellt werden kann. Im Inneren arbeitet ein Intel Core i7-4650U Prozessor mit einer Taktrate von bis zu 3,3 GHz. Ihm zu Seite stehen 8 GB Arbeitsspeicher und die im Prozessor integrierte Intel HD Graphics 5000 Einheit. Neben dem Sony VAIO Pro 13 und dem Apple Macbook Air gehört unser 12,5 Zoll Convertible zu den wenigen Ultrabooks mit dieser Ausstattung. Vor allem in Hinsicht auf die Grafikleistung ist ein geringer Schub zu den sonstigen UMA-Lösungen wie der Intel HD Graphics 4400 zu erkennen. Als Gaming-Ultrabook kann sich das XPS 12 allerdings noch nicht behaupten. Dafür gehen anspruchsvolle Aufgaben, wie das Bearbeitung von Fotos und Videos, deutlich schneller von der Hand. Unterstützend wirkt hier auch die schnelle 256 GB mSATA SSD von Lite-On (Modell LMT-256M6M). In unseren Benchmarks erreicht diese eine Lesegeschwindigkeit von 506 MB/s. Beim Schreiben messen wir rund 400 MB/s.

Dell XPS 12 (Bild 12 von 13)Bildquelle: notebookinfo | st
Innenleben: Die mSATA SSD und das WLAN-Modul können problemlos ausgetauscht werden.

Durch die Wandlungsmöglichkeit vom Notebook in ein Tablet sehen wir das Hauptaufgabengebiet des XPS 12 sowohl im produktiven, als auch im konsumierenden Bereich. Wir stellen uns das Szenario wie folgt vor: Am Tag arbeitet Otto Normalverbraucher im Notebook-Modus, schreibt E-Mails, erstellt Tabellen und bearbeitet mit Adobe Photoshop seine Bilder. Nach der Arbeit beschäftigt er sich im Tablet-Modus mit aktuellen News, eBooks, dem Surfen im Internet und der Wiedergabe von Videos. Hinzu kommt, dass das Dell XPS 12 auch auf Reisen eine gute Figur macht. Im Flugzeug ist nicht immer Platz für ein Full-Size-Notebook. Da machen das kompakte 12,5 Zoll Format und die Tablet-Möglichkeit am meisten Sinn.

Display: Warum kein QHD-Update?

Die blickwinkelstabile IPS-Technik sowie eine FullHD-Auflösung von 1.920 x 1.080 Pixel gehören beim Dell XPS 12 zur Serienausstattung. Die LED-Hintergrundbeleuchtung bringt es dabei auf 340 Candela pro Quadratmeter im Schnitt. Das reicht trotz glänzendem Display auch für den Außeneinsatz. Spiegelungen oder Helligkeitsverluste bei direkter Sonneneinstrahlung wird man aber nie komplett vermeiden können. Der gemessene Kontrast liegt bei über 1.000:1 und der Schwarzwert ist mit 0,35 cd/m² gut aufgestellt. Im weiteren XPS-Portfolio werden die Modelle Dell XPS 11 und XPS 15 bereits mit QHD und QHD+ Auflösungen angeboten. Es ist also gut denkbar, dass Dell auch das XPS 12 bald in diese Liga aufsteigen lässt.

Dell XPS 12 (Bild 3 von 13)Bildquelle: notebookinfo | st
Zweite Klasse: Das XPS 12 kommt 'nur' mit der klassischen FullHD-Auflösung.

Emissionen: Die zwei Gesichter des Dell XPS 12

In der Praxis beim Surfen, Mailen und Schreiben bleibt das Dell XPS 12 vergleichsweise leise und kühl. Wir messen eine Lautstärke von rund 30 Dezibel (A), wobei der Lüfter phasenweise sogar komplett abschaltet. Im Schnitt liegen die Temperaturen bei 28 bis 30 Grad Celsius. Bei hoher Auslastung – zum Beispiel beim Bearbeiten von FullHD-Videos – kann das Convertible-Ultrabook allerdings aufdrehen. Punktuelle Wärmebereiche liegen dann bei über 40 Grad Celsius und die Lüfter melden sich mit unangenehmen 42 Dezibel (A). Hier verhält sich die aktualisierte Fassung mit Intel Haswell-Prozessor ähnlich wie der Vorgänger aus dem Jahr 2012. Bei der Akkulaufzeit konnte sich unser Testmodell verbessern. Maximal werden 12 Stunden im Leerlauf (Idle) erreicht. Im Alltag können Sie mit circa 6-7 Stunden rechnen.

In der Praxis: Freude bei Vielreisenden

Vor allem für Reisende ist das Dell XPS 12 ein großer Gewinn. Im Flugzeug oder im Zug ist meist wenig Platz und somit macht sich der Tablet-Modus positiv bemerkbar. Gleichzeitig hat man aber genug Leistung in einem Gerät, um auch anspruchsvolle Aufgaben zu erledigen. Auf zwei Geräte – eins zum Produzieren, eins zum Konsumieren – kann man getrost verzichten. Für Nutzer die ein leistungsstarkes Ultrabook mit einem Tablet kombinieren wollen ist das XPS 12 die richtige Wahl. Wer allerdings hauptsächlich im Tablet-Modus unterwegs ist, der sollte nach einem anderen Gerät Ausschau halten. Das Gewicht und die Abmessung fallen hier negativ auf. Grund dafür ist, dass beim XPS 12 der Notebook-Modus an erster Stelle steht. Bei Geräten wie dem Microsoft Surface Pro oder dem Acer Aspire P3 hingegen ist die Nutzung als Tablet im Fokus.

Dell XPS 12 (Bild 2 von 13)Bildquelle: notebookinfo | st
Kompakt-Modus: Mit einer paar Handgriffen wird aus dem XPS 12 ein Tablet.

Fazit: Das produktive Ultrabook im Vordergrund

Dem altbewährten Dell XPS 12 steht der neue Haswell-Anstrich gut. Die Akkulaufzeit wurde verbessert und die Leistungsfähigkeit gesteigert. Weiterhin verbucht das 12,5 Zoll Convertible-Ultrabook eine solide und wertige Verarbeitung sowie Haptik auf der Habenseite. Dafür sorgen unter anderem die hochwertigen Materialien Aluminium, Magnesium und Karbon. Die Kritikpunkte konnte man innerhalb eines Jahres jedoch nicht ausmerzen. So ist das Dell XPS 12 vor allem im Tablet-Betrieb zu schwer und klobig. Außerdem hätten wir gern ein umfangreicheres und besser verteiltes Schnittstellenportfolio gesehen. Hier ist die klare Linie zu erkennen, dass der klassische Notebook-Modus beim XPS 12 im Mittelpunkt steht. Suchen Sie also ein Ultrabook, das auch als Tablet genutzt werden kann, können Sie sich das Gerät genauer ansehen. Bei wem der Tablet-Anteil überwiegt, der sollte lieber auf die Produkte von Microsoft und Acer abzielen.

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Testergebnisse im Detail
Die Einzelbewertungen im Überblick
  1. Erster Eindruck 1,5 (Sehr gut)
  2. Display 2,0 (Gut)
  3. Eingabegeräte 1,0 (Sehr gut)
  4. Temperatur 2,0 (Gut)
  5. Lautsprecher 2,0 (Gut)
  6. Betriebsgeräusche 2,0 (Gut)
  7. Anschlüsse 3,5 (Befriedigend)
  8. Akku und Energieverbrauch 1,0 (Sehr gut)
  9. Software und Zubehör 2,0 (Gut)
  10. Leistung 1,0 (Sehr gut)
Benchmark
Benchmarks Erzielter Messwert Bestwert aller Tests
3DMark06 4912 Pkt. Max. 27244 Pkt.
3DMark11 1078 Pkt. Max. 12363 Pkt.
3DMarkVantage 3374 Pkt. Max. 47497 Pkt.
3DMark Ice Storm 36459 Pkt. Max. 106283 Pkt.
3DMark Ice Storm Extreme 27467 Pkt. Max. 90026 Pkt.
3DMark Cloud Gate 4665 Pkt. Max. 16298 Pkt.
3DMark Fire Strike 709 Pkt. Max. 4135 Pkt.
3DMark Fire Strike Extreme 344 Pkt. Max. 1981 Pkt.
PCMark7 5251 Pkt. Max. 6666 Pkt.
PCMarkVantage 12801 Pkt. Max. 23313 Pkt.
PCMark 8 Home 2911 Pkt. Max. 3742 Pkt.
PCMark 8 Creativity 2748 Pkt. Max. 4312 Pkt.
PCMark 8 Work 4219 Pkt. Max. 4966 Pkt.
PassMark Performance Test 7.0 1772 Pkt. Max. 19706 Pkt.
CrystalDiskMark 3.0 (HDD Read) 506.4 MB/s Max. 733 MB/s
CrystalDiskMark 3.0 (HDD Write) 394.7 MB/s Max. 710 MB/s
Cinebench R11.5 OpenGL 64 Bit 19.5 fps Max. 72.82 fps
Cinebench R11.5 CPU Multi 64 Bit 2.65 Pkt. Max. 7.49 Pkt.
Cinebench R11.5 CPU Single 64 Bit 1.44 Pkt. Max. 138 Pkt.
niedriger ist besser höher ist besser
Akkulaufzeit
Auslastung Erzielter Messwert Bestwert aller Tests
Vollast 1 Std. 55 Min. Max. 5 Std. 15 Min.
Maximal 11 Std. 50 Min. Max. 23 Std. 32 Min.
Praxis 7 Std. 11 Min. Max. 13 Std. 36 Min.
Durchschnittlicher Energieverbrauch

14 Watt
Stromkosten im Jahr bei der durchschnittlichen Verwendung von 6 Stunden täglich bei 24,00 Cent pro kWh: 6 Stunden x 365 Tage x 0,014 kWh x 24,00 Cent = 7,36 EUR

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