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  3. HP Omen 17 im Test - Das neue 2016er Gaming-Notebook

Neue Generation, weniger Premium?

HP Omen 17-w012ng (Bild 3 von 11)Bildquelle: notebookinfo.de
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Die Gaming-Reise geht weiter: Zwei Jahre nach dem ersten Omen, kommt nun die neueste Generation nach Deutschland.

Bedrohlich, einschüchternd, pulsbeschleunigend. Mit diesen Worten beschreibt Hewlett-Packard seine neuen HP Omen Notebooks. In Hinsicht auf das Design sind diese Argumente auf jeden Fall zutreffend. Komplett in Schwarz und Anthrazit gehalten, treffen wir auf teilweise gummierte und matte Oberflächen im Karbon-Look (Mesh-Muster). Das neue HP Omen Logo steht im Vordergrund und verdrängt den bekannten Firmennamen auf die Innenseite des Notebooks. Markant zeigen sich auch die silbern eingefärbten Scharniere, die an das Omen Modell aus dem Jahr 2014 erinnern.

Während HP vor zwei Jahren bei der Aufmachung noch großen Mut zeigte und die Gaming-Notebooks als Premiumware anbot, rudern die Entwickler heute stark zurück. So besteht das gesamte Gehäuse aus Kunststoff und reiht sich rein optisch eher in die Liga der günstigen Pavilion-Notebooks ein. Den Platz sollte eigentlich das HP Pavilion Gaming 15 einnehmen. Ein neues, hochpreisiges Omen Modell hätten wir uns eher in einem aufgebohrten HP Envy Gehäuse vorstellen können. Abseits davon überzeugt das 2016er Omen mit einer guten Verarbeitung. Lediglich der Bildschirm und dessen Rückseite hätten verstärkt werden können. Zu schnell schlagen hier bereits leichte Verwindungen auf das 4K-IPS-Panel.

Die Tastatur des HP Omen 17 Notebooks kommt mit einer einstufigen, roten Hintergrundbeleuchtung und einem separaten Nummernfeld. Im Vergleich zur letzten Omen-Generation wurden die Makrotasten und die weißen LEDs der WASD-Tasten entfernt. Dafür wurde das Touchpad vergrößert und die Bang & Olufsen Lautsprecher wandern von den Seitenrändern über die Tastatur. Die Soundqualität ist gut. Im Gaming-Bereich werden sie allerdings nicht euer Headset oder ein externes Surround-System ersetzen können. Die Eingabegeräte hinterlassen im Test ebenfalls einen guten Eindruck. Gamer und Vielschreiber werden an ihnen Gefallen finden. Soweit sie sich mit der einzeiligen Enter-Taste und dem langen Hub des Touchpads angefreundet haben.

HP Omen 17-w012ng (Bild 6 von 11)HP Omen 17-w012ng (Bild 7 von 11)Bildquelle: notebookinfo.de

Mit der Anschlussvielfalt des uns vorliegenden HP Omen 17-w012ng für knapp 1.700 Euro sind wir zufrieden. Zwar unterstützen nur zwei der drei USB-Ports den 3.0 Standard, dafür sind WLAN-ac, Bluetooth 4.2 und Gigabit-LAN mit an Bord. Zudem können externe Monitore, Fernseher sowie Beamer digital via HDMI angebunden werden und ein SD-Kartenleser hilft uns bei Übertragungen von Fotos und Videos aus der Digitalkamera. Microsoft Windows 10 Home wird in der 64-Bit Version vorinstalliert. Unsere Konfiguration verfügt dabei über eine 256 GB große Samsung NVMe SSD (M.2) und eine klassische 1 TB Festplatte mit 7.200 Umdrehungen pro Minute. Im Gegensatz zur 15 Zoll Version des HP Omen, kommt in dieser 17 Zoll Fassung auch ein optisches Laufwerk in Form eines DVD-Brenners zum Einsatz.

Technisch in der Mittelklasse

Unter der Haube unseres HP Omen 17-w012ng arbeitet der bekannte Intel Core i7-6700HQ Prozessor. Ein Quad-Core Chip mit einer Taktrate von bis zu 3,5 GHz. Er wird in den meisten Gaming-Notebooks verwendet. Hinzu kommen gut dimensionierte 16 GB Arbeitsspeicher, die bereits mit dem aktuellen DDR4-Standard arbeiten. Filme rendern, Fotos bearbeiten, im Internet surfen und gleichzeitig Videos ansehen. Alles kein Problem für das Omen 17. Vor allem die verbaute SSD mit einer Lesegeschwindigkeit von bis zu 1.200 MB/s und einer Schreibleistung von 300 MB/s leistet gute Arbeit. Ganz ohne Flaschenhals kommt dieses Notebook allerdings nicht aus. Denn um die grafischen Belange kümmert sich lediglich die Nvidia Geforce GTX 965M. Keine schlechte Grafikkarte, aber eben keine für bedingungsloses Gaming. Vor allem in Kombination mit einem UltraHD-Display. Aktuelle Spiele könnt ihr in den meisten Fällen in mittlerer und hoher Qualitätsstufe bei klassischer 1080p Auflösung spielen. Allerdings nicht mit maximalen Details und vor allem nicht in 4K UHD. Dazu gehören zum Beispiel bekannte Titel wie Overwatch, Doom, The Witcher 3 oder das neue Hitman. Ausgewählte Benchmarks findet ihr im unteren Bereich dieses Testberichts.


Das 4K-Display mit einer Auflösung von 3.480 x 2.160 Pixel und blickwinkelstabiler IPS-Technik eignet sich also vorrangig zur Wiedergabe von UltraHD-Filmen, die zum Beispiel bei Netflix und Amazon Prime Video angeboten werden. Für Spiele muss die 300 cd/m² helle und mit 684:1 eher kontrastarme Anzeige allerdings auf 1.920 x 1.080 Pixel herunterskaliert werden, um eine flüssige Framerate erreichen zu können. Ebenso ist das Windows 10 Betriebssystem immer noch nicht gänzlich auf die hohe Auflösung optimiert. Es kann unter anderem zu Anzeigefehlern bei Programmen von Drittanbietern kommen. Wer auf 4K verzichten möchte, findet vom HP Omen 17 auch entsprechende Full-HD-Varianten in unserem Produktvergleich, die zudem mehrere hundert Euro günstiger sind. Subjektiv betrachtet erkennen wir bei unserem Testmodell zudem eine gewisse Gelb-Rot-Stichigkeit. Ein nachträgliches Kalibrieren des Bildschirms wird helfen.

Im Datenblatt spricht HP von einer Akkulaufzeit von bis zu 15 Stunden. Wir messen nach. Im Leerlauf (Idle), bei deaktivierten Funkverbindungen und gedimmter Display-Helligkeit läuft das HP Omen 17 knapp 8,5 Stunden. Unter voller Belastung geht dem 17 Zoll Gamer nach 1,5 Stunden die Puste aus. Eine Mischung aus Spielen, Multimedia und Office-Arbeit ergibt also eine praxisnahe Laufzeit von circa 5 Stunden. Wer vorrangig zu Games greift, der sollte jedoch stets eine Steckdose in seiner Nähe haben. Im Test stellt sich das HP Omen 17-w012ng als vergleichsweise lauter Begleiter heraus. Die Lüfter sind zwar im Leerlauf nur bedingt hörbar, schalten sich aber nicht gänzlich ab. Bei großer Last - zum Beispiel bei Benchmarks oder anspruchsvollen Spielen - zeigt sich eine deutliche Lautstärke von 45 bis 53 dB(A). Im Bereich der Hitzeentwicklung liegen wir bei normalen 33 Grad Celsius.

HP Omen 17-w012ng (Bild 8 von 11)Bildquelle: notebookinfo.de

Trotz der starken Lüftung und dem großräumigen 17 Zoll Gehäuse kommt es teilweise zu einer signifikanten Drosselung des Prozessors. Nach 10 Minuten im Stresstest sinkt die Taktrate der CPU bei erreichten 90 Grad Celsius von 2,6 GHz auf 800 MHz. Die GTX 965M Grafikkarte arbeitet in diesem Szenario problemlos mit einem Kerntakt von 1.150 MHz weiter. Merkwürdig ist, dass die Drosselung bis zum Neustart des Notebooks erhalten bleibt. Die Entnahme der Belastung und somit die Reduzierung der Temperatur reicht nicht aus. Ein BIOS Update zur Lösung dieser Problematik sollte von HP schnellstmöglich nachgeschoben werden, auch wenn man in der Praxis nur selten auf eine volle Auslastung von Prozessor und Grafikeinheit stoßen wird.

Wer sein HP Omen 17 aufrüsten möchte, der kann über zwei DDR4-RAM Slots verfügen und somit bis zu 32 GB Arbeitsspeicher verbauen. Ebenfalls kann die 1 TB Festplatte von HGST gegen eine andere 2,5 Zoll HDD oder SSD getauscht werden. Gleiches gilt für die M.2 NVMe SSD von Samsung. Eine Wartungsklappe zum schnellen Austausch von Komponenten besitzt das Notebook nicht. Zum Aufrüsten muss die komplette Unterseite abgeschraubt werden, was filigranes, handwerkliches Geschick erfordert. Ebenso geht ihr die Gefahr ein, bei eventueller Beschädigung die Garantie zu verlieren.

Alternativen: Gamer greifen zur Konkurrenz

Mit einer Nvidia Geforce GTX 965M wollen sich die meisten Spielebegeisterten nicht anfreunden. Schließlich soll das Gaming-Notebook den Desktop-PC ergänzen oder gar ersetzen können. Vor allem zu einem Preis von 1.700 Euro. Den Konkurrenzkampf verliert in diesem Fall HP. Medion bietet mit seinem Erazer X7843 für 100 Euro weniger sogar die Nvidia Geforce GTX 980M an, die aktuell stärkste mobile Grafikkarte in Notebooks. Zu einem ähnlichen Preis sind auch die Gamer der ASUS ROG G752 Serie erhältlich, die mit einer Geforce GTX 970M ausgestattet sind. Gleiches gilt für die Produkte der Reihen Acer Predator 17 und MSI GT72. An jeder Ecke lauert mehr Grafikleistung zum gleichen oder geringeren Preis. HP wird es im Gaming-Segment nicht leicht haben, wenn sie sich mit der alteingesessenen Konkurrenz messen wollen. Eine Übersicht der Alternativen findet ihr am Seitenrand dieses Tests.

HP Omen 17-w012ng (Bild 4 von 11)Bildquelle: notebookinfo.de
Schwerer Start: Wird sich der neue Gamer von HP wirklich gegen die Konkurrenz durchsetzen können?

Fazit

Den Weg in Richtung Gaming hat HP mit den neuen Omen 17 Notebooks gefunden. Schnelle Quad-Core Prozessoren von Intel, zeitgemäßer DDR4-Arbeitsspeicher und eine schnelle NVMe SSD. Das werden die technikverliebten Multimedia-Enthusiasten mit Hang zu UltraHD-Filmen (4K) am neuen 17 Zoll Boliden lieben. Hinzu kommen ein stylisches Design und ein gut verarbeitetes Gehäuse, das sich allerdings mehr hin zur Pavilion-Mittelklasse entwickelt anstatt dem früher eingeschlagenen Pfad hin zu Premium-Modellen.

Casual Gamer, die weniger wert auf hohe Auflösungen und Qualitätsstufen legen, werden mit dem HP Omen 17 sicherlich glücklich. Waschechten Zockern allerdings ist die verbaute Nvidia Geforce GTX 965M nicht performant genug. Vor allem wenn die Konkurrenz von Acer, ASUS, MSI und Medion das Nvidia-Flaggschiff GTX 980M zum gleichen Preis anbietet. Man erkennt, dass die Gaming-Ambitionen von HP noch immer in den Kinderschuhen stecken. Es fehlt an Software, Optimierungen für Spieler und vor allem an Alleinstellungsmerkmalen zu anderen Herstellern. Das Einzige was beim HP Omen 17 an Gaming erinnert ist das schwarz-rote Design des Gehäuses.

ab 1.699,00 EUR*inkl. Versandkosten
von Saturn.de | Händlerangabe: 07.12.16 11:03

Zum Anbieter
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Testergebnisse im Detail
Die Einzelbewertungen im Überblick
  1. Erster Eindruck2,0 (Gut)
  2. Display2,0 (Gut)
  3. Eingabegeräte2,0 (Gut)
  4. Temperatur1,5 (Sehr gut)
  5. Lautsprecher2,0 (Gut)
  6. Betriebsgeräusche2,5 (Gut)
  7. Anschlüsse2,0 (Gut)
  8. Akku und Energieverbrauch2,0 (Gut)
  9. Software und Zubehör2,0 (Gut)
  10. Leistung2,5 (Gut)
Benchmark
BenchmarksErzielter MesswertBestwert aller Tests
3DMark117821 Pkt.Max. 15311 Pkt.
3DMark Ice Storm84612 Pkt.Max. 159281 Pkt.
3DMark Cloud Gate17313 Pkt.Max. 29123 Pkt.
3DMark Sky Diver15913 Pkt.Max. 22117 Pkt.
3DMark Fire Strike4729 Pkt.Max. 12744 Pkt.
3DMark Fire Strike Extreme2485 Pkt.Max. 7126 Pkt.
PCMark 8 Home3349 Pkt.Max. 4892 Pkt.
CrystalDiskMark 3.0 (HDD Read)1200 MB/sMax. 2325 MB/s
CrystalDiskMark 3.0 (HDD Write)297 MB/sMax. 1510 MB/s
Cinebench R15 64 Bit (Single)140 Pkt.Max. 148 Pkt.
Cinebench R15 64 Bit (Multi)679 Pkt.Max. 725 Pkt.
Cinebench R15 64 Bit (OpenGL)56.34 fpsMax. 109.55 fps
Geekbench 3 (Single)3712 Pkt.Max. 3852 Pkt.
Geekbench 3 (Multi)13341 Pkt.Max. 14159 Pkt.
Unigine Valley Basic77 fpsMax. 100.3 fps
Unigine Valley Basic Score3223 Pkt.Max. 4198 Pkt.
Unigine Valley Extreme HD20.2 fpsMax. 64.5 fps
Unigine Valley Extreme HD845 Pkt.Max. 2700 Pkt.
niedriger ist besserhöher ist besser
Akkulaufzeit
AuslastungErzielter MesswertBestwert aller Tests
Vollast1 Std. 24 Min.Max. 5 Std. 15 Min.
Maximal8 Std. 33 Min.Max. 24 Std. 53 Min.
Praxis5 Std. 0 Min.Max. 13 Std. 36 Min.
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