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Test Acer Chromebook CB3-111-C61U - Preiskiller aus dem Google Universum

Nur 219 Euro für ein Subnotebook? Einen solchen Preis erreichen nicht viele Notebooks neben den Chromebooks – 5,2 Millionen davon sollen dieses Jahr verkauft werden, mehr als 80 Prozent davon in den USA und auch dort zur Hälfte im Bildungssektor. Was die Konsumenten hierzulande vom Acer Chromebook 11 CB3-111 erwarten dürfen, klärt unser Testbericht.

Einleitung: Chromebooks, ein Wachstumsmarkt und trotzdem Nischenprodukt

Das Acer Chromebook 11 CB3-111-C6U1 kostet derzeit nur 219 EuroBildquelle: notebookinfo.de | rk
Fotogalerie (10)
Acer Chromebook CB3-111: Für nur 219 Euro die Basisfunktionen einen mobilen PCs

„Willkommen bei der Chrome-Familie. Dies ist kein herkömmlicher Computer“,begrüßt uns das Acer Chromebook 11 mit einer Tour durch das Chrome OS Betriebssystem. Chromebooks bleiben auch in absehbarer Zeit „kein Herkömmlicher Computer“, geht es nach Marktforschern wie Gartner. Bis 2017 sollen die Verkäufe sich zwar verdreifachen, mit 14 Millionen Stück weltweit hielten die Chromebooks aber auch dann noch eine Nische gegenüber knapp 200 Millionen Notebooks (Schätzung von Statista). Microsoft greift die Chromebooks mit dem neuen Windows 8.1 mit Bing Betriebssystem an, sehr günstige Notebooks erhalten damit volle Windows 8 Funktionalität und haben als einzige Änderung die Microsoft Suche Bing im Internet Explorer voreingestellt. Es braucht nicht unbedingt die findigsten aller Nutzer, die bevorzugte Suchmaschine oder gar den Browser zu wechseln.

Reizend an den mobilen Begleitern mit Chrome OS ist in erster Linie der Preis, etwas abschreckend wirkt die Ausrichtung auf Google Dienste und ein starker Drang nach einer Internetverbindung. Einerseits lässt sich das stark an Android erinnernde Betriebssystem auch offline sinnvoll einsetzen, andererseits ist man auch mit herkömmlichen Windows Notebooks oder Apple MacBooks überwiegend online. Kaum ein Gerät dürfte lange ohne Internetverbindung genutzt werden, so dass Online-Abhängigkeit mittlerweile kein Argument mehr ist. Sagen wir es andersherum, ohne Internetverbindung büßen auch herkömmliche Notebooks sehr viel ihres Funktionsumfanges ein.
Für wen sind die Chromebooks gedacht? Schüler und Studenten verorten wir ganz klar in der Zielgruppe, vielleicht noch ganz alte Semester. Warum die allerdings nicht allesamt auf Windows 8.1 mit Bing setzen sollten, können auch wir nicht wirklich herausarbeiten. Chrome OS ist einfach, bietet die grundlegenden Funktionen eines modernen PCs und das auf übersichtliche Weise.

Ein wirklich großer Kritikpunkt gleich vorab: Es gibt kein Skype. Wer vom Start weg ohne diesen Dienst nicht auskommt, braucht (vorerst) gar nicht erst weiter zu lesen. Gerade weniger technikaffine Nutzer, häufig Senioren, sehen in der einfachen Videotelefonie wie Skype oder Facetime eine große Errungenschaft unserer Zeit und könnten nach dem Auspacken ihres Chromebooks bitter enttäuscht werden.

Gehäuse: Schlichter Kunststoff, gute Verarbeitung

Auf dem Displaydeckel prangt das Chrome LogoDer schnelle WLAN-ac Standard wird unterstützt, die Akkulaufzeit ist sehr langBildquelle: notebookinfo.de | rk
Weißer Kunststoff: Schicke Anmutung trotz günstigem Preis

So „billig“ wie es ist, sieht das Acer Chromebook 11 CB3-111 nicht aus. Am dicken Displayrand erkennt man natürlich, dass es sich hierbei wohl nicht um ein teures Ultrabook handelt. Ansonsten ist das Subnotebook optisch schon ein Hingucker. Uns gefällt der mattierte Displaydeckel. Schade, dass der Innenraum (zwar auch matt) etwas glatter ausfällt. Der Displayrahmen und die Unterseite wurden angeraut. Mit 1,08 Kilogramm und 18,65 Millimeter Bauhöhe ist der 11-Zoller angemessen handlich, geringe Spaltmaße und ausreichend verwindungssteife Teile des Clamshells sprechen für eine gute Verarbeitung. Mit einer Hand lässt sich das Chromebook nicht öffnen, beim Schließen findet sich kurz vor der Basis aber ein angenehm zügiges Klappen. Das Äußere bietet mehr, als die Preisklasse vermuten lässt und wir finden wenige Schwachstellen. Eine solche wäre, dass das Clickpad mittig ein wenig durchhängt und die Basis sich unterhalb der Leertaste eindrücken lässt.

Die Chiclet-Tastatur bietet einen mittellangen Hub und deutlichen Druckpunkt, das geräumige Clickpad ist angenehm geschmeidig. Bei den Eingabegeräten hat Acer gegenüber dem Acer Chromebook C720P einiges verbessert. Für Bequemlichkeit beim Surfen sorgt auch die Hardwaretastenreihe mit „Vor“, „Zurück“, „Aktualisieren“, „Vollbild“ und den Einstellungen für Lautstärke oder Helligkeit.

Das Acer Chromebook 11 CB-111-C6U1Die Chiclet-Tastatur hat Acer gegenüber den älteren Chromebook Modellen stark verbessertBildquelle: notebookinfo.de | rk
Geräumige Tastatur: Hardwaretasten für die Browserfunktionen

Ausstattung: Auf das Wesentliche konzentriert

Viel Schnickschnack und Peripherie wird die Chromebook Zielgruppe sicher nicht mitführen, dementsprechend übersichtlich ist auch die Ausstattung des Acer Chromebook 11 CB3-111. Rechts USB 2.0 und Headsetbuchse – links USB 3.0 und SD-Kartenleser – hinten ein vollwertiger HDMI-Out. Erstaunlich, dass der schnelle WLAN-ac Standard unterstützt wird. In der Preisklasse ist das bei Chromebooks nicht selbstverständlich. Externe Lautsprecher oder andere Peripherie können auch über Bluetooth angebunden werden. Wir vermissen einen LAN-Ethernet Port. Bei mobilen Subnotebooks gilt der zwar mittlerweile als steinzeitlich – einem noch stärker auf Onlinezugang angewiesenem Chromebook stünde diese weitere Verbindungsmöglichkeit allerdings nicht schlecht.

An Anschlüssen findet sich ein HDMI-Out...... USB 3.0, SD-Kartenslot,...... eine Headsetbuchse und USB 2.0Bildquelle: notebookinfo.de | rk
Anschlüsse: Kein LAN aber schnelles WLAN-ac

Acer verbaut 16 GB eMMC Speicher, welcher für flotte Bootzeiten sorgt. Bei einem Klick auf das Einstellungssymbol (Rädchen) im Downloadordner des Dateimanagers werden 9,1 GB verfügbarer Speicher angezeigt. Mittels SD-Karte oder kleiner externer Festplatte kann man natürlich trotzdem mehr Platz mitführen. Zudem werden 100 GB Cloudspeicher bei Google Drive für zwei Jahre kostenlos zur Verfügung gestellt. Die Webkamera löst zwar nur mit 1,3 Megapixel (1280x960 Pixel) auf und rauscht etwas, liefert aber flüssige Bilder für Google Hangouts. Skype ist ja wie erwähnt nicht verfügbar für das Chrome OS. Die Stereolautsprecher sind überraschend laut in höchster Einstellung, lassen aber Bässe und Mitten vermissen.

Technische Daten

Display:11.6"Auflösung:1366 x 768
Prozessor:Intel Celeron N2830 / 2.16 GHzGrafikkarte:Intel HD Graphics (Bay Trail)
Festplatte16 GB SSDRAM:2 GB
Laufwerk:ohne LaufwerkPlattform:Google Chrome OS
Akkulaufzeit:8 Std.Gewicht:1.08 kg
B x H x T:29.9 cm x 1.87 cm x 20.2 cmFarbe:weiß

Leistung: Flüssiges Arbeiten

Für die eingeschränkte Funktionalität des Acer Chromebook 11 CB3-111 braucht es keine Hochleistungs-CPU. Acer verbaut einen Intel Celeron N2830 Dualcore, welcher mit bis zu 2,4 GHz taktet und 2 GB Arbeitsspeicher zur Seite gestellt bekommt. Das reicht für schnelles Browsen, Textverarbeitung, Emails und auch Youtube Videos mit FullHD-Auflösung. Mehrere Tabs und Webapps stellen kein Problem dar. Im Sunspider Browser-Benchmark erreichen wir einen guten Wert von 519,1ms, Google V8 zeigt 7502 Punkte.

Display: Matte Beschichtung aber wenig Kontrast

Das 11,6 Zoll Netbook eignet sich gut als mobiler Begleiter, verlangt aber nach einer InternetverbindungBildquelle: notebookinfo.de | rk
Ausreichend: Kein Top-Display aber das darf man bei dem Preis auch nicht erwarten

Für einen Kaufpreis von 220 Euro darf man kein Top-Notebookdisplay erwarten. Acer würdigt den mobilen Charakter des Chromebook 11 CB3-111 und verwendet eine matte Beschichtung um die Reflexionen zu minimieren. Die Auflösung von 1.366 x 768 Pixel ist für die Diagonale von 11,6 Zoll ausreichend, auch wenn feine Textränder und kontrastreiche Übergänge etwas ausfransen. Dafür muss man schon sehr an das Display herangehen. Mit einer durchschnittlichen Helligkeit von rund 220 Candela pro Quadratmeter bekommt man Probleme mit der Lesbarkeit im hellen Tageslicht. Hier hilft das matte Finish wie erwähnt. Der Schwarzwert ist mit 1,43 Candela bei voller Helligkeit leider sehr hoch und sorgt für ein geringes maximales Kontrastverhältnis von nur 164:1. Der weiße Displayrahmen kaschiert diesen Umstand ein wenig. Eigentlich schwarze Flächen schimmern jedoch immer leicht gräulich, zudem ist die Blickwinkelstabilität sehr eingeschränkt. Man muss für ein optimales Bild schon sehr genau auf die Haltung vor dem Bildschirm achten.

Emissionen: Ausdauernder Akku, leiser Betrieb

Leider können wir unsere Windows Tools zur Ermittlung der maximalen Laufzeit nicht unter Chrome OS nutzen und müssen der geschätzten Laufzeit von 15 Stunden und 43 Minuten, welche bei deaktivierten Funkmodulen und niedrigster Helligkeit angezeigt wird, Glauben schenken. HD-Videos auf Youtube können wir 4 Stunden und 10 Minuten lang bei voller Helligkeit und Lautstärke streamen. Eine ausgewogene Nutzung bestehend aus Webbrowsing und Textverarbeitung sollte die von Acer versprochenen 8 Stunden möglich sein mit dem 3-Zellen 3.220mAh Akku. Unsere Berechnung zeigt sogar knappe 10 Stunden bei mittlerer Helligkeit, wenn die Internetverbindung nicht immer voll ausgelastet wird. In 85 Minuten ist die Batterie wieder voll aufgeladen.

Da der Intel Celeron N2830 einen typischen Verbrauch von nur 4,5 Watt aufweist, erwärmt sich das Gehäuse auch bei fordernden Aufgaben nicht über 37 Grad Celsius. Die Durchschnittstemperatur beträgt 30 Grad Celsius und liegt auf einem angemessenen Niveau, zieht man den überwiegend lautlosen Betrieb in Betracht. Auch bei Belastung bleibt die Kühlung mit 32 dB (A) auf einem kaum wahrnehmbaren Level. Der Gesamtverbrauch im Leerlauf liegt bei gerade einmal 3,1 Watt, ein ruckeliger 4K-Videostream verlangt mit 9 Watt auch nicht wirklich viel.

In der Praxis: Starker Fokus auf Googles Dienste

Mit 1,08 Kilogramm Gewicht ist das Acer Chromebook 11 CB3-111 sehr portabelBildquelle: notebookinfo.de | rk
Handlich: Nur etwas mehr als ein Kilo Gewicht

In Googles Chrome OS passiert so gut wie alles im Chrome Browser. Vom Surfen her ist man das mitunter gewöhnt, eine großartige Umstellung, um auch Textverarbeitung oder Emails in diesem Fenster abzuwickeln, ist nicht von Nöten. Es finden sich viele Browsergames, es gibt eine Spotify App für das Musikstreaming und über unser Amazon Prime Abo konnten wir beispielsweise „Die Tribute von Panem: Catching Fire“ problemlos ruckelfrei in HD abspielen. Hantiert man beim Smartphone schon ausschließlich mit dem Android Betriebssystem, ist Chrome OS eine natürliche Fortsetzung und bietet übersichtlichen Zugang zu Gmail, Youtube, Google Play Music, Books und Movies. Auch den Cloud-Dienst Dropbox konnten wir integrieren. Wer außer Gmail noch andere Mailkonten nutzt, kann diese am simpelsten auch einfach über den Browser erreichen.

Wem Googles einfacher Fotoeditor und die Google Docs Textverarbeitung nicht ausreichen, der muss sich leider noch ein wenig gedulden. Sowohl Adobe als auch Microsoft werden Onlineversionen von Photoshop und Microsoft Office anbieten. In nicht absehbarer Zeit will Google auch sämtliche Android Apps auf Chrome OS laufen lassen, dann bekämen die Nutzer auch Zugang zu Skype als Videochatplattform. Derzeit ist dies nur über einen sehr umfangreichen Hack möglich. Wir stoßen hierbei auf einen weiteren Aspekt von Chrome OS: Noch lässt Google nur Apps aus dem Chrome Web Store für die Installation zu, das sorgt für einen Vorteil hinsichtlich der Sicherheit des Chromebook 11 CB3-111.

Den Online-Zwang haben wir nicht wirklich wahrgenommen. Zuhause, in der Uni, am Arbeitsplatz… überall trifft man mittlerweile auf WLAN-Netze. Wenn es mal ganz eng wird, kann man (den entsprechend voluminösen Tarif vorausgesetzt) auch einfach das Smartphone mittels Tethering nutzen.

Fazit: Back to Google Basics für Sparfüchse

Zurecht sind Netbooks nicht ausgestorben, sie haben sich nur ein wenig zum Chromebook hin gewandelt. Für 220 Euro bekommen Käufer des Acer Chromebook 11 CB3-111 ein prima Basispaket an dessen Leistungsfähigkeit, Display, Sound oder der restlichen Ausstattung man sich eigentlich gar nicht traut herumzumeckern. Für die aufgezählten Beschäftigungsfelder von Streaming bis Textverarbeitung ist das 11,6 Zoll Subnotebook ausreichend ausgerüstet und mit dem Google Universum verhält es sich wie mit dem echten: Es expandiert.

Adobe Photoshop und Microsoft Office erscheinen in naher Zukunft, für Android Apps kann es noch eine Weile dauern aber auch das kommt. Von der Hardwareseite gesehen bietet das Acer Chromebook 11 eine gute Akkulaufzeit und einen sehr leisen Betrieb. Wer also auf der Suche nach einem günstigen mobilen Begleiter ist und nur sehr selten ohne Internetanbindung arbeitet, sollte sich das Acer Chromebook 11 auf jeden Fall genauer ansehen.

316,61 EUR*inkl. Versandkosten
von Amazon.de | Händlerangabe: 27.05.16 00:17

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Testergebnisse im Detail
Die Einzelbewertungen im Überblick
  1. Erster Eindruck2,0 (Gut)
  2. Display3,0 (Befriedigend)
  3. Eingabegeräte2,0 (Gut)
  4. Temperatur2,0 (Gut)
  5. Lautsprecher2,5 (Gut)
  6. Betriebsgeräusche1,5 (Sehr gut)
  7. Anschlüsse2,5 (Gut)
  8. Akku und Energieverbrauch1,5 (Sehr gut)
  9. Software und Zubehör2,5 (Gut)
  10. Leistung2,5 (Gut)
Akkulaufzeit
AuslastungErzielter MesswertBestwert aller Tests
Vollast4 Std. 10 Min.Max. 5 Std. 15 Min.
Maximal15 Std. 43 Min.Max. 24 Std. 53 Min.
Praxis9 Std. 53 Min.Max. 13 Std. 36 Min.
Durchschnittlicher Energieverbrauch

5 Watt
Stromkosten im Jahr bei der durchschnittlichen Verwendung von 6 Stunden täglich bei 24,00 Cent pro kWh: 6 Stunden x 365 Tage x 0,005 kWh x 24,00 Cent = 2,63 EUR

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