1. Startseite
  2. Tablet Tests
  3. Test Motorola Xoom 2 + 3G UMTS 32GB - Schnittiger Nachzügler

© Copyright by Motorola. Abbildung kann abweichen.Fotogalerie (3)
Bilder zum Test: Motorola Xoom 2 + 3G UMTS 32GB - Schnittiger Nachzügler

Innerhalb von wenigen Jahren konnten sich Tablets – allen voran das Apple iPad – in den unterschiedlichsten Preiskategorien einordnen. Im Bereich von 5- bis 10-Zoll verkaufen sich die mobilen Begleiter auch in Deutschland prächtig. Das Motorola Xoom 2 erscheint in einer durchaus bedenklichen Zeit, sind doch für den Mobile World Congress 2012 bereits Tablets auf dem Schirm, die mit hochauflösenden Displays und leistungsstarken Fünf-Kern-Prozessoren ausgestattet werden.

Dafür kann sich das 10,1-Zoll Gerät designtechnisch von der Konkurrenz absetzen. Mit einer Art achteckigen Form, wobei die Kanten abgerundet auftreten, ist vor allem die Nutzung der seitlichen und rückseitigen Soft-Touch-Oberfläche zu nennen. Die gummiartige Beschichtung sorgt für mehr Griffigkeit und steigert in Kombination mit einer Rückseite aus leicht gebürstetem Aluminium die Wertigkeit. Die somit dunkelgraue und schwarze Farbgebung zeigt sich schlicht und wirkt keinesfalls aufdringlich. An der Front geht es zurück zur klassischen Tablet-Aufmachung: schwarzer Display-Rahmen und ein kapazitiver Touchscreen hinter einer stabilen Glasfassade. Die Erinnerungen an das Apple iPad verblassen bei diesem Testgerät also nicht.

Verarbeitungstechnisch kämpft das Motorola Xoom 2 mit dem Apple iPad 2 und dem ASUS Transformer Prime auf Augenhöhe. Selbst bei grober Nutzung sind kaum Verwindungen des Gehäuses festzustellen. Motorola selbst spricht von einer Spritzwasserschutz-Beschichtung, die das 10,1-Zoll Tablet zum Beispiel gegen Regenschauer und verschütteten Kaffee schützen soll. Gegen ein kleines Glas Wasser hatte das Xoom 2 in unserem Test problemlos widerstanden, mehr wollten wir dem Gerät jedoch nicht zumuten. Schließlich ist das Putztuch durch die glänzende Bildschirmoberfläche bereits ausreichend oft in Benutzung.

Im Bereich der Anschlüsse fahren Tablet-Hersteller zweigleisig. Einige Hersteller versuchen die Gunst der Käufer durch vollwertige USB- oder HDMI-Schnittstellen zu gewinnen, andere versuchen die geringen Abmessungen in den Mittelpunkt zu rücken und setzen daher auf verkleinerte Verbindungsmöglichkeiten. Zur letzteren Gattung gehört auch das Motorola Zoom 2. Alle wichtigen Anschlüsse befinden sich bei diesem 10,1-Zoll Android-Tablet am unteren Seitenrand. Per Micro-USB kann das Gerät eine Verbindung zum Computer aufnehmen, während per Micro-HDMI externe Bildschirme, Fernseher oder Beamer angeschlossen werden können. Lediglich ein 3,5 Millimeter Klinke-Port für Kopfhörer und Headsets ist am oberen Seitenrand angebracht. Unter einer gummierten Abdeckung befindet sich außerdem der Einschub für eine handelsübliche SIM-Karte und eine MicroSD zur Speichererweiterung. Bluetooth 2.1 und WLAN 802.11n können zur kabellosen Kommunikation mit externer Peripherie oder dem Internet genutzt werden. Das UMTS-Modul baut bei eingelegter SIM-Karte und aktivem Provider-Vertrag zudem eine Verbindung über das Mobilfunknetz auf. Hierbei agiert das Motorola Xoom 2 netzunabhängig, es werden alle deutschen Netze erkannt. Ebenfalls unterscheidet das Gerät nicht zwischen teurem Datenvertrag oder Prepaidlösung.

Für Fotos und Videos, sowie Videotelefonie stehen dem Nutzer eine Fünf-Megapixel-Kamera an der Rückseite und eine 1,3-Megapixel-Webcam an der Front zur Verfügung. Zwar kann die Qualität der Kameralösungen im Tablet-Bereich als überdurchschnittlich gewertet werden, eine günstige Kompaktkamera schlägt das Motorola Xoom 2 jedoch um Längen. Schnappschüsse und kurze Video-Telefonate sind durchaus denkbar. Professionelle Fotos werden jedoch nicht entstehen.

Die Anbindung aller Schnittstellen ging in unseren Tests problemlos vonstatten. Einzig und allein die Erkennung als Massenspeicher unter Windows funktionierte erst nach der Installation der beigelegten MotoCast-Software, die sich ähnlich wie Apple iTunes um die Synchronisation von Musik, Fotos und Videos kümmert. Über das gleiche Programm legen Sie fest, welche Dateien über eine Cloud-Funktion per Fernzugriff zur Verfügung stehen. So können Sie zum Beispiel Bilder, Videos und Musik über das Internet streamen, ohne dass sich die Daten direkt auf Ihrem Tablet befinden. Das spart Speicherplatz, benötigt jedoch eine aktive Internetverbindung. Des Weiteren sind ab Werk verschiedene Applikationen vorinstalliert. Dazu gehören unter anderem Reader-Apps für die BILD und Welt Zeitung sowie Amazon Kindle Bücher. Außerdem kann das Motorola Xoom 2 per „Dijit“ als externe Fernbedienung für den heimischen Fernseher genutzt werden.

Technische Daten

Display:10.1" IPS TouchAuflösung:1280 x 800
Prozessor:NVIDIA Tegra 250 / 1.0 GHzGrafikkarte:NVIDIA Geforce ULP (Tegra 2)
Festplatte32 GBRAM:1 GB
Plattform:Android 4.0 Ice Cream Sandwich
Akkulaufzeit:10 Std.Gewicht:0.6 kg
B x H x T:25.39 cm x 17.36 cm x 0.88 cmFarbe:schwarz

Auf dem Prüfstand

Während Nvidia bereits die dritte Tegra-Generation mit insgesamt fünf Prozessor-Kernen vorgestellt und unter anderem im ASUS Transformer Prime etabliert hat, setzt das Motorola Xoom 2 auf die klassische Zweikern-Lösung (Dual Core). Die Taktfrequenz des ARM Cortex A9 Prozessors liegt bei 1,2 GHz, während für den Arbeitsspeicher ein Gigabyte eingeplant wurde. Um die Leistung in der Praxis zu messen nutzen wir die „Photoaf HD“ Applikation, die als Freeware im Android Market angeboten wird. Diese erstellt nach vorheriger Aufnahme ein 360 Grad Panoramabild. Das Zusammensetzen der verschiedenen Bilder beansprucht den Prozessor des Tablets. Das Motorola Xoom 2 benötigt für diesen Prozess satte 43 Sekunden. Die Nvidia Tegra 3 Plattform hingegen nur 8,2 Sekunden und der Vorgänger Tegra 2 ebenfalls geringe 17,4 Sekunden. Die subjektive Leistung des 10,1-Zoll großen Tablet PCs ist jedoch gut. Selbst beim parallelen Betrieb mehrerer Anwendungen sind kaum Verzögerungen oder Ruckler wahrnehmbar. Ähnlich wie beim Apple iPad 2 geht die Bedienung locker und flüssig von der Hand.

Das Hauptaufgabengebiet des Motorola Xoom 2 Tablets liegt beim Surfen im Internet. Der vorinstallierte Android-Browser ist dafür eine gute Grundlage. Er kann mit mehreren Tabs umgehen, Favoriten speichern und unterstützt gängige Multitouch-Gesten, wie das Zwei-Finger-Zoomen und-Scrollen. Das Verfassen von Kurztexten stellt für uns auch kein Hindernis dar. Für längere Passagen sollte der Nutzer jedoch auf externe Peripherie, wie eine Bluetooth-Tastatur, ausweichen. Für eine schnellere Eingabe kann aber auch die Swype-Technologie genutzt werden. Diese ermöglicht das Verfassen von Texten durch Wischgesten über verschiedene Buchstaben. Zudem ist unser 10,1-Zoll Testmodell auch für die Musik- und Videowiedergabe gut geeignet. Selbst mit hochauflösenden Filmen (1.080p / Full HD / H.264 Codec) nimmt es das Motorola Xoom 2 gerne auf. Auch aktuell verfügbare Spiele aus dem Android Market sind für das Gerät kein Problem. Nvidia-Fans müssen jedoch auf die von vielen Tablets bekannte „Tegra-Zone“ verzichten, welche qualitativ hochwertige und von Nvidia aufbereitete Spiele listet. Gleiches gilt für die deutlich bessere Schatten- und Lichtwiedergabe, die nur von Nvidia Tegra Tablets geboten wird.

Die Farbbrillanz von Videos, Fotos und Spielen wird durch die spiegelnde Glasoberfläche des Bildschirms subjektiv verbessert. Im 10,1-Zoll Format bietet dieser eine native Auflösung von 1.280 x 800 Pixel. In Hinsicht auf den Mobile World Congress 2012 kann die Auflösung schon fast als angestaubt bezeichnet werden. In den nächsten Wochen und Monaten werden von verschiedenen Herstellern Tablets mit FullHD-Displays (1.920 x 1.080 Pixel) erwartet. Die Handhabung wird davon jedoch nicht beeinflusst. Selbst beim Surfen macht die Qualität des kapazitiven Multi-Touchscreen eine gute Figur. Die durchschnittliche Helligkeit von guten 390 Candela pro Quadratmeter ist in Kombination mit der Glasoberfläche jedoch kein Zuckerschlecken für aktiv beleuchtete Büroräume oder Außenareale. Zu schnell kommt es zu Reflexionen der Umgebung und somit zu einer eingeschränkten Sichtbarkeit des Bildschirminhalts. Als Trost können wir über eine gute Blickwinkelstabilität berichten, die eine Abweichung von bis zu 80 Grad in alle Richtung erlaubt, bevor minimale Farbinvertierungen sichtbar werden.

Trotz vergleichsweise großem 7000 mAh Akku kann das Motorola Xoom 2 das Apple iPad 2 nicht vom Langlauf-Thron stoßen. Unser Testszenario besteht aus einem Video-Loop von Big Buck Bunny im 1.080p / H.264 Format. Gemessen wurde bei voller Bildschirmhelligkeit und aktiver WLAN- sowie GPS-Verbindung. Die 3G-Option wurde nicht in Anspruch genommen. Somit wurde lediglich eine Akkulaufzeit von knapp fünf Stunden gemessen. Im Vergleich: Das ASUS Transformer Prime mit deutlich leistungsstärkerer Hardware und einem helleren Bildschirm erreicht im gleichen Szenario über 6,5 Stunden. Auch günstigere Geräte wie das Sony Tablet S oder das Lenovo IdeaPad K1 überschreiten die Sechs-Stunden-Grenze. Im Stand-By verspricht Motorola eine Laufzeit von 84 Stunden.

Im Gegensatz zu Notebooks oder Convertible-Tablets benötigt das Motorola Xoom 2 keine aktive Belüftung. Das 10,1-Zoll Android-Tablet ist somit lautlos im Betrieb. In unseren Praxis-Szenarien blieb das Gerät stets kühl. Lediglich bei starker Belastung des WLAN- und UMTS-Netzes kam es zu einer überdurchschnittlichen Wärmeentwicklung an der Unterseite. Den Betrieb im Alltag beeinflusst dieses Manko jedoch kaum.

Zusammenfassung

Vor allem durch sein flaches, handliches und durchweg gut verarbeitetes Gehäuse kann das Motorola Xoom 2 mit einer guten Wertung unseren Testparcours verlassen. Das Anschluss-Portfolio ist klein, aber ausreichend – der Speicher kann mit Hilfe von MicroSD-Karten erweitert werden und das UMTS-Modul ist eine sehr gute Alternative abseits von WLAN-Hotspots. Für das Anwendungsgebiet passend zeigen sich Leistung, Akkulaufzeit und Bildschirmqualität. Angesichts der vielen Ankündigungen von günstigen und leistungsstärkeren Tablets auf dem Mobile World Congress 2012 wird es das Motorola Xoom 2 schwer haben in Zukunft Fuß zu fassen. Aktuell gehört der 10,1-Zoller auch nicht in die Abteilung der Schnäppchen-Tablets. Empfehlenswert ist das Gerät dennoch, da es sich mit seinem Design vom restlichen Einheitsbrei abhebt.


Andere Tablets von Motorola - Jetzt anzeigen

Andere Tablets von Motorola - Jetzt anzeigen

Testergebnisse im Detail
Die Einzelbewertungen im Überblick
  1. Erster Eindruck1,0 (Sehr gut)
  2. Display2,0 (Gut)
  3. Eingabegeräte1,0 (Sehr gut)
  4. Temperatur1,0 (Sehr gut)
  5. Lautsprecher3,0 (Befriedigend)
  6. Betriebsgeräusche1,0 (Sehr gut)
  7. Anschlüsse3,0 (Befriedigend)
  8. Akku und Energieverbrauch3,0 (Befriedigend)
  9. Software und Zubehör2,0 (Gut)
  10. Leistung3,0 (Befriedigend)
Akkulaufzeit
AuslastungErzielter MesswertBestwert aller Tests
Maximal9 Std. 53 Min.Max. 50 Std. 59 Min.
Praxis5 Std. 6 Min.Max. 19 Std. 40 Min.
Kommentieren
Mit dem Absenden erklären Sie Ihr Einverständnis mit den Nutzungsbedingungen und der Datenschutzerklärung.