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Bilder zum Test: Huawei MediaPad 10FHD - Couch-Potato mit hochauflösendem Display

Der chinesische Hersteller Huawei ist ein Neuling auf dem Tablet-Markt. Nach zwei 7 Zoll Modellen erreichte mit dem MediaPad 10 FHD ein Android-Modell im 10 Zoll Format den Handel. Der erste Blick aufs Datenblatt lässt die Erwartungen steigen. Das Unternehmen verbaut einen Quad-Core Prozessor aus eigener Entwicklung und setzt auf ein IPS-Panel mit einer Auflösung von 1.920 x 1.200 Pixel.

Bei der Verarbeitung und dem Design orientiert sich Huawei am kleinen Bruder MediaPad 7 und stattet das MediaPad 10 FHD mit einem Backcover aus silberfarbenem Aluminium aus. Die Kanten sind abgerundet und ermöglichen eine ungestörte Bedienung. In Höhe der rückseitigen Kamera trennt ein weißer Kunststoffstreifen den oberen Bereich optisch ab. Im Vergleich mit der Konkurrenz können vor allem das niedrige Gewicht und die schmalen Abmessungen punkten. Mit knapp 600 Gramm ist es 50 Gramm leichter als das aktuelle iPad mit Retina Display und auch flacher (257,3 x 175,9 x 8,8 mm). Die Spaltmaße sind gering und die Verwindungssteifheit ist hoch. Mit viel Druck ließen sich zwar leichte Dellen in das Aluminium drücken, aber im normalen Gebrauch kommt es nicht zu solchen Situationen. Um Kratzern vorzubeugen, setzt Huawei auf eine Beschichtung mit Corning Gorilla Glas und einen leicht erhöhten Displayrahmen. Die rückseitige Kamera kann mit einem 8 Megapixel-Sensor glänzen, doch den Bildern fehlt es an Schärfe und schlechte Lichtverhältnisse trüben die Aufnahme. Auch die 1,3 Megapixel Kamera auf der Vorderseite ist nur Durchschnitt. Hier bietet die Konkurrenz mehr, beispielsweise das ASUS Transformer Pad Infinity.

Alle Eingaben erfolgen direkt über den Multi-Touchscreen, welcher keine Wünsche offen lässt. Bis zu zehn Finger werden gleichzeitig erkannt und alle gängigen Multitouch-Gesten werden unterstützt. Die Unterseite offenbart eine Besonderheit. Neben dem mittig platziertem Anschluss für ein Daten/Ladekabel sind links und rechts zwei kleine Öffnungen eingelassen. Dabei handelt es sich aber nicht um Einsparungen für die Lautsprecher, sondern um Arretierungen für ein optionales Keyboarddocks. Im Set kostet das Tablet mit Dock dann rund 500 Euro, ist aber momentan nur bei wenigen Händlern gelistet. Die rechte Seite beherbergt eine 3,5 Millimeter Audio-Buchse um Kopfhörer anzuschließen. Auf der Oberkante versteckt sich hinter einer weißen Kunststoffabdeckung ein microSD-Kartenleser. Dieser ist auch nötig, denn der interne Speicher ist mit 8 GB sehr knapp bemessen. Die Lautstärkewippe und der Netzschalter positionieren sich auf der rechten oberen Seite. Um ins Internet zu gelangen, bleibt nur die Möglichkeit, die integrierte WLAN-N Karte zu nutzen. Ohne Internetzugang wird das Tablet schnell langweilig, da so viele Funktionen schlichtweg wegfallen. Eine Variante mit 3G/4G soll zwar folgen, doch es ist unklar wann es soweit sein wird.

Die verbauten Stereo Lautsprecher auf der Rückseite strahlen nach hinten ab und nutzen somit den Tisch, beziehungsweise die Hände als Resonanzträger. Die maximale Lautstärke ist überdurchschnittlich gut, aber bei hohen Lautstärken kommt es schnell zu Übersteuerungen und der Klang wirkt blechern. Zwar bietet Huawei an, den Sound mit einem DMS-Modus (Dolby Mobile Settings) auf Filme oder Musik anzupassen, aber die Unterschiede sind zu vernachlässigen. Für kurze YouTube Videos durchaus zu gebrauchen, sollte man für Filme oder Musik doch auf Kopfhörer zurückgreifen. Der Anschluss an einen Laptop oder PC erfolgt problemlos über das Datenkabel. Windows selbst bringt alle nötigen Treiber mit. Das Gerät kann dann als Mediengerät (MTP), Kamera (PTP) oder über die HiSuite genutzt werden. MTP ermöglicht das Übertragen von Multimediadaten auf Windows und Macintosh. PTP dient für die Übertragung von Fotos mithilfe der Kamera-Software und den Austausch von Daten, welche von MTP nicht unterstützt werden. Die HiSuite ist eine Software für die Synchronisation, sowie das Datei- und App-Management zwischen dem Tablet und einem Android-Smartphone. Damit lassen sich Kontakte, Playlisten und vieles mehr übertragen und der Smartphone-Bildschirm beispielsweise 1:1 auf den PC oder das Tablet spiegeln lassen.

Werkseitig ist Android 4.0 Ice Cream Sandwich vorinstalliert, ein Update auf Android 4.0.4 ist bereits erhältlich. Das Betriebssystem von Google bietet somit Zugriff auf den kompletten Google Play Store. Huawei hat einige Änderungen am System vorgenommen. Alle installierten Apps sind auf dem Homebildschirm abgelegt, können aber zur besseren Übersicht auch in Ordnern sortiert werden. Der Benutzer kann zwischen drei verschiedenen Energieprofilen hin- und herschalten. Zur Auswahl stehen "Ausgewogen", "Leistung" und "Akkuschonfunktion". Auswirkungen auf die Taktung des verbauten SoCs hat dies aber nicht. Das Layout der virtuellen Tastatur wurde abgeändert. Die Tasten erstrahlen nun im hellen Weiß.

Technische Daten

Display:10" IPS TouchAuflösung:1920 x 1200
Prozessor:HiSilicon K3V2 / 1.00-1.50 GHzGrafikkarte:Vivante GC4000
Festplatte8 GBRAM:1 GB
Plattform:Android 4.0 Ice Cream Sandwich
Akkulaufzeit:8 Std.Gewicht:0.59 kg
B x H x T:25.7 cm x 0.88 cm x 17.5 cmFarbe:weiß silber

Auf dem Prüfstand

Unter der soliden Verschalung aus Kunststoff und Aluminium schlägt ein eigens produzierter Quad-Core Prozessor. Der K3V2 stammt aus einer Eigenentwicklung des Tochterunternehmens Hi Silicon, taktet mit 1,2 GHz und ist in dieser Form bislang nicht weit verbreitet. Unterstützt wird er dabei von 1 GB Arbeitsspeicher. Im direkten Vergleich zu Konkurrenzprodukten die auf einen Nvidia Tegra 3 SoC setzen, zeigt sich in den Benchmarks ein deutliches Bild. Egal ob es sich um einen browserbasierten oder synthetischen Benchmark handelt, in allen Bereichen schneidet der K3V2 schlechter ab als die Konkurrenz. Damit bestätigt sich unser erster Eindruck, nach denen die Bedienung im Android-System etwas träge wirkt. Das Scrollen im Browser und das laden von Programmen gestaltet sich manchmal etwas schleppend. Wir vermuten, dass Huawei mit einem Software Problem zu kämpfen hat und dieses bald beseitigt. Spiele wie Grand Theft Auto 3 ruckelten stark und trüben den Spielspaß. Als Grafikeinheit greift das Tablet auf eine 16-Core GPU namens Vivante GC4000 zurück.

Sahnestück des Tablets ist sicherlich das Display. Als zentrales Bedienelement unterwegs wirkt es sich oft primär auf die Kaufentscheidung aus. Positiv fällt zuerst die stattliche Auflösung von 1.920 x 1.200 Pixel auf. Das hervorragende IPS-Display bietet satte Farben, einen hohen Betrachtungswinkel und lässt Filme und Bilder strahlen. Leider strahlt es nicht besonders hell. Unser Testmodell weist eine durchschnittliche Helligkeit von 219 Candela pro Quadratmeter bei einem Kontrastwert von 1247:1 auf. Das ist nur mittelmäßig und wertet das ansonsten schöne Display etwas ab. Ein ultramobiles Gerät ist auf eine hohe Helligkeit angewiesen, um in der Sonne und in hellen Räumen ein klar erkennbares Bild zu liefern. Durch die spiegelnde Beschichtung entstehen Reflexionen der Umgebung, die den Außeneinsatz schmälern. Bei deaktivierten Funkverbindungen und abgedunkeltem Display hält der 6.600 mAh starke Lithium-Polymer-Akku satte 18 Stunden und 24 Minuten durch. Für Surfen über WLAN kann man mit einer Laufzeit von rund 10 Stunden und 44 Minuten rechnen. Im Betrieb bleibt es mit durchschnittlich 29 Grad Celsius auf der Ober- und Unterseite angenehm kühl.

Zusammenfassung

Wie anfangs bereits erwähnt, ist Huawei ein Neuling im Tablet-Segment und hat sich viel Zeit gelassen, um sein MediaPad 10 FHD auf den Markt zu bringen. Grund hierfür ist wohl der eigens entwickelte Prozessor mit dem man der Konkurrenz voraus sein will. Dennoch wird das Tablet von der Konkurrenz abgehängt. Mit einem Preis von rund 400 Euro möchte sich der Hersteller im Premium-Segment etablieren und dies gelingt ihm auch, aber nur teilweise. Die Verarbeitung ist hochwertig und das Gerät schmiegt sich gut in die Hand. Das FullHD IPS-Display bietet eine extrem starke Darstellung und hohe Blickwinkelstabilität. Der Sound der Lautsprecher ist gerätetypisch eher schwach, geht aber in Ordnung und auch die Laufzeit ist gut. Nicht auf Premium-Niveau liegt die maximale Displayhelligkeit, die schwachen Aufnahmen der Kamera und die Systemleistung die der Konkurrenz in fast allen Benchmarks hinterher hinkt. Der Einstieg ins 10 Zoll High-End Segment ist mit dem Huawei MediaPad 10 FHD zwar geglückt, es besteht jedoch durchaus noch Nachbesserungspotenzial, da es sich nicht deutlich genug von der Konkurrenz absetzen kann.


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Testergebnisse im Detail
Die Einzelbewertungen im Überblick
  1. Erster Eindruck1,5 (Sehr gut)
  2. Display3,0 (Befriedigend)
  3. Eingabegeräte2,0 (Gut)
  4. Temperatur2,5 (Gut)
  5. Lautsprecher3,0 (Befriedigend)
  6. Akku und Energieverbrauch1,0 (Sehr gut)
  7. Software und Zubehör2,0 (Gut)
  8. Verarbeitung1,5 (Sehr gut)
  9. Anschlüsse3,0 (Befriedigend)
  10. Leistung (Spiele)3,0 (Befriedigend)
  11. Leistung (Anwendungen)2,0 (Gut)
Benchmark
BenchmarksErzielter MesswertBestwert aller Tests
Google V81467 Pkt.Max. 10241 Pkt.
Sunspider1618.1 msMin. 285.6 ms
Browsermark1492 Pkt.Max. 166125 Pkt.
Smartbench 20124127 Pkt.Max. 9866 Pkt.
Linpack (Android)137352 MFLOPSMax. 1014670 MFLOPS
NenaMark 247 fpsMax. 60.8 fps
Basemark ES 2.015.63 fpsMax. 59.98 fps
Antutu12150 Pkt.Max. 67413 Pkt.
Vellamo HTML51306 Pkt.Max. 5893 Pkt.
Vellamo Metal398 Pkt.Max. 2704 Pkt.
Quadrant4181 Pkt.Max. 23945 Pkt.
niedriger ist besserhöher ist besser
Akkulaufzeit
AuslastungErzielter MesswertBestwert aller Tests
Vollast3 Std. 5 Min.Max. 12 Std. 30 Min.
Maximal18 Std. 24 Min.Max. 50 Std. 59 Min.
Praxis10 Std. 44 Min.Max. 19 Std. 40 Min.
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