Test LG G Flex (D955) - Das flexible Phablet mit selbstheilender Rückseite

Flexibilität ist eine gefragte Eigenschaft, inzwischen sogar bei Displays. Die geschwungene Oberfläche kommt langsam bei Fernsehern in Mode und die so genannten Curved OLED-Modelle finden früher oder später auch den Weg in immer mehr Wohnzimmer. Die Südkoreaner präsentieren mit dem LG G Flex das erste, gebogene Smartphone. Nun stellt sich natürlich die Frage, was man als Nutzer für Vorteile von einem solchen Modell eigentlich hat. Daher gehen wir diesem und weiteren Aspekten in unserem Testbericht auf den Grund.

Einleitung: Biegsam, elegant, einfach etwas Besonderes

Das geschwungene Phablet im Test: LG G FlexBildquelle: notebookinfo.de | st
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Mit Schwung: Das gebogene Gehäuse und Display ist eines der Highlights des LG G Flex, welches wir im Test genauer unter die Lupe nehmen.

Viele Smartphones auf dem Markt sehen heutzutage nahezu identisch aus, echte Alleinstellungsmerkmale sucht man inzwischen schon fast mit der Lupe. Ganz anders sieht die Sache beim G Flex von LG aus, denn hier fällt jedem das besondere Äußere auf. Die geschwungene Bauart ist dabei nicht nur auf das Display beschränkt, sondern betrifft das ganze 6 Zoll große Phablet, inklusive dem biegsamen Akku. Durch die Bauart sollen sich einige Vorteile ergeben, etwa ein verbessertes Klangbild, wenn das Smartphone auf einem Tisch aufliegt oder auch die gesteigerte Sprachqualität durch die Nähe des Mikros zum Mund. Bei einem komplett gebogenen Gehäuse kommen aber auch Bedenken und Fragen auf, darunter die dringlichste: Wie biegsam ist das G Flex am Ende wirklich und überlebt es auch, wenn man sich etwa drauf setzt oder mehr Druck darauf ausübt? Diese und weitere Fragen klären wir in unserem Praxis-Check des LG G Flex.

Gehäuse: Unibody Kunststoff mit selbstheilender Rückseite

In Sachen Buzzwords muss man beim LG G Flex nicht lange auf die Suche gehen. Rear Key, KnockOn, POLED, Curved Display, Self Healing Coating und noch viele weitere Begriffe und Besonderheiten könnte man beim Phablet von LG aufzählen. Das Gehäuse ist beim G Flex biegsam, man kann es also unter viel Kraftaufwand theoretisch auch in die typische Form biegen. Natürlich bewegt sich der Kunststoff dann aber auch direkt wieder in die geschwungene Originalform zurück. Wer das Phablet in der Hosentasche hat und sich ausversehen drauf setzt, muss sich wahrscheinlich ebenfalls keine direkten Sorgen machen. Denn Belastungstests von LG bezeugten intern, dass eine Gewichtseinwirkung von 80 bis maximal 100 kg abgefangen werden kann. Das Gehäuse knarzt zwar bei einem größeren Druck, aber es entstehen selbst dabei keinerlei Displaywellen oder Veränderungen an der Darstellung.

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Selbstheilend: Die Rückseite des Phablets bessert kleine Kratzer mit der Zeit wieder eigenständig aus.

Die Rückseite des Phablets ist mit einer Schutzschicht aus Polyrotaxan überzogen worden. Was der eine oder andere eventuell vom Lack bei Autos kennt, findet nun auch bei Smartphones Einsatz. Die Schutzschicht sorgt dafür, dass Kratzer von selbst heilen und die Rückseite somit größtenteils erhalten bleibt. Wer also bisher ungern sein Smartphone in einer Tasche mit dem Schlüssel oder Kleingeld aufbewahrt hatte, könnte nun zumindest etwas beruhigter sein. Im Test haben wir kleine Kratzer mit einem Schlüssel auf der Rückseite hinterlassen, diese verschwanden in der Tat auch nach einiger Zeit wieder vollständig. Dennoch sollte man auch weiterhin auf sein teures Modell Acht geben und es eher nicht darauf anlegen, wie sich die Rückseite bei echten und tiefen Kratzern verhält. Am Ende ist die Eigenschaft des Gehäuses aber sicherlich als positiv einzustufen, denn in jedem Fall ist die Rückseite somit resistenter gegen Alltagskratzer.

Auf Aluminium verzichtet LG übrigens und nutzt stattdessen ein Kunststoff-Gehäuse, welches praktisch ohne Spaltmassen auskommt. Das Phablet liegt trotz seiner Größe erstaunlich gut und sicher in der Hand, was zum Teil auch der geschwungenen Bauart geschuldet ist. Fingerabdrücke auf der Rückseite lassen sich übrigens aufgrund der leicht glänzenden Beschaffenheit nicht gänzlich vermeiden, die Sichtbarkeit dieser hält sich aber noch in überschaubaren Grenzen. Das Display wird von einem minimalen, schwarzen Rahmen an den Seiten eingefasst und vermittelt somit noch stärker das beeindruckende Bild des 6 Zoll Bildschirms. Mit rund 176 Gramm liegt man deutlich unter dem HTC One Max, dem Acer Liquid S2 und Nokia Lumia 1520, welche allesamt über 200 Gramm auf die Waage bringen.

Ausstattung: Flotte und bequeme Bedienung

LG legt großen Wert auf eine gute Bedienbarkeit seiner Smartphones und Tablets. Dafür nutzt man unter anderem die Fluid UI, welche über Android in der Version 4.2.2 Jelly Bean liegt. Das ganze System bleibt dabei schlank, sieht schick aus, aber auch nicht zu verspielt. Einige Schnellzugriffe lassen sich erweitern, anpassen und reduzieren und durch die zusätzlichen Tasten und Soft-Touch-Eingabeoptionen wird die Bedienung zusätzlich erleichtert. Die inzwischen bekannte KnockOn-Funktion sorgt dafür, dass man das G Flex durch einen doppelten Tipp auf die Bildschirmmitte jederzeit aufwecken kann. Die Status LEDs geben Auskunft über neue Nachrichten, verpasste Anrufe und erweisen sich auch bei LG ähnlich praktisch wie schon beim HTC One. Die zusätzliche rückseitige LED leuchtet sogar in unterschiedlichen Farben, etwa rot, wenn ein Anrufer mehrfach versucht hat den Besitzer erfolglos zu erreichen. Somit weiß man direkt, wenn eventuell ein wichtiges Gespräch wartet bzw. verpasst wurde und der Rückruf dringend nötig sein könnte.

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Rear Key: Dank der Tasten auf der Rückseite, ist die Bedienung mit einer Hand beim LG G Flex durchaus möglich.

Den Rear Key auf der Rückseite kann man für einige Aspekte einsetzen, einerseits als Homebutton, als Mitauslöser für die Screenshot-Funktion und für den Start von Apps. Direkt darüber und darunter sind die Tasten für die Veränderung der Lautstärke angeordnet. Somit lässt sich das große Phablet auch mit einer Hand tatsächlich noch vernünftig bedienen. Die spezielle Taste an der Rückseite sorgt außerdem dafür, dass das LG G Flex trotz seiner Krümmung stabil auf einer flachen Oberfläche aufliegt. Wer das große Display des Phablets noch besser ausnutzen will, der kann außerdem auf die Dual Window-Funktion zurückgreifen. Damit ist es möglich zwei Apps gleichzeitig aktiv und nebeneinander laufen zu lassen. Somit lässt sich etwa ein Bericht auf einer Webseite lesen und gleichzeitig das dazugehörige Video im anderen Abschnitt des Displays abspielen.

Für Apps stellt LG 32 GB internen Flashspeicher zur Verfügung, wovon rund 24 GB frei nutzbar sind, eine Erweiterung mit MicroSD-Karten ist leider nicht möglich. Davon abgesehen fährt LG aber das volle Programm auf: NFC, HDMI über den MicroUSB-Slimport, Miracast, DLNA, Bluetooth 4.0, Assisted GPS, LTE Advanced und WLAN nach den Standards 802.11 a/b/g/n/ac. Obendrauf gibt es noch eine vorinstallierte App für die Fernsteuerung der heimischen Geräte über einen Infrarot-Sender an der Rückseite des LG G Flex. Die vordere Kamera Bietet 2,1 Megapixel, die Hauptkamera löst mit 13 Megapixel auf und bietet einen LED-Blitz, digitale Bildstabilisierung und die Option Videos in UHD mit 3.840 x 2.160 Pixel aufzunehmen. Die Qualität ist dabei als überdurchschnittlich zu bezeichnen. An Top-Modelle wie das Nokia Lumia 1020 oder die Kamera im iPhone 5S reicht das Modell allerdings nicht heran.

Technische Daten

Display:6"Auflösung:1280 x 720
Prozessor:Qualcomm Snapdragon 800 (8974) / 2.3 GHzGrafikkarte:Qualcomm Adreno 330
Festplatte32 GBRAM:2 GB
Plattform:Android 4.2.2
Akkulaufzeit:k.A.Gewicht:177 g
B x H x T:8.16 cm x 16.05 cm x 0.87 cmFarbe:silber

Leistung: Tadellose Performance

Damit das gewaltige 6 Zoll Display auch nicht mit Rucklern leben muss, steckt LG in das G Flex ordentlich Rechenleistung hinein. Hauptmotor ist der Qualcomm Snapdragon 800 Vierkerner mit 2,3 GHz Taktung. Für die Grafik ist die im SoC integrierte GPU Qualcomm Adreno 330 zuständig, womit auch alle aktuellen Spiele in den höchsten Einstellungen absolut flüssig wiedergegeben werden können. Durch die Quad-Core-CPU und die 2 GB Arbeitsspeicher sollten auch noch für die nächsten Jahre ausreichend Leistungsreserven vorhanden sein. Die Systembedienung selbst geht absolut makellos von statten. Mikroruckler oder sonstige Verzögerungen sucht man also vergeblich. Im unteren Teil dieses Artikels zeigen wir euch, wie sich das LG G Flex in aktuellen Benchmarks schlägt.

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Flott unterwegs: Dank Quad-Core Snapdragon 800 erzielt das geschwungene Smartphone gute Werte bei den Benchmarks.

Display: Plastik-OLED-Display mit 720p Auflösung

Ein kleiner Schwachpunkt ist beim LG G Flex die Auflösung des 6 Zoll Displays. Diese liegt nämlich nur bei 1.280 x 720 Pixel und somit auf HD Ready-Niveau. Bei einem Phablet und absoluten Top-Modell wie dem G Flex wäre es doch angebracht und wünschenswert gewesen, wenn man bei einem Investment von knapp 700 Euro ein Display mit Full HD-Auflösung spendiert bekommen würde.

Über diesen Missstand hilft das verbaute Display allerdings ein wenig hinweg. Das P-OLED (Plastic) sorgt für kräftige Farben und das unabhängig vom Blickwinkel. Aufgrund der Bauart des Displays ist der Kontrast praktisch unendlich und Schwarz ist somit Schwarz und nicht etwa ein dunkles grau wie bei vielen anderen LCD-Screens auf dem Markt. Die geschwungene Bauweise des Curved POLED Screens hilft außerdem dabei Filme und Spiele noch etwas beeindruckender herüberzubringen. Die herstellereigenen Vergleiche mit der IMAX-Technik sind aber aufgrund der gewaltigen Größenunterschiede am Ende natürlich dennoch eher eine Marketingstrategie. Auch die Helligkeit hätte höher ausfallen können. Sie liegt bei 285 bis 295 Candela. Im Vergleich dazu hat der kleine Bruder LG G2 im Schnitt über 400 cd/m².

Emissionen: Guter Durchschnitt bei Temperatur und Laufzeit

Mit dem LG G Flex Phablet kann man relativ problemlos gute zwei Tage arbeiten, bevor man erneut in Richtung nächster Steckdose stürmen muss. Im Regelfall kann man mit aktiver Internetverbindung auf gute 14 Stunden Akkulaufzeit kommen, wer die Helligkeit herunterregeln mag und in den Flugmodus wechselt, kann natürlich noch einige weitere Stunden herausquetschen. Wer hingegen zockt und sich am großartigen Display ergötzt, der muss sein Phablet nach etwas über 3 Stunden wieder mit neuem Saft versorgen. Details zur Akkulaufzeit finden Sie ebenfalls im Benchmark-Segment im unteren Bereich dieses Testberichts. Trotz der guten Leistungswerte bleiben die Temperaturen des Phablets stets in einem guten Rahmen. Im Normalbetrieb liegen die Werte bei rund 27 Grad, unter längerer Volllast sind die Temperaturen bei rund 37 bis maximal 42 Grad Celsius angesiedelt.

In der Praxis: Das besondere Phablet mit geschwungenem Display

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Das ungewöhnliche Phablet: Leistungsstark und mit teils einmaligen Features präsentiert sich das G Flex Smartphone von LG.

Wer nach einem etwas extravaganten und auffälligen Smartphone sucht ist beim G Flex von LG genau richtig. Das geschwungene Gehäuse fällt auf den ersten Blick auf und trotz der ungewöhnlichen Bauweise liegt das große Phablet doch erstaunlich gut in der Hand. Das gebogene Display mit POLED-Technik bietet kräftige Farben und dank der 6 Zoll Diagonale kommen Filme und Spiele besonders sehenswert herüber. Beim Telefonieren im Alltag hält sich der Nutzen allerdings bei der Sprachqualität in Grenzen, hier sollte man also keine Audiowunder im Vergleich zu den üblichen Smartphones erwarten. Die Rückseite, die kleinere Kratzer selbstständig über die Zeit heilen kann ist ebenfalls ein netter Pluspunkt und die Bedienung klappt sogar mit einer Hand dank dem Rear Key und Steuerungskonzept von LG. An der Leistung gibt es sowieso nichts auszusetzen, wir hätten uns aber für eine klarere Schrift dennoch ein Full HD-Display anstelle eines 720p Screens gewünscht.

Fazit

Mit knapp 700 Euro ist das LG G Flex kein Schnäppchen. Die geschwungene Bauform ist dafür aber auch noch absolut einzigartig, die Leistung passt ebenso. Hätte LG noch ein höher auflösendes Display eingebaut und die Option zur Speichererweiterung gegeben, hätte man fast nichts am geschwungenen Phablet auszusetzen gehabt. Die Bauweise trifft sicherlich nicht den Geschmack jedes Nutzers, wer allerdings Filme und Spiele auf dem Curved OLED Screen erlebt hat, der wird sicherlich auch Gefallen daran gefunden haben.

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Testergebnisse im Detail
Die Einzelbewertungen im Überblick
  1. Erster Eindruck 2,0 (Gut)
  2. Display 2,5 (Gut)
  3. Eingabegeräte 2,0 (Gut)
  4. Temperatur 2,0 (Gut)
  5. Lautsprecher 2,0 (Gut)
  6. Akku und Energieverbrauch 1,5 (Sehr gut)
  7. Software und Zubehör 2,0 (Gut)
  8. Verarbeitung 2,0 (Gut)
  9. Anschlüsse 2,0 (Gut)
  10. Leistung (Spiele) 1,0 (Sehr gut)
  11. Leistung (Anwendungen) 1,0 (Sehr gut)
Benchmark
Benchmarks Erzielter Messwert Bestwert aller Tests
Google V8 4151 Pkt. Max. 5591 Pkt.
Sunspider 1121.4 ms Min. 399.4 ms
Smartbench 2012 10012 Pkt. Max. 10254 Pkt.
Linpack (Android) 851852 MFLOPS Max. 1143896 MFLOPS
Geekbench 2 2204 Pkt. Max. 4180 Pkt.
PassMark Performance Test Mobile 3517 Pkt. Max. 5356 Pkt.
NenaMark 2 60 fps Max. 61.8 fps
Basemark ES 2.0 59.86 fps Max. 61.76 fps
Antutu 36299 Pkt. Max. 36731 Pkt.
Vellamo HTML5 2991 Pkt. Max. 3012 Pkt.
Vellamo Metal 1236 Pkt. Max. 2024 Pkt.
Quadrant 20444 Pkt. Max. 24455 Pkt.
Octane v1 3976 Pkt. Max. 5575 Pkt.
GFXBench 2.7 T-Rex HD Offscreen 20.2 fps Max. 28.2 fps
GFXBench 2.7 T-Red HD Onscreen 25.4 fps Max. 37 fps
niedriger ist besser höher ist besser
Akkulaufzeit
Auslastung Erzielter Messwert Bestwert aller Tests
Vollast 3 Std. 12 Min. Max. 6 Std. 40 Min.
Maximal 25 Std. 0 Min. Max. 50 Std. 59 Min.
Praxis 14 Std. 10 Min. Max. 33 Std. 10 Min.
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