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Test BlackBerry Classic Schwarz - Für Vielschreiber das richtige Smartphone

Mit dem Test des Blackberry Classic steht ein neues Smartphone mit physischer Tastatur und Blackberry OS 10.3.1 in den Startlöchern. Android Apps, Sprachassistent und eine wachsende Community machen die früheren Business-Handys jetzt für jedermann interessant. Ob Blackberry der perfekte Wurf gelungen ist, finden wir im ausführlichen Testbericht heraus.

Einleitung: Sind die harten Jahre vorbei?

Der perfekte Begleiter für den Geschäftsmann von heute? Wir testen das Blackberry Classic.Bildquelle: notebookinfo.de | st
Fotogalerie (12)
Spannendes Comback: Das Blackberry Classic soll wieder alle Wünsche der BB-Nutzer erfüllen. Hat der Hersteller dazugelernt?

Die letzten Jahre waren hart für Research in Motion (RIM), die sich Anfang 2013 komplett in Blackberry umbenannt haben. Das Apple iPhone und viele Google Android Smartphones haben den Business-Handys des Herstellers zu schnell den Rang abgelaufen. Microsoft Exchange und Cloud-Services waren auf einmal auch für Consumer-Modelle kein Hindernis mehr. Mit der Einführung der Blackberry Q10 und Q5 Smartphones sowie der Z-Serie sollten die Jahre 2008 bis 2012 schnell vergessen werden, wo eher halbherzig an Geräten mit Touchscreen gearbeitet wurde. Doch auch die Q/Z-Ära wollte nicht so richtig fruchten. Die Durststrecke soll nun durch die Smartphones Blackberry Passport und Blackberry Classic beendet werden. Das Grundprinzip ist einfach und kein Neues. Größere Bildschirme, mehr Leistung und vor allem der Fokus auf die physische Tastatur sollen es richten. Hinzu kommt das aktualisierte Blackberry OS 10.3 Betriebssystem, welches ab dem 19. Februar 2015 auch für ältere Blackberry Smartphones freigeschaltet werden soll. Ein Grund mehr uns das Blackberry Classic mit OS 10.3.1 im Test genauer anzusehen.

Gehäuse: Kunststoff-Rückschritt mit Stabilität und Grip

Während die damals hoch gelobte Blackberry Bold Serie noch mit Kunstleder-Rücken auftrat, wurde das Blackberry Q10 seiner Zeit mit einer Karbon-Rückseite ausgeliefert. Beides sah schick aus und brachte eine gute Haptik. Beim Blackberry Classic entschied man sich für eine leicht strukturierte, unauffällige Kunststoff-Abdeckung. Die ist zwar weniger stylisch, dafür allerdings gut verarbeitet. Außerdem liefert sie einen guten Halt, auch bei schwitzigen Fingern. Für die Wertigkeit sorgt der Metallrahmen, der sich an den Seitenrändern einmal komplett um das Smartphone herumzieht. Die Spaltmaße des Gehäuses sind gleichmäßig und durch die abgerundeten Ecken liegt das Blackberry Classic sehr gut in der Hand.

Die Rückseite des Blackberry Classic besteht aus strukturiertem Kunststoff.Die Tastatur des Blackberry Classic wurde mit der Steuerungsleiste verbunden.Bildquelle: notebookinfo.de | st
Veränderungen: Die Rückseite aus Kunststoff (links) und die Tastatur inkl. Zusatzleiste (rechts).

Die Front ist im oberen Bereich aufgrund des kapazitiven Touch-Bildschirms verglast, allerdings kommt hier kein Corning Gorilla Glass 3 zum Einsatz, wie es beim größeren Blackberry Passport der Fall ist. Mit einer glänzenden Lackierung schließt direkt unterhalb des Displays die Steuerungsleiste an, welche Fans der Blackberry Bold Serie bereits zu schätzen wussten. Über diese können alternativ zum Touchscreen das Menü gesteuert und Anrufe angenommen sowie beendet werden. Darunter wiederum platziert sich die klassische Blackberry Tastatur mit 35 Tasten in einer mattglänzenden Optik. Die Tasten sind zu den Seiten hin abgestuft und überzeugen durch einen guten Druckpunkt. Für Vielschreiber das wohl wichtigste Feature, das bekannte On-Screen-Keyboards von Apple, Google und Microsoft wirklich alt aussehen lässt.

Überzeugt sind wir auch von der kompletten Verarbeitung des Blackberry Classic. Selbst bei grober Handhabung sind am Gehäuse keine Verwindungen erkennbar. Von Kopf bis Fuß ein gut verarbeitetes Business-Smartphone, das mit einer wertigeren Rückseite alle unsere Anforderungen in diesem Bereich erfüllt hätte. Ebenso hätte man am Gewicht arbeiten müssen. Mit 178 Gramm bringt es mehr auf die Waage als das deutlich größere Apple iPhone 6 Plus.

Ausstattung: Android Apps werden es richten

In Hinsicht auf die Anschlüsse bedient das Blackberry Classic den Geschäftsmann sowie Otto Normalverbraucher auf gleiche Weise gut und schlecht. So werden sich die meisten Nutzer über die Erweiterbarkeit via MicroSD-Karte freuen. Der interne Speicher kann von 16 GB um bis zu 128 GB ausgebaut werden. Außerdem ist ein LTE Modul an Bord, allerdings nur in der Cat 3 Fassung und so mit einem Downstream-Limit von 100 Mbit/s beschnitten. In Anbetracht des Netzausbaus in Deutschland und des Smartphone-Preises von über 350 Euro hätten wir hier gerne mehr gesehen. Gleiches gilt auch für die WLAN-Verbindung, die über die 2,4 GHz und 5,0 GHz Frequenz möglich ist - allerdings nur mit dem 802.11n Standard als schnellste Verbindung. Trotz geringer Verbreitung passender Router und Hot-Spots vermissen wir ein WLAN-ac Modul. Das können auch Bluetooth 4.0, NFC, Miracast und der SlimPort-fähige MicroUSB-Port nicht ausgleichen.

Klinke-Anschluss und Power-Button befinden sich an der oberen Gehäuseseite.Geladen wir das Blackberry Classic über Micro-USB, der gleichzeitig SlimPort ermöglicht.Bildquelle: notebookinfo.de | st
Schnittstellen: Klinke-Buchse und Power-Button (links), MicroUSB / SlimPort (rechts).

Die integrierte 8 Megapixel-Kamera fotografiert am besten im 1:1 Format und bietet alle Funktionen die man braucht. Auto-Fokus, Blitz und HDR. Auch die 2 Megapixel Linse an der Front verrichtet bei Videocalls oder Skype-Konferenzen eine gute Arbeit. Unterm Strich ist die Qualität beider Kameras aber nicht herausragend und auch die Software kann sich nicht sonderlich von anderen Smartphones abheben.

Über die mittlere Taste steuert man ab Werk den Sprachassistenten.Nano-SIM-Karte und MicroSD werden an der Seite eingeschoben.Bildquelle: notebookinfo.de | st
Schnittstellen: Lautstärken-Steuerung (links), Einschub für MicroSD und SIM-Karte (rechts).

Interessanter wird es beim Blackberry OS 10.3.1 Betriebssystem, mit dem das Blackberry Classic direkt ausgeliefert wird. Ältere Blackberry Smartphones und auch das neuere Passport-Modell warten noch auf eine entsprechende Aktualisierung, die am 19.02. erwartet wird. Hauptaugenmerk dürfte auf dem Amazon AppStore liegen, der es ermöglicht Android Apps auch auf dem Blackberry zu installieren. Das ging schon früher, jetzt aber noch einfacher. Wer den leicht ausgedünnten Shop von Amazon nicht mag, kann sich bei Drittanbietern den nativen Google Play Store auf sein Blackberry laden. Ein gutes Programm dafür ist unter anderem Snap. Zudem wurde mit Blackberry OS 10.3 der Hub verbessert, die Blend Software für eine Kommunikation mit PC und Tablet integriert und der Sprachassistent feiert ein Comeback. Ebenso gibt es für die Power-User die bekannten Shortcuts. Durch längeres Drücken eines Buchstabens wird zum Beispiel der Browser geöffnet, eine Nachricht im Blackberry Hub verfasst oder das Gerät gesperrt. Und bei 35 verfügbaren Tasten sind die Möglichkeiten extrem vielfältig. Detaillierte Informationen rund um das neue Betriebssystem findet ihr in unserem separaten Testbericht zu Blackberry OS 10.3.1.

Technische Daten

Display:3.5"Auflösung:720 x 720
Prozessor:Qualcomm Snapdragon S4 Plus (MSM8960) / 1.5 GHzGrafikkarte:Qualcomm Adreno 225
Festplatte16 GBRAM:2 GB
Plattform:BlackBerry OS 10.0
Akkulaufzeit:17,2 Std.Gewicht:178 g
B x H x T:7.24 cm x 13.1 cm x 1.02 cmFarbe:schwarz silber

Leistung: Die große Schwachstelle im Datenblatt

Während das Blackberry Passport immerhin auf einen halbwegs aktuellen Qualcomm Snapdragon 800 Prozessor setzt, muss das Blackberry Classic noch mit dem alten Snapdragon S4 Plus MSM8960 Chip auskommen, der auf zwei Kernen mit 1,5 GHz arbeitet. Ihm zur Seite stehen 2 GB Arbeitsspeicher (RAM) und die Adreno 225 Grafikeinheit. Wer nur mit dem Blackberry Betriebssystem arbeitet und seine Apps aus der Blackberry World bezieht, wird wohl mit der eher mageren Leistung des Classic Smartphones keine Probleme haben.

Android Apps können über den Amazon AppStore geladen werden.Spiele wie Worms 3 sind allerdings durch das 1:1 Format leicht unförmig.Bildquelle: notebookinfo.de | st
Keine Balance: Android Apps und Spiele aus dem Amazon AppStore fordern mehr Leistung.

Wenn ihr euch allerdings über den Tellerrand hinaus begebt und Google Android Programme herunterladen wollt, dann wird die Zukunft wohl schlecht aussehen. Vor allem Spiele wie Asphalt 8 oder Dead Trigger 2 setzen immer mehr Leistung voraus, welche die Konkurrenz von Apple und Samsung problemlos bereitstellen kann. Selbst günstige Smartphones werden immer leistungsstärker. Warum Blackberry hier also zu einem Chip-Gespann aus dem Jahr 2012 greif, ist unverständlich. Und genau das wird auch in unseren Benchmarks abgestraft.

Display: Das 1:1 Format bleibt, Pixeldichte gering

Mit einer Größe von 3,5 Zoll bietet das Blackberry Classic immerhin ein größeres Sichtfeld als noch das Blackberry Q10 mit seinen 3,1 Zoll. Das bewährte 1:1 Format will der Hersteller dabei nicht aufgeben, weshalb eine Auflösung von 720 x 720 Pixel gewählt wurde. Das entspricht einer Pixeldichte von 294 ppi. Im Vergleich dazu setzt fast jedes High-End-Smartphone auf die Full-HD-Auflösung von 1.920 x 1.080 Pixel und kommt somit schnell auf über 400 ppi.

Trotz geringer Pixeldichte sind Schriften und Symbole gestochen scharf.Bildquelle: Blackberry
Größer = Besser?: Obwohl die Auflösung nicht zeitgemäß ist, überzeugt der Bildschirm.

Wer jetzt denkt das Blackberry Classic zeigt Schriften verschwommen oder grobkörnig an, der täuscht sich. So schlecht das Datenblatt im Vergleich zu anderen Smartphones auch aussehen mag, das Display kann sich sehen lassen. Schöne Farben, ein guter Kontrast von 750:1 und eine maximale Ausleuchtung von 450 cd/m2 kann das Display vorweisen. Somit hält das Blackberry Classic auch an sonnigen Tagen stand, wenn starke Lichteinstrahlung versuch, den Bildschirminhalt unkenntlich zu machen.

Emissionen: Gute Akkulaufzeit

Das Blackberry Classic setzt auf einen 2.515 mAh Lithium-Ionen-Akku, der bis zu 22 Stunden Akkulaufzeit bei gemischter Verwendung bieten soll. Ebenso ist von knapp 12 Stunden Gesprächszeit im UMTS-Netz und einer Stand-By-Zeit von 15 Tagen die Rede im Datenblatt des Herstellers. Aus den versprochenen 13,7 Stunden Laufzeit bei der Videowiedergabe werden bei uns im Test knapp 9-10 Stunden. In der Praxis mit E-Mail-Push, sporadischem Surfen im Internet, Telefonaten und der Nutzung von Android Apps liegen wir bei 15-17 Stunden Laufzeit. Somit kommt man locker über den Tag oder bei aktiviertem Akkusparmodus auch über 2 Tage.

Ebenso zeigt unser Testmodell gute Werte in Sachen Hitzeentwicklung. Im normalen Alltag wird das Blackberry Classic gerade einmal handwarm. Beim Aufladen, Gigabyte großen Downloads oder fordernden Benchmarks kommt das Smartphone zwar etwas ins Schwitzen, doch praxisnah sind diese Situationen nicht.

In der Praxis: Spaß trotz Skepsis

Wer sich länger nicht mit dem Blackberry Betriebssystem beschäftigt hat oder gar neu in die BB10-Welt einsteigt, der wird seine Freude mit dem Blackberry Classic haben. Das Unternehmen hat viel Zeit investiert, um sich so nah wie möglich an der Apple iOS und Google Android Konkurrenz aufzuhalten. Zumindest aus Software-Sicht. Dank der Möglichkeit Android Apps zu installieren, hat man auch mit den neuen Smartphones die Probleme der Programm-Verfügbarkeit ausgemerzt. Besonders schön und durchgestylt ist diese Methode der App-Installation zwar nicht, aber sie funktioniert. Auf jeden Fall stehen Blackberry Nutzern deutlich mehr Wege offen als noch vor 2-3 Jahren.

Vergleich zwischen Blackberry Q10 (links) und Blackberry Classic (rechts).Bildquelle: notebookinfo.de | st
Alt gegen neu: Das Blackberry Q10 (links) gibt sich dem Blackberry Classic (rechts) geschlagen.

Das Gerät an sich bringt dabei genau das wieder, was die Blackberry Fans bei der Q-Serie vermisst haben - die Steuerungsleiste sowie den Touch-Button. Abgesehen von der Rückseite wirkt es sogar deutlich edler als der Vorgänger Blackberry Q10. Die Handhabung im Alltag hat uns sehr gut gefallen, allem voran natürlich die physischer Tastatur. Für Vielschreiber das beste Werkzeug, das Blackberry je entwickelt hat. Wäre jetzt noch ein schnellerer Prozessor verwendet wurden, könnte man fast schon schwach werden und zum Blackberry Classic wechseln.

Fazit: Cool, aber eben kein Blackberry Passport

Das Blackberry Classic ist ein solides Business-Smartphone, welches auch für Privatkunden interessant sein kann. Die Kombination aus physischer Tastatur, Steuerungsleiste, Touch-Button und Touch-Bildschirm haben sich in der Praxis bewährt und kamen auch außerhalb von Word, Excel und Co. sehr gut an. Im Vergleich zum Blackberry Q10 hat der Hersteller genau die richtigen Bereiche überarbeitet - größerer Bildschirm, mehr Akkulaufzeit und die Rückkehr der Menüleiste.

Auf einen stärkeren Prozessor zu setzen, hielt man in Kanada wohl nicht für nötig. Zwar läuft das Blackberry OS 10.3.1 flüssig, ebenso wie seine Apps, doch in Anbetracht der Tatsache, dass die meisten App-Nutzer wohl auf das passende Android Pendant setzen werden, ist die Leistung einfach zu gering. Somit ist und bleibt das Blackberry Classic ein Mittelklasse-Smartphone für Vielschreiber und Business-Nutzer mit einer guten Batterielaufzeit und stabiler Verarbeitung. High-End-Nutzer sollten lieber zum Blackberry Passport greifen, die leistungstechnische Speerspitze von Blackberry.

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von Cyberport.de | Händlerangabe: 30.06.16 04:54

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Testergebnisse im Detail
Die Einzelbewertungen im Überblick
  1. Erster Eindruck2,0 (Gut)
  2. Display2,0 (Gut)
  3. Eingabegeräte1,0 (Sehr gut)
  4. Temperatur2,0 (Gut)
  5. Lautsprecher2,5 (Gut)
  6. Akku und Energieverbrauch2,0 (Gut)
  7. Software und Zubehör2,0 (Gut)
  8. Verarbeitung1,5 (Sehr gut)
  9. Anschlüsse2,0 (Gut)
  10. Leistung (Spiele)3,0 (Befriedigend)
  11. Leistung (Anwendungen)3,0 (Befriedigend)
Benchmark
BenchmarksErzielter MesswertBestwert aller Tests
Sunspider1480 msMin. 324 ms
Geekbench 21701 Pkt.Max. 4180 Pkt.
Geekbench 3 Single-Core529 Pkt.Max. 2550 Pkt.
Geekbench 3 Multi-Core871 Pkt.Max. 6501 Pkt.
Antutu3210 Pkt.Max. 134612 Pkt.
niedriger ist besserhöher ist besser
Akkulaufzeit
AuslastungErzielter MesswertBestwert aller Tests
Vollast6 Std. 10 Min.Max. 6 Std. 40 Min.
Maximal23 Std. 31 Min.Max. 50 Std. 59 Min.
Praxis16 Std. 0 Min.Max. 33 Std. 10 Min.
Kommentare (1)
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