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  3. Test Samsung RF711 S02 - Multimedia mit Einschränkungen

Erster Eindruck vom Samsung RF711 S02

Das stabile Kunststoffgehäuse des Samsung RF711-S02 bietet edle, schwarzblaue Klavierlackoptik. Herstellerlogo und silberglänzende Scharniere stechen deutlich heraus. Diese halten den auf Fingerabdrücke geradezu anziehend wirkenden Displaydeckel stabil in Position. Häufiges Putzen ist unausweichlich. Auch das 17,3-Zoll-Display ist hochglänzend.
Obwohl alles einen robusten Eindruck macht, lässt sich der Deckel mit einer Hand bis zu 170 Grad öffnen. Im Gegensatz zum Vorgänger, dem RF710, hat Samsung bei diesem Multimedia-Notebook das Farbspiel des Innenbereichs erweitert. Hier dominieren matte Oberflächen in Silber, Schwarz und Anthrazit. Silbern sind Tastaturbett und ein Teil der Lautsprecherleiste, schwarz die Tasten der Chiclet-Tastatur und anthrazit die Handballenauflage sowie der überwiegende Teil der Lautsprecherleiste. Erst auf den zweiten Blick fällt ein links in die Handballenauflage eingelassenes Mikrofon auf.
Das Multimedia-Notebook ist 41,4 Zentimeter breit, 27,4 Zentimeter tief und vorne 3,23 Zentimeter hoch. Hinten steigt die Höhe auf bis zu 3,78 Zentimeter an. Es wiegt knapp 2,9 Kilogramm. Bei diesen großen Maßen ist ein Transport eher umständlich.
Insgesamt ist die Verarbeitungsqualität hoch. Nichts gibt auf Druck nach und wackelt. Auch die Spaltmaße der Sicherheitsklappen geben keinen Anlass zur Kritik.

Technische Daten und Ausstattung

Die sechs Gigabyte des DDR3-Arbeitsspeichers verteilen sich auf jeweils einen Speicherriegel von vier und einen von zwei Gigabyte. Letzterer ließe sich gegen einen Vier-Gigabyte-Riegel austauschen. Dann hätte der Arbeitsspeicher sein Maximum erreicht.
Üppigen Platz bieten auch zwei 500 Gigabyte große Festplatten von Hitachi. Sie rotieren 5.400-mal pro Minute. Ein Blu-ray-Multilaufwerk spielt Filme mit HD-Auflösung und brennt DVDs und CDs. Der Vierkernprozessor Intel Core i7-2630QM gehört zur Sandy-Bridge-Baureihe. Mit zwei Gigahertz Standardtakt und sechs Megabyte L3-Cache erreicht er ein hohes Leistungsniveau. Turboboost 2.0 übertaktet den Prozessor abhängig von der notwendigen Zahl der Kerne. Bei Beanspruchung aller vier Kerne hebt es den Takt auf maximal 2,6 Gigahertz, bei zwei Kernen auf höchstens 2,8 Gigahertz und bei einem bis auf 2,9 Gigahertz. Hyperthreading sorgt dafür, dass die vier Prozessorkerne acht Rechenprozesse gleichzeitig ausführen können.
Intel hat dem Vierkernprozessor den Grafikchip Intel HD Graphics 3000 eingebaut. Dieser ist eher für grundlegende Grafikanwendungen, Büroaufgaben oder das Surfen im Internet gedacht. Er besitzt keinen eigenen Speicher und teilt sich den Level-3-Cache mit dem Prozessor. Den Rest zweigt er vom Arbeitsspeicher ab.
Für mehr Leistung sorgt die Grafikkarte Nvidia Geforce GT 540M. Diese ist nahezu baugleich mit der GT 435M, hat aber höhere Taktraten. Samsung nutzt hier die kostengünstigere Option eines GDDR3-Speichers mit einem Gigabyte, statt die Nvidia-Grafikkarte mit einem potenteren GDDR5-Speicher zu bestücken. Für moderne 3D-Spiele eignet sie sich nicht. Ansonsten laufen aktuelle PC-Games in mittleren Details flüssig. Sie unterstützt OpenGL 4.1 und DirectX 11 und somit alle gängigen Grafikeffekte.

Anschlüsse

Das RF711 hat jeweils rechts und an der Rückseite einen schnellen USB-3.0-Anschluss. Auf der linken Seite gibt es VGA-, Gigabit-LAN-, HDMI-Anschluss, zwei USB-2.0-Ports sowie zwei Audiobuchsen für Mikrofon und Kopfhörer. Viele Anschlüsse liegen so weit vorne, dass die Kabel angeschlossener Geräten stören.
Anders verhält es sich auf der rechten Seite. Hier liegen die Schnittstellen relativ weit hinten. Neben dem USB-3.0-Port steht dort ein Kensington-Lock zur Verfügung. Sofern ein entsprechendes Drahtschloss vorhanden ist, lässt sich damit das RF711 am Tisch festketten.
Der Kartenleser erkennt Speicherkarten in den Formaten SD, SDHC, SDXC und MMC.
An Kommunikationsmöglichkeiten lässt das Samsung RF711 kaum Wünsche offen. Kabelgebunden findet es per Gigabit-LAN Anschluss an ein Netzwerk, kabellos per WLAN-n. Für schnellen Datenaustausch mit dem Smartphone sorgt Bluetooth 3.0+HS.

Software und Zubehör

Einziges Software-Highlight ist die komplette Cyberlink-Media-Suite mit dem komfortablen Brennprogramm Power2Go 6, der Filmbearbeitung Power Director 8, dem Player Power DVD 10 und der Musik-, Bild- und Videoübersicht Media Show 5.
Die längst verloren geglaubte Recovery-DVD zur einfachen Wiederherstellung des Systems ist im Lieferumfang enthalten. Die meisten anderen Hersteller verzichten darauf.
Für 60 Tage kämpft Norton Internet Security 2011 kostenlos gegen Viren, Hackerangriffe, Trojaner und andere Schädlinge. Auch Norton Online Backup arbeitet 60 Tage kostenlos. Es legt die gesicherten Daten auf Norton-Servern ab.
Das Programm Cyberlink YouCam 3 bietet für die 1,3-Megapixel-Webcam zahlreiche witzige Effekte für Videochats. Die Bilder sind leider viel zu dunkel und die gesamte Anzeige hat einen hellbraunen Schleier. Ansonsten ist das Bild klar. Es gibt nur eine minimale Bewegungsverzögerung.
Mit abgespecktem Word und Excel ist auch das Programmpaket Microsoft Office 2010 Starter vorinstalliert.
Samsungs Systemtools ersparen den Weg in die Windows-Systemsteuerung. Sie konfigurieren das kabellose Netzwerk, das Display, die Lautstärke und einiges mehr. Bei Problemen mit dem Notebook hilft das Samsung Support Center. Hier gibt es einige Analysewerkzeuge zur Fehlersuche oder den Online-Kontakt zum Samsung-Berater. Kann das Programm nicht helfen, zeigt es die aktuelle Nummer der Kunden-Hotline an. Beim ersten Start empfiehlt es sich daher, das Notebook bei Samsung via Internet zu registrieren.
Welche vielfältigen Möglichkeiten durchMultimedia-Anwendungen und Heimvernetzung mit dem RF711 zur Verfügung stehen, zeigt die Präsentation Multimedia-POP in englischer Sprache. Für erfahrene Computernutzer ist das überflüssig.

Display

Das Hochglanzdisplay hat eine Bildschirmdiagonale von 17,3 Zoll. Es spiegelt sehr, was einen Einsatz unter freiem Himmel unmöglich macht. LED-Hintergrundbeleuchtung soll für kontrastreiche Bilder und brillante Farben sorgen. Durch das 16:9-Format fallen bei Filmen schwarze Balken am oberen und unteren Bildrand weg. Es hat HD+ Auflösung mit 1.600 x 900 Bildpunkten und erreicht nicht die FullHD-Auflösung von 1.920 x 1.080 Pixeln. So kann es Blu-ray-Filme nicht mit voller Bildqualität zeigen. Hier spart Samsung am falschen Ende. Andere Hersteller statten Multimedia- und Highend-Geräte in der Regel mit FullHD-Displays aus.
Die horizontale Blickwinkelstabilität ist gut. Erst ab 70 Grad kehren sich die Farben um. So können auch mehrere Personen die Anzeige problemlos betrachten. Das vertikale Ergebnis ist schlechter. Hier bleichen die Farben schon ab 20 Grad aus.
Samsung spricht bei diesem Display von so genannter Super-Bright-Leuchtkraft. Tatsächlich überzeugen die Helligkeitswerte. Genau im Zentrum erreicht es 272 Candela pro Quadratmeter (cd/m2), wobei ein Candela der Leuchtkraft einer Kerze entspricht. Nur sehr wenige Notebooks knacken die 300-Candela-Marke. In der Mitte des rechten Bildschirmrandes sinkt die Helligkeit auf 254 cd/m2 und genau gegenüber links auf 257 cd/m2.

Eingabegeräte

Samsung baut dem 17-Zoll-Notebook eine große Chiclet-Tastatur mit Ziffernblock ein. Die 15 x 15 Millimeter großen Tasten haben einen Abstand von rund vier Millimetern zueinander. Das erleichtert das Schreiben auch langer Texte und verhindert weitgehend ein Abrutschen zur Nachbartaste.
Die moderne Tastatur vermittelt ein sehr angenehmes Schreibgefühl. Dies resultiert aus einem guten Druckpunkt und einem mittleren Tastenhub.
Über dem Nummernblock erstreckt sich eine kleine Leiste mit Sondertasten und dem Anschaltknopf. Diese schalten die WLAN-Antenne an oder ab und regeln die Lautstärke.
Das Touchpad hat eine Diagonale von rund zehn Zentimetern. Die angeraute Oberfläche weist gute Gleiteigenschaften auf. Eine spürbare, kleine Leiste trennt die Maustasten optisch von der Touchpad-Fläche. Sie reagieren direkt und zuverlässig. Die Steuerung mit dem Touchpad erfolgt ebenfalls schnell und präzise. Zweifingergesten wie Scrollen, Zoomen oder Verschieben bereiten keine Probleme.

Temperatur

Die durchschnittliche Oberflächentemperatur bleibt überall unter 29 Grad. Damit schafft das Samsung RF711 eine angenehme Arbeitsumgebung. Die Höchsttemperatur liegt bei 28,8 Grad. Für den Schoß ist das nicht zu viel. Da stört eher das Gewicht.

Betriebsgeräusche

Beim Einlesen von Blu-rays, DVDs oder CDs entwickelt das Multimedia-Notebook eine Lautstärke von 42,4 Dezibel (dB(A)). Beim Filmgucken von DVD geht es mit 35 dB(A) deutlich ruhiger zu. Lüfter und Festplatten geben im Betrieb ein dumpfes Rauschen von sich. Direkt nach dem Hochfahren des Betriebssystems Windows 7 Home Premium 64-Bit erreicht das RF711 einen Schallpegel von 31,1 dB(A). Beim Betrieb von Standardprogrammen wie Büroanwendungen und Webbrowser steigt die Geräuschkulisse auf 34,3 dB(A). Multimedia-Anwendungen beanspruchen die Hardware voll. Hörbares Ergebnis sind 36,6 dB(A).

Leistung

Betriebssystem und Programme starten schnell und laufen flüssig. Vorrangig ist das dem Vierkernprozessor Intel Core i7-2630QM, dem sechs Gigabyte großen Arbeitsspeicher sowie den beiden 500-Gigabyte-Festplatten zu verdanken.
Die Nvidia-Grafikkarte Geforce GT 540M gehört zur oberen Mittelklasse. Im 3D-Mark-06-Test erreicht sie mit 9.095 Punkten ein sehr gutes Ergebnis. Der Prozessor spielt seine Stärke bei der Mehrkern-Berechnung des Cinebench R10 64-Bit mit einem hohen Ergebnis von 15.989 Punkten voll aus. Die starke Leistung des Prozessors unterstreichen auch 31.120 Punkte beim Everest-CPU-Queen-Test.
Das Schreib- und Lesetempo des Arbeitsspeichers ist mit 14.450 Punkten beim Everest-RAM-Write- und 14.258 Punkten beim Everest-RAM-Read-Test rasant.
6.756 Punkte beim PC-Mark-Vantage-Test zeigen an, dass die Hardwarekomponenten gut aufeinander abgestimmt sind.

Akku und Energieverbrauch

Ein Stromverbrauch von nur 26 Watt ist für ein Multimedia-Notebook ein sehr guter Wert. Der Vorgänger, das RF710, verbraucht immerhin 40 Watt. Auch hier zeigt sich die gute Abstimmung der Hardwarekomponenten. Im Minimalbetrieb läuft der Akku fünf Stunden und 30 Minuten. Bei Standardanwendungen wie Textverarbeitung oder Internetbrowser ist er schon nach einer Stunde und 55 Minuten leer. Spiele, Videobearbeitung oder andere die Hardware stark beanspruchende Programme machen den Anschluss an den Netzstrom bereits nach 50 Minuten notwendig. Insofern macht die Nutzung als Desktop-Ersatz nur mit angeschlossenem Stromadapter Sinn.

Praxis

Bei der Wahl der richtigen Sitzposition, ohne Licht im Rücken, liefert das 17,3-Zoll-Display eine kontrastreiche und brillante Farbanzeige. Dies hilft bei Foto- oder Videobearbeitung. Schreibarbeiten fallen dank der gut ausgewogenen Chiclet-Tastatur leicht. Das Touchpad spricht direkt an und macht die Steuerung so leicht, dass der Anschluss einer Maus überflüssig ist.
Aktuelle Spiele laufen mit mittleren Details flüssig, sofern es sich nicht um 3D-Egoshooter handelt. Auch Standardanwendungen wie Büroprogramme oder Webbrowser geraten nie ins Stocken.
Die Webcam-Anzeige ist bräunlich eingefärbt. Das stört etwas beim Videochat. Davon abgesehen ist das Bild klar und flüssig.
Das in die Handballenauflage integrierte Mikrofon ist praktisch und erspart, den Kopf recken zu müssen.
Die Datensynchronisation mit dem Handy funktioniert dank Bluetooth einwandfrei. Ebenso verhält es sich beim Heimnetzwerk mit WLAN-n oder Gigabit-LAN.

Zusammenfassung

Das Samsung R711-S02 erfüllt die hohen Erwartungen weitestgehend. Das Gehäuse ist ansprechend und gut verarbeitet. Die gute Chiclet-Tastatur erleichtert die Arbeit. Die Rechenleistung des Vierkernprozessors Intel Core i7-2630QM ist üppig, ebenso die Ausstattung mit sechs Gigabyte Arbeitsspeicher und insgesamt ein Terabyte Festplattenplatz.
Die Grafikkarte Nvidia Geforce GT 540M gehört zur oberen Mittelklasse. Bei PC-Spielen leistet sie sich außer bei 3D-Egoshootern keine Schwächen. Als Multimedia-Notebook überzeugt das Samsung RF711 allerdings nicht uneingeschränkt. So zeigt das Hochglanzdisplay in Kombination mit dem Blu-ray-Multilaufwerk zwar HD-Filme an, jedoch nicht mit FullHD-Auflösung. Diese gibt es aber immerhin extern mit Hilfe des HDMI-Ausgangs.
Über Gigabit-LAN oder WLAN-n klappt Surfen im Internet flott und problemlos. Auch die kabellose Datensynchronisation mit dem Handy läuft dank Bluetooth zügig ab. Insgesamt runden die guten Leistungswerte für die gesamte Hardware den positiven Gesamteindruck ab.

Testergebnisse im Detail
Die Einzelbewertungen im Überblick
  1. Erster Eindruck2,0 (Gut)
  2. Ausstattung1,8 (Gut)
  3. Display2,2 (Gut)
  4. Eingabegeräte1,4 (Sehr gut)
  5. Temperatur1,2 (Sehr gut)
  6. Betriebsgeräusche2,2 (Gut)
  7. Anschlüsse2,0 (Gut)
  8. Akku und Energieverbrauch2,7 (Befriedigend)
  9. Software und Zubehör2,4 (Gut)
  10. Leistung2,2 (Gut)
  11. Praxis2,5 (Gut)
Benchmark
BenchmarksErzielter MesswertBestwert aller Tests
3DMark069095 Pkt.Max. 28871 Pkt.
PCMarkVantage6756 Pkt.Max. 31224 Pkt.
Everest RAM Read14258 MB/sMax. 20490 MB/s
Everest RAM Write14540 MB/sMax. 28089 MB/s
Everest RAM Latenz57.9 nsMin. 27.6 ns
Everest HDD Random Read68.1 MB/sMax. 1013.7 MB/s
Everest CPU Queen31120 Pkt.Max. 50362 Pkt.
Cinebench R10 64 Bit (Single)4598 Pkt.Max. 7529 Pkt.
Cinebench R10 64 Bit (Multi)15989 Pkt.Max. 27150 Pkt.
Cinebench R10 64 Bit (OpenGL)5778 Pkt.Max. 8798 Pkt.
Cinebench R10 32 Bit (Single)3695 Pkt.Max. 5704 Pkt.
Cinebench R10 32 Bit (Multi)13165 Pkt.Max. 21307 Pkt.
Cinebench R10 32 Bit (OpenGL)5648 Pkt.Max. 9005 Pkt.
Videokonvertierung289 Sek.Min. 32 Sek.
niedriger ist besserhöher ist besser
Akkulaufzeit
AuslastungErzielter MesswertBestwert aller Tests
Vollast0 Std. 50 Min.Max. 5 Std. 15 Min.
Maximal5 Std. 30 Min.Max. 24 Std. 53 Min.
Praxis1 Std. 55 Min.Max. 13 Std. 36 Min.
Durchschnittlicher Energieverbrauch

26 Watt
Stromkosten im Jahr bei der durchschnittlichen Verwendung von 6 Stunden täglich bei 24,00 Cent pro kWh: 6 Stunden x 365 Tage x 0,026 kWh x 24,00 Cent = 13,67 EUR

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