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  3. Test Samsung NF210 A01 - Netbook mit Biss

Erster Eindruck vom Samsung NF210 A01

Das Samsung NF210 ist sehr handlich und leicht. Die weiße Gehäuseschale steht im Kontrast zu der Handballenablage, die in dunkelgrau gebürsteter Metalloptik gehalten ist. Um das Netbook befindet sich ein silberfarbener Rahmen, der das Gerät edel wirken lässt. Die Status-LEDs sind doppelt vorhanden. Damit ist sowohl in geöffnetem als auch geschlossenem Zustand sofort erkennbar, ob das WLAN-Modul aktiv oder das Gerät an ist. Sondertasten zur Steuerung der Webcam oder zum Abschalten des Touchpads fehlen. Auffällig ist der relativ wuchtige Netzstecker, der erheblich größer als bei anderen Netbooks ausfällt. Ein Indikator für einen hohen Stromverbrauch? (Farbe kann abweichen)

Technische Daten und Ausstattung

Bei Netbooks keinesfalls selbstverständlich: Das Samsung NF210 arbeitet mit der Kraft der zwei Kerne. Der-Intel-Atom-N550-Prozessor unterstützt neben den zwei Prozessorkernen auch die HyperThreading-Technik, die dem Betriebssystem zwei weitere Kerne vortäuscht. Die Taktfrequenz des Prozessors liegt bei 1,5 Gigahertz (GHz.). Für die Bildausgabe sorgt ein Intel-GMA-3150-Grafikchip. Hierbei handelt es sich um eine leicht modifizierte Version des bekannten Intel GMA 950. Der ist bekannterweise äußerst langsam und unterstützt im Gegensatz zu modernen Grafikchips auch nicht die hardwarebeschleunigte Video-Wiedergabe.

Im Samsung NF210 sind bereits 1.024 Megabyte (MB) Arbeitsspeicher verbaut. Da das Gerät hierfür nur ein Modul verwendet, lässt sich das Netbook noch aufrüsten. Die interne Festplatte schluckt bis zu 250 Gigabyte (GB) an Daten. Erweitern lässt sich der interne Speicher noch über das Kartenlesegerät. Das unterstützt neben normalen SD- und SDHC-Karten auch das neue SDXC-Format. Diese Speicherkarten unterstützen bis zu 2.048 GB Speicher. Im Handel sind zurzeit aber vor allem Modelle mit 64 GB erhältlich. Ein DVD-Laufwerk fehlt.

Das Samsung NF210 unterstützt WLAN mitsamt dem 802.11n-Protokoll. Dieses ermöglicht die drahtlose Datenübertragung mit bis zu 300 Megabit pro Sekunde (MBit/s). Ein anderer drahtloser Übertragungsweg, allerdings eher für kürzere Strecken, ist Bluetooth. Das unterstützt das Samsung NF210 in der Version 3.0, die im Vergleich zu älteren Versionen schnellere Übertragungsraten ermöglicht.

Anschlüsse

Das Samsung NF210 besitzt drei USB-2.0-Anschlüsse. Damit lassen sich externe Geräte wie Festplatten oder ein externes DVD-Laufwerk betreiben. Über einen LAN-Anschluss lässt sich das Netbook in ein lokales Netzwerk einbinden. An Anschlussmöglichkeiten für externe Bildschirme steht nur ein (veralteter) VGA-Port zur Verfügung. Dieser überträgt die Daten analog und bietet eine schlechtere Bildqualität, als beispielsweise DVI- oder HDMI-Ausgänge. Weiterhin sind zwei 3,5-mm-Klinkenanschlüsse zum Betrieb von Lautsprechern und Mikrofon vorhanden.

Software und Zubehör

Samsung legt dem Samsung NF210 ein großes Softwarepaket kleiner Tools bei, die einen mehr oder minder großen Mehrwert bieten. Dabei handelt es sich zum Beispiel um ein Backup-Programm, das Datensicherungen der Festplatte erstellt. Interessant ist auch der Battery-Life-Extender. Der verhindert die vollständige Ladung des Akkus. Das soll laut Samsung dazu dienen, die Batterielebenszeit zu verlängern. Noch besser für ein langes Akkuleben: Den Stromspeicher beim Betrieb mit Netzstrom entfernen. Denn jede Verwendung mit Stromkabel zählt ein eingelegter Akku als Ladezyklus. Auch die Webcam-Steuerungssoftware YouCam von Cyberlink liegt bei. Die zeigt und speichert nicht nur die Videos der integrierten Kamera, sondern bietet auch zahlreiche Spielereien und Effekte. Da das Samsung NF210 SRS-zertifiziert ist, liegt ein entsprechendes Steuerungsprogramm bei, das die Klangqualität der internen Lautsprecher verbessern soll.

Für die Systemsicherheit sorgt die Norton-Internet-Security-Suite. Auch Microsoft Office 2010 Starter ist bereits vorinstalliert.

Display

Der matte Bildschirm zeigt 1.024 x 600 Bildpunkte und hat damit eine weitaus geringere Auflösung als das NF310-Netbook aus gleichem Hause. Die Helligkeit liegt bei durchschnittlich 243 Candela je Quadratmeter (cd/m²). Die Ausleuchtung ist alles andere als gleichmäßig. So liegt die Differenz zwischen höchstem und niedrigstem gemessenen Helligkeitswert bei 22 cd/m². Von den unteren zu den oberen Arealen des Displays gibt es einen beträchtlichen Helligkeitsabfall.

Die Reaktionszeit lässt zu wünschen übrig. Beim langsamen Verschieben von Fenstern entstehen deutliche Schatten, so dass bei schnellen Bewegungen auf dem Bildschirm die Gefahr der Schlierenbildung besteht. Der Betrachtungswinkel fällt zu den Seiten hin großzügig aus. Betrachtet man den Bildschirm von oben, wirkt er zu hell.

Eingabegeräte

Die etwas kleinen Tasten der Chiclet-Tastatur stören beim Schreiben nur wenig. Der Rahmen um die einzelnen Buchstaben und Zeichen verhindert erfolgreich, versehentlich eine andere als die gewünschte Taste zu drücken. Der Druckpunkt ist sehr präzise, der Hub wie bei allen Netbooks sehr flach. In Kombination mit der FN-Taste lässt sich beispielsweise die Helligkeit des Gerätes regeln oder der WLAN-Adapter aktivieren.

Das Touchpad besitzt eine sehr ebene Oberfläche, die ein problemloses Gleiten des Fingers ermöglicht. Gelegentlich gleitet der Finger aber zu weit: Das Touchpad ist haptisch nur sehr schwer von der Handballenablage abzugrenzen. Multitouch-Gesten beherrscht der Mausersatz ebenfalls und ermöglicht damit müheloses Scrollen durch Webseiten und Dokumente. Das Touchpad besitzt nur auf den ersten Blick zwei Knöpfe: In Wirklichkeit handelt es sich um eine Art Wippe. Naturgemäß wird der Druckpunkt der Tasten dadurch zu den Rändern hin weicher.

Temperatur

Eine gute Kühlung im Gehäuse ist wichtig, um eine lange Lebensdauer der einzelnen Komponenten zu erreichen. Aber auch für die Lautstärke ist sie entscheidend. Schließlich muss ein Lüfter in einem schlecht gekühlten Gehäuse viel häufiger anspringen, als es in einem gut gekühlten Gehäuse der Fall wäre. Trotz des kleinen Gehäuses beim Netbook funktioniert die Kühlung beim Samsung NF210 sehr gut, wie sich auch an den Gehäusetemperaturen zeigt. Lediglich der Prozessor erreicht unter Volllast warme 69 Grad Celsius (°C). Ohne Auslastung sinkt die Temperatur auf 54 °C.

Betriebsgeräusche

Man muss sein Ohr schon an den Lüfter halten, um im Betrieb ohne Auslastung ein Geräusch wahrnehmen zu können. Lediglich 30 Dezibel (db(A)) zeigt das Messgerät an. Jedes Rascheln ist lauter. Im Praxisbetrieb, also beim Surfen im Internet mit aktiviertem Drahtlosmodul, steigt das Lüftergeräusch kaum hörbar auf 33 Dezibel an. Unter Volllast ist das Samsung NF210 36 Dezibel laut. Doch auch dieser Wert äußert sich allenfalls in einem leichten Rauschen.

Leistung

Pluspunkte sammelt das Notebook bei der Arbeitsleistung. Die liegt dank der zwei Kerne und der zusätzlich vorhandenen HyperThreading-Technik deutlich höher, als bei anderen Netbooks. Das Samsung NF210 verzeiht sogar das Öffnen vieler Programme oder die gleichzeitige Wiedergabe von Musikdateien, während im Vordergrund ein Office-Programm arbeitet.
Aber auch die Aufteilung auf zwei physische und zwei virtuelle Kerne kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Intel-Atom-N550-Prozessor vor allem sparsam sein soll. So zeigen gerade anspruchsvolle Anwendungen die Grenzen des Prozessors auf. Das zeigt sich insbesondere im CineBench-R10-Benchmark. Das Netbook erreicht in diesem Test unter Einsatz beider Kerne und HyperThreading eine Punktzahl von nur 1.453. Die liegt zwar deutlich höher als bei Netbook-Prozessoren mit nur einem physischen Kern, doch jeder Intel Core 2 Duo von 2007 leistet mehr. Die Videokonvertierung eines 20 Minuten langen Clips in das verbreitete WMV-Format dauert knapp 30 Minuten.
Dennoch machen sich die zwei Kerne bezahlt. Das zeigt sich beispielsweise beim Drehen oder Zoomen von Fotos. Das geht mit dem N550 deutlich schneller als mit dem Atom N270. Die Grafikleistung reicht jedoch nur für einfachste Anwendungen aus. Der Intel-GMA-3150-Grafikchip ist eng mit dem GMA 950 verwandt, und der stammt aus dem Jahr 2005. Das schlägt sich in der Punktzahl von 144 im 3D Mark 2006 nieder. Sie zeigt: Zum Spielen eignet sich das Samsung NF210 nicht.
Eine solide Vorstellung liefert der Arbeitsspeicher ab. Mit einer Leserate von 3.647 Megabyte pro Sekunde (MB/s) besteht das Samsung NF210 gegen die direkte Konkurrenz. Die Festplatte erreicht bei zufälligen Lesezugriffen eine Leserate von durchschnittlich 47,3 MB/s. Dieser Wert ist etwas zu niedrig.

Akku und Energieverbrauch

Bei der Akkulaufzeit zeigt sich, ob sich der Einsatz eines Zweikernprozessors negativ in der Energiebilanz niederschlägt. Das ist nicht der Fall: Im Praxisbetrieb hält das Samsung NF210 knapp sieben Stunden ohne Netzstrom durch. Zwar ist dies kein Spitzenwert für ein Netbook, aber er erlaubt die Arbeit im Batteriebetrieb auch über einen langen Flug oder eine Konferenz hinweg. Sind alle optionalen Komponenten einschließlich Webcam und WLAN-Modul deaktiviert, kommt das Samsung NF210 sogar zehn Stunden und 35 Minuten ohne Netzstrom aus.

Praxis

Für Multitasking ist ein Gigabyte Arbeitsspeicher kaum ausreichend. Darum eignet sich das Samsung NF210 eher als Zweit- oder Drittrechner, um große Zeitspannen ohne Netzstrom zu überbrücken, während der leistungsfähigere Computer zuhause bleibt.
Sehr gut: Trotz fehlenden Video-Decoders im Grafikchip Intel GMA 3150 kann das Samsung NF210 FullHD-Videos flüssig wiedergeben. Auf Hintergrundanwendungen sollte man dann aber verzichten: Die Prozessorauslastung liegt während der Wiedergabe bei 70 bis 90 Prozent.
Die SRS-Steuerungssoftware holt mehr aus den integrierten Lautsprechern heraus. Musik klingt etwas differenzierter, das Programm betont die Höhen. Gegen fehlende Bässe kann aber auch das beste Programm der Welt nichts tun. Als improvisiertes Küchenradio lässt sich das Samsung NF210 aber durchaus gebrauchen.
Die integrierte Webcam ist Durchschnitt. Bei guter Belichtung ist die Wiedergabe ruckelfrei. Sobald es aber etwas dunkler wird, stockt das Bild. In der Standardeinstellung wirken zudem die Farben etwas blass. Hier lässt sich aber mit YouCam und den meist vorhandenen Einstellmöglichkeiten bei Programmen, die die Webcam benutzen, nachhelfen.

Zusammenfassung

Es ist bittere Ironie: Zwar kann das Samsung NF210 die Konkurrenz in vielen Punkten tatsächlich in die Flucht schlagen - dank des schicken Designs, der gelungenen Verarbeitung und der guten Arbeitsleistung macht das Netbook einen starken Eindruck. Doch die größte Konkurrenz des Netbooks kommt von Samsung selbst. Mit dem NF310 ist ein Netbook auf dem Markt, das bei ansonsten identischen technischen Daten die höhere Auflösung bietet und praktisch für den gleichen Preis erhältlich ist. Damit nimmt Samsung dem NF210 die Existenzberechtigung. Mit dem Kauf des Samsung NF210 macht man nichts verkehrt, doch kann man fast ohne Aufpreis die höhere Auflösung dankend entgegennehmen und stattdessen zum Samsung NF310 greifen.

Testergebnisse im Detail
Die Einzelbewertungen im Überblick
  1. Erster Eindruck1,5 (Sehr gut)
  2. Ausstattung3,5 (Befriedigend)
  3. Display2,4 (Gut)
  4. Eingabegeräte1,5 (Sehr gut)
  5. Temperatur1,2 (Sehr gut)
  6. Betriebsgeräusche1,4 (Sehr gut)
  7. Anschlüsse2,5 (Gut)
  8. Akku und Energieverbrauch1,3 (Sehr gut)
  9. Software und Zubehör2,2 (Gut)
  10. Leistung3,5 (Befriedigend)
  11. Praxis2,0 (Gut)
Benchmark
BenchmarksErzielter MesswertBestwert aller Tests
3DMark06144 Pkt.Max. 28871 Pkt.
PCMarkVantage1699 Pkt.Max. 31224 Pkt.
Everest RAM Read3647 MB/sMax. 20490 MB/s
Everest RAM Write3036 MB/sMax. 28089 MB/s
Everest RAM Latenz104.3 nsMin. 27.6 ns
Everest HDD Random Read47.3 MB/sMax. 1013.7 MB/s
Everest CPU Queen6990 Pkt.Max. 50362 Pkt.
Cinebench R10 32 Bit (Single)473 Pkt.Max. 5704 Pkt.
Cinebench R10 32 Bit (Multi)1453 Pkt.Max. 21307 Pkt.
Cinebench R10 32 Bit (OpenGL)270 Pkt.Max. 9005 Pkt.
Videokonvertierung1720 Sek.Min. 32 Sek.
niedriger ist besserhöher ist besser
Akkulaufzeit
AuslastungErzielter MesswertBestwert aller Tests
Vollast3 Std. 42 Min.Max. 5 Std. 15 Min.
Maximal10 Std. 35 Min.Max. 24 Std. 53 Min.
Praxis6 Std. 53 Min.Max. 13 Std. 36 Min.
Durchschnittlicher Energieverbrauch

14 Watt
Stromkosten im Jahr bei der durchschnittlichen Verwendung von 6 Stunden täglich bei 24,00 Cent pro kWh: 6 Stunden x 365 Tage x 0,014 kWh x 24,00 Cent = 7,36 EUR

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