Test Medion Erazer X7611 (MD 98543) - Stylisches Gaming-Notebook mit ordentlich Power

Mit dem Medion Erazer X7611 startet euch beim deutschen Hersteller aus Essen die Ära des Slim-Gaming. Bei diesem 17,3-Zoller verabschiedet man sich von den sonst recht ausladenden Gaming-Notebooks und pack die Leistung des Intel Core i7 Quad-Core Prozessors samt Nvidia Geforce GTX 765M Grafikkarte in ein schlankes Aluminium-Gehäuse. Wir sind gespannt wie sich das stylische und gleichzeitig günstige Modell im Test schlägt.

Einleitung: Vom Underdog zum Gaming-Spezialisten

Medion Erazer X7611 Slim Gaming-Notebook im TestBildquelle: notebookinfo.de | st
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Neu im Medion-Portfolio: Das Erazer X7611 ist das erste Gaming-Notebook mit richtigen Mobilitäts-Ambitionen.

Medion konnte sich mit seinen Gaming-Notebooks auf Celvo- und MSI-Basis bereits in den letzten Jahren gut am Markt etablieren. Dabei verzichtet man seit jeher auf die protzige Beleuchtung und setzt stattdessen auf ein minimalistisches Design und vor allem ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Damit triff Medion genau den richtigen Nerv der preisbewussten Deutschen. Zudem zeigt der Hersteller aus Essen so immer wieder, dass man mehr kann als nur Aldi-Ware zu produzieren. Hinzu kommt die Unterstützung im eSport-Bereich. Auch die Jungs von SK Gaming greifen bei Turnieren in den Spiele League of Legens, Call of Duty und Counter Strike: Go gerne mal zur Medion Erazer Serie.

Gehäuse: Stylisch, schlank, wertig

Im Vergleich zu anderen 17,3 Zoll Gaming-Notebooks ist das Medion Erazer X7611 mit seinen 2,68 kg Gewicht und der Bauhöhe von 23 Millimeter ein schlankes Leichtgewicht. Dabei besteht das Gehäuse nahezu komplett aus schwarzem bzw. anthrazit eloxiertem Aluminium. Lediglich die Antennen-Leiste am Deckel und die Standfüße an der Unterseite sind aus Kunststoff bzw. Gummi gefertigt. Der Look erinnert stark an die in den USA beliebten Razer Blade Notebooks, die sich ebenfalls stark am vom Apple etablierten Unibody-Design orientieren. Die Verarbeitung des Erazer X7611 ist solide. Ungleichmäßige Spaltmaße sucht man vergebens. Dennoch könnte an der Stabilität der Deckel-Oberseite und der Handballenauflage sowie an der Steifigkeit des Scharniers noch etwas gefeilt werden. Unter starken Druck geben diese leicht nach, im Alltag fällt dieses Manko jedoch kaum auf. Das matte Finish aller Oberfläche sorgt dafür, dass Fingerabdrücke und Fettschlieren deutlich weniger zur Geltung kommen, als auf glänzenden Flächen. Ganz vermeiden kann man diese allerdings nicht.

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Stets matt: Ober- sowie Unterseite mit aus schwarzem, eloxiertem Metall gefertigt.

In Hinsicht auf die Eingabegeräte trifft man auf eine blau beleuchtete Chiclet-Tastatur mit einzeln stehenden Tasten sowie auf ein großflächiges Click-Touchpad. Der kurze Hub und ein knackiger Druckpunkt dürften Vielschreibern in die Karten spielen. Ebenso wie das separate Ziffernfeld am rechten Rand. Gewöhnungsbedürftig zeigt sich die einzeilige Enter-Taste. Für Spieler wurde die meist störende Windows-Taste vom linken in den rechten Bereich gelegt. Damit verhindert Medion, dass man in Spiele-Sessions nicht aus Versehen in die Kacheloberfläche von Windows 8 oder auf den Desktop zurückgeworfen wird.

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Gaming-optimiert: Die Windows-Taste kommt euch nicht in die Quere.

Ausstattung: Alles was der Gamer braucht

Alle vier USB-Schnittstellen des Medion Erazer X7611 setzen auf den aktuellen USB 3.0 Standard. Externe Bildschirme können wahlweise per HDMI oder Mini-DisplayPort angeschlossen werden. Letztere kommen sogar in zweifacher Ausführung am Gehäuse vor, womit man neben dem internen Monitor sogar bis zu drei weitere Bildschirme mit dem 17,3-Zoller verbinden kann. Hinzu kommen drei 3,5mm Audio-Schnittstellen und ein Multi-Kartenleser für SD- und MMC-Speicherkarten. Für unseren Geschmack liegen die Schnittstellen allgemein allerdings zu nah beieinander, sodass größere Stecker danebenliegende Ports blockieren könnten.

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Großes Anschluss-Portfolio: Von USB 3.0 über DisplayPort und Gigabit-Ethernet.

Ins Internet gelangt man unter anderem kabelgebunden über den Gigabit-LAN Netzwerk-Controller, der von BigFoot und seinem Killer Network Manager für Spieler optimiert wurde. Ohne Kabel kommuniziert das Erazer X7611 über WLAN-n und Bluetooth 4.0. Serienmäßig sind zudem ein internes Mikrofon und eine HD-Webcam an Bord. Die beiden Stereo-Lautsprecher sind Dolby Home Theater zertifiziert und kommen mit einem zusätzlichen Subwoofer. Der Klang ist gut, schlägt allerdings kein externes Sound-System. Spielfreudige Nutzer greifen wohl eh zu einem guten Headset.

Bei Betriebssystem setzt Medion auf das aktuelle Windows 8.1 von Microsoft in der 64-Bit-Version. Auch ohne Touch-Bildschirm konnten wir uns schnell in die Kachel-Oberfläche und die neuen Funktionen einarbeiten, obwohl uns der klassische Desktop-Betrieb immer noch am besten gefällt. Weiterhin vorinstalliert ist das umfangreiche CyberLink-Paket inklusive PowerDVD, YouCam, MediaEspresso und Co. – genug Speicherplatz ist auf der 1 TB Festplatte ja vorhanden. Das Betriebssystem lagert klassisch auf der 128 GB SSD, um schnelle System- und Programmstarts zu gewährleisten. Im Benchmark liefert das Solid State Drive von SanDisk eine Lesegeschwindigkeit von 512 MB/s. Beschrieben wir die SSD mit circa 302 MB/s.

Technische Daten

Display:17.3"Auflösung:1920 x 1080
Prozessor:Intel Core i7 4700HQ / 2.4 GHzGrafikkarte:NVIDIA GeForce GTX 765M
1. Festplatte:
2. Festplatte:
128 GB SSD
1 TB
RAM:16 GB
Laufwerk:ohne LaufwerkPlattform:Microsoft Windows 8.1 (64 Bit)
Akkulaufzeit:5.5 Std.Gewicht:2.68 kg
B x H x T:41.8 cm x 2.3 cm x 28.8 cmFarbe:schwarz

Leistung: Performante Intel-Nvidia-Kombination

Im Inneren des Medion Erazer X7611 arbeitet ein Intel Core i7-4700HQ Prozessor, der auf vier Rechenkernen (Quad-Core) eine Taktrate von bis zu 3,4 GHz bietet. Er gehört zu der vierten Generation Intel Core Prozessoren und verfügt über die automatische Taktraten-Anpassung via Turbo Boost und die 8-Kern-Simulierung per Hyper Threading. Mit einem maximalen Stromverbraucht von 47 Watt gehört er zu den leistungsstärksten Notebook-Prozessoren, bevor es ist die deutlich teurere Extreme-Serie von Intel geht. Der CPU zur Seite stehen 16 GB DDR3 Arbeitsspeicher mit einer Taktfrequenz von 1.600 MHz sowie die im Chip verbaute Intel HD Graphics 4600. Diese Onboard-Grafikeinheit kommt zum Einsatz, wenn man in weniger leistungshungrigen Anwendungen wie dem Internet-Browser oder einem Textdokument unterwegs ist.

Sobald man sich in die Gefilde eines Spiels vorwagt, 4K Inhalte abspielen möchte oder sich der Foto- und Videobearbeitung widmet, schaltet die Nvidia Optimus Technik automatisch auf die separate (dedizierte) Nvidia Geforce GTX 765M um. Diese kommt mit 2 GB GDDR5-Speicher und kann mit aktuellen Spiele-Titeln bei FullHD-Auflösung auch mit hohem Detailgrad umgehen. Im Test konnten wir uns zum Beispiel ruckelfrei durch Battlefield 4, Call of Duty: Ghosts, Need for Speed Rivals, Fifa 14 und Splinter Cell: Blacklist bewegen. Auch aus dem eSport bekannte Titel wie World of Warcraft, League of Legends und Starcraft 2 sind für das Medion Erazer X7611 kein Problem.

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Power Inside: Intel und Nvidia bringen die besten Komponenten für Gamer.

Dabei ist stets zu beachten – die volle Leistung fährt unser 17,3 Zoll Gaming-Notebook Testmodell nur bei angeschlossenem Netzteil aus. Im Akkumodus kommt es zur Deaktivierung des Intel Turbo Boosts und bei hoher Auslastung sogar zur Drosselung der Komponenten. Auch beim baugleichen MSI GS70 und dem Schenker C703 tritt dieses Phänomen auf. Für die volle Leistung kann der Akku einfach nicht genügend Strom liefern.

Display: Matte Oberflächen setzen sich durch

Die Touch-Eingabe hat in einem Gaming-Notebook nichts verloren. Das sieht auch Medion so. Somit kommt beim Erazer X7611 ein mattes FullHD-Display mit einer Auflösung von 1.920 x 1.080 Pixel zum Einsatz. Es handelt sich um ein TN-Panel, weshalb die Blickwinkelstabilität nicht so gut ausfällt wie bei den beliebten IPS-Bildschirmen. Leuchtstärke und Kontrast liegen auf einem hohen Niveau. Im Schnitt liefert das 17,3 Zoll Display eine Ausleuchtung von 330 Candela pro Quadratmeter (cd/m²) und einen Kontrast von 950:1. Somit kann das Erazer X7611 auch bei Sonneneinstrahlung oder direkter Raumbeleuchtung noch gut genutzt werden.

Emissionen: Temperatur, Akkulaufzeit und Lautstärke

Bei einem schlanken Gehäuse steht der Hersteller immer vor der Konfrontation mit der Hitzeentwicklung und der Lautstärke des Notebooks. So kommt es auch beim Erazer X7611 zu relativ hohen Temperaturen während des Spielens. 40 Grad Celsius auf der Oberseite und sogar über 50 Grad Celsius auf der Unterseite sind keine Seltenheit. Somit sollte man das Gaming-Notebook nicht unbedingt während des Zockens auf dem Schoß verwenden. Im klassischen Office-Betrieb mit dem Browser, Mail-Programmen oder Microsoft Office bleibt aber auch das X7611 mit 30 Grad Celsius vergleichsweise kühl.

Die Lautstärke bleibt mit 38 Dezibel (A) im Schnitt auf einem guten Niveau. Bei leistungshungrigen Spielen kann diese allerdings auf bis zu 48 Dezibel (A) ansteigen. In Anbetracht des fast schon mit einem Ultrabook vergleichbaren Gehäuses liegt aber auch dieser Wert immer noch im Rahmen. Im Gaming-Betrieb verbraucht das Erazer X7611 schon mal schnell über 100 Watt und somit ist auch der Akku unter Last innerhalb von einer Stunde relativ schnell leer. Im Leerlauf kommt der Gamer immerhin auf eine Laufzeit von über 6 Stunden. Beim Surfen oder während eines Video-Playback erreichen wir im Test circa 2,5 bis 3,5 Stunden.

In der Praxis: Gaming trifft Mobilität

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Mehr als Gaming: Auch im Office-Bereich macht sich das X7611 sehr gut.

Wer sich öfter auf LAN-Parties blicken lässt, wird sich über das kompakte Medion Erazer X7611 freuen. Schließlich ist es deutlich leichter als vergleichbare Gaming-Notebooks und um Welten kompakter als ein Desktop PC mit Monitor. Auch wenn das Design von MSI stammt, hat Medion mit diesem Gamer wohl einen der stylischsten und schönsten Kandidaten im Notebook-Portfolio.

Wenn wir im Freundeskreis von einem Gaming-Notebook sprechen, bekommen wir meist die Antwort „Für das Geld bekommst du doch einen viel besseren Desktop PC!“ – das ist richtig. Doch bekomme ich den problemlos als Vielreisender durch die Flughafenkontrolle? Oder nimmt der dienende Gaming-Soldat die komplette Desktop-Technik mit ins Krisengebiet? Nein. Das Medion Erazer X7611 ist für Spiele-Enthusiasten gemacht die oft unterwegs sind, die sich ein kompaktes Notebook sowohl für Mails, Internet und Spiele wünschen und denen 15,6 Zoll einfach zu klein sind. Und in Verbindung mit einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis, dem gut verarbeiteten Gehäuse und der spieletauglichen Tastatur findet das Erazer X7611 großen Gefallen in unserer Redaktion.

Fazit

Mit dem Medion Erazer X7611 bekommt ihr einen leichten und schlanken 17,3 Zoll Gamer für unter 1.400 Euro mit einem leistungsstarken Intel Core i7 Prozessor, der spieletauglichen Nvidia Geforce GTX 765M und die Vorteile einer schnelle SSD sowie kapazitätsreichen Festplatte. Das Aluminium-Gehäuse bringt eine solide Verarbeitung und einen stylischen Look. Hinzu kommen das gut ausgeleuchtete und kontraststarke FullHD-Display sowie gute Eingabegeräte. An der der Deckelstabilität des Erazer X7611 muss Medion allerdings genauso feilen wie an der Hitzeentwicklung.

Ab 1199,95 EUR sind Geräte aus der Serie verfügbar - Jetzt anzeigen

Testergebnisse im Detail
Die Einzelbewertungen im Überblick
  1. Erster Eindruck 1,5 (Sehr gut)
  2. Display 1,5 (Sehr gut)
  3. Eingabegeräte 2,0 (Gut)
  4. Temperatur 4,0 (Ausreichend)
  5. Lautsprecher 2,0 (Gut)
  6. Betriebsgeräusche 2,5 (Gut)
  7. Anschlüsse 1,5 (Sehr gut)
  8. Akku und Energieverbrauch 2,5 (Gut)
  9. Software und Zubehör 2,0 (Gut)
  10. Leistung 2,0 (Gut)
Benchmark
Benchmarks Erzielter Messwert Bestwert aller Tests
3DMark11 4052 Pkt. Max. 12363 Pkt.
3DMarkVantage 15495 Pkt. Max. 47497 Pkt.
3DMark Ice Storm 87112 Pkt. Max. 106283 Pkt.
3DMark Cloud Gate 12195 Pkt. Max. 16298 Pkt.
3DMark Fire Strike 2152 Pkt. Max. 4135 Pkt.
3DMark Fire Strike Extreme 1049 Pkt. Max. 1981 Pkt.
PCMark7 6012 Pkt. Max. 6666 Pkt.
PCMarkVantage 22175 Pkt. Max. 23313 Pkt.
PCMark 8 Home 3742 Pkt. Max. 3742 Pkt.
PCMark 8 Creativity 4312 Pkt. Max. 4312 Pkt.
PCMark 8 Work 4791 Pkt. Max. 4966 Pkt.
CrystalDiskMark 3.0 (HDD Read) 512 MB/s Max. 733 MB/s
CrystalDiskMark 3.0 (HDD Write) 302 MB/s Max. 710 MB/s
Cinebench R10 64 Bit (Single) 6433 Pkt. Max. 7529 Pkt.
Cinebench R10 64 Bit (Multi) 22013 Pkt. Max. 27150 Pkt.
Cinebench R10 64 Bit (OpenGL) 6795 Pkt. Max. 8798 Pkt.
Cinebench R10 32 Bit (Single) 4902 Pkt. Max. 5704 Pkt.
Cinebench R10 32 Bit (Multi) 17097 Pkt. Max. 21307 Pkt.
Cinebench R10 32 Bit (OpenGL) 6802 Pkt. Max. 9005 Pkt.
Cinebench R11.5 OpenGL 64 Bit 60.1 fps Max. 72.82 fps
Cinebench R11.5 CPU Multi 64 Bit 6.72 Pkt. Max. 7.49 Pkt.
Cinebench R11.5 CPU Single 64 Bit 1.51 Pkt. Max. 138 Pkt.
Geekbench 2 10672 Pkt. Max. 10672 Pkt.
Geekbench 3 (Single) 3172 Pkt. Max. 3320 Pkt.
Geekbench 3 (Multi) 11952 Pkt. Max. 11952 Pkt.
niedriger ist besser höher ist besser
Akkulaufzeit
Auslastung Erzielter Messwert Bestwert aller Tests
Vollast 1 Std. 10 Min. Max. 5 Std. 15 Min.
Maximal 6 Std. 29 Min. Max. 23 Std. 40 Min.
Praxis 3 Std. 49 Min. Max. 13 Std. 36 Min.
Durchschnittlicher Energieverbrauch

95 Watt
Stromkosten im Jahr bei der durchschnittlichen Verwendung von 6 Stunden täglich bei 24,00 Cent pro kWh: 6 Stunden x 365 Tage x 0,095 kWh x 24,00 Cent = 49,93 EUR

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