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Praxis-Test: Smart Home mit Elgato Eve ausprobiert

Smart Home ist dank sinkender Preise schon lange bei Otto Normalverbraucher angekommen. Mit Hilfe von Elgato Eve können wir unser Zuhause einfach per iPhone und iPad überwachen und steuern. Doch ist die Einrichtung und Bedienung wirklich so einfach? Und was hat Apple HomeKit damit zu tun? Diese und viele weitere Fragen beantworten wir in unserem Praxis-Test.

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Info: Der Inhalt dieses Artikels spiegelt die subjektive Meinung und die eigenen Nutzungserfahrungen des Autors wieder.

Warum brauche ich überhaupt ein Smart Home?

Das Leben wird immer einfacher. Wir erledigen das Online-Banking über unser Smartphone, checken per App für unseren Flug ein und bezahlen via NFC im Supermarkt unsere Einkäufe. Zu Hause aber gehen wir jeden Abend durch die Wohnung um Fenster zu schließen, das Licht auszumachen oder die Tür abzuschließen. Es war nur eine Frage der Zeit, wann es auch dafür passende Gadgets und Software-Lösungen gibt. Am Anfang meines Testzeitraums habe ich das System hinter einem Smart Home noch belächelt. Schließlich ist es ja nicht wirklich schwer Lichtschalter zu betätigen oder den Steckdosen-Verteiler auszuschalten.Nach über 12 Monaten zusammen mit den Elgato Eve Modulen ist es aber vor allem der Spaß an der Sache, die Sprachsteuerung via Siri und die Analyse meines Stromverbrauchs sowie der Wetter- und Temperatur-Daten, die mich an Smart Home Systemen festhalten lassen. Ebenso sind es die einstellbaren Szenarien, die meinen Alltag erleichtern. Doch dazu im späteren Verlauf mehr.Praxis-Test: Smart Home mit Elgato Eve ausprobiert (Bild 15 von 20)Bildquelle: Elgato

Diese Elgato Eve Produkte sind im Betrieb

Für unseren Test hat uns Elgato mit dem kompletten Portfolio ausgestattet, welches derzeit in Deutschland angeboten wird. Dazu gehören die Sensoren Eve Room und Eve Weather für Temperatur- und Klimamessung im Innen- und Außenbereich. Weiterhin befindet sich im Paket Eve Energy, der kabellose Stromsensor und Schalter für die handelsübliche Steckdose. Und zu guter Letzt das Eve Thermo zur Steuerung von Heizkörpern und Eve Door & Window für die Überwachung von Fenstern und Türen. Der aktuelle Straßenpreis für dieses Komplettpaket beträgt etwas über 250 Euro. Mit 72 Euro ist Eve Room das teuerste Produkt unseres Sets. Bekannte Online-Shops bieten zudem Elgato Eve Bundles an, mit denen ihr den einen oder anderen Euro sparen könnt.Nun stellen sich die meisten Smart Home Interessierten eine wichtige Frage. Was kostet es meine komplette Wohnung oder ein Einfamilienhaus mit der neuen Technik auszustatten? Beim Endpreis müssen die meisten Nutzer ordentlich schlucken. Ich habe nachgezählt. In meinen vier Wänden würde ich 12 Eve Room, 52 Eve Energy, 9 Eve Thermo, 28 Avea Bulb Leuchtmittel, 32 Eve Door & Window und eine Eve Weather Außenstation benötigen, um das komplette Haus inklusive Flure, Steckdose, Lampen und Heizungen in ein Smart Home umzuwandeln. Der Preispunkt dafür liegt bei etwas über 6.000 Euro. Doch dabei müssen Endverbraucher nicht gleich die Hände über dem Kopf zusammenschlagen.Praxis-Test: Smart Home mit Elgato Eve ausprobiert (Bild 1 von 20)Praxis-Test: Smart Home mit Elgato Eve ausprobiert (Bild 2 von 20)Praxis-Test: Smart Home mit Elgato Eve ausprobiert (Bild 4 von 20)Bildquelle: Elgato
Bereits nach einer kurzen Recherche im Internet über den Einbau eines Smart Home Systems in einem mittelgroßen Haus trifft man auf einen Kostenpunkt weit über 10.000 bis 30.000 Euro, je nach Anforderung. Das Nachrüsten mit Elgato Modulen kostet also nur einen Bruchteil von einer Rundumerneuerung der Hauselektronik oder gar der Integration bei einem Hausneubau. Eure eigene Wohnung könnt ihr wahrscheinlich schon für 2.000 Euro in ein Elgato Eve Smart Home umbauen. Und das ganz ohne die Wand aufzubrechen. Aber fangen wir klein an. Ich für meinen Teil bin rundum zufrieden, wenn der am häufigsten genutzte Raum im Haus technisch auf dem neusten Stand ist. Das Wohnzimmer. Und dafür reichen in den meisten Fällen 1-2 Komplettsets, wie oben von mir dargestellt.

Einrichtung der App und Erstellung von Szenen

Alle Elgato Eve Geräte verbinden sich via Bluetooth mit eurem Apple iPhone oder iPad. Da es sich um Module und Sensoren für Apples HomeKit handelt, sind sie nur mit iOS Smartphones und Tablets nutzbar. Um eure Daten außerhalb des circa 15 Meter großen Bluetooth-Radius abzurufen, kann die Apple TV Set-Top-Box als Übermittlungsplattform genutzt werden. Wichtig ist, dass auf den genutzten Devices der gleiche Apple Account vorhanden ist, sodass sich die Daten korrekt synchronisieren können. Die ersten Schritte hin zum Smart Home sind bei Elgato vergleichsweise einfach gelöst. Innerhalb der kostenlosen Eve App legt ihr einen oder mehrere Räume an, in denen sich eure Sensoren befinden. Danach fügt ihr diese nach und nach hinzu. Ähnlich wie beim Einscannen von QR-Codes hilft euch die Kamera eures Smartphones oder Tablets den so genannten HomeKit Setup Code in die App einzuspeisen. Der gesamte Vorgang benötigt pro Gerät nur wenige Sekunden.Praxis-Test: Smart Home mit Elgato Eve ausprobiert (Bild 9 von 20)Bildquelle: Elgato
Optional könnt ihr die Anzeigenamen der Sensoren und einen Siri-Namen bestimmen. Letzterer hilft euch die Elgato Eve Module über den Apple Sprachassistenten anzusteuern. In meinem Fall hat sich vor allem der Satz „Hey Siri, schalte den Ventilator ein“ im Sommer mehr als bewährt. Mit einigen Wörtern hat Siri aktuell noch ihre Schwierigkeiten. Ihr solltet also klare Bezeichnungen wählen, die nicht missverstanden werden können. Siri kann dabei sowohl eure eingestellten Räume, als auch die einzelnen Geräte erkennen. So sind auch problemlos Befehle wie „Hey Siri, schalte im Wohnzimmer die Lampe am Couchtisch ein“ möglich. Eine klare Struktur und präzise Bezeichnungen der Gerätschaften helfen euch dabei, den Überblick zu behalten. Vor allem wenn ihr überlegt eure komplette Wohnung umzurüsten.Mein absolutes Highlight sind die so genannten Szenen, die Elgato in seine Eve App integriert hat. Nach klassischer Wenn-Dann-Abfrage könnt ihr so eine Kette von Ereignissen auf einfachste Art und Weise erstellen und via Siri oder Fingertip in der App steuern. Ein beliebtes Beispiel ist das Verlassen des Hauses. In meinem Fall einstellt auf „Hey Siri, ich bin dann mal weg“. Schon erkennt Siri das von mir eingespeicherte Programm, schaltet alle Lampen aus und regelt die Temperatur des Eve Thermostats an der Heizung herunter. Über selbst einstellbare Timer könnt ihr zudem Geräte ab einer vordefinierten Uhrzeit ein- oder ausschalten. Hinzu kommen programmierbare Regeln. So schaltet sich in meinem Büro ab einer Innenraum-Temperatur von 25 Grad Celsius automatisch der Ventilator ein. Im Winter wiederum lasse ich meine Heizung den Raum auf 21 Grad Celsius automatisch aufwärmen. Und sobald der Door & Window Sensor meldet, dass sich die Haustür öffnen, schaltet sich automatisch das Licht im Wohnzimmer ein. Die Möglichkeiten zur Kombination von Wenn-Dann-Regeln sind unzählbar und für mich das Aushängeschild der Smart Home Technik.

Was ist eigentlich Apple HomeKit?

HomeKit ist Apples Schnittstelle zur Hausautomation. Bis dato lief diese als Synchronisation von Smart Home Geräten im Hintergrund. Mit dem neuen Betriebssystem iOS 10 allerdings kommt die Home App als zentrale Steuereinheit für alle im Haus installierten und HomeKit tauglichen Produkte auf das iPhone, iPad und die Apple Watch. Der Vorteil liegt darin, dass in dieser neuen App auch Gerätschaften von unterschiedlichen Herstellern zusammenfließen können. Auf seiner Homepage spricht Apple davon, dass man bereits über 50 Unternehmen für die Integration von HomeKit gewinnen konnte. Elgato gehört zu den Herstellern, die seit der ersten Stunde mit an Bord sind. Natürlich macht die neue Home App von Apple der Elgato Eve Software leicht Konkurrenz, doch für die genaue Analyse eurer Daten nutzt ihr weiterhin den Vorteil der tiefergehenden Eve App. Es wird eine gute Mischung entstehen, je nachdem welche Produkte und Hersteller ihr in euer Smart Home integrieren möchtet. In allen Fällen werden Siri, einfach erstellte Szenarien, Timer und Regeln eine der Hauptrollen übernehmen.

Die Zukunft von Elgato Eve wird spannend

Auf der Internationalen Funkausstellung 2016 in Berlin – kurz IFA – konnten wir Elgato einen Besuch abstatten. Hier wurde nicht nur die von mir ins Herz geschlossene Szene-Funktion für Besucher veranschaulicht, sondern auch gezeigt wohin die Zukunft gehen kann. In Kooperation mit verschiedenen, namhaften Hersteller hat Elgato Produkte vorgeführt, die mit dem so genannten Eve Core Chip ausgestattet sind. Darunter befanden sich zum Beispiel eine vollautomatisierte Wohnungstür und ein Wasser-Ventil (Eve Aqua) für den Garten. Ebenso wurden Feuermelder (Eve Smoke) und Lichtschalter ausgestellt. Einiges allerdings nur für den amerikanischen Markt. Interessant war es jedoch zu sehen, dass Elgato nicht nur eigene Module und Sensoren herstellt, sondern mit dem Eve Core Chip auch Drittanbietern die Möglichkeit einräumt, ihre Produkte für die Hausautomation fit zu machen und mit Glück sogar Teil des Apple HomeKit Programms zu werden.
Auf großes Interesse traf aus meiner Sicht vor allem der geplante Elgato Eve Range Extender und der Eve Motion Bewegungsmelder. Die Bluetooth-Reichweite von 10-15 Metern mag für die meisten Wohnungen wohl ausreichen, doch ein Haus mit Garten und Keller verlangt nach größtmöglicher Distanz. Ähnlich wie bei bekannten WLAN-Repeatern könnte auf jeder Haus-Etage ein Range Extender angeschlossen werden, der das Bluetooth-Signal über alle Stockwerke verteilt und somit die Module im Obergeschoss auch aus dem Keller angesteuert werden können. Und mit Hilfe des Bewegungsmelders können wir dann noch mehr Szenarien als bisher gestalten.
Noch ist allerdings nicht klar, welche der ausgestellten Prototypen wirklich Marktreife erlangen und dann auch in Deutschland erhältlich sind. Elgato gibt sich jedoch große Mühe sein Portfolio auszubauen, um das Thema Smart Home für Otto Normalverbraucher einfach zugänglich zu machen.

Mein Jahr mit den Elgato Eve Modulen und Sensoren

Zuerst belächelt, dann zur Analyse genutzt und am Ende perfekt in den Alltag integriert. Ich hätte nicht gedacht, dass ein Smart Home System meinen Tagesablauf vereinfachen könnte. Gut dass ich eines Besseren belehrt wurde. Nicht nur dass mir das Elgato Eve System den Sinn am Sprachassistenten Siri vor Augen geführt hat, sondern dass aus einem einstigen Gadget-Spaß eine ernsthafte Hausautomation entstanden ist. Mit ihr kann ich nicht nur Zeit, sondern auch Strom- und Heizkosten sparen. Vor dem Start dieses Tests habe ich mich nicht sonderlich damit befasst, wie warm oder kalt mein Haus ist, wie viel Strom meine Geräte zu welcher Tageszeit verbrauchen oder ob sich die Luftqualität im Büro verschlechtert. Nun kann ich meine Räume mit Hilfe der Szenen-Funktion optimal belüften, heizen und sinnlose Stromfresser eliminieren.Natürlich benötigt die Installation und die Erstellung der Timer, Regeln und Szenen eine gewisse Zeit und Präzision. Doch am Ende erhält man ein sehr zufriedenstellendes Ergebnis. Die Batterielaufzeit der einzelnen Module ist zudem vergleichsweise lang, sodass auch bei einem voll ausgestatteten Smart Home nicht der Großteil der Zeit für den Wechsel der Stromquelle draufgeht. Die einstigen Sorgen bezüglich der Bluetooth-Reichweite sind zwar aktuell noch vorhanden, werden aber durch den zukünftig erscheinenden Range Extender vergessen sein. Mängel oder größere Probleme konnte ich während des gesamten Testzeitraums nicht feststellen. Sowohl die Eve App, als auch die Firmware der einzelnen Module wurden von Elgato stets aktualisiert.Am liebsten würde ich jetzt mein gesamtes Haus mit Smart Home Produkte ausstatten. Doch den bereits genannten Gesamtpreis von in meinem Fall über 6.000 Euro oder auch 2.000 Euro für eine mittelgroße Wohnung mit vielen Steckdosen schütteln sich wohl die wenigsten einfach so aus dem Ärmel. Gut dass ich über die nächsten Jahre hinweg einfach mein System stetig modular aufstocken kann. Alle zwei Monate ein neues Modul und ich bin auf dem richtigen Weg hin zum optimalen Smart Home.