09.07.2009 Michael WilbergTest: Asus K50AB – Vollpreis-Notebook zum Einsteigerpreis
Mit einem Straßenpreis von nur etwas über 500€ richtet sich das Asus K50AB an preisbewusste Käufer. Doch möchte Asus beweisen, dass preiswert nicht mit langsam oder minderwertig gleichzusetzen ist. Selten in diesem Preissegment ist die eigenständige Grafikkarte des Testgerätes – zumeist findet man sonst nur Grafikchips. Was das Asus K50AB leistet und ob es die Konkurrenz abhängen kann, lesen Sie auf dieser Seite.
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Leistung: 6,0
Mobilität: 6,8
Ausstattung: 8,2
Verarbeitung: 8,6
Display: 8,5
Optik: 7,8
- Positiv:
- Sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis
- Stromspar-Grafik für unterwegs
- Gute Verarbeitung
- Negativ:
- Geringe Akku-Laufzeit
- Hohe CPU-Temperatur
Inhalt und Verpackung:
Das Asus K50AB kommt in einem unspektakulären, braunen Pappkarton. In einer Extra-Schachtel befinden sich Netzteil und Akku; beigelegt sind außerdem Handbücher und Datenträger. Das von zahlreichen Aufklebern verzierte Notebook ist unauffällig in einer weißen Schutzhülle verpackt.
Erster Eindruck - hui, statt pfui:
Trotz des geringen Preises, macht das Asus K50AB keinesfalls einen minderwertigen Eindruck. Es ist relativ solide, nur das DVD-Laufwerk wackelt wie bei den meisten Notebooks geringfügig. Das Gehäuse ist aus schwarzem, glänzendem Kunststoff in Piano-Lack-Optik. Dadurch zieht es auch Fingerabdrücke an, wenn auch nicht so stark wie andere Geräte. Etwas gewöhnungsbedürftig ist die Oberfläche des Touchpads. Eine Seltenheit bei 15’’-Notebooks ist das vollständige Ziffernfeld. Besonders beim Arbeiten mit Excel und ähnlichen Programmen dürfte dies für Erleichterung sorgen. Die Status-LEDs sind an der Vorderseite des Notebooks angebracht und sowohl in offenem als auch geschlossenem Zustand ablesbar.
Bedienung und Betrieb - Gute Tastatur und innovative Technik:
Das Anfahren des Lüfters macht den Nutzer auf den lautstarken Systemstart aufmerksam. Glücklicherweise regelt sich der Krachmacher ganz von selbst auf ein flüsterleises Niveau herunter. Beim ersten Systemstart wird Windows Vista nutzerspezifisch eingerichtet. Anschließend werden verschiedene Asus-Programme installiert, was recht lange dauert. Ist die erste Konfiguration abgeschlossen, wird der Blick auf den Desktop frei und das System ist einsatzbereit.
Die Tastatur machte einen besonders guten Eindruck. Trotz des NUM-Pads sind die Tasten nicht zu klein geraten und der Druckpunkt ist optimal. Das gewöhnungsbedürftige Touchpad reagiert präzise auf Eingaben und hat eingeschränkte multi-touch-Fähigkeiten. Gescrollt wird beispielsweise durch das Platzieren zweier Finger auf der Oberfläche, die mit Hilfe von vertikalen oder horizontalen Bewegungen im Dokument blättern. Die rechte Taste des Touchpads verlangt einen kräftigen Druck – dies ist nicht immer wünschenswert. Ansonsten lassen sich über die korrekt verbaute FN-Taste des Asus K50AB verschiedenste Funktionen steuern. Neben den üblichen Einstellungen wie Display-Helligkeit und Lautstärke, lässt sich so beispielsweise durch verschiedene Leistungs-Profile blättern. Auch ein Präsentationsmodus lässt sich somit einstellen, mit dem das Anschließen eines Beamers zum Kinderspiel wird. Mit einem Knopfdruck ist das Display abschaltbar. Dies ist zum Beispiel dann praktisch, wenn das Notebook momentan nicht benötigt wird, ein anschließender Neustart aber zu lange dauern würde.
Wie auch die meisten anderen Notebooks von Asus...
Das Asus K50AB verfügt über zwei Grafikadapter. Einen langsamen Grafikchip, der Strom spart und im Akku-Modus automatisch aktiviert wird und eine etwas schnellere Grafikkarte, welche im Netzbetrieb aktiv ist. Selbstverständlich kann in beiden Modi manuell zwischen den Grafikkarten gewechselt werden. Möchte der Grafik-Treiber den Chip wechseln, erscheint ein Warn-Bildschirm, der den Nutzer darüber informiert. Klickt man auf OK, wird das Bild kurz schwarz und erscheint eine Sekunde später wieder.
Bei der Software finden sich die üblichen Verdächtigen: Eine Testversion von Microsoft Office 2007 sowie eine Security Suite von Norton. Wie bei allen aktuellen Asus-Notebooks, lässt sich auch beim Asus K50AB die Anmeldung bequem via Webcam vornehmen. Ein Kopier-Schutz-Programm sichert wichtige Dateien auf dem Computer mit einem Passwort.
Multimedia - Bildschirmblitz und andere Spielereien:
Auch wenn das Asus K50AB für ambitionierte Multimedia-Fans nicht ausreichend sein dürfte, erfüllt es die meisten Funktionen tadellos. Das Display mit einer Auflösung von 1366x768 Bildpunkten zeigt HD-Videos flüssig an, und ein DVD-Kombo-Laufwerk spielt DVD-Filme ab und brennt Dateien auf Rohlinge. Die integrierten Lautsprecher sind etwas leise, haben aber einen recht guten Klang.
Die Webcam machte einen weniger guten Eindruck. Die Sequenzen sind recht verrauscht und ruckelig. Allerdings bietet eine Asus-Software zahlreiche Webcam-Funktionen an: Neben der Aufzeichnung von Videos oder Bildern wird ein Selbstauslöser, sowie eine improvisierte Blitz-Funktion geboten. Während ersterer noch ganz praktisch sein kann, ist der „Blitz“ eher ein Scherz. Vor der Aufnahme wird das Display kurz weiß, um den vor dem Notebook sitzenden Nutzer besser zu beleuchten. Eine kleine LED-Leuchte neben der Webcam hätte hier mehr bewirken können.
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Technische Daten und Ausstattung:
Im Asus K50AB werkelt ein AMD Athlon 64 X2 QL-64 Prozessor mit 2x 2,10 GHz. Ergänzt wird das System durch 3072 MB Arbeitsspeicher. Bei den zwei Grafikadaptern, die sich die bei der Anzeige je nach Bedarf abwechseln, handelt es sich um einen integrierten Grafikchip vom Typ ATI Radeon HD 3200 und um eine ATI HD 4570 Grafikkarte mit 512 MB eigenem Speicher. Die Festplatte fasst 250 GB.
Das Notebook verfügt über vier USB- und einen LAN-Anschluss. Der WLAN-Adapter ist Draft-n-fähig (300MBit/s) und der 3in1 CardReader liest SD, MMC und MemoryStick-Karten.
Leistung und Effizienz - kein Benchmark-König:
Gerade wegen des niedrigen Preises interessierte die System-Leistung. Getestet wurde mit verschiedenen 2D- und 3D Benchmarks, um die Gesamtgeschwindigkeit zu ermitteln.
Den Anfang machte das Benchmark- und Analysetool Everest. Mit dieser Software lässt sich neben Arbeitsspeicher- und CPU-Geschwindigkeit auch die Durchsatzrate der Festplatte messen. Der Speichertest wurde unterteilt in einen Lese-, einen Schreib- sowie einen Reaktionszeittest (Latenz). Die Ergebnisse der Speicher- und Prozessortests liegen deutlich hinter den Werten, die von Intel Core 2 Duo-System erzielt werden. Für die Preisklasse sind die Daten jedoch okay. Auch die Festplatte, deren Geschwindigkeit mit einem Zufalls-Zugriff Lesetest überprüft wurde, machte einen etwas langsamen Eindruck:
Everest RAM Lesen: 4.725 MB/s
Everest RAM Schreiben: 3.464 MB/s
Everest RAM Latenz: 89,8 ns
Everest CPU Queen: 7.324
Everest HDD zufällige Zugriffe: 42,0 MB/s
Ein weiterer, wichtiger Benchmark ist CineBench 10. Dieser auf der Modelling-Software Cinema 4D aufgebaute Leistungstest, bringt den Prozessor zum Dampfen. In zwei Durchgängen muss das System ein hochkomplexes Bild rendern. Im ersten Durchgang wird nur ein Kern verwendet; im zweiten Durchgang werden alle verfügbaren Prozessor-Kerne genutzt. Zum Schluss wird ein Multiplikator errechnet, der den Leistungsgewinn durch Verwendung aller Kerne indiziert. Dadurch wird die Effizienz von Multi-Core-Prozessoren sichtbar gemacht. Bei einer Dual-Core-CPU wie dem verbauten AMD-Prozessor wäre ein Wert von 2,00 optimal. Obwohl dieser Wert annähernd auch erreicht wird, enttäuscht die CPU Leistung deutlich. Langsamere Prozessoren schlagen sich jedoch vor allem auf die Performance in komplexen Anwendungen wie Konvertierung, Komprimierung und Rendering nieder. Der normale Arbeitsbetrieb wird dadurch nicht eingeschränkt. Um einen weiteren, realistischen Eindruck der CPU-Leistung zu geben, wurde zudem ein kurzes Video in das WMV-Format konvertiert. Dies dauerte im Test über 17 Minuten. Angesichts der Länge des Videos von 20 Minuten kein guter Wert.
CineBench Single CPU: 1.627
CineBench Multi CPU: 3.184
CineBench Multiplikator: 1, 96
Konvertierung: 17m25s
PCMark 2005 testet praktisch alle Bereiche des Systems und gibt eine Gesamtpunktzahl aus, die mit anderen Systemen verglichen werden kann. Die Benchmarks 3D Mark 2006 und Aquamark3 legen den Fokus auf das Berechnen von 3D-Grafik-Szenen und testen die Leistung des Grafikprozessors. Die Gesamtleistung des Systems ist recht ordentlich, auch wenn die Punktzahl gern noch etwas höher hätte ausfallen können. Die 3D-Werte bescheinigen dem System eine gewisse Spieletauglichkeit. Bei aktuellen Spielen müssen allerdings niedrige Details und Ruckeln in Kauf genommen werden. Besonders der Aquamarkt3-Score lag deutlich hinter den Erwartungen an eine vollwertige Grafikkarte.
PC Mark 2005: 4.073 PCMarks
3D Mark 2006: 2.995 3DMarks
Aquamark3: 35.038 Punkte
Die Temperatur des Prozessors kann je nach Auslastung stark schwanken. Teilweise erhitzt sich der Prozessor auf bis zu 80°C. Bei diesem Wert aktiviert sich auch der Lüfter, der die CPU dann wieder etwas herunterkühlt. Die Oberseite des Asus K50AB wird in der Kühlerregion bis zu 38°C warm. Die Unterseite erhitzt sich an der gleichen Stelle auf maximal 47°C.
Die Akku-Laufzeiten waren etwas enttäuschend. Dies kann auch dem Umstand geschuldet sein, dass der Prozessor keineswegs als Energiespar-Wunder bekannt ist (Spezifizierte Energieaufnahme: 35 Watt). Im Batteriebetrieb mit langsamem Grafikchip und deaktiviertem Funknetz betrug die Laufzeit zwei Stunden und 45 Minuten. Bei voller Displaybeleuchtung und WLAN lag die Ausdauer der Batterie bei 2,5 Stunden. Mit aktivierter Grafikkarte und unter Volllast sank die Akku-Laufzeit auf unter 90 Minuten. Ein Film unterwegs dürfte aber dennoch drin sein.
... und macht dabei gar keine schlechte Figur.
Fazit:
Das Asus K50AB ist ein Notebook, dessen Daten und Aussehen nicht an ein Low-Budget-Notebook erinnern lassen. Mit zwei Grafikadaptern, davon einer vollwertigen Grafikkarte und einer Ausstattung, die auch sonst mit weit teureren Geräten mithalten kann, leistet das Gerät weit mehr, als die allermeisten Konkurrenten in dieser Preisklasse. Natürlich finden sich auch Schwächen: Die Akku-Laufzeit enttäuscht, die Prozessor-Temperatur wird deutlich zu hoch und die Lautsprecher sind zu leise, doch ist dieses Notebook eindeutig eines der besten, was für diesen Preis zu bekommen ist. Preis-Leistungs-Empfehlung!