Test HP Slate 10 HD 3500eg - Das Durschnitts-Tablet für preisbewusste Nutzer

Mit dem Slate 10 HD will HP eine weitere Alternative für 10-Zoll-Tablets im mittleren Preissegment bereitstellen. Für 299 Euro ist man bereits dabei, wer 30 Euro mehr investiert erhält eine Variante mit 3G-Modul. Wie sich das HP Slate 10 HD im Alltagstest geschlagen hat, erfahrt ihr in unserem ausführlichen Testbericht.

Einleitung: HP Slates in allen Tablet-Größen vertreten

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10 Zoll für Einsteiger: Das Slate 10 HD von HP präsentiert sich preiswert.

HP bietet mit der Slate-Reihe Tablets in allen gängigen Formaten und Größen an. Egal ob man nach einem 7-, 8- oder 10-Zoll-Tablet sucht. Im Preisbereich von 250-300 Euro tritt HP mit dem Slate 10 HD dabei vornehmlich gegen ASUS und Acer an. Das Acer Iconia Tab A3-A10 mit 32 GB Flashspeicher (identische Auflösung wie das Slate 10 HD) gibt es bereits für rund 250 Euro, während das ASUS MeMo Pad FullHD doppelt so viel Arbeitsspeicher und eine höhere Auflösung in etwa zum gleichen Preis bietet. Wir sind also gespannt, ob HP mit dem Slate 10 HD gegen die Konkurrenz punkten kann und haben dafür das Tablet in unseren Testlaboren in Sachen Akkuwerte, Hitzeentwicklung, Performance und Verarbeitung geprüft.

Gehäuse: Schlicht aber Ausreichend

Wer rund 300 Euro für ein 10-Zoll großes Tablet auf die Ladentheke packt, kann in Punkto verwendeter Materialien keine Wunder erwarten und bekommt somit beim HP Slate 10 HD die gewohnte Kunststoff-Ware geboten. Das Display wird von einem schwarzen Hochglanz-Rahmen eingefasst, ist auf allen Seiten praktisch identisch in Sachen Rahmenbreite aufgestellt und sorgt so für ein homogenes Gesamtbild. Die Rückseite ist in einem matten dunkelgrau gehalten und hat eine gepunktete Struktur zu bieten, diese lässt sich allerdings nicht erfühlen, sorgt aber dafür, dass das Tablet stets sicher in den eigenen Händen festgehalten werden kann und keine Fingerabdrücke das Erscheinungsbild verunstalten können. Einen Design-Preis wird HP so zwar nicht gewinnen können, dafür ist der Vorteil der, dass man die Tablet-Rückseite nicht regelmäßig mit einem Mikrofasertuch reinigen muss.

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Schlicht: So präsentiert sich die matte Rückseite und das gesamte Design des Tablets.

Trotz der verwendeten Materialien ist das Slate 10 HD allerdings kein Leichtgewicht geworden. Satte 630 Gramm wiegt die Variante ohne 3G-Modul. Mit 560 bzw. 580 Gramm zeigen Acer bzw. ASUS, dass ein 10-Zoll-Tablet auch eine ganze Ecke leichter sein kann. Das Apple iPad Air spielt sogar in einer ganz anderen Klasse mit seinen gerade mal 469 Gramm. Fairerweise ist hier die Preiskategorie mit 479 Euro aber auch mindestens eine Klasse darüber angesiedelt.

Ausstattung: Erweiterungsmöglichkeiten & Stereo-Klang

HP spendiert seinem Slate 10 HD lediglich 16 GB an Speicherplatz für Apps, Dokumente und Filme. Wer mehr Inhalte installieren will, der kann bis zu 32 GB via microSD nachrüsten. Das Aufladen und der Austausch von Daten werden über den gewohnten MicroUSB-Anschluss möglich gemacht. Die beiden Stereo-Lautsprecher finden sich vom Rand aus leicht zur Mitte versetzt an der unteren Gehäuseseite. Somit wird sichergestellt, dass diese auch bei der horizontalen Nutzung nicht von den Händen des Anwenders bedeckt werden. Leider hilft dies aber nur bedingt, denn ein klangliches Wunderwerk sollte man von den verbauten Lautsprechern dennoch nicht gerade erwarten. Im Gegenteil, wenn man die Lautstärke etwas hochdreht, wirken die Sounds sogar ein wenig blechern. Da hilft auch der zusätzlich einschaltbare Beats Audio-Modus nicht.

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Erweiterbar: Hinter einer Abdeckung befindet sich der microSD-Slot.

In Sachen Konnektivität bietet das HP Slate 10 HD Miracast-Unterstützung, WLAN 802.11 a/b/g/n und Bluetooth, allerdings nur in der Version 3.0 und nicht 4.0 an. Für den Einsatz als Navi ist auch ein GPS-Modul vorhanden, auf Assisted-GPS oder GLONASS muss dafür genauso verzichtet werden, wie auf NFC oder WLAN nach ac-Standard. Letzteres erwarten wir aber bei einem Tablet für 299 Euro auch nicht.

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Kein Klangwunder: Die verbauten Lautsprecher klingen eher etwas blechern.

HP typisch sind auch wieder einige Apps vorinstalliert, darunter Connected Photo und ePrint, somit ist eine einfache Bildbearbeitung und das kabellose Senden von Bildern und Dokumenten zum Netzwerkdrucker möglich. Das Erstellen von Texten und Tabellen wird wiederum durch Kingsoft Office ermöglicht. Als Betriebssystem setzt das HP Slate 10 HD auf Android von Google in der Version 4.2.2 Jelly Bean. Ein zukünftiges Update auf Version 4.3 oder gar Android 4.4 KitKat erscheint als eher unwahrscheinlich.

Technische Daten

Display:10" TouchAuflösung:1280 x 800
Prozessor:Marvell PXA986 / 1.2 GHzGrafikkarte:Vivante GC1000
Festplatte16 GBRAM:1 GB
Plattform:Android 4.2
Akkulaufzeit:k.A.Gewicht:0.63 kg
B x H x T:25.9 cm x 17.8 cm x 0.97 cmFarbe:schwarz silber

Leistung: Kein Spaß beim Surfen, aber überraschend gute Gaming-Performance

Für die nötige Leistung im Tablet nutzt HP einen Marvell PXA986 mit zwei Rechenkernen (Dual-Core) und 1,2 GHz Taktung. Der ARM Cortex A9 basierende Chip greift auf 1 GB Arbeitsspeicher zurück. In Sachen Webperformance enttäuscht diese Kombination im Alltagstest. Webseiten-Besuche werden zum Teil zum Geduldsspiel, da sich Webseiten mit mehreren Bildern zum Teil langsam aufbauen, ruckeln beim Scrollen und das zusätzliche Aufrufen von Videos mehrere Sekunden Wartezeit nach sich ziehen können. Wer also mal schnell die Lieblingswebseite besuchen will, muss sich auf Nachladezeiten und Ruckler einstellen. Ein rundes Surfvergnügen sieht in jedem Fall anders aus.

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Benchmarks: Eher eine dürftige Leistung in der Web-Performance, dafür laufen Games meistens deutlich besser.

Überraschenderweise sieht es bei der Spieleleistung des Slate 10 HD deutlich besser aus. Die getesteten Apps (darunter Dead Trigger 2, Real Racing 3, Angy Birds Star Wars und Asphalt 8) liefen allesamt fast ohne FPS-Einbrüche ab. Zwar laufen die neueren Spiele nicht mehr mit den höchsten Detailgradeinstellungen, aber dennoch lässt sich mit dem Tablet die aktuelle Spielegeneration noch ordentlich erleben. Zu befürchten ist aber, dass die Performance bei zukünftigen Titeln oder dem Anspruch an die höchsten Grafikeinstellungen nicht mehr ausreichen wird.

Wer auf Serien oder regelmäßige YouTube-Besuche wert legt, kann die Videos dabei in ordentlicher Qualität ohne größere Verzögerungen genießen. Aufgrund der relativ niedrigen Auflösung, kann man aber keine FullHD-Qualität vorfinden.

Display: Auf Augenhöhe mit der Konkurrenz

Damit den Augen auch etwas geboten wird, nutzt HP ein IPS-Panel und ein Display mit einer Auflösung von 1.280 x 800 Pixel. Damit liegt man unter der Auflösung des MeMo Pad FullHD von ASUS und gleichauf mit dem Acer Iconia Tab A3-A10. Die Ausleuchtung fällt mit 255-320 cd/m² durchaus ordentlich aus. Der maximale Kontrast liegt bei 842:1 in den Messergebnissen, womit man die Werte des Acer Tablet in etwa einstellt. Somit erfüllt das Display seinen Zweck, kann sich aber auch nicht positiv von der Konkurrenz im Preissegment von 250-300 Euro absetzen. In Sachen Blickwinkel oder Farbverfälschungen muss man sich beim Slate 10 HD aber keine Sorgen machen, denn auch bei einem schrägen Betrachtungswinkel sind Leuchtwerte und Farbverlauf noch immer im grünen Bereich.

Emissionen: Es läuft und läuft und läuft und bleibt dabei angenehm kühl

Ein Bereich in dem man wirklich nichts am HP Slate 10 HD aussetzen kann ist die Akkulaufzeit und Hitzeentwicklung. Wer die Display-Werte runterdreht, den Flugmodus nutzt und die Augen zusammenkneift, kann sogar 16 Stunden aus dem Tablet herausholen. Realistischer ist allerdings eine Dauer von 10,5 Stunden, hierbei ist eine WLAN-Verbindung aktiv, dass Display befindet sich auf mittleren Einstellungen und man nutzt das Tablet auch aktiv. Wer lieber zockt, der kann immer noch mit 5 Stunden an Laufzeit im Dauerbetrieb rechnen. Damit liegt das Slate 10 HD im Bereich seiner Konkurrenten und erzielt gute Werte.

Die erwähnte, eher unterdurchschnittliche Leistungsfähigkeit des Tablets beim Surfen hat zumindest einen Vorteil, denn die Temperatur bewegt sich selbst unter Last praktisch nie über einen Maximalwert von 32,5 Grad hinaus. In der Regel bleibt das Slate 10 HD gar bei kühlen 27-29 Grad.

In der Praxis: Kostengünstig aber leicht eingeschränkt

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Geduldsspiel: Wer mit einer hakeligen Performance beim Surfen leben kann, bekommt ein preiswertes 10 Zoll Tablet geboten.

Gerne würde ich dem HP Slate 10 HD eine unbedenkliche Empfehlung geben, aber dafür hat die Performance beim normalen Webseitenbesuch einfach zu sehr gelitten. Wenn ich teils mehrere Sekunden warten muss, bis das Tablet auf einen Klick reagiert und eine Video-Unterseite aufruft, dann ist das einfach zu viel des Guten. Selbst wenn ich auf alltäglichen Webseiten scrolle, müssen Texte erst scharfgestellt und Bilder nachträglich aufgebaut und geladen werden. Dabei habe ich nicht einmal andere Anwendungen im Hintergrund offen, geschweige denn mehrere Tabs im Browser geöffnet.

Wer damit leben kann, der bekommt aber dennoch ein 10-Zoll-Tablet mit guter Akkulaufzeit, ordentlicher Verarbeitung und eine Rückseite ohne lästige Fingerabdrucksammlungen. Die Spieleperformance fiel überraschenderweise ebenfalls deutlich positiver auf, wenn man diese im Vergleich zur Webperformance betrachtet.

Fazit

Das HP Slate 10 HD konnte im Test leider nicht in allen Bereichen überzeugen. Mit unter 30 Grad bleibt die Temperatur stets in einem sehr guten Bereich, rund 10,5 Stunden Akkulaufleistung sind ebenfalls guter Durchschnitt und auch Spiele werden mit leicht reduzierten Details noch flüssig dargestellt. Wäre da nicht die schwache Performance beim Surfen im Netz, könnte man das HP Slate 10 HD fast bedenkenlos empfehlen. So sieht die Sache aber leider ein wenig anders aus. Denn die Konkurrenz im gleichen Preisbereich liefert in Sachen Leistung im Web-Bereich einfach bessere Ergebnisse ab.

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von Amazon.de | Händlerangabe: 22.09.14 18:09

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Testergebnisse im Detail
Die Einzelbewertungen im Überblick
  1. Erster Eindruck 2,0 (Gut)
  2. Display 2,0 (Gut)
  3. Eingabegeräte 2,0 (Gut)
  4. Temperatur 2,0 (Gut)
  5. Lautsprecher 3,0 (Befriedigend)
  6. Akku und Energieverbrauch 2,0 (Gut)
  7. Software und Zubehör 2,0 (Gut)
  8. Verarbeitung 2,0 (Gut)
  9. Anschlüsse 2,5 (Gut)
  10. Leistung (Spiele) 2,5 (Gut)
  11. Leistung (Anwendungen) 4,0 (Ausreichend)
Benchmark
Benchmarks Erzielter Messwert Bestwert aller Tests
Google V8 2003 Pkt. Max. 7025 Pkt.
Sunspider 1482.2 ms Min. 399.7 ms
Smartbench 2012 2451 Pkt. Max. 9620 Pkt.
Linpack (Android) 75737 MFLOPS Max. 1014670 MFLOPS
Geekbench 2 655 Pkt. Max. 6210 Pkt.
PassMark Performance Test Mobile 1615 Pkt. Max. 5432 Pkt.
3DMark Ice Storm 2172 Pkt. Max. 31819 Pkt.
3DMark Ice Storm Extreme 1154 Pkt. Max. 22461 Pkt.
NenaMark 2 38.1 fps Max. 60.8 fps
Basemark ES 2.0 13.14 fps Max. 59.98 fps
Antutu 11069 Pkt. Max. 35234 Pkt.
Vellamo HTML5 1647 Pkt. Max. 3070 Pkt.
Vellamo Metal 516 Pkt. Max. 1446 Pkt.
Quadrant 3338 Pkt. Max. 22294 Pkt.
Octane v1 1740 Pkt. Max. 7083 Pkt.
GFXBench 2.7 T-Rex HD Offscreen 3.3 fps Max. 27.2 fps
GFXBench 2.7 T-Red HD Onscreen 5.4 fps Max. 32.6 fps
niedriger ist besser höher ist besser
Akkulaufzeit
Auslastung Erzielter Messwert Bestwert aller Tests
Vollast 5 Std. 0 Min. Max. 12 Std. 30 Min.
Maximal 16 Std. 0 Min. Max. 50 Std. 59 Min.
Praxis 10 Std. 30 Min. Max. 19 Std. 40 Min.
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