Test HP Omni 10 5600eg - Erschwingliches Tablet mit Windows 8.1

Wer ein Tablet mit Windows 8.1 und guter Leistung sucht musste außerdem meistens relativ tief in die Tasche greifen, besonders bei 10-Zoll Modellen. Mit dem Omni 10 bringt HP nun ein Modell mit Intel Quad-Core für 399 Euro auf den Markt. Grund genug für uns das Windows 8.1 Tablet genauer unter die Lupe zu nehmen. Microsoft nimmt beständig Verbesserungen vor und führt neue Features für seine beiden Betriebssysteme Windows 8.1 und Windows Phone 8.1 ein. Der Marktanteil von Tablets mit Windows ist aber dennoch weiterhin relativ überschaubar.

Einleitung: HP will ein performantes Allround-Modell abliefern

Im Test: Das HP Omni 10 mit Windows 8.1Bildquelle: notebookinfo.de | st
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Viel Leistung für relativ wenig Geld: HP verkauft das Omni 10 mit leistungsstarker Quad-Core CPU für rund 399 Euro, wir nehmen das Windows 8.1 Tablet im Test unter die Lupe.

Erst vor wenigen Wochen hatten wir mit dem Lenovo ThinkPad 8 ein vielversprechendes und leistungsstarkes Windows 8.1 Tablet im Testlabor. Die hochwertige Verarbeitung und Leistungsfähigkeit wussten uns dabei besonders zu gefallen und auch das Display hinterließ einen runden Eindruck. Allerdings war das 8-Zoll Modell einigen zu klein und auch zu teuer gewesen. HP will mit dem Omni 10 bei der Leistung auf ganzer Linie überzeugen, aber dabei den Preis nicht aus den Augen verlieren. Wer die technischen Daten etwas genauer betrachtet und den Preis mit einbezieht, wird also durchaus Hoffnungen in das Omni 10 setzen. Ob diese gerechtfertigt sind, klären wir für euch in unserem Praxis-Check.

Gehäuse: Relativ schwerer Kunststoffbrocken

Bei der Verarbeitung und der Materialwahl erwartet uns gewohnte Kost. Aluminium oder andere ausgefallende Sachen sucht man bei HP Tablets eher vergebens. Farblich präsentiert sich das Omni 10 in Graphit und Schwarz und ist komplett mit einer Kunststoffrückseite versehen. Diese Fläche ist dabei leicht mattiert. Fingerabdrücke sind aber dennoch relativ deutlich sichtbar, was ein regelmäßiges Abwischen nach sich zieht. Ein dezentes Logo von HP befindet sich in der Mitte und darüber die Hauptkamera des Tablets. Ebenfalls auf der Rückseite ist die Lautstärkewippe platziert, welche sich relativ gut erfühlen lässt. Das Display ist von einem großen schwarzen Rahmen eingefasst, daher muss man sich aber zumindest keine Gedanken darüber machen, dass man beim Festhalten des Tablets ausversehen den Bildschirm berühren könnte.

Im Test: Das HP Omni 10 mit Windows 8.1Im Test: Das HP Omni 10 mit Windows 8.1Bildquelle: notebookinfo.de | st
Schlicht: So präsentiert sich das Kunststoffgehäuse das HP Omni 10.

Fast alle anderen Anschlüsse und Eingänge befinden sich am unteren Gehäuserand. Hier sind die beiden Stereo-Lautsprecher an den äußeren Kanten verbaut und daneben der Slot für eine MicroSD-Karte. Mittig finden sich Anschlüsse für das dedizierte Netzteil, ein MicroUSB-Port und ein MicroHDMI-Port. Beim Gewicht siedelt sich das HP Omni 10 im oberen Bereich an, denn mit knapp über 650 Gramm ist es wahrlich kein Lichtgewicht. Wer das Tablet also länger in der Hand hält, wird das Gewicht durchaus bemerken. Viele Hersteller haben es inzwischen geschafft das Gewicht wenigstens in Bereiche um die 500 Gramm zu bringen. Beim iPad Air sind es sogar nur 469 Gramm geworden. Die Verarbeitung selbst ist aber dennoch solide, man sollte aber weder vom Gewicht noch vom Design her eine Offenbarung erwarten.

Ausstattung: Enge Sache bei den Anschlussoptionen

Beim Gehäuse-Part hatten wir bereits angesprochen, das HP fast alle Anschlüsse des Tablets auf den unteren Rahmen gesetzt hat. Daher sind die Anschlüsse für MicroUSB, MicroHDMI und Netzteil auch direkt nebeneinander zu finden. Je nach verwendetem Kabel bzw. sonstigen Geräten, die man mit dem Tablet verbinden möchte, kann es hier durchaus zu Problemen beim Platz kommen. Der zusätzliche Anschluss für das extra Netzteil hat zwar Vorteile gegenüber der Aufladung über den MicroUSB-Port - weil dieser so frei bleibt - aber dennoch hätte HP die Anschlüsse anders platzieren können, wenn nicht sogar müssen.

Im Test: Das HP Omni 10 mit Windows 8.1Im Test: Das HP Omni 10 mit Windows 8.1Bildquelle: notebookinfo.de | st
Enge Sache: Fast alle Anschlüsse sind nah nebeneinander angeordnet worden.

In Sachen Flashspeicher befinden sich 32 GB fest verbaut im Tablet. Diese lassen sich um maximal 64 GB über MicroSD erweitern. Von den 32 GB stehen nach der Installation des Grundsystems allerdings nur rund 15,3 GB zur freien Verfügung. Wer Microsoft Office noch komplett installiert, kann noch einmal ein paar Gigabyte zusätzlich abziehen. Entsprechend wichtig ist es also auf weitere Speicheroptionen wie Cloud-Dienste zurückzugreifen. HP bietet dafür auch 25 GB an Speicherplatz bei Box.net an. Dem Omni 10 legt HP außerdem eine 8 GB MicroSD-Karte bei. Auf dieser findet man allerdings die Recovery Partition von Windows 8.1, damit diese nicht noch zusätzlichen Platz beim verbauten Flashspeicher wegnimmt.

Als Betriebssystem kommt Windows 8.1 in der 32-Bit Variante zum Einsatz. Wie bei praktisch allen Tablets üblich, klappt die Navigation auf der Metro Oberfläche per Touchscreen bestens, im Desktop-Betrieb ist die Bedienung per Finger aber nur eingeschränkt schnell und unkompliziert möglich. Einen Stylus legt HP seinem Omni 10 übrigens nicht bei. Entsprechend empfiehlt es sich für den Desktop-Modus die Skalierung unter Windows anzupassen, um die Elemente der Fenster größer darzustellen zu lassen und somit die Bedienung zu erleichtern. Für die Verbindung ins Internet greift das Omni 10 auf WLAN nach den Standards 802.11 a/b/g/n zurück und ermöglicht die Verbindung mit externen Geräten via Bluetooth 4.0. WiFi im MIMO-Verfahren, NFC, 802.11ac oder Dualband-WLAN wird nicht vom Tablet unterstützt, auch eine LTE oder 3G-Variante ist nicht im Handel erhältlich. Für Videotelefonate lässt sich die HD-Kamera mit 2 Megapixel auf der Vorderseite verwenden, die Hauptkamera hingegen löst mit 8 Megapixel auf und bietet einen Autofokus für einfache Schnappschüsse bei guten Lichtverhältnissen. Einen etwas weniger positiven Eindruck hat die Windows Taste hinterlassen. Diese reagierte zumindest bei unserem Testgerät nicht immer direkt auf unsere Eingabe. Es konnte also vorkommen dass man 2-3-mal auf die kapazitive Touch-Taste drücken musste, bis die entsprechende Funktion auch ausgeführt wurde.

Technische Daten

Display:10" TouchAuflösung:1920 x 1200
Prozessor:Intel Atom Z3770 / 1.5 GHzGrafikkarte:Intel HD Graphics (Bay Trail)
Festplatte32 GBRAM:2 GB
Plattform:Microsoft Windows 8.1 (32 Bit)
Akkulaufzeit:k.A.Gewicht:0.65 kg
B x H x T:25.9 cm x 18.18 cm x 0.99 cmFarbe:schwarz

Leistung: Quad-Core Power von Intel

Jede Menge Leistung bietet der Intel Atom Z3770 Quad-Core aus der Bay-Trail Generation mit einer Taktrate von 1,46 GHz bis maximal 2,4 GHz. In Sachen Power muss man sich also keine Gedanken machen, denn rein von der Rechenleistung her packt das HP Omni 10 alle Tablet typischen Anwendungen absolut problemlos, egal ob Spiele oder ganz simple Aufgaben wie die Besuche im Internet oder bei Social Networks wie Facebook und Twitter. Kurze Ladezeiten, schnelle Reaktion auf Nutzereingaben und eine ruckelfreie Darstellung von Games aus dem Store werden durch den Intel Atom Chip möglich gemacht.

Die verbauten 2 GB Arbeitsspeicher reichen für Tablet-Aufgaben ebenfalls aus. Anders sieht es wiederum aus, wenn man das Tablet als echten Notebook-Ersatz und für Videoschnitt und Bildbearbeitung nutzen möchte. Hier kann der geringe Arbeitsspeicher dann zum Flaschenhals werden. In Sachen Tablet-Leistungsfähigkeit muss sich das HP Omni 10 mit dem Atom Z3770 dafür aber auch nicht hinter der Android Konkurrenz mit einem Qualcomm Snapdragon 800 verstecken.

Display: Hochauflösend aber mit unterdurchschnittlichen Helligkeitswerten

Beim Display setzt HP auf eine 16:10 Auflösung mit 1.920 x 1.200 Pixel, somit ist die Darstellung von HD-Inhalten also kein Problem. Texte und Farben werden klar und deutlich dargestellt und auch um den Blickwinkel muss man sich keine großen Gedanken machen. Allerdings zählt der Bildschirm nicht zu den hellsten Vertretern auf den Markt, liegen die Werte doch im Bereich von 250 bis 285 cd/m². Für den Einsatz bei Sonnenschein ist das HP Omni 10 also nicht gerade gut geeignet. Der Kontrast liegt mit 791:1 auch deutlich unter den Werten eines ThinkPad 8 von Lenovo. Die Qualität und die Auflösung des Panels selbst sind zwar gut, aber die geringe Helligkeit macht sich bei ungünstigen Lichtverhältnissen negativ bemerkbar.

Emissionen: Heißes Teil!

Das HP Omni 10 ist ein echt heißes Teil und das meinen wir nicht nur in Bezug auf die Leistungsfähigen des Tablets, sondern auch wenn man einen Blick auf die Temperaturwerte wirft. Das ThinkPad 8 von Lenovo war bereits mit Spitzenwerten von 44,5 Grad und ähnlicher Ausstattung nicht gerade kühl unterwegs, doch das Tablet von HP erreicht unter längerer Volllast gar Werte von 53 Grad auf der Rückseite. Damit schießt man dann doch endgültig über den Bereich der noch erträglichen Werte hinaus. Selbst bei einfacheren Arbeiten bewegt sich das Omni 10 gut und gerne in Bereichen von über 30 Grad. Wer also mit dem Tablet gerne anspruchsvolle Spiele zocken will, sollte aufpassen an welchen Stellen er das Tablet festhält um keine heiße Überraschung zu erleben.

Bei den Laufzeiten kommt das Omni 10 auf eher unterdurchschnittliche Werte für ein Windows Tablet dieser Leistungsklasse. Während aktuelle iPads und Android Tablets der Highend-Kategorie gut und gerne in Bereiche von 10 Stunden Akkulaufzeit am Stück bei aktiver Benutzung kommen, schafft man eshier gerade mal auf etwas über 5 Stunden. Wer die Helligkeit reduziert und die Power des Quad-Core herunterregelt kommt noch auf angenehme 7 Stunden. Ein Begleiter für lange Reisen wird das Tablet somit eher weniger werden, wenn man denn keine Steckdose in der Nähe haben sollte oder das Netzteil im Koffer verstaut hat.

In der Praxis: Starke Leistung bei hoher Temperaturentwicklung und mauer Akkulaufzeit

Im Test: Das HP Omni 10 mit Windows 8.1Bildquelle: notebookinfo.de | st
Mit Abstrichen empfehlenswert: Nicht alles ist perfekt beim HP Omni 10, dennoch kann man das Tablet mit Einschränkungen für den Preis durchaus weiterempfehlen.

Was so schön begann, entpuppt sich bei den ausführlichen Tests dann doch als Tablet mit Schwächen. Auf dem Datenblatt springt einen die starke Rechenleistung des Tablets entgegen und der Preis von 399 Euro ist auch durchaus attraktiv. Es musste aber natürlich auch ein paar Haken an der Sache geben, schließlich kosten andere Tablets mit dieser Leistung ja gut und gerne auch einiges mehr. So kommt es dann auch das das HP Omni 10 bereits nach etwas über 5 Stunden Nutzung wieder ans Stromnetz angeschlossen werden will, während Nutzer des Lenovo ThinkPad 8 noch ein paar Stunden weiter mit ihrem Tablet arbeiten oder Spaß haben können. Beim Thema Spaß hörte es bei uns aber auch bei den Temperaturmessungen auf, wer leistungshungrige Spiele am Stück laufen lässt oder sich sogar Benchmarkwerte anschauen möchte, der kann sich im Winter zumindest über die heißen 53 Grad freuen. Wer davon aber nicht abgeschreckt wird, der könnte sich immer noch an der relativen geringen Displayhelligkeit oder der Tatsache ärgern, dass die drei Hauptanschlüsse allesamt direkt nebeneinander an der Unterseite des Tabletrahmens platziert wurden. Immerhin stimmen dafür die Auflösung und die Leistungsfähigkeit beim HP Omni 10 und man erhält ein Windows 8.1 Tablet mit Recovery SD-Karte und Office für gerade einmal 399 Euro.

Fazit

Leistungsstark, aber mit Schwächen bei der Akkulaufzeit und der Displayhelligkeit. Somit kann man das HP Omni 10 schnell zusammenfassen. Wer preisbewusst ist und nach einem flotten Tablet mit 10-Zoll Bildschirm, hoher Auflösung, mit erweiterbaren Flashspeicher mit Windows 8.1 sucht, der kann mit dem HP Omni 10 fast glücklich werden. Die Schwachpunkte wirken sich aber trotz des guten Preises auf die Gesamtwertung des Windows Tablets aus.

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von Amazon.de | Händlerangabe: 25.10.14 01:41

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Testergebnisse im Detail
Die Einzelbewertungen im Überblick
  1. Erster Eindruck 2,0 (Gut)
  2. Display 2,5 (Gut)
  3. Eingabegeräte 2,0 (Gut)
  4. Temperatur 4,0 (Ausreichend)
  5. Lautsprecher 2,5 (Gut)
  6. Akku und Energieverbrauch 3,5 (Befriedigend)
  7. Software und Zubehör 2,0 (Gut)
  8. Verarbeitung 2,0 (Gut)
  9. Anschlüsse 2,5 (Gut)
  10. Leistung (Spiele) 1,0 (Sehr gut)
  11. Leistung (Anwendungen) 1,0 (Sehr gut)
Benchmark
Benchmarks Erzielter Messwert Bestwert aller Tests
Google V8 7025 Pkt. Max. 7025 Pkt.
Sunspider 505.3 ms Min. 399.7 ms
Octane v1 7083 Pkt. Max. 7083 Pkt.
niedriger ist besser höher ist besser
Akkulaufzeit
Auslastung Erzielter Messwert Bestwert aller Tests
Vollast 3 Std. 22 Min. Max. 12 Std. 30 Min.
Maximal 7 Std. 15 Min. Max. 50 Std. 59 Min.
Praxis 5 Std. 18 Min. Max. 19 Std. 40 Min.
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