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Test Samsung Galaxy S6 Edge (G925F) - Schönheit mit Curved Display und satter Leistung

Das Samsung Galaxy S6 Edge hat uns schon auf dem Unpacked Event zum Mobile World Congress in Barcelona vor gut einem Monat beeindruckt. In der Redaktion zum Test angekommen müssen die zwei Galaxy S6 Technikprotze, vor allem das S6 Edge mit beidseitig abgerundetem QHD Display, zeigen, was sie drauf haben. Finden wir Schwächen beim prestigeträchtigen Flaggschiff-Smartphone von Samsung?

Einleitung: Überzeugungsarbeit

Samsung Galaxy S6 Edge in WeissBildquelle: notebookinfo.de | rk
Fotogalerie (19)
Samsung Galaxy S6 Edge: 150 Euro Aufpreis für das Curved Display

Ich hatte selber lange kein Galaxy im ausführlichen Test und die Kollegen machen lassen, mit dem Samsung Galaxy S6 Edge hat sich nun direkt ein Knaller in meine kritische Betrachtung gewagt. Ich gebe zu, ich habe mich auch gewehrt: „Es ist beinahe zu leicht“, „Mal sehen wie viele überflüssige Funktionen TouchWiz dieses Mal mitbringt“ und „Auf den ersten Blick eine Mischung aus allen iPhones“ durfte sich die Samsung PR-Abteilung nicht nur von uns anhören müssen. Ohne Bremse ist man nach Produktvorstellungen aber auch zu euphorisch. Jeder Leser kann das beobachten anhand der Medien, die vor Ort dabei waren und jener, die aus der Ferne urteilen.

Die beiden Varianten des Samsung Galaxy S6 Edge zur Vorstellung in BarcelonaBildquelle: notebookinfo.de | rk
Das teurere Flaggschiff: Samsung hat die Verkäufe für das S6 Edge stark unterschätzt

Klar war, dass Samsung zwei Galaxy S6 Telefone vorstellt. Das Galaxy S6 hat Kollege Stefan Trunzik bis zum Titel „bestes Android Smartphone“ hin überzeugt. Mit dem Samsung Galaxy S6 Edge präsentieren die Südkoreaner nicht nur ein technisch genauso herausragendes Smartphone, sondern auch eine noch größere Design-Revolution. Weg vom Kunststoff und hin zu einem Glas-Aluminium Mix, gleich zwei gebogene Displayränder und fest verbaute Akkus – angesichts der Innovationsdichte dieser Iteration der Galaxy S Serie haben wir hier ein sehr besonderes Gerät vor uns. Finden wir ein paar Schwächen bei Samsungs Technik-Protz? Ist das Galaxy S6 Edge den Aufpreis zum S6 wert?

Gehäuse: Top Materialwahl, sehr gute Verarbeitung und einfach stylisch

Die Front des Samsung Galaxy S6 Edge trägt Gorilla Glass 4...... das gleiche Material findet sich auch auf der RückseiteBildquelle: notebookinfo.de | rk
iPhone-Mix?: Abgeschlossenes Gehäuse, Glasrückseite, Metallrahmen

Die Samsung Galaxy Designsprache ist immer noch klar erkennbar, dennoch weist das Galaxy S6 Edge sehr viele Unterscheidungsmerkmale im Vergleich zum Vorgänger und erst recht innerhalb der Smartphone-Welt auf. Samsung setzt auf kratzfestes Gorilla Glass 4 für Rückseite und Front, einen Aluminiumrahmen, dessen Festigkeit für Seitenhiebe auf Apple ausreicht („So stark, dasses sich nicht biegt“) und eine optische Beschichtung, welche die vier Farbvarianten schimmern lässt. Der Look ist aufregend, würde man im Modejargon attestieren. Wer das Samsung Galaxy S6 Edge für einen Wechsel innerhalb der Androidwelt in Betracht zieht, kann sich die Samsung Galaxy Experience App im PlayStore herunterladen und Samsungs Flaggschiffe in der 360 Grad-Ansicht bewundern. Dort sind alle Farbvarianten von White Pearl über Gold Platinum, Black Sapphire bis Green Emerald aufgeführt. Die durch UV-Bestrahlung erreichten Lichtreflexionen, welche in reduzierter Form auch auf unserem weißen Testgerät auftreten, erlebt man aber am besten live.

Beide Seiten des QHD Displays sind abgerundetDie Unterseite mit Ports und Lautsprecher sieht dem Apple iPhone 6 sehr ähnlichBildquelle: notebookinfo.de | rk
Premium-Klasse: Abgeschlossenes, dafür hochwertiges Gehäuse

Das Samsung Galaxy S6 Edge ist mit 7 Millimeter minimal „dicker“ als das Galaxy S6 (6,8mm), fühlt sich durch den schmaleren Metallrahmen und die dahinführend abgerundeten Glasplatten aber schlanker an. An die Oberflächenspannung von Wasser will Samsung erinnern, das S6 Edge soll Perfektion und Stärke vermitteln. Das in mehreren Belangen runde Smartphone lässt uns weniger an Kraft denken, an Erfahrenheit schon eher. Die Rückseite präsentiert selbst haptisch schwer auszumachende Materialübergänge, in den abgerundeten Ecken der Front finden wir jedoch den einzigen kleinen Verarbeitungsmangel des ansonsten perfekten Smartphones. Das Spaltmaß ist an diesen Stellen merklich breiter und wir können es mit Verwindungsversuchen auch noch erweitern. Der Spalt reicht gerade so für eine Nadelspitze und den meisten Nutzern würde das noch nicht mal auffallen – aber immerhin ist unser S6 Edge damit nicht perfekt verarbeitet. Dieses Prädikat hätten wir ansonsten nämlich vergeben. Das abgerundete Displayglas ist auch alles andere als leicht anzufertigen, weswegen man an dieser Stelle eigentlich auch ein Auge zudrücken müsste anstatt ganz genau hinzuschauen.

Die beste Smartphone-KameraBildquelle: notebookinfo.de | rk
Kamera: Detailreich und schnell, brilliante Aufnahmen für ein Smartphone

Die seitlichen Gerätetasten sitzen passgenau mit sauberem Druckpunkt, sowohl Links-als auch Rechtshänder müssen sich für die Erreichbarkeit bei der Einhandbedienung nicht verrenken. Unter dem Homebutton in bekannter Optik schlummert ein sehr schneller Fingerabdruckscanner für die Authentifikation im Lockscreen oder bei digitalen Bezahlvorgängen. Deswegen konnte der microUSB Port zum Laden oder Connecten nicht komplett mittig an der Unterseite platziert werden, Samsung hat die Buchse ein wenig in der Vertikalen verschoben. Die Hauptkamera, von deren Qualität wir gleich noch schwärmen werden, ragt aus dem Gehäuse heraus und markiert ein gewöhnungsbedürftiges Designelement. Die Linse im Innern sitzt nicht ganz mittig, auch hier sprechen wir aber in der Dimension von Zehntel-Millimetern. Samsung will, dass das Galaxy S6 Edge mit dem Display nach unten auf den Tisch gelegt wird. Liegt es auf der Kamera auf, wird eine Wackelei auch unterbunden. Mit abgedecktem Helligkeitssensor aktiviert Samsung die Stummschaltung und die ausgewählte Edge-Seite leuchtet in der Farbe zugewiesener VIP-Kontakte. Wir legen das Smartphone aber trotzdem lieber auf die Rückseite. Schade dass das Galaxy S6 Edge trotz der Änderungen am Gehäuse nicht wasserdicht ist.

Ausstattung: Kein wechselbarer Akku, kein microSD-Slot, dafür endlich Premium-Gehäuse!

Auch wenn sich die Android-Welt wahrscheinlich über den Wegfall der Speichererweiterung und einer abnehmbaren Rückseite echauffiert – wir begrüßen diesen Schritt vor allem in die Richtung der Premium-Smartphones. Die wenigsten Nutzer werden auch bei den Vorgängern einen Zweitakku genutzt haben, das begrenzte Platzangebot wird potentielle Käufer schon eher ärgern. Das Samsung Galaxy S6 Edge startet mit 32 GB bei 850 Euro (unverbindliche Preisempfehlung),das sind schon 150 Euro mehr als für dieS6 Einstiegsvariante. Jede Verdopplung des Speichers kostet noch einmal 100 Euro Aufpreis so dass wir bei 1.050 Euro für das Topmodell landen. Egal wie der Straßenpreis aussehen wird, Samsung kommt weg vom Billig-Image der Galaxy S Serie. Die Vorgänger des S6 litten unter schnellem Preisverfall, diese Situation sehen wir diesmal so nicht kommen.

Technisch betrachtet lässt die Ausstattung des Galaxy S6 Edge bis auf microSD und Wechselakku keine Wünsche offen. Beim Speicher setzt Samsung auf pfeilschnelle UFC 2.0 Chips. Die Lese- und Schreibgeschwindigkeit in unserem Performance Test liegt bei 366 beziehungsweise 258 MB/s und damit weit über den Datenraten bisheriger Speicher. Auch der Rückschritt auf microUSB 2.0 tut der Übertragungsgeschwindigkeit keinerlei Abbruch. Sämtliche Funkschnittstellen werden in deraktuellen Version geboten: LTE, WLAN-ac (2x2 MIMO), Bluetooth 4.1, NFC, Infrarot sowie A-GPS, Glonass und BeiDou Unterstützung für die Navigation.



Im Android-Lager findet sich kein Smartphone mit einer besseren Kamera. Da die Smartphone-Kamera für sehr viele Nutzer die hauptsächlich genutzte Kamera ist, muss dieser Punkt auch betont werden. Die 16 Megapixel Hauptkamera des Samsung Galaxy S6 Edge arbeitet mit einer lichtstarken f1.9 Blende und liefert hervorragende Ergebnisse in jeder Situation. Drückt man den Home-Button doppelt, gelangt man in die Kamera App und kann in Rekordzeit Fotos machen. Der optische Bildstabilisator sorgt für wackelfreie Aufnahmen, die an Detailreichtum und Schärfe derzeit vermutlich von keiner Smartphone-Kamera getoppt werden. Samsung bietet einen Auto-HDR Modus, Zeitlupenaufnahmen, 4K-Videos und 360-Grad Ansichten. Bei letzteren kann man sich mittels Kippen des Telefons um Objekte bewegen. Nachfolgende Galerie zeigt die Aufnahmequalität. Auch die 5 Megapixel Frontkamera verwendet eine f1.9 Blende und liefert eine sehr gute Qualität ab. Über den Pulssensor neben der Hauptkamera können Selfies bequem geschossen werden und man hat eine Hand zum „Posen“ frei.

Vom Sound her hat uns das Galaxy S6 Edge überrascht. Wenn es auch nicht an die BoumSound Lautsprecher des HTC One M9 herankommt, so punktet es mit klarem und erstaunlich voluminösem Klang. Das mitgelieferte Headset zählt nicht zu den besten, bietet aber eine hohe maximale Lautstärke. Die Apple Earpods sagen uns vom Klangbild mehr zu. Besonders mit der Adapt Sound Einrichtung und den SoundAlive+ Klangverbesserungen sollten sich Audiophile beschäftigen, vielleicht lässt sich der Geschmack des einen oder anderen noch besser treffen.

Übersichtliche Farbgebung in den TouchWiz MenüsMehr Sicherheit und Komfort dank schnellem FingerabdruckscannerS Health App wurde überarbeitetBildquelle: notebookinfo.de | rk
TouchWiz: Cleaner, übersichtlicher, schneller

Auch softwareseitig macht der Konzern einen Riesenschritt. Die neue TouchWiz Oberfläche für das Google Android 5.0.2 Betriebssystem wirkt sehr viel aufgeräumter und weniger überladen. Sehr viele Symbole wurden durch Text ersetzt, in den Menus werden Farben gezielt zur Orientierung eingesetzt und der Funktionsumfang wurde nicht nur erweitert, sondern auch beschnitten, dort wo es nötig war. Bei dem letzten TouchWiz in meinem Test musste ich noch mit den Augen scrollen, solche Spielereien fehlen jetzt. Dafür kann ich mit Knox privat und beruflich trennen, Samsungs S Health Fitness App ruhig als alleinige Lösung verwenden und mit dem Multi-Windows Betrieb auch mal Browser und Chatfenster parallel auf den Bildschirm werfen. Die Software wirkt einfach rund und wirft keine Probleme auf. Besonders praktisch erwiesen sich die Smart Lock Features. Wenn ein vertrauenswürdiges Bluetooth Gerät in der Nähe ist, kann auf den Fingerabdruck verzichtet werden. Gleiches gilt für festgelegte, vertrauenswürdige Orte. Innerhalb eines 50 Meter Radius kann das Telefon zu Hause oder auf Arbeit ohne erweiterte Authentifizierung entsperrt werden.

Technische Daten

Display:5.1"Auflösung:2560 x 1440
Prozessor:Samsung Exynos 7 7420 Octa / 2.1 GHzGrafikkarte:ARM Mali-T760 MP8
Festplatte32 GBRAM:3 GB
Plattform:Android 5.0.2 Lollipop
Akkulaufzeit:k.A.Gewicht:132 g
B x H x T:7.01 cm x 14.21 cm x 0.7 cmFarbe:weiß

Leistung: Der Exynos 7420 als bestes Smartphone SoC

Antutu Benchmark Samsung Galaxy S6 EdgeGeekbench 3 Samsung Galaxy S6 EdgeIceStorm Unlimited Samsung Galaxy S6 EdgeBildquelle: notebookinfo.de | rk
High End Performance: Samsungs eigener Exynos Prozessor ist irre schnell

Setzte Samsung bei den bisherigen Galaxys noch auf eine zweigleisige Strategie und verbaute neben eigenen Exynos Prozessoren immer noch Qualcomm Pendants für westliche Märkte, so ist im Galaxy S6 Edge nur noch der aktuelle Exynos 7420 Octacore zu finden. Auf dem Chip sitzen vier Cortex A57 Kerne mit 2,1 GHz und vier Cortex A53 Kerne mit 1,5 GHz, eine ARM Mali T60 kümmert sich um die Grafikdarstellung und der LPDDR4 Arbeitsspeicher bemisst 3 GB. Samsung fertigt mittlerweile im 14 Nanometer Prozess und hat mit dem Exynos 7420 einen schnelleren und effizienteren Chip als Qualcomms Snapdragon 810 – warum also noch auf die Konkurrenz setzen? Den schnellen UFC 2.0 Speicher haben wir bereits erwähnt, auch er trägt dazu bei, dass das Galaxy S6 Edge sämtliche Smartphone Aufgaben mit Bravour berechnet und sich extrem flott anfühlt. Auch aufwendige Spiele stellen kein Problem dar, im Android Lager darf sich das Samsung Galaxy S6 Edge als schnellstes Smartphone fühlen.

Display: Das Statussymbol

Die Rundung des Galaxy S6 Edge DisplaysQuadHD: 2.560x1.440 PixelNahaufnahme des Google Play Store SymbolsBildquelle: notebookinfo.de | rk
Brilliant: Scharf, kontrastreich und hell

Als wäre die Quad-HD Auflösung von 2.560x1.440 Pixel für das 5,1 Zoll Super AMOLED Display noch nicht angeberisch genug, hat Samsung beim S6 Edge auch noch die namensgebenden Displayrender abgerundet. Die Darstellung ist kontrastreich, farbtreu und so scharf, wie es nur geht. FullHD hätte wohl auch gereicht, Samsung will jedoch technisch Maßstäbe setzen. Das LG G3 war aufgrund des Stromverbrauchs durch das Quad-HD Display unbrauchbar, Samsung macht das besser und setzt auf sparsamere Technologie.

Zur Vorstellung in Barcelona wurden 600 Candela pro Quadratmeter Leuchtdichte versprochen, das ist ein fantastischer Wert speziell für ein AMOLED Display. Bei unseren ersten Messungen kamen wir aber nur auf rund 330 Candela. Um dem Gerät die volle Helligkeit zu entlocken, muss man diese automatisch regeln lassen und das S6 Edge in die direkte Sonne halten. Verzögert wirft das Display dann einen Outdoor-Modus an, der mit 520 Candela pro Quadrameter arbeitet. Beim Test kam es oft zu Situationen, in denen man sich ein schnelleres Anspringen der vollen Helligkeit wünscht oder aber es gern manuell regeln würde. Was nützt der Display-Turbo, wenn er nicht da ist, wenn man ihn braucht? Es wäre schon eine Lösung, wenn Samsung dem Nutzer bis zu 450 Candela erlauben würde, Nichts destotrotz blicken wir hier auf ein hervorragendes Display.

Entgegen dem Note 4 Edge hat das QuadHD Panel des Galaxy S6 Edge keine zusätzlichen Pixel spendiert bekommen, sondern zieht sich mit leichterer Biegung um die Seiten des Geräts. Die Seite für Zusatzfunktionen kann vom Nutzer bestimmt werden. Da wären die Anzeige der Uhrzeit in der Nacht, fünf VIP Kontakte als Quickmenü tagsüber und das farbliche Aufleuchten der gewählten Seite bei Anruf oder Nachricht eines der VIPs zu nennen. Das sind keine weltbewegenden Neuerungen und könnte auch zum großen Teil mit herkömmlichen Displays umgesetzt werden. Bei der Darstellung von Webseiten erfolgen die Zeilenumbrüche meist vor der Biegung, Vollbildmaterial wie Fotos, Videos und Spiele werden in den Randbereichen leicht gebrochen dargestellt. Da gewöhnt man sich schon schnell dran, es ist aber eine Einschränkung zumal die Biegung öfter zwei vertikale, hell spiegelnde Streifen zeigt. Noch ein Detail, das uns aufgefallen ist: Die weiße Farbvariante im Test neigt zu Bleeding rund um das Display. Das bedeutet, das Panel durchleuchtet die seitlichen Ränder, zeitweiße sieht das aus wie bei einem Philips Fernseher mit Ambilight.

Warum dann trotzdem die Edge Version wählen? Durch die aufwendigere Fertigung avanciert das Samsung Galaxy S6 Edge zum Prestige-Objekt. Die Form folgt der Funktion schon noch ein Stück weit, zumal Samsung die Features auf das Edge beschränkt und es sieht aufregend aus. Das Edge harmoniert sehr gut mit dem Wasserthema von TouchWiz und wirkt so auch im wahrsten Sinne des Wortes etwas runder. Nicht zuletzt ist diese High-End Variante in Samsungs Portfolio auch eine Aussage über die Kaufkraft – wer hat der kann.

Emissionen: Es reicht trotzdem nur für einen Tag

Kabellloses Laden und Quick-Charging... da verschmerzt man mangelnde AusdauerBildquelle: notebookinfo.de | rk
Schnell und drahtlos: Samsung fest verbauter Akku ist entweder besonders schnell oder besonders komfortabel

Das Samsung Galaxy S6 Edge trägt eine 2.600 mAh Akku und damit minimal mehr als das Galaxy S6 aber 200 mAh weniger als noch beim Galaxy S5. Wir erhalten eine durchschnittliche Nutzungsdauer von ungefähr 15 Stunden. Kein schlechter Wert bei 3 Push-Mail Konten, aktiviertem GPS, sehr viel Spotify (Bluetooth Speaker) und Surfen bei höchster (automatisch geregelter) Displayhelligkeit. Im Leerlauf hält das S6 Edge nur rund 20 Stunden durch, mit Gaming oder auch unserem aggressiven Battery Drain kriegen wir die Batterie auch in 145 Minuten leer. Rein rechnerisch müssten wir also nur etwas mehr als 11 Stunden Laufzeit herausbekommen.

Das QuadHD Display verbraucht sehr viel Strom aber weniger als erwartet, da die Super AMOLED Technologie sparsamer ist. Schwarze oder dunkle Pixel verbrauchen keine Energie, entsprechende Themes und Hintergründe helfen also beim Stromsparen. Der Exynos 7420 Prozessor scheint dank 14 Nanometer Fertigungwesentlich effizienter zu arbeiten als sein Qualcomm Pendant.

Den „Nachteil“ eines fest verbauten Akkus will Samsung mit seiner Schnellladetechnologie ausgleichen. In gerade einmal 1,5 Stunden pumpt das Samsung Ladegerät eine volle Ladung in das Galaxy S6 Edge. Ist man morgens zu spät dran und hat auch noch vergessen, das Smartphone vergangene Nacht anzustecken, so reichen schon 10 Minuten, um das S6 Edge für mehrere Stunden fit zu machen. Eine kurze Autofahrt kann satte Energie liefern, in 30 Minuten ist man schon bei 50 Prozent Akkuladung. Ist man derart flexibel mit dem Aufladen, braucht es keine 1,5 Tage Akkulaufzeit mehr, um ehrlich zu sein. Auch die Energiesparmodi können sehr praktisch sein, Nutzer sollten sich sogar überlegen, ob sie nicht den leichteren Energiesparmodus die ganze Zeit nutzen. Das S6 Edge ist immer noch rasend schnell und die wesentliche Kommunikation wird durchgelassen.

Hinsichtlich der Wärmeabgabe gibt es keine Besonderheiten zu berichten. Unter hoher Last messen wir maximal 43 Grad Celsius, im Schnitt ist das Galaxy S6 Edge mit 33 Grad Celsius im Betrieb gerade mal handwarm.

In der Praxis: Das S6 Edge punktet genau da, wo es sollte

Die Qual der Wahl zwischen S6 und S6 EdgeBildquelle: notebookinfo.de | rk
Qual der Wahl: Draufzahlen für runde Ecken?

Tatsächlich sehen wir gegenüber dem Galaxy S6 keinen deutlichen Mehrwert, wenn man Für und Wider abwägt. Die VIP-Kontakte erweisen sich als praktisch, die restlichen Funktionen sind verzichtbar. Bei Nutzung der Nachtuhr beispielsweise leuchtet die blinkende Benachrichtigungs-LED das halbe Zimmer aus. Nur in der Situation drehen wir das Smartphone aufs Display, ansonsten liegt es mit dem Display nach oben auf dem Schreibtisch. Die Attraktivität ist also mit der Funktion nicht ganz zu erklären, es ist Samsungs Ingenieurskunst, die das Edge so interessant macht. Wir können uns nur wiederholen, hier handelt es sich auch um ein Status-Symbol.

Das Display fällt immer wieder auf durch seine knackige Darstellung, besonders, wenn es die perfekten Fotos des S6 Edge zeigt. Dank der Schnellladefunktion und der Möglichkeit, das S6 Edge kabellos zu laden, findet sich der Akkustand nur sehr selten im kritischen Bereich. Im Standby ist das Samsung Flaggschiff sehr sparsam, so dass man auch auf das nächtliche Laderitual verzichten kann.

Die Hardware ist pfeilschnell und die Software super strukturiert. Flipboard gleich links neben dem Homescreen stört uns immer noch, TouchWiz wurde aber deutlich weniger invasiv gestaltet. Es lädt ein, die Funktionalität zu entdecken und in den meisten Fällen räumt man den Details des Betriebssystems auch direkt einen Platz im Alltag ein. Was wir uns aber nicht so recht erklären können, ist die Armut an Themes. Es finden sich drei vorinstallierte Designs, im Store sagte uns jetzt keines der wenigen anderen wirklich zu. Am besten man bleibt beim Original, denn eine umfassende Auswahl hochqualitativer Alternativen wie beispielsweise bei Huaweis Emotion UI ist leider nicht gegeben.

Fazit

Mit dem Galaxy S6 Edge hat Samsung eine Punktlandung geschafft. Design, Technik, Software – wir sind rundum begeistert. Der Schritt in die Premium-Klasse ist vollends gelungen und da dürfen die Südkoreaner auch mal 850 Euro aufrufen. Sehr schnell haben wir uns an die abgerundeten Displayseiten gewöhnt, das Design ist wirklich fantastisch – ganz unabhängig von der Funktionalität des Seitenbildschirms. Wer das beste Smartphone kaufen will und die ausgefallene Optik honoriert, ist bei dem Galaxy S6 Edge goldrichtig.

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Testergebnisse im Detail
Die Einzelbewertungen im Überblick
  1. Erster Eindruck1,0 (Sehr gut)
  2. Display1,0 (Sehr gut)
  3. Eingabegeräte2,0 (Gut)
  4. Temperatur1,5 (Sehr gut)
  5. Lautsprecher2,0 (Gut)
  6. Akku und Energieverbrauch2,0 (Gut)
  7. Software und Zubehör1,5 (Sehr gut)
  8. Verarbeitung1,0 (Sehr gut)
  9. Anschlüsse1,5 (Sehr gut)
  10. Leistung (Spiele)1,0 (Sehr gut)
  11. Leistung (Anwendungen)1,0 (Sehr gut)
Benchmark
BenchmarksErzielter MesswertBestwert aller Tests
Google V86811 Pkt.Max. 12723 Pkt.
Sunspider1113.4 msMin. 324 ms
Geekbench 3 Single-Core1484 Pkt.Max. 2550 Pkt.
Geekbench 3 Multi-Core5032 Pkt.Max. 6501 Pkt.
Antutu67308 Pkt.Max. 136834 Pkt.
Vellamo Metal2541 Pkt.Max. 3712 Pkt.
niedriger ist besserhöher ist besser
Akkulaufzeit
AuslastungErzielter MesswertBestwert aller Tests
Vollast2 Std. 25 Min.Max. 6 Std. 40 Min.
Maximal20 Std. 16 Min.Max. 50 Std. 59 Min.
Praxis15 Std. 8 Min.Max. 33 Std. 10 Min.
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