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Test Microsoft Lumia 535 Blau - Einsteiger-Smartphone mit Windows Phone 8.1 für 119 Euro

Das Microsoft Lumia 535 ist mit 119 Euro das Einsteiger-Modell bei den Windows Smartphones. Bereits in der Vergangenheit gab es preiswerte Geräte unter der Nokia Lumia Marke, doch mit dem Lumia 535 soll der absolute Neuling angesprochen werden. Alternativ ist das Smartphone auch als Zweitgerät eine Option. Ob sich der Griff zum Microsoft Lumia 535 überhaupt lohnt oder ob man besser ein im Preis gefallenes Nokia Lumia wählen sollte, klären wir in unserem Testbericht.

Einleitung: Konkurrenz zum Motorola Moto E oder ein misslungener Versuch als Budget Smartphone?

Wir haben das neue Microsoft Lumia 535 ausführlich getestet.Bildquelle: notebookinfo.de | st
Fotogalerie (10)
Preiswert: Mit dem Microsoft Lumia 535 haben wir das neue Einsteigermodell für unter 120 Euro getestet.

Unter der Bezeichnung Nokia Lumia haben es bereits viele preiswertere Smartphones mit Windows Phone als Betriebssystem in die Läden geschafft. Zuletzt etwa das Nokia Lumia 630, welches wir im Juni 2014 getestet hatten. Zum Launch kostete das Budget Smartphone noch ca. 160 Euro, inzwischen gibt es das Lumia 630 bereits für unter 100 Euro.

Mit dem Microsoft Lumia 535 wird nun ein absolutes Einsteigermodell auf den Markt losgelassen. Als Zielgruppe verorten wir Teenies und Jugendliche oder auch ältere Smartphone-Anfänger. Die unverbindliche Preisempfehlung liegt bei 119 Euro, bei den ersten Händlern gibt es das Lumia 535 aber zum Testzeitpunkt auch bereits für rund 15 Euro weniger. Lumia 535 und Lumia 630 liegen also relativ gleichauf zum Testzeitpunkt. Der kleine Vorteil beim Lumia 630 liegt darin, dass es zum Veröffentlichungsdatum ein etwas teureres Gerät war als das Lumia 535, was sich zumindest marginal auf die verbaute Hardware auswirkt.

Im Microsoft Lumia 535 steckt nämlich nur die günstigste Hardware, darunter der Snapdragon 200 Prozessor und man muss mit einer recht niedrigen Displayauflösung für ein 5-Zoll Smartphone leben.

Gehäuse: Mängel bei der Verarbeitung

Mit dem Lumia 535 startet auch eine neue Zeitrechnung. So läuft das Smartphone nicht mehr unter der Marke Nokia Lumia, sondern kommt als Microsoft Lumia 535 in den Handel. Der Schriftzug des finnischen Traditionsherstellers ist entsprechend vom Gehäuse verschwunden und dort findet man nun den Microsoft Schriftzug samt Windows Logo in Schwarz vor.

Lumia Smartphones weisen in der Regel eine sehr gute Verarbeitung auf, beim Lumia 535 sieht das leider etwas anders aus. Das Design ist gewohnt farbenfroh geraten. Für unseren Test stand uns das blaue Modell zur Verfügung, aber auch andere Varianten wie grün, orange oder auch schwarz sind im Handel verfügbar. Der Farbton ist dabei nicht zu knallig bunt gewählt, sondern in einem angenehmen Rahmen gehalten ohne zu sehr aufzufallen.

Das Windows Phone für Einsteiger für unter 120 Euro.Die Qualität der Verarbeitung ist leider nicht auf sehr hohem Niveau.Bildquelle: notebookinfo.de | st
Ungewohnte Mängel: Für ein Lumia Smartphone lässt die Qualität der Verarbeitung leider zu wünschen übrig. Was sich besonders durch die zu lose platzierte Rückseite bemerkbar macht.

Soweit so gut, denn die matte Kunststoffrückseite gab es so schon häufig bei Lumia Smartphones. Das Backcover ist beim Lumia 535 auch entfernbar und hier liegt im Grunde der größte Schwachpunkt. Die Rückseite lässt sich zu einfach lösen, zumindest bei unserem Testgerät. Je nachdem wie man sein Smartphone anfasst, muss man schon fast darauf achten, nicht aus Versehen die Rückseite zu lockern. Ein Backcover sollte zwar stets einfach zu entfernen sein, aber nicht zu locker sitzen.

Bei etwas festerem Druck gibt es auch ein knackendes Geräusch, was wohl auch darauf zurückzuführen sein dürfte, dass das Backcover nicht gerade fest an seinem Platz sitzt. Der Smartphonebody lässt sich mit und ohne Backcover stark verwinden. Ebenfalls negativ aufgestoßen ist uns die Tatsache, dass nicht die typische Kombination aus Netzadapter und MicroUSB-Kabel beiliegt. Stattdessen liegt der Packung ein Netzteil mit fest angebrachtem Stecker bei. Wer also Daten vom Smartphone auf den Rechner übertragen will, der benötigt ein zusätzliches MicroUSB-Kabel. Für die meisten mag das kein Problem darstellen, aber gerade für die Zielgruppe von Neueinsteigern ist dieser Schritt seitens Microsoft nicht wirklich nachvollziehbar.

Der Mono-Lautsprecher auf der Rückseite wird je nach Haltung des Geräts zum Teil ein wenig verdeckt, was den Klang negativ verändert. Die Soundqualität geht zwar in Ordnung, liegt aber allenfalls noch im Durchschnitt. Mit 140,2 x 72,4 x 8,88 mm bei 146 Gramm ist das Microsoft Lumia 535 für ein 5-Zoll Smartphone angenehm kompakt und lässt sich auch mit einer Hand noch relativ problemlos bedienen.

Ausstattung: Cortana als Sprachassistentin für das 3G Smartphone

Die Hauptkamera verfügt über einen LED-Blitz.Windows Phone ist auf dem aktuellen Stand bereits vorinstalliert.Bildquelle: notebookinfo.de | st
Doppelte 5 MP: Auch die Frontkamera kann Fotos mit 5 Megapixel anfertigen und soll daher besonders die Selfie Generation ansprechen.

Softwaretechnisch ist das Microsoft Lumia 535 auf dem aktuellsten Stand, mit Windows Phone 8.1 Update 1 und der Lumia Denim Software. Selbst Cortana als Sprachassistentin ist bereits in der Alpha Version auf dem Smartphone vorinstalliert. Nach der Ersteinrichtung verbleiben von den 8 GB Flashspeicher allerdings nur noch rund 3,17 GB. Microsoft bietet aber neben 15 GB kostenlosem Cloudspeicher bei OneDrive auch noch die Option an, eine bis zu 128 GB große MicroSD-Karte einzusetzen. Aufgrund des geringen frei verfügbaren Speicherplatzes, empfehlen wir direkt eine zumindest 16 oder gleich 32 GB große MicroSD-Karte beim Kauf des Smartphones mit einzuplanen.

Beim Lumia 535 kommt leider kein OLED-Panel zum Einsatz, wodurch auch auf den Glance Screen verzichtet werden muss. Der Weg ins Internet kann via WLAN nach 802.11 b/g/n Standard erfolgen. Im Mobilfunknetz wird 3G/UMTS unterstützt, auf LTE muss beim günstigen Lumia hingegen verzichtet werden. Bluetooth 4.0, DLNA und UKW-Radio per Headset runden das relativ umfangreiche Feature Paket positiv ab. Bei der Navigation zu Fuß oder mit dem Wagen kann man auf das verbesserte Assisted GPS und GLONASS zurückgreifen. Die Genauigkeit fiel im Test auch entsprechend hoch aus.

Die Kamera liefert eher durchwachsene Bildqualität.Bildquelle: notebookinfo.de | cw
Kamera in Aktion: Die Qualität der Aufnahmen rangiert eher im unteren Drittel.

Microsoft stattet das Lumia 535 mit gleich zwei 5 Megapixel Kameras aus. Die Hauptkamera auf der Rückseite bietet zusätzlich einen Autofokus und LED-Blitz an, was für so günstige Smartphones nicht selbstverständlich ist. Die Frontkamera verfügt nicht über einen extra Blitz, reicht für einfache Selfies aber gerade noch aus. Die Kameraqualität geht für ein 100 Euro Smartphone in Ordnung, man sollte allerdings keine qualitativen Wunder von der 5 Megapixel Kamera erwarten. Videoaufnahmen sind nur mit der FWVGA-Auflösung von 848 x 480 Pixel bei 30 fps möglich. Für Videos eignet sich das Smartphone also weniger gut.

Der Touchscreen reagierte bei unserem Testgerät nicht immer präzise, was zu einigen Fehleingaben führte. Das kann sowohl bei der Alltagsbedienung, als auch bei Spielen durchaus störend sein. Beim Scrollen in den Einstellungen und der Bewegung durchs System kann es außerdem zu kleinen Verzögerungen und Rucklern kommen, was wohl dem recht schwachen Prozessor zuzuschreiben ist.

Technische Daten

Display:5" IPSAuflösung:960 x 540
Prozessor:Qualcomm Snapdragon 200 (MSM8212) / 1.2 GHzGrafikkarte:Qualcomm Adreno 302
Festplatte8 GBRAM:1 GB
Plattform:Windows Phone 8.1
Akkulaufzeit:13 Std.Gewicht:146 g
B x H x T:7.24 cm x 14.02 cm x 0.88 cmFarbe:Hellblau

Leistung: Performance am Existenzminimum

Candy Crush Saga kann auch mit dem Lumia 535 gespielt werden.Einfache Spiele wie Tetris Blitz laufen problemlos auf dem Smartphone.Bildquelle: notebookinfo.de | cw
Candy Crush Saga: Einfache Spiele wie die beliebte Match 3 Variante lassen sich auch auf dem Lumia 535 genießen.

Microsoft setzt beim Lumia 535 auf den Qualcomm Snapdragon 200. Diesem stehen 1 GB Arbeitsspeicher und die Adreno 302 GPU zur Seite. Die Quad-Core CPU nutzt dabei ARM Cortex A7-Kerne mit einer Taktfrequenz von 1,2 GHz. Die Leistung bewegt sich im absoluten Einsteigerbereich, egal ob es um einfache Dinge wie die Darstellung von Webseiten oder um die Verarbeitung von aufwendigeren Grafiken geht.

Einige der Benchmarks konnten aufgrund der geringen Leistungsfähigkeit nicht einmal ausgeführt werden, was aber für die geplante Zielgruppe egal sein dürfte. Wichtiger sind hier die Grundgeschwindigkeit des Systems, die Bedienbarkeit und die Fähigkeiten im Alltag. Windows Phone gilt als sehr genügsames Betriebssystem, aber dennoch kann es hin und wieder zu kleinen Verzögerungen beim App Wechsel oder dem Scharfstellen der Kacheln auf dem Homescreen kommen. Beim Surfen im Web ist ebenfalls Geduld gefragt, für den Einsteiger kann die Performance aber noch als akzeptabel eingestuft werden.

Für Spieler ist das Smartphone nicht die erste Wahl, denn aufwendige 3D-Spiele sind zu viel fürs Microsoft Lumia 535. Einfache Games wie etwa Candy Crush Saga bewältigt das Smartphone aber noch problemlos. Für den Gelegenheitsspieler reicht also auch die vorhandene Power aus.

Display: 5-Zoll mit qHD und Gorilla Glass Schutz

Für ein Budget Smartphone verfügt das Lumia 535 über ein relativ großes Display. In der Regel setzt man hier, auch um Geld zu sparen, eher auf einen 4,2 bis 4,5-Zoll kleinen Bildschirm. Microsoft spendiert dem Käufer allerdings ein 5-Zoll Display mit Corning Gorilla Glass 3 als Schutz gegen leichte Kratzer. Das ändert aber nichts an der Auflösung des Bildschirms, denn diese entspricht nur dem qHD Standard und beträgt 960 x 540 Pixel, was einer Pixeldichte von 220 ppi entspricht.

Wer nun noch im Web surft und entsprechend kleinere Texte präsentiert bekommt, der wird durchaus Probleme mit dem Lesen haben. Hier muss also gezoomt werden, um die Texte auch scharf und deutlich genug sehen zu können. Aus unserer Sicht wäre man besser damit beraten gewesen, auf ein kleineres Display zu setzen oder aber eine höhere Auflösung zu verwenden. Gegen letzteres spricht aber der niedrige Endkundenpreis, der mit einem HD-Display wohl nur noch schwer umsetzbar gewesen wäre.

Die Darstellung der Kacheln und meisten Apps ist aber im Regelfall scharf genug, dennoch verbringt man als Smartphone Käufer einiges an Zeit mit Mails und Besuchen auf Internetseiten. Positiver ist da schon die Grundhelligkeit des Panels, welche durchschnittlich bei etwa 350 Candela liegt. Damit ist auch eine ausreichend hohe Helligkeit für den Einsatz bei Sonnenschein gewährleistet. Blickwinkelstabiliät, Schwarzwert und Kontrast befinden sich auf durchschnittlichem Level.

Emissionen: Nur rund 8 Stunden Akkulaufzeit

Der Akku ist jederzeit problemlos austauschbar.Bildquelle: notebookinfo.de | st
Austauschbar: Der Akku im Microsoft Smartphone kann jederzeit problemlos austauscht werden. Der verbaute Akku sorgte in unseren Tests aber für Enttäuschung.

Im Inneren des Microsoft Lumia 535 schlummert ein Akku mit einer Kapazität von 1.905 mAh, welcher sich jederzeit vom Nutzer austauschen lässt. Leider ist dieser aber trotz der recht dürftigen Leistung und der niedrigen Displayauflösung etwas überfordert. Beim Zocken ist bereits nach rund 2 Stunden Schluss, auch bei der Alltagsbedienung kann man nicht mit 9 Stunden rechnen. Damit liegt das Lumia 535 unter dem Durchschnitt was die Akkulaufzeit betrifft.

Da sich die Hardwareleistung des Lumia 535 in Grenzen hält, muss man sich zumindest um die Temperaturentwicklung keine Gedanken machen. Die Werte liegen bei normaler Verwendung bei rund 27-30 Grad Celsius und auch bei langer Volllast klettern diese nur auf 32-38 Grad hinauf. Die Hände wird man sich bei der Bedienung so sicher nicht verbrennen.

In der Praxis: Preiswert, aber nicht in allen Belangen eine Kaufempfehlung

Das Lumia 535 hinterlässt einen durchwachsenen Eindruck.Bildquelle: notebookinfo.de | st
Einsteigermodell mit Mängeln: Das Microsoft Lumia 535 ist zwar preiswert, aber weist leider auch diverse Schwachpunkte auf, die vermeidbar gewesen wären.

Der recht schwache Snapdragon 200 Prozessor im Microsoft Lumia 535 ist nicht der Grund, um sich gegen das Smartphone zu entscheiden. Dafür sorgen andere Aspekte, wie etwa die kurze Akkulaufzeit, gepaart mit einem zu großen Display für die gebotene Auflösung oder die etwas schlampige Verarbeitungsqualität.

Das alles ist insofern Schade, da wir von Lumia Smartphones deutlich bessere Qualität gewohnt sind. Als Einsteiger sollte man zumindest eine solide Qualität, eine ordentliche Akkulaufzeit und ein wirklich einsteigerfreundliches Smartphone erwarten können. Beim Lumia 535 trifft all dies aber nicht wirklich zu. Der Griff zum 5-Zoll Display war zu viel des Guten, da nur eine qHD-Auflösung vorhanden ist. Der Akku hält nicht einmal 9 Stunden lang durch und obendrein benötigt man ein zusätzliches Kabel, wenn man das Lumia 535 an den heimischen Rechner anschließen möchte.

Beim Preisleistungsverhältnis kann man zwar nicht meckern, allerdings sind ältere Lumia Smartphones inzwischen zu einem ähnlichen Preis zu haben und bieten dabei das bessere Verhältnis aus Qualität, Display, Akkulaufzeit und Leistung. Hier sei etwa das Nokia Lumia 630 genannt, welches eine deutlich bessere Verarbeitungsqualität bietet und durch das kleine Display von einer etwas schärferen Darstellung, bei gleichzeitig längerer Akkulaufzeit profitieren kann.

Fazit

Mit dem Lumia 535 liefert Microsoft ein durchwachsenes Ergebnis ab. Was vor allem an der etwas mauen Akkulaufzeit, dem zu großen Display bei gleichzeitig geringer Auflösung und Mängeln bei der Verarbeitung liegt. Als zweites Handy oder für absolute Einsteiger ist das Gerät zwar einen Blick wert, wir raten eher zum Griff des Nokia Lumia 630, welches inzwischen sogar noch günstiger im Handel zu haben ist. Wer allerdings unbedingt ein 5-Zoll Einsteigermodell haben will, der kommt kaum um das Microsoft Lumia 535 herum.

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Testergebnisse im Detail
Die Einzelbewertungen im Überblick
  1. Erster Eindruck2,0 (Gut)
  2. Display3,0 (Befriedigend)
  3. Eingabegeräte3,0 (Befriedigend)
  4. Temperatur2,0 (Gut)
  5. Lautsprecher3,0 (Befriedigend)
  6. Akku und Energieverbrauch3,0 (Befriedigend)
  7. Software und Zubehör1,5 (Sehr gut)
  8. Verarbeitung4,0 (Ausreichend)
  9. Anschlüsse1,5 (Sehr gut)
  10. Leistung (Spiele)3,0 (Befriedigend)
  11. Leistung (Anwendungen)3,0 (Befriedigend)
Benchmark
BenchmarksErzielter MesswertBestwert aller Tests
Google V81116 Pkt.Max. 12723 Pkt.
Sunspider1256.4 msMin. 324 ms
Antutu11943 Pkt.Max. 136834 Pkt.
Octane v11165 Pkt.Max. 8260 Pkt.
niedriger ist besserhöher ist besser
Akkulaufzeit
AuslastungErzielter MesswertBestwert aller Tests
Vollast2 Std. 5 Min.Max. 6 Std. 40 Min.
Maximal15 Std. 33 Min.Max. 50 Std. 59 Min.
Praxis8 Std. 43 Min.Max. 33 Std. 10 Min.
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