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  3. LG G5 im Test - Das modulare Android Flaggschiff

Mit Baukasten-Prinzip zum Erfolg?

LG G5 (H850) Titan LTE (Bild 1 von 15)Bildquelle: notebookinfo.de
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Innovation oder Spielerei?: Mit seinen Zusatzmodulen will das LG G5 neue Wege gehen. Unser Interesse ist geweckt.

Nach Abschweifungen hin zu Plastik und Leder kehrt beim LG G5 ein von vielen Nutzern gewünschtes Aluminium-Gehäuse ein. Im Vergleich zum Vorgänger G4 wirkt das Design durch seine abgerundete Form etwas moderner und griffiger. Optische Akzente setzt LG mit einer geschliffenen Metallkante an der Rückseite, die im ersten Moment vergleichsweise scharfkantig erscheint. In der Praxis konnten wir dabei allerdings keinen Nachteil erkennen. Die Verarbeitung des G5 überzeugt ebenso wie die geringe Bauhöhe von 7,7 Millimeter und das solide Gewicht von 159 Gramm. Ähnlich wie beim 2014er LG G3 ist auch das Smartphone-Kinn wieder in den Materialfarben präsent. Dieses Design-Element ist dem modularen Aufbau des G5 geschuldet. Auf Knopfdruck lässt sich die untere Abdeckung entfernen und die 2.800 mAh Batterie kommt zum Vorschein. Mit etwas Kraftaufwand könnt ihr den Akku lösen und in ein zusätzliches Modul integrieren.

LG G5 (H850) Titan LTE (Bild 4 von 15)LG G5 (H850) Titan LTE (Bild 5 von 15)Bildquelle: notebookinfo.de

Die so genannten LG Friends zeigen sich unter anderem mit einem Kamera-Modul (CAM Plus) inklusive zusätzlicher Akku-Erweiterung und Kamera-Steuerung oder einem Hi-Fi Plus Modul für einen besseren Lautsprecher-Klang in Kooperation mit Bang & Olufsen. Eine nette Spielerei, die allerdings bei häufigen Wechseln von Modulen Verschleiß hervorruft und mit einer Preisspanne von 70 bis 140 Euro auch nicht ganz billig ist. Dennoch müssen wir LG hoch anrechnen, dass man mit diesem Feature versucht etwas mehr Schwung in den teils eingeschlafenen Smartphone-Markt zu bringen. Ein zusätzlicher Kurztest zum CAM Plus Friend erscheint in den nächsten Wochen und wird an dieser Stelle von uns verlinkt.

Ebenso zeitgemäß wie das Äußere zeigen sich die Anschlüsse und Funkverbindungen des LG G5. Über eine USB Typ-C Schnittstelle wird das Smartphone geladen und nimmt Verbindung zum PC, Bildschirmen (SlimPort) oder externen Festplatten (OTG) auf. Ähnlich wie beim Huawei P9 teilt sich das G5 das Manko eines in die Jahre gekommenen USB 2.0 Übertragungsstandards. Getröstet wird man von 4G LTE, WLAN-ac, Bluetooth 4.2 und NFC. Auch ein Infrarot-Sender hat es in das neue Flaggschiff geschafft und passend zum modularen Aufbau kann der Speicher per MicroSD-Karte erweitert werden. An der Rückseite positioniert LG bekanntlich den Power-Button, in diesem Fall in Kombination mit einem Fingerabdruck-Scanner. Auch das haben wir schon bei Modellen der Konkurrenz gesehen.

LG G5 (H850) Titan LTE (Bild 6 von 15)Bildquelle: notebookinfo.de
Der Vergleich: Links das LG G5 mit Doppel-Kamera. Rechts als LG G4 aus dem Jahr 2015.

Wichtiger sind jedoch die verbauten Kamera Sensoren. Zwei Stück an der Zahl. Ein 16 Megapixel Sensor nimmt Fotos nach bekannter Manier auf. Ein weitere 8 Megapixel Sensor bietet hingegen ein Weitwinkel von 135 Grad. Zwischen den beiden Kameras lässt sich nahtlos mit Hilfe des Zooms oder einem Tastendruck umschalten. Wir empfehlen diese Funktion nur für weiter entfernte Objekte zu nutzen, da bei Nahaufnahmen Wölbungen deutlich zu erkennen sind. Ähnlich wie bei einem Fischaugen-Objektiv. Doch egal ob normal, mit Weitwinkel, Selfie mit der Frontkamera oder Videos, das LG G5 macht in allen Modi eine sehr gute Figur. Dafür sorgen unter anderem auch ein Laser-Autofocus, Bildstabilisatoren und eine Blende von f/1.8. Die Konkurrenz von Samsung und Huawei liegt jedoch in Sachen Kameraqualität noch ein Stück weiter vorn.

LG G5 (H850) Titan LTE (Bild 10 von 15)LG G5 (H850) Titan LTE (Bild 13 von 15)LG G5 (H850) Titan LTE (Bild 15 von 15)Bildquelle: notebookinfo.de

In Hinsicht auf die Software setzt das LG G5 auf Google Android 6.0.1 Marshmallow und die darüber liegende LG Benutzeroberfläche. Ähnlich wie bei Huawei wird ab sofort auf den App Drawer verzichtet und das System wurde optisch etwas aufgehübscht. Smartphone versierte Nutzer werden sich schnell zurechtfinden und keine Probleme bei der Navigation des Geräts haben.

Technik auf höchstem Niveau

Natürlich darf bei einem Flaggschiff-Smartphone wie dem LG G5 auch die notwendige Leistung nicht fehlen. Dafür sorgt hier ein Qualcomm Snapdragon 820 Prozessor. Der Quad-Core Chip beherbergt zwei Rechenkerne mit 2,15 GHz und zwei weitere mit 1,6 GHz. In Kombination mit den üppigen 4 GB Arbeitsspeicher und der im Prozessor integrierten Adreno 530 Grafikeinheit ist das LG G5 in Sachen Performance bestens aufgestellt. Das zeigen auch unsere Benchmarks, die ihr im unteren Bereich dieses Testberichtes findet. Vor allem Gamer und so genannte Heavy User kommen voll und ganz auf ihre Kosten. Apps sind pfeilschnell geöffnet und Spiele laufen auch in höchster Auflösung ruckelfrei. Entsprechend schnell sind auch Panorama-Fotos zusammengesetzt oder größere Datenmengen hin und her geschoben. Das LG G5 kämpft dabei auf Augenhöhne mit Größen wie dem Samsung Galaxy S7, dem Apple iPhone 6s und dem HTC 10.

In diesem YouTube-Clip findet ihr einige Funktionen des LG G5 und der dazugehörigen Friends Module.


Neben der Leistungsfähigkeit des LG G5 ist auch das 5,3 Zoll Display beeindruckend. Nicht nur, dass der Quantum-IPS-Bildschirm mit Always-On-Funktion eine großzügige Auflösung von 2.560 x 1.440 Pixel (Quad-HD) bietet. Auch die Ausleuchtung arbeitet auf hohem Niveau. Bei aktiviertem Lichtsensor und direkter Sonneneinstrahlung messen wir starke 800 cd/m². Mit einer solchen Helligkeit werdet ihr auch bei praller Sonne keine Probleme haben den Bildschirminhalt deutlich abzulesen. Einziger Wermutstropfen: Manuell kann die Helligkeit nur auf bis zu 400 cd/m² hochgeschraubt werden, alles Weitere übernimmt der Sensor im Auto-Modus. Hinzu kommt, dass eben dieser Automatik etwas an Dynamik fehlt. Viel zu spät erst schaltet sich der Helligkeits-Boost hinzu und aktiviert die 800 Candela. Hier könnte LG mit einem Software-Update nachhelfen. Bis dahin genießen wir den hohen Kontrast jenseits von 1.500:1 und einen vergleichsweise guten Schwarzwert bei hohen Helligkeitseinstellungen.

Schneller Prozessor, extrem helles Display und ein 2.800 mAh Akku. Bei vielen Technik-Enthusiasten könnten gerade die Ohren zum Thema Akkulaufzeit klingeln. Doch Entwarnung. Auch das LG G5 Smartphone bringt es auf gute 30 Stunden im Leerlauf (Idle) bei deaktivierten Funkverbindungen und niedriger Bildschirm-Helligkeit. In der Praxis bleiben davon etwa 16 Stunden übrig. Im Alltags-Test konnten wir zudem so gut haushalten, dass auch nach 1,5 Tagen noch entsprechende Reserven verfügbar waren. Wer sein G5 jedoch oft und aktiv nutzt, kommt nicht um das abendliche Laden herum. Positiv überrascht sind wir von der Temperatur-Entwicklung des LG Flaggschiffs. Selbst bei starker Prozessor-Belastung während unserer Benchmark-Tests wird die Grenze von 38 Grad nicht überschritten. Unter normalen Bedingungen wird das LG G5 also nicht einmal handwarm.

LG G5 (H850) Titan LTE (Bild 8 von 15)Bildquelle: notebookinfo.de
Langlebig und kühl: In Hinsicht auf die Emissionen hinterlässt das LG G5 einen guten Eindruck.

Fazit

Mit dem LG G5 konnten uns die Südkoreaner überzeugen. Vor allem das wertige und gut verarbeitete Aluminium-Gehäuse hinterlässt im Test einen positiven Eindruck. Der modulare Aufbau bietet zukünftig Freiraum für interessante Gadgets und der wechselbare Akku stellt in der heutigen Zeit ein Novum dar. Mit dem Qualcomm Snapdragon 820 Chip samt großem Arbeitsspeicher greift LG zu einem der besten Leistungsträger des Jahres 2016. Pluspunkte sammelt das LG G5 zudem mit einem extrem hellen und hochauflösenden 5,3 Zoll Bildschirm. Auch wenn die Software des Helligkeits-Sensors ein Update vertagen könnte.

Foto-Enthusiasten freuen sich über ein nettes Weitwinkel-Feature der beiden Kamera-Sensoren und den optionalen CAM Plus Friend. Vor allem aber, dass bei all den Funktionen und der hohen Leistung die Akkulaufzeit sehr gut abschneidet findet bei uns großen Gefallen. Mängel sind am LG G5 nur schwer auszumachen, eher müssten wir auf sehr hohem Niveau meckern. Negativ fällt nur der Typ-C Anschluss auf, dem kein USB 3.0 Standard spendiert wurde. Doch dieses Problem teilt sich das G5 derzeit auch mit anderen Flaggschiffen der Konkurrenz.

Letztendlich entscheidet der eigene Geschmack, ob das LG G5 das passende Smartphone für euch ist. Gefällt euch das Design? Kommt ihr mit der Software zurecht? Wenn ja, dann könnt ihr bedenkenlos zuschlagen. Denn in Sachen Leistung, Hardware und Kamera werdet ihr mit dem neuen LG Smartphone sehr zufrieden sein.

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von Cyberport.de | Händlerangabe: 03.12.16 14:26

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Testergebnisse im Detail
Die Einzelbewertungen im Überblick
  1. Erster Eindruck1,5 (Sehr gut)
  2. Display1,0 (Sehr gut)
  3. Eingabegeräte2,0 (Gut)
  4. Temperatur1,5 (Sehr gut)
  5. Lautsprecher2,0 (Gut)
  6. Akku und Energieverbrauch1,5 (Sehr gut)
  7. Software und Zubehör1,5 (Sehr gut)
  8. Verarbeitung1,5 (Sehr gut)
  9. Anschlüsse1,5 (Sehr gut)
  10. Leistung (Spiele)1,0 (Sehr gut)
  11. Leistung (Anwendungen)1,0 (Sehr gut)
Benchmark
BenchmarksErzielter MesswertBestwert aller Tests
Sunspider660.9 msMin. 194.3 ms
Geekbench 3 Single-Core2355 Pkt.Max. 2550 Pkt.
Geekbench 3 Multi-Core5521 Pkt.Max. 6501 Pkt.
3DMark Ice Storm Unlimited28821 Pkt.Max. 37812 Pkt.
PCMark Work5610 Pkt.Max. 7102 Pkt.
PassMark Performance Test Mobile9539 Pkt.Max. 9575 Pkt.
Basemark X Medium27520 Pkt.Max. 38199 Pkt.
Basemark X High27386 Pkt.Max. 30276 Pkt.
Antutu124112 Pkt.Max. 167253 Pkt.
Vellamo HTML54515 Pkt.Max. 6120 Pkt.
Vellamo Metal3361 Pkt.Max. 3712 Pkt.
Quadrant40033 Pkt.Max. 42181 Pkt.
Octane v29801 Pkt.Max. 26065 Pkt.
GFXBench 2.7 T-Rex HD Offscreen75 fpsMax. 92.11 fps
GFXBench 3.0 Manhatten Offscreen31 fpsMax. 58.53 fps
niedriger ist besserhöher ist besser
Akkulaufzeit
AuslastungErzielter MesswertBestwert aller Tests
Vollast4 Std. 10 Min.Max. 11 Std. 5 Min.
Maximal29 Std. 45 Min.Max. 50 Std. 59 Min.
Praxis16 Std. 30 Min.Max. 33 Std. 10 Min.
Kommentare (2)
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