Test Apple iPhone 5C 16GB Blau - Günstigeres Kunststoff-Smartphone im Praxis-Check

Erstmals hatte Apple gleich zwei Modelle einer neuen iPhone-Generation enthüllt. Neben dem iPhone 5S wurde auch das iPhone 5C vorgestellt. Letzteres galt für viele als das Billig-iPhone, wobei das C am Ende eher für Color stehen müsste. Das iPhone 5C ist gerade einmal 100 Euro günstiger als das Top-Modell, kommt aber in Polycarbonat daher und erinnert an ältere iPod Touch-Modelle und das iPhone 3G/3GS. Ob das günstigere Apple Smartphone im Test überzeugt oder ob man besser zum iPhone 5 oder 5S greifen sollte, klärt uns Testbericht.

Einleitung: Das (nicht) günstige iPhone-Modell

Das kunterbunte iPhone 5c mit Kunststoff im Test.Bildquelle: notebookinfo.de | st
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Bunt, teuer & aus Plastik: Wir testen das iPhone 5C und prüfen wie es sich im Vergleich mit dem Top-Modell aus dem Hause Apple schlägt.

Bei der Verarbeitungsqualität und den verwendeten, hochwertigen Materialien bei seinen Smartphones, Tablets und Notebooks macht Apple so schnell niemand etwas vor. Beim iPod Touch und iPhone setzt man inzwischen ebenfalls auf Aluminium und hat sich vom Glas und vorherigen Kunststoff eigentlich längst verabschiedet. Wer ein iPhone 3, 3G oder 3GS hatte wird sich aber noch an die Plastik-Gehäuse erinnern und zu diesem kehrt man mit dem iPhone 5C tatsächlich zurück. Das Premium-Modell iPhone 5S ist dabei optisch fast nicht vom Vorgänger - dem iPhone 5 - zu unterscheiden, lediglich der veränderte Home Button mit Touch ID sticht hier hervor. Beim iPhone 5C ist es hingegen die bunte Rückseite aus Polycarbonat, welche sich auch über die Gehäuseseiten hinweg erstreckt.

Die Frage ist nun: Wer ist die Zielgruppe für das iPhone 5C? Steht man auf die hochwertigen Materialien des iPhone, so wäre das 5C ein Rückschritt. Preislich ist das Modell gerade einmal 100 Euro günstiger als das 5S und es bewegt sich in Sachen Hardware fast auf dem identischen Niveau des iPhone 5. Wie sich das veränderte Gehäuse auf die Haptik auswirkt und was sich in Sachen Hardware gegenüber dem iPhone 5 getan hat, zeigt unser Artikel für euch auf.

Gehäuse: Ein Rückschritt bei der Verarbeitungsqualität

Ohne jede Frage ist das äußere Erscheinungsbild des iPhone 5C der größte offensichtliche Unterschied im Vergleich zu den letzten Modellen von Apple. Bunt und mit einer Rückseite aus Kunststoff kommt das Smartphone auf den Markt. Dabei schiebt sich das Plastik sogar über die Seiten des Modells, wodurch auch diese entsprechend farbig ausfallen. Das iPhone 5C gibt es in den Farben: Weiß, Pink, Gelb, Blau und Grün. Passende Cover bietet Apple selbst an. Diese fallen optisch ebenfalls etwas aus dem bekannten Rahmen, weisen sie doch ein löchriges Muster auf und kommen in ebenso knalligen Farbtönen wie das Smartphone selbst in den Handel.

Das kunterbunte iPhone 5c mit Kunststoff im Test.Das kunterbunte iPhone 5c mit Kunststoff im Test.Bildquelle: notebookinfo.de | st
Knallige Farben: Die Kunststoff-Rückseite beim iPhone 5C kommt in einer von fünf knallbunten Farben daher.

Die Verarbeitungsqualität ist für Kunststoff durchaus hochwertig. Lücken im Gehäuserahmen oder Knarzgeräusche wird man weder finden noch verzeichnen können. Da Apple allerdings auf Hochglanz setzt, sind die farbigen Rückseiten sowohl relativ rutschig als auch anfällig für Fingerabdrücke. Die bunten Farben helfen zwar ein wenig dabei die Sichtbarkeit der Abdrücke zu mindern, auffällig bleiben diese aber dennoch. Gegenüber den Aluminium-Modellen fällt das iPhone 5C bei der Verarbeitung am Ende aber allein aufgrund des Hochglanzplastiks relativ deutlich ab. Beim Gewicht steht das bunte iPhone ebenfalls schlechter da, wiegt es doch 132 Gramm gegenüber 112 Gramm beim iPhone 5 und 5S.

Ausstattung: Das gewohnte Paket von Apple

Bei der verbauten Hardware fallen kleine Veränderungen im Vergleich zum iPhone 5 auf. Zum einen unterstützt das iPhone 5C mehr LTE-Bänder und zum anderen gibt es minimale Verbesserungen bei der Frontkamera. Die wichtige Hauptkamera bleibt hingegen unverändert und bietet 8 Megapixel, LED-Blitz und einen Autofokus. Die Fotos der Kamera sind bei guten Lichtbedingungen weiterhin als überdurchschnittlich einzustufen, bei ungünstigen Verhältnissen lässt die Qualität allerdings nach. Die Kamera im iPhone 5S liefert inzwischen deutlich bessere Fotoqualität ab. Für die einfachen Bilder für unterwegs und zum Upload bei Facebook reicht die Kameraqualität aber in jedem Fall mehr als aus.

Bei der Kommunikation mit anderen Geräten gibt es hingegen keine Änderungen oder Überraschungen. GPS und GLONASS stehen für die Navigation zur Verfügung, WLAN wird mit den Standards 802.11 a/b/g/n unterstützt und Bluetooth ist in der Version 4.0 mit an Bord. Auf WLAN nach ac-Standard und NFC muss wie bei anderen iPhone-Modellen hingegen weiterhin verzichtet werden. Da die Funkverbindung allerdings Datenübertragungen im Bereich von 2,4 und 5 GHz unterstützt, erreicht man dennoch sehr hohe Geschwindigkeiten. Die Sprachsteuerung und Bedienung des Telefons ist auch beim iPhone 5C über Siri möglich.

Für Apps, Videos, Fotos und Musik stehen wahlweise 16 oder 32 GB Flashspeicher zur Auswahl. Die Erweiterung via MicroSD ist Apple typisch nicht möglich, eine 64 GB Version wie beim iPhone 5 oder 5S gibt es beim iPhone 5C nicht. Für Backups stellt Apple kostenlos 5 GB in der Cloud zur Verfügung. Somit lassen sich Fotos, Daten und das Smartphone Backup selbst bequem regelmäßig sichern. Die oft wenig geliebte Verbindung mit iTunes auf Windows Systemen wird somit immer seltener notwendig, gehört aber softwaretechnisch immer noch zu den einfachsten Methoden am Markt.

Das kunterbunte iPhone 5c mit Kunststoff im Test.Das kunterbunte iPhone 5c mit Kunststoff im Test.Bildquelle: notebookinfo.de | st
Schnappschusstauglich: Die Hauptkamera ist identisch mit der des iPhone 5 und ist somit bei guten Lichtverhältnissen in der Lage überdurchschnittliche Qualität abzuliefern.

Vorinstalliert ist bereits Apple iOS in der Version 7, womit der schnelle Zugriff auf wichtige und alltägliche Funktionen möglich gemacht wurde. Somit lässt sich etwa mit zwei Gesten der Flugmodus aktivieren, eine Taschenlampen-Funktion nutzen oder die Musik steuern. Das neue, flache Design traf bei der Enthüllung nicht den Geschmack von jedem Nutzer, inzwischen hat man sich aber daran gewöhnt und sowohl Design als auch Bedienbarkeit bewegen sich weiterhin auf einem extrem hohen Niveau. Die Auswahl im App und iTunes Store ist hochklassig. Diverse Webseiten, Magazine und Dienste stehen kostenfrei zum Download bereit. Man kann sich fast sicher sein, dass wenn es eine App eines Dienstes oder einer Webseite gibt, diese App auch für iOS zur Verfügung stehen wird. In diesem Bereich hat Apple weiterhin die Nase vorn und kann Android und Windows Phone immer noch hinter sich zurück lassen.

Technische Daten

Display:4" IPSAuflösung:1136 x 640
Prozessor:Apple A6 SoC / 1 GHzGrafikkarte:PowerVR SGX 543MP3
Festplatte16 GBRAM:1 GB
Plattform:iOS 7.0
Akkulaufzeit:10 Std.Gewicht:132 g
B x H x T:5.92 cm x 12.44 cm x 0.9 cmFarbe:blau

Leistung: Das bunte iPhone bewältigt alle Aufgaben zur vollsten Zufriedenheit

Das iPhone 5C ist in Sachen Leistung auf dem identischen Level wie das iPhone 5. Das Herzstück - der Apple A6 Dual-Core - schlägt nämlich auch im Kunststoff-Modell, unterstützt von 1 GB Arbeitsspeicher. Als GPU kommt der PowerVR SGX543 zum Einsatz. Da das iPhone 5 auch weiterhin sämtliche Aufgaben und Spiele makellos beherrscht, gilt das gleiche auch für das iPhone 5C. Die Arbeit mit dem Smartphone ist ein reines Vergnügen, entsprechend gibt es keinerlei Verzögerungen, Mikroruckler oder Framerate-Einbrüche bei Spielen oder Anwendungen zu befürchten. Das System läuft zu jeder Zeit rund und dürfte auch noch für rund 1-2 weitere Jahre vor keinerlei Performance-Probleme gestellt werden. Die zusätzliche Leistung des iPhone 5S, iPad Air und iPad mini mit Retina Display wird bisher noch fast überhaupt nicht von Spielen oder Anwendungen genutzt. Lediglich die Ladezeiten können daher etwas länger im Vergleich ausfallen. Diese liegen aber auch dann noch in einem sehr guten Rahmen und sorgen keinesfalls für langwierige Wartezeiten.

Das kunterbunte iPhone 5c mit Kunststoff im Test.Das kunterbunte iPhone 5c mit Kunststoff im Test.Bildquelle: notebookinfo.de | st
Frei von Ruckeleinlagen: Beim iPhone 5C muss man keinerlei Einbrüche der Performance befürchten.

Display: Gewohnte Qualität durch Retina Screen

Am Display hat sich im Grunde seit dem iPhone 5 wenig verändert, weder beim 5S noch beim 5C. Die Auflösung des 4 Zoll großen IPS-Displays liegt weiterhin bei 1.1136 x 640 Pixel, was in einer Pixeldichte von 326 ppi resultiert. Die Ausleuchtung liegt in einem guten Bereich und bewegt sich zwischen 415 und 465 Candela. Der Kontrastwert liegt bei knapp 900:1. Auch hier erzielt Apple also einen gewohnt guten Wert. Die Farbtreue und Helligkeit erlauben eine sehr gute Lesbarkeit von Schriften, auch bei eher ungünstigen Lichtverhältnissen. Beim iPhone 5C müssen also in Sachen der Displayqualität keinerlei Einschnitte hingenommen werden.

Emissionen: Kühles Äußeres, aber kein Marathonläufer

Der Akku im Apple iPhone 5C fällt mit 1510 mAh etwas größer aus als im Vorgängermodell mit 1440 mAh. Somit bringt es das neue Smartphone auf eine leicht verbesserte Akkulaufzeit. Wer etwas sparsamer mit dem Gerät umgeht, kann durchaus 2 Tage mit dem iPhone klar kommen. Wer hingegen eine eher intensive Nutzung an den Tag legt, der muss das iPhone 5C jeden Abend erneut ans Stromnetz hängen. Positiv ist in jedem Fall, dass der Akku extrem schnell aufgeladen werden kann. Es genügt also auch eine Zeit von 30-60 Minuten an der Steckdose, um einige weitere Stunden mit dem iPhone auf Tour gehen zu können. Wer gerne zockt, der muss allerdings damit rechnen, dass das iPhone 5C bereits nach knapp 4 Stunden geladen werden muss. Bei einer normalen Nutzung erhält man ordentliche 11,35 Stunden.

Bei den Temperaturen gibt es keinen Grund zur Besorgnis, auch wenn Apple beim 5C auf Kunststoff anstelle von Aluminium setzt. Beim Surfen im Web bewegt sich das Smartphone in Bereichen von rund 27 bis 29 Grad, unter längerer Volllast erreicht man rund 31-35 Grad. Das iPhone 5C kann also auch nach längeren Gaming-Sessions noch problemlos in der Hand gehalten werden, ohne sich um die Hitzeentwicklung Gedanken machen zu müssen.

In der Praxis: Flottes Kunststoff iPhone mit zu hohem Preis

Das kunterbunte iPhone 5c mit Kunststoff im Test.Bildquelle: notebookinfo.de | st
Überteuert: Im Vergleich zum iPhone 5S und 5 ist das iPhone 5C im Preis zu hoch angesiedelt worden.

Apple überraschte mit der Vorstellung von zwei unterschiedlichen, neuen Modellen. Neben dem Top-Modell iPhone 5S enthüllte man auch das iPhone 5C. Viele dachten das 5C sollte das günstige Einsteiger-Gerät werden, doch dem ist nicht so. Der Preis liegt gerade einmal 100 Euro unter dem iPhone 5S, dafür muss man aber mit fast derselben Technik wie beim Vorgänger iPhone 5 und noch dazu mit einer Verarbeitungsqualität die noch darunter angesiedelt ist leben. Im Gegensatz zum iPhone 5 und 5S kommt das 5C mit Polycarbonat-Rückseite daher, diese ist rutschiger, sieht und fühlt sich weniger wertig an als das Aluminium-Gegenstück und ist noch dazu anfälliger für Fingerabdrücke.

An der Verarbeitung des Plastiks und dem Smartphone selbst gibt es ansonsten nichts auszusetzen. Es ist trotz der Technik des Vorjahresmodells immer noch sehr schnell unterwegs und schlägt sich auch weiterhin in allen Bereichen sehr gut. Das Problem ist einfach der angesetzt Preis von 599 Euro für die 16 GB und 699 Euro für die 32 GB Variante. Das iPhone 5S gibt es bereits für 100 Euro mehr, dort bekommt man aber leistungsfähigere Hardware und Verarbeitung spendiert, sowie neue Features wie Touch ID und eine bessere Kamera.

Fazit

Das iPhone 5C von Apple ist gut. Es ist von der Leistung her auf dem Niveau des iPhone 5. Beide Smartphones schlagen sich auch heute noch bestens in allen Kategorien und können auch die modernsten Apps absolut flüssig abspielen. Das Problem am Plastik-iPhone ist der Preis, welcher einfach zu hoch liegt. Diverse Händler bieten noch das iPhone 5 an, welches die gleiche Leistung bietet und noch dazu mit Aluminium-Unibody aufwarten kann. Preislich erhält man das iPhone 5 mit 64 GB zum Preis eines iPhone 5C mit 16 GB. Daher sollte die Wahl ganz klar auf dieses Modell fallen. Kleinere Modelle des iPhone 5 sind sogar günstiger zu haben, wenn man etwas weniger investieren will und dennoch ein iPhone sein Eigen nennen möchte.

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von Notebooksbilliger.de | Händlerangabe: 19.09.14 05:28

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Testergebnisse im Detail
Die Einzelbewertungen im Überblick
  1. Erster Eindruck 2,0 (Gut)
  2. Display 1,5 (Sehr gut)
  3. Eingabegeräte 2,0 (Gut)
  4. Temperatur 1,5 (Sehr gut)
  5. Lautsprecher 2,5 (Gut)
  6. Akku und Energieverbrauch 2,0 (Gut)
  7. Software und Zubehör 1,5 (Sehr gut)
  8. Verarbeitung 2,0 (Gut)
  9. Anschlüsse 2,0 (Gut)
  10. Leistung (Spiele) 2,0 (Gut)
  11. Leistung (Anwendungen) 2,0 (Gut)
Benchmark
Benchmarks Erzielter Messwert Bestwert aller Tests
Google V8 2688 Pkt. Max. 6568 Pkt.
Sunspider 733.5 ms Min. 399.4 ms
Geekbench 2 1278 Pkt. Max. 4180 Pkt.
3DMark Ice Storm 6038 Pkt. Max. 14137 Pkt.
3DMark Ice Storm Extreme 3304 Pkt. Max. 11312 Pkt.
PassMark Performance Test Mobile 3512 Pkt. Max. 5356 Pkt.
Antutu 11634 Pkt. Max. 41955 Pkt.
Octane v1 2717 Pkt. Max. 5575 Pkt.
GFXBench 2.7 T-Rex HD Offscreen 6.8 fps Max. 28.2 fps
GFXBench 2.7 T-Red HD Onscreen 13 fps Max. 37 fps
niedriger ist besser höher ist besser
Akkulaufzeit
Auslastung Erzielter Messwert Bestwert aller Tests
Vollast 3 Std. 30 Min. Max. 6 Std. 40 Min.
Maximal 19 Std. 15 Min. Max. 50 Std. 59 Min.
Praxis 11 Std. 20 Min. Max. 33 Std. 10 Min.
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