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  3. Test Toshiba Satellite Pro L670-1M2 - Multimedia- oder doch nur Business-Notebook?

Erster Eindruck vom Toshiba Satellite Pro L670-1M2

Das Satellite Pro L670-1M2 von Toshiba versprüht Kunststoff-Charme. Der Deckel und die Oberfläche sind geriffelt, was Fingerabdrücke verhindert. An der Unterseite ist das schwarze Plastik glatt. Schwarz beherrscht das Design innen wie außen. Edel wirkt das nicht.
Zum Glanz trägt nur das stark spiegelnde 17-Zoll-Display bei. Auffällig sind die beiden ovalen Lautsprecher und der runde Subwoofer an der Unterseite. Beim Gehäusedesign hat sich Toshiba anscheinend die Unauffälligkeit zum obersten Prinzip gewählt.
Nicht einmal leuchtende Status-LEDs gibt es. Auch wenn das gesamte Gehäuse nur als Kunststoff besteht, macht es doch einen robusten Eindruck. Alle Bauelemente, einschließlich der Klappen an der Unterseite, sind fest miteinander verbunden und verschraubt. Weder Deckel noch Handballenauflage geben bei Druck nach.
Für Büroanwendungen oder zur Erstellung von Studienarbeiten ist das eintönige Notebook ideal geeignet, weil nichts vom konzentrierten Arbeiten ablenkt.
Trotz seiner großen Abmessungen von 41,36 Zentimeter Breite, 27 Zentimeter Tiefe und 2,8 vorne und 3,79 Zentimeter Höhe hinten wiegt es nur 2,8 Kilogramm. Aufgrund seiner griffigen Oberfläche liegt es beim Tragen gut in der Hand.
Die tief sitzenden Scharniere halten den Deckel stabil in Position. Nur bei Erschütterungen wippt er nach. Der Deckel lässt sich bis etwa 140 Grad öffnen.

Technische Daten und Ausstattung

Das Satellite Pro L670 verfügt über eine gute Hardwareausstattung. Der aktuelle Zweikernprozessor Intel Core i5-480M bietet eine hohe Rechenleistung im Takt von 2,66 Gigahertz. Er unterstützt die aktuellen Intel-Technologien. Durch Turbo-Boost kann er seinen Takt bei Last auf bis zu 2,93 Gigahertz erhöhen. Zusätzlich zu den zwei realen Kernen kann der Prozessor dank Hyper-Threading zwei virtuelle simulieren. In ihm ist, wie bei allen modernen Intel-Prozessoren, der Intel-HD-Grafikchip integriert. Diese Grafikeinheit dient auch als Hardware-Decoder für Videodateien in allen Formaten bis hin zum H.264-Format.
Die interne Grafik reicht für Games und professionelle Bild- und Filmbearbeitung nicht aus. Um aktuelle Spiele mit hohen Details ruckelfrei darzustellen, benötigt der Intel-Prozessor eine sehr gute Grafikkarte. Die vom Hersteller eingesetzte ATI Mobility Radeon HD 5650 zählt nur zur Mittelklasse. Ihre Spieleleistung ist ordentlich. Sie reicht für viele aktuelle Spiele aus, kann diese aber nur mit mittleren Details darstellen. Ältere Spiele laufen mit ihr in hohen Grafikeinstellungen flüssig ab.
Die ATI-Grafikkarte unterstützt DirectX 11 und OpenGL bis Version 3.2. Ebenso nutzt sie den Unified Video Decoder 2.0, der dem Prozessor das Dekodieren von HD-Videos abnimmt. Sie gehört mit einer maximalen Leistungsaufnahme von 15 bis 19 Watt zu den sparsamen Modellen.
Der DVD-Multibrenner mit Double-Layer-Unterstützung ist an der rechten Seite untergebracht.
Vier Gigabyte DDR3-Arbeitsspeicher und eine 500-Gigabyte-Festplatte, die mit 5.400 Umdrehungen pro Minute eher langsam ist, runden die Hardwareausstattung ab.

Anschlüsse

Es stehen lediglich zwei USB-2.0-Anschlüsse an der rechten Seite zur Verfügung. Die meisten Peripheriegeräte wie Drucker oder Maus lassen sich heute nur über diese Schnittstelle anschließen. Über den eSATA-USB-Kombianschluss an der linken Seite kann man die Speicherkapazität mit einer externen Festplatte erweitern.
Der 4-in-1-Kartenleser erkennt Memory Sticks mit bis zu 256 Megabyte, Memory Stick Pro bis zu zwei Gigabyte, Multi-Media-Cards bis zu zwei Gigabyte und Secure-Digital-Memory-Cards bis zu 16 Gigabyte. Über die VGA-Schnittstelle an der linken Seite lassen sich analoge Projektoren oder Monitore anschließen. Bei Blu-ray-Player,High-Definition-Monitor oder FullHD-Fernseher fällt hier die Wahl auf den digitalen HDMI-Anschluss an der linken Seite.
An Kommunikationsverbindungen steht für Funkverbindungen mit Smartphones Bluetooth und mit dem DSL-Router WLAN mit aktuellem Standard 802.11n zur Verfügung. Deutlich schneller erfolgt die Datenübertragung über Netzwerkkabel am Gigabit-LAN-Anschluss.

Software und Zubehör

Durchschnittlich ist die Auswahl an vorinstallierter Software. Die Programme Word und Excel sind Bestandteil des Starterpakets von Microsoft Office 2010. Als Brennsoftware ist Nero 10 installiert. Toshiba bietet einige eigene Einstellungsprogramme wie zum Beispiel Config Free, die sich leichter als die entsprechenden Tools des Betriebssystems Windows 7 Home Premium 64-Bit bedienen lassen. Eine gute Übersicht liefert Toshibas grafisches Verlaufs- und Indizierungstool Reel Time. Es erinnert entfernt an das Apple-Dock, ist aber deutlich größer und ordnet die geöffneten Programme, Dokumente, Bilder und Videos übersichtlich direkt über der Windows-Taskleiste an.
Ein gutes Programm für kostenfreie Internettelefonie ist Skype. Das Webcam-Programm von Toshiba ist eher dürftig. Grafische oder akustische Effekte unterstützt es nicht. Allerdings kann dieses Programm Videos und Bilder aufzeichnen. Eine Gesichtserkennung gibt es auch.
Einige kostenlose 3-Gewinnt-, Klick-Management- und Wimmelbild-Spiele vom Online-Anbieter Wild Tangent sind kostenlos spielbar. Über das Spielemenü lassen sich zusätzlich zu den installierten Games einstündig spielbare Demos aufrufen. Möchte man eines der Spiele kaufen, fallen in der Regel Kosten um 20 Euro an.

Display

Im ausgeschalteten Zustand kann das 17,3-Zoll-Display gut als Spiegelersatz dienen. Angeschaltet reflektiert es alle Lichter im Hintergrund. Beim Vorgängermodell L670-170 war das Display noch matt. Dieser Tradition hätte Toshiba besser folgen sollen.
Zu den technischen Fakten: Das Display hat eine WSXGA-Auflösung von 1.600 x 900 Pixeln. Die Anzeige ist im 16:9-Format.
Die Helligkeit verteilt sich relativ gleichmäßig. Vom gemessenen Maximalwert von 185 Candela pro Quadratmeter (cd/m2) im Zentrum des Displays fällt die Helligkeit auf 171 cd/m2 in der rechten oberen Ecke ab. Ein Candela entspricht der Leuchtkraft einer Kerze. Insgesamt ist das Display dunkel, so dass diese Unterschiede dem menschlichen Auge nicht auffallen.
Was auffällt, sind die eingeschränkten Blickwinkel. Schon bei einer Abweichung von zehn Grad nach oben oder unten aus der Idealposition gibt es Farbverfälschungen. Bei noch schrägerem Blickwinkel überlagert das Spiegelbild der Umgebung die gesamte Bildschirmanzeige. Horizontal kehren sich die Farben ab einer Abweichung von 45 Grad um. Obwohl das Display relativ dunkel ist, muss man auf ein sattes Schwarz verzichten.
Bei einem Multimedia-Notebook ist aber ein guter Bildschirm mit satter Farbdarstellung obligatorisch.

Eingabegeräte

Seit Jahrzehnten fehlen Toshiba für eine vollwertige deutsche Tastatur die Tasten „Entf“, „Ende“, „Druck“, „Strg“, „Pos1“, „Bild auf“ und „Bild ab“. Bis heute setzt der Hersteller die Tasten aus der internationalen beziehungsweise englischen Tastatur ein. Weshalb er hier spart, ist nicht nachvollziehbar.
Immerhin hat das Notebook einen Nummernblock. Die Tastatur im Standarddesign hat flache Tasten in normaler Größe, die sehr eng beieinanderliegen. Bei kräftigem Anschlag geben diese stark nach. Auch der relativ lange Hub ist gewöhnungsbedürftig. Die Pfeiltasten sind leider auch nicht von der direkt darüber liegenden Shift-Taste abgesetzt. Beim Pfeil nach oben kann es so zu unerwünschten Vertippern kommen. Das größte Manko jedoch: Das Tastaturfeld gibt auf ganzer Fläche nach.
Der Höhenunterschied zwischen Touchpad und Handballenauflage ist nur minimal, so dass man über die Gleitfläche leicht hinausrutschen kann. Das Pad selbst reagiert schnell und direkt. Die integrierte Steuerung erfolgt ebenfalls zügig mit zwei Fingern. Die beiden Maustasten liegen deutlich vertieft in einer Mulde. Sie haben einen kleinen Hub.
Für ein Multimedia-Notebook ist eine Webcam mit 0,3 Megapixel Auflösung inakzeptabel. Auch hier hat Toshiba an falscher Stelle gespart. Die Farbdarstellung ist sehr schlecht und erinnert an eine Schwarz-Weiß-Kamera. Für ein ausreichend helles Bild ist unbedingt gute Beleuchtung nötig. Eine nur minimale Bewegungsunschärfe kann das schlechte Darstellungsergebnis auch nicht verbessern.

Temperatur

Nicht wegen Gewichts von 2,8 Kilogramm, sondern aufgrund der großen Maße scheidet eine mobile Nutzung auf Dauer aus. Dazu kommt noch, dass das Notebook im Zentrum der Unterseite eine Temperatur von 38,3 Grad erreicht. Bei der Handauflage steigt das Thermometer bis knapp über 30 Grad an.

Betriebsgeräusche

Das Notebook und insbesondere sein Lüfter liefern leider eine laute Geräuschkulisse. Bei Volllast erreicht der Schallpegel 42,2 Dezibel (dB(A)). Bei Standardanwendungen rotiert der Lüfter mit 36,1 dB(A). Von Filmgenuss kann keine Rede sein, denn bei der Filmwiedergabe ist das DVD-Laufwerk mit 51,4 dB(A) etwa so laut wie ein vorbeifahrendes Auto.

Leistung

Wenn auch Display und Gehäuse wenig überzeugen, ist die Hardwareausstattung doch relativ gut. Der moderne Zweikernprozessor Intel Core i5-480M arbeitet schnell, wie das sehr gute Everest-CPU-Queen-Ergebnis mit 18.705 Punkten belegt. Die Grafikkarte ATI Radeon Mobility HD 5650 kommt auch mit aktuellen Spielen in mittleren Details zurecht. Das zeigt das Ergebnis von 6.886 Punkten beim 3D-Mark-06-Test. Die Festplatte bietet 500 Gigabyte Speicherplatz und liest bei 5.400 Umdrehungen pro Minute Daten mit 63,3 Megabyte pro Sekunde aus.
Der PC-Mark-Vantage-Test prüft die Zusammenarbeit aller Komponenten vom Prozessor über Grafikkarte bis zum Arbeitsspeicher. Hier erringt das Toshiba Satellite Pro 5.555 Punkte. Das ist gutes Mittelfeld und deutet nicht auf die Leistungsklasse eines Multimedia-Notebooks hin. Bei der Videokonvertierung schneidet das Toshiba-Notebook mit über fünf Minuten noch schlechter als so manches Subnotebook ab.

Akku und Energieverbrauch

Würde es Höchstleistungen bringen, wären schlechte Akkulaufzeiten noch zu tolerieren. Bei einem Notebook dieser Größe ist der Stromverbrauch von 30 Watt noch vergleichsweise niedrig. Die Akkulaufzeit beträgt unter Volllast nur 50 Minuten. Mit Standardanwendungen wie Textverarbeitung oder Internetbrowser läuft das Toshiba-Notebook nur eine Stunde und 40 Minuten ohne Anschluss an die Steckdose. Nur bei minimaler Last hält der Akku drei Stunden und 20 Minuten durch.

Praxis

Das Hochglanzdisplay spiegelt stark. Die LED-Hintergrundbeleuchtung ist zu dunkel. Das Hochschrauben der Einstellung verbessert zwar die Ansicht, nagt aber kräftiger am Akku.
Beim Schreiben gibt die Tastatur deutlich nach. Englische Funktionstasten erschweren die Bedienung und führen bei deutschen Beschreibungen von Tastaturbefehlen und Tastenkombinationen im Zweifelsfall zu Missverständnissen.
Dafür reagiert das Touchpad relativ schnell, ist aber rutschig. Die beiden Maustasten sprechen direkt an und geben gute Rückmeldung.
Die Lautsprecher sind für Spiele und auch für das Musikhören zwischendurch in Ordnung. Für echten Musikgenuss taugen sie nicht.
Von den Toshiba-Tools abgesehen, bietet das Satellite Pro außer Nero 10 wenig Software. Das McAfee-Sicherheitsprogramm und Microsoft Office 2010 Starter sind schon auf günstigen Netbooks zu haben.

Zusammenfassung

Das Toshiba Satellite Pro L670-1M2 ist ein ordentliches Business-Notebook und erweist sich nicht als Vertreter der Multimediaklasse. Dazu ist sein Display zu dunkel. Bietet sein Prozessor noch gute Leistungswerte, ist seine Grafikkarte nur Mittelklasse.
Der DDR3-Arbeitsspeicher hat eine Standardgröße von vier Gigabyte. Die Festplatte ist verhältnismäßig langsam. Bei der Softwareausstattung ist Nero 10 der einzige kleine Glanzpunkt.
Die Lautsprecherleistung ist befriedigend, für Musik- oder Filmgenuss jedoch nicht ausreichend. Bei Filmwiedergabe ist das DVD-Laufwerk zu laut.
Das Kunststoffgehäuse bietet geringeren Schutz als eine Metallhülle. Alles in allem zählt dieses Toshiba-Notebook zur oberen Mittelklasse. Es kann einen Business-PC voll ersetzen, aber für volle Multimediaqualität fehlen doch einige Komponenten.

Testergebnisse im Detail
Die Einzelbewertungen im Überblick
  1. Erster Eindruck3,0 (Befriedigend)
  2. Ausstattung2,2 (Gut)
  3. Display4,2 (Ausreichend)
  4. Eingabegeräte3,5 (Befriedigend)
  5. Temperatur3,0 (Befriedigend)
  6. Betriebsgeräusche4,0 (Ausreichend)
  7. Anschlüsse2,8 (Befriedigend)
  8. Akku und Energieverbrauch3,0 (Befriedigend)
  9. Software und Zubehör2,7 (Befriedigend)
  10. Leistung2,8 (Befriedigend)
  11. Praxis2,7 (Befriedigend)
Benchmark
BenchmarksErzielter MesswertBestwert aller Tests
3DMark066886 Pkt.Max. 28871 Pkt.
PCMarkVantage5555 Pkt.Max. 31224 Pkt.
Everest RAM Read7404 MB/sMax. 20490 MB/s
Everest RAM Write3974 MB/sMax. 28089 MB/s
Everest RAM Latenz101.8 nsMin. 27.6 ns
Everest HDD Random Read63.3 MB/sMax. 1013.7 MB/s
Everest CPU Queen18705 Pkt.Max. 50362 Pkt.
Cinebench R10 64 Bit (Single)3952 Pkt.Max. 7529 Pkt.
Cinebench R10 64 Bit (Multi)8791 Pkt.Max. 27150 Pkt.
Cinebench R10 64 Bit (OpenGL)5194 Pkt.Max. 8798 Pkt.
Cinebench R10 32 Bit (Single)3190 Pkt.Max. 5704 Pkt.
Cinebench R10 32 Bit (Multi)7383 Pkt.Max. 21307 Pkt.
Cinebench R10 32 Bit (OpenGL)5247 Pkt.Max. 9005 Pkt.
Videokonvertierung305 Sek.Min. 32 Sek.
niedriger ist besserhöher ist besser
Akkulaufzeit
AuslastungErzielter MesswertBestwert aller Tests
Vollast0 Std. 50 Min.Max. 5 Std. 15 Min.
Maximal3 Std. 20 Min.Max. 24 Std. 53 Min.
Praxis1 Std. 40 Min.Max. 13 Std. 36 Min.
Durchschnittlicher Energieverbrauch

30 Watt
Stromkosten im Jahr bei der durchschnittlichen Verwendung von 6 Stunden täglich bei 24,00 Cent pro kWh: 6 Stunden x 365 Tage x 0,030 kWh x 24,00 Cent = 15,77 EUR

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