Test Toshiba Excite Pro AT10LE-A-108 16GB - Nvidia Tegra 4 im Praxis-Check

Ein wahres Kraftpaket hat Toshiba mit dem Excite Pro AT10LE-A-108 auf die Beine gestellt. Die technischen Daten lesen sich wie ein absoluter Traum, denn mit dem Nvidia Tegra 4, Harman/Kardon Lautsprechern, WLAN-ac und einen Display mit einer Auflösung von satten 2.560 x 1.600 Pixel sorgt das Excite Pro für neidische Blicke. Mit einem Preis von aktuell rund 385 Euro für das 10 Zoll große Tablet scheint auch der sehr attraktiv zu sein. Wie sich das Leistungsstarke Toshiba Excite Pro im Alltag schlägt, klären wir in unserem ausführlichen Testbericht.

Einleitung: Pure Hardware-Power mit beeindruckender Display-Auflösung

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Beste Leistung?: Die Nvidia Tegra 4 Plattform steht auf dem Prüfstand. Wir sie die Qualcomm-Konkurrenz hinter sich lassen?

Auf dem Papier weiß das Excite Pro von Toshiba absolut zu überzeugen, vor allem an das Display mit seiner Auflösung von 2.560 x 1.600 Pixel wollten wir unbedingt selbst Hand anlegen. Wir waren aber ebenso gespannt auf die Leistung im Alltag und bei Spielen durch den Nvidia Tegra 4 SoC, denn der Vergleich mit dem Snapdragon 800 von Qualcomm und dem meist eingesetzten Adreno 330 als GPU drängte sich dabei natürlich förmlich auf. Aufgrund der puren Hardwareleistung fiel ein großes Augenmerk des Tests auch auf die Akkulebenszeit und Hitzeentwicklung des 10 Zoll Tablets. Ob also alles so gut geworden ist, wie es die puren Daten versprechen, klären wir für euch im nachfolgenden Test. Das Toshiba Excite Pro mit 16 GB gibt es aktuell für rund 385 Euro im Handel. Zum Vergleich, für das Google Nexus 10 bezahlt man rund 400 Euro, für das Asus Memo Pad FHD 10 rund 350 Euro und für ein iPad Air ca. 479 Euro. Es gibt natürlich auch deutlich günstigere Modelle, aber im angesiedelten Leistungssegment bewegt sich das Toshiba Tablet im gehobenen Bereich.

Gehäuse: Rutschiger Kunststoff, hohes Gewicht und ganz schön mollig

Das Gehäuse kann dabei in Sachen Wertigkeit allerdings nicht mit den Top-Modellen mithalten, eher im Gegenteil. Die Kunststoff-Rückseite ist zwar mit einer leicht gemusterten Oberfläche ausgestattet, dies hilft aber nicht dabei, die Griffigkeit oder Wertigkeit hoch zu halten. Mit 10,5 mm fällt das Tablet außerdem sehr mächtig in Sachen Breite aus, liegt aber noch in einem Bereich, der es erlaubt das Tablet gut in den Händen halten zu können. Wer etwas mehr Druck auf die Rückseite an manchen Stellen ausübt, wird außerdem merken, dass diese sogar leicht nachgibt. Das Gewicht von 630 Gramm hilft ebenso nicht dabei, um den weniger gelungenen Eindruck des Gehäuses zum positiven zu wenden. Zum Vergleich, dass Google Nexus 10 wiegt 603 Gramm, dass iPad Air gar nur 469 Gramm.

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Kunststoff: Das Gehäuse unseres Testmodells konnte uns nicht ganz überzeugen.

Zusammengefast gesagt: Die Verarbeitungsqualität, Gewicht und Oberfläche hinterlassen leider keinen guten Gesamteindruck.

Ausstattung

Unser Testgerät war mit 16 GB Flashspeicher ausgestattet, es gibt aber auch ein weiteres Modell, welches direkt mit 32 GB bestückt ist. Bis zu 64 GB können aber jederzeit über eine microSD-Karte hinzugefügt werden und sorgen so dafür, dass Speicherplatz auch zukünftig kein Thema sein wird. Der Steckplatz findet sich dabei auf der linken Seite, hinter einer Klappe. Dort verbergen sich auch der MicroHDMI-Ausgang und MicroUSB-Anschluss. An diesen lassen sich übrigens sogar Maus, Tastatur, Festplatte oder USB-Stick anschließen. Ein Kopfhörer-Anschluss für ein Headset oder ein Mikrofon, sowie ein eigener Netzteil-Anschluss und die Lautstärke-Reglung sind ebenfalls auf der linken Gehäuseseite zu finden. Das Excite Pro wird entsprechend über ein externes, proprietäres Netzteil aufgeladen, welches im Lieferumfang natürlich enthalten ist. Via HDMI gestattet das Tablet dabei sogar die Ausgabe von 3D-Bildern, etwa Spielen oder YouTube-Videos. Ein entsprechender 3D Fernseher mit 3D Brille muss natürlich vorhanden sein.

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Versteckt: Die Hauptanschlüsse verbergen sich hinter eine Abdeckung.

Eine Frontkamera mit 1,2 Megapixel und 720p Videoaufzeichnung sorgt für ordentliche Videogespräche etwa via Skype. Die rückwärtige Kamera bietet 8 Megapixel und einen LED-Blitz sowie Videoaufzeichnungen in 1080p an. WLAN wird mit allen gängigen Standards unterstützt, also 802.11 a/b/g/n+ac. Bluetooth 4.0 gibt es obendrein.

Als Betriebssystem bietet das Toshiba Tablet hingegen nur Google Android 4.2.1 an, ein Update auf 4.2.2 oder 4.3 ist nicht in Aussicht gestellt worden. Die System-Updates laufen dabei über einen eigenen Software-Aufsatz von Toshiba ab, dabei muss das Tablet in der Regel sogar extra an den Strom angeschlossen werden, um die Updates durchführen zu können. Eigene Software bringt Toshiba zusätzlich mit, aber auch Apps von Drittherstellern sind vorinstalliert. Mit dabei ist ein Media-Player, welcher als voll netzwerkfähig anzusehen ist und somit auch für gestreamte Medien, etwa vom Heim PC genutzt werden kann. Eine weitere App bietet Optimierungen für die Akkunutzung und ThinkFree Office kommt in der Version 6.0 daher. Im Office-Paket finden sich einzelne Apps für Textverwaltung, Tabellenkalkulationen und Präsentationen.

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Ordentlich bums: Die Harman Kardon Lautsprecher mach was her.

Ein echtes Highlight hingegen sind die verbauten 2x 1 Watt Lautsprecher von Harman/Kardon. Zu finden sind diese jeweils links und rechts am unteren Gehäusebereich und wurden leicht nach hinten versetzt. Dennoch werden die Lautsprecher ein wenig im horizontalen Betrieb von den Händen verdeckt. Die Klangqualität gehört aber dennoch zum Besten was man auf dem Tablet-Markt finden kann. Eine übermäßig hohe Lautstärke darf man aber nicht erwarten.

Technische Daten

Display:10.1" IPS TouchAuflösung:2560 x 1600
Prozessor:NVIDIA Tegra 4 T40S / 1.8 GHzGrafikkarte:NVIDIA GeForce ULP (Tegra 4)
Festplatte16 GBRAM:2 GB
Plattform:Android 4.2
Akkulaufzeit:9 Std.Gewicht:0.63 kg
B x H x T:26.1 cm x 1.05 cm x 17.9 cmFarbe:silber

Leistung: Rechenkraft durch Tegra 4, aber keine makellosen Ergebnisse

Toshiba verbaut im Excite Pro eine SoC-Lösung von Nvidia, den Tegra 4 T40S mit einer leicht gedrosselten Geschwindigkeit von 1,8 GHz anstelle von 1,9 GHz. Quad Core-Technik wird durch den ARM Cortex A15MP gewährleistet, die GeForce GPU rechnet mit 72 CUDA-Einheiten. 2 GB Arbeitsspeicher mit 1.600 MHz (DDR3L) sollen dabei helfen, die nötige Leistung sicherzustellen. Je nach gewählter Einstellung in der Leistungs-App, kann die Geschwindigkeit auch gedrosselt werden, um die Akkulaufleistung etwas zu verbessern.

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Gaming: Auch aktuelle Spiele wie Dead Trigger 2 laufen problemlos.

Diese geballte Power reicht für eine flüssige Bedienung der Oberfläche und für die Aufgaben, die man in der Regel auf einem Tablet vornimmt (Videos schauen, im Internet Webseiten besuchen, sich durch Foren kämpfen oder Social Networks unsicher machen), völlig aus. Wer hingegen leistungshungrige Spiele genießen will und anschließend etwa wieder auf eine ausgeglichene Leistung zurückschaltet, kann auch durchaus mit Rucklern konfrontiert werden. Einige Spiele im Google Play Store bieten zusätzliche Effekte für Endgeräte mit Tegra-Chips an, der Unterschied bei der Grafikqualität zu anderen modernen Chipsätzen fällt allerdings nicht wirklich ins Gewicht. Die Performance in Spielen wie Dead Trigger 2 und Real Racing 3 ist gut, könnte aber besser sein, denn ab und an können Mikroruckler auftreten. Wer etwa Asphalt 8 von Gameloft auf dem iPad Air mit der Version für Android und dem Tegra 4 vergleicht, wird zwangsläufig feststellen, dass einige Effekte gegenüber der iOS-Version fehlen, die FPS-Zahl geringer ausfällt und auch eine Kantenglättung nicht vorhanden ist.

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Weniger Takt: Die Benchmarks fallen teils schlechter als beim Snapdragon 800 aus.

In den Benchmark-Ergebnissen werden zum Teil traumhafte Werte bei Sunspider erreicht, andere Ergebnisse bei grafikintensiven Tests fallen hingegen weniger gut aus, wenn man sie mit einem Qualcomm Snapdragon 800 im Bundle mit dem Adreno 330 Grafikchip vergleicht.

Display: Auflösungswunder und Star beim Kontrast

Nicht nur auf dem Datenblatt kann das verbaute Display mit IPS-Panel überzeugen. Auch im Praxistest beeindruckte uns die Schärfe bei Texten, was natürlich auch der Auflösung von 2.560 x 1.600 Pixel zu verdanken ist. Somit können auch kleinere Schriften aus großer Entfernung problemlos und gut lesbar entziffert werden. Eine bekannte Treppchenbildung ist also ausgeschlossen.

Die Kontrastwerte überzeugten uns im Test besonders, liegen diese doch bei 1160:1 und auch der Schwarzwert sorgt für einen gelungenen Genuss von Filmen. Etwas weniger beeindruckenden sind die Ausleuchtungswerte und somit die Helligkeit des Displays selbst. Hier bewegt man sich lediglich in Bereichen von 260-290 Candela pro Quadratmeter. Somit ist trotz des hohen Kontrasts ein Genuss unter starker Lichteinstrahlung - etwa im Freien - mit dem spiegelnden Display nicht wirklich gegeben.

Emissionen: Die riesige Auflösung und Hardware fordern ihren Tribut

In Sachen Laufzeit wirkt sich die hohe Auflösung und genutzte Hardware-Power wenig schonend aus. Durchschnittlich lassen sich rund 7,25 Stunden aus dem Akku herausholen, wer leistungshungrige Spiele ausführt, muss mit einem Ausstieg nach rund 3-4 Stunden rechnen. Andere Tablets bieten mit rund 9-11 Stunden im Durchschnitt deutlich bessere Werte in Sachen Laufzeit an. Wer die Performance des Tablets mit Hilfe des eigenen Tools weiter in den Keller drückt, holt kaum zusätzliche Zeit heraus, muss dann aber mit einer nicht mehr flüssigen Bedienung leben. Die Temperatur-Werte liegen bei der normalen Nutzung im Bereich von 24-27 Grad, unter Last steigt diese allerdings auf 29, sogar bis über 40 Grad an. Besonders der linkere, obere Bereich wird bereits nach kurzer Last extrem warm und kann bereits als durchaus unangenehm empfunden werden. Man sollte also vermeiden, dass Tablet an dieser Ecke in der Hand zu halten.

In der Praxis: Leistungswunder mit schwächen in Hitzeentwicklung & Akkulaufzeit

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Kein iPad Niveau: Toshiba muss mehr investieren, um im Tablet-Bereich Platz zu finden.

Wer sich lediglich die Mühe macht und die Ausstattungsliste und die technischen Daten des Toshiba Excite Pro zu Rate zieht, der wir bei einem Preis von rund 385 Euro nicht lange zögern, sondern direkt zuschlagen. Das reine Power auf dem Papier und eine gewaltige Auflösung dabei alleine aber nicht ausreicht, um ein in allen Belangen überzeugendes Tablet abzuliefern wird klar, wenn man sich etwas länger mit dem Excite Pro beschäftigt. Die Auflösung ist mit 2.560 x 1.600 über alle Zweifel erhaben und sorgt für ein wirklich gestochen scharfes Bild und der Kontrastwert von 1160:1 fällt ebenfalls gut aus. Die maximale Helligkeit von 290 cd/m² sorgt wiederum dafür, dass das Tablet im Außeneinsatz nur bedingt einen Einsatz finden wird.

Die Leistung ist dank Tegra 4 und 2 GB RAM mehr als ausreichend für Spiele und Social Media Apps, sowie Videodarstellung in HD. Durch die geringe Akkulaufzeit von durchschnittlich gerade mal etwas über 7 Stunden und die große Hitzeentwicklung findet sich aber auch zur Leistungsstärke wieder ein negativer Gegenaspekt. Die hohe Auflösung und die verbaute Hardware kosten eben seinen Tribut. Gewicht und Verarbeitungsqualität bewegen sich auf einem Niveau, welches uns im Test nicht überzeugen konnte. Hier kann man inzwischen und auch für diesen Preis durchaus etwas Besseres verlangen. Mit 630 Gramm fühlt sich das Tablet häufig schwer an, besonders wenn man leichtere Tablets wie das iPad Air gewohnt ist oder schon einmal in der Hand gehalten hat.

Fazit

Kaufen oder nicht: Diese Frage beim Toshiba Excite Pro zu beantworten, ist keine einfache. Auf der einen Seite hinterlässt das hochaufgelöste Display einen sehenswerten Eindruck und auch die Leistungswerte können überzeugen. Dem gegenüber stehen die kurze Akkulaufzeit, das eher hohe Gewicht und die teils enorme Hitzeentwicklung. Wer ein Tablet sucht, welches für die Medienwiedergabe bestens gerüstet ist und auch in Sachen Tonqualität, 3D-Ausgabe via HDMI und Leistungsfähigkeit zu überzeugen weiß, der kann durchaus zum Excite Pro greifen. Dabei sollte man aber stets bedenken, dass das Gewicht hoch ausfällt, die Laufzeit unter dem Durchschnitt liegt und eine starke Hitzeentwicklung auftritt.

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von Amazon.de | Händlerangabe: 23.08.14 20:01

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Testergebnisse im Detail
Die Einzelbewertungen im Überblick
  1. Erster Eindruck 2,0 (Gut)
  2. Display 2,5 (Gut)
  3. Eingabegeräte 2,0 (Gut)
  4. Temperatur 2,5 (Gut)
  5. Lautsprecher 1,0 (Sehr gut)
  6. Akku und Energieverbrauch 3,0 (Befriedigend)
  7. Software und Zubehör 2,0 (Gut)
  8. Verarbeitung 3,0 (Befriedigend)
  9. Anschlüsse 1,5 (Sehr gut)
  10. Leistung (Spiele) 1,5 (Sehr gut)
  11. Leistung (Anwendungen) 1,5 (Sehr gut)
Benchmark
Benchmarks Erzielter Messwert Bestwert aller Tests
Google V8 5300 Pkt. Max. 7025 Pkt.
Sunspider 643.3 ms Min. 399.7 ms
Smartbench 2012 5980 Pkt. Max. 9620 Pkt.
Linpack (Android) 638889 MFLOPS Max. 1014670 MFLOPS
PassMark Performance Test Mobile 4245 Pkt. Max. 5432 Pkt.
3DMark Ice Storm Extreme 8931 Pkt. Max. 22461 Pkt.
NenaMark 2 54.6 fps Max. 60.8 fps
Basemark ES 2.0 39.26 fps Max. 59.98 fps
Antutu 31148 Pkt. Max. 35234 Pkt.
Vellamo HTML5 2098 Pkt. Max. 3070 Pkt.
Vellamo Metal 1152 Pkt. Max. 1446 Pkt.
Quadrant 11819 Pkt. Max. 22294 Pkt.
Octane v1 5012 Pkt. Max. 7083 Pkt.
GFXBench 2.7 T-Rex HD Offscreen 16 fps Max. 27.2 fps
GFXBench 2.7 T-Red HD Onscreen 9.9 fps Max. 28.7 fps
niedriger ist besser höher ist besser
Akkulaufzeit
Auslastung Erzielter Messwert Bestwert aller Tests
Vollast 4 Std. 30 Min. Max. 12 Std. 30 Min.
Maximal 10 Std. 2 Min. Max. 50 Std. 59 Min.
Praxis 7 Std. 15 Min. Max. 19 Std. 40 Min.
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