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Bilder zum Test: Samsung ATIV Smart PC 500T1C H02 - Notebook oder Tablet? Beides!

Der Samsung ATIV Smart PC soll in Tabletform als Multimediagerät und mit Tastaturdock mit produktiverem Charakter überzeugen. Dabei hat es das Gerät schwer und teilt die Probleme sämtlicher Convertibles und Hybriden: Den Zwei-Fronten-Kampf. Der Intel Atom Prozessor hebt den Smart PC von der Konkurrenz im Windows RT Tablet-Lager ab. Dank einem vollwertigen Windows 8 Betriebssystem können sämtliche Anwendungen von Desktop PCs übernommen werden und Nutzer sind nicht auf die im Windows Store angebotenen Apps beschränkt. Das Windows 8 Betriebssystem möchte mit der Touch- und Multimedia-optimierten „Modern“ Kacheloberfläche und dem optionalen herkömmlichen Desktop den Spagat zwischen Konsum und Produktivität schaffen. Hybridgeräte wie der Samsung Smart PC schließen zunehmend die Lücke zwischen Notebooks und Tablets. Noch werden Käufer zu Kompromissen gezwungen und müssen sich fragen: Wie viel Multimedia-Bequemlichkeit tausche ich für gelegentlichen Komfort bei Büroanwendungen? Bin ich mehr auf Facebook und Youtube aus oder muss ich öfter lange Emails verfassen? Die Antworten auf diese Fragen fallen immer differenzierter aus, der Samsung ATIV Smart PC ist hinsichtlich des Betriebssystems und der Hardware das erste Gerät in seiner Nische.

Verwöhnt von dem kühlen Aluminiumchassis des ASUS VivoTab RT und dem Vapor-Magnesium des Microsoft Surface sind wir ein wenig enttäuscht, dass Samsung für den ATIV Smart PC bis auf das Scharnier nur Kunststoff verbaut. Die Optik von gebürstetem Metall verschlimmbessert diesen Eindruck noch ein wenig und der Klavierlacküberzug mindert die Griffigkeit des 744 Gramm schweren Tablets. Wir bevorzugen den stationären Einsatz des Geräts. Sobald Texteingaben fällig werden, ist das Tablet zu breit für das Schreiben mit beiden Daumen und schnell zu schwer für das Halten mit einer Hand. Die Materialwahl macht sich auch bei der Stabilität bemerkbar. Sowohl das Dock als auch das Tablet lassen sich unter Ächzen und Knarzen verbiegen und eindrücken. Die Spaltmaße am Tablet sind gering und lassen sich nur schwer weiten, am Dock erreichen wir schon mehr Erfolg. Die Arretierung des Displays erlaubt wenig Spiel. Das Chassis bietet insgesamt nicht die tadellose Verarbeitung von Apples iPads oder Samsungs Serie 9 Ultrabooks.

Die Eingabemethoden sind sehr vielfältig, primär nutzen wir den 11,6 Zoll Touchscreen und die Windows 8 Kacheln. Pinch-to-Zoom und Scrollgesten gestalten das Surfen und Navigieren so wie es sein sollte. Für Texteingaben greifen wir zum Tastaturdock, die virtuelle Tastatur ist uns für mehr als kurze Google-Suchen zu unbequem. Im Desktop-Modus von Windows ist grobes Drag and Drop ohne Hilfsmittel möglich. Feines Copy-Paste hingegen ist selbst mit dem Multitouch-Pad schwierig. Die matte Oberfläche bietet gute Gleiteigenschaften und der Cursor reagiert prompt und präzise nur wird unser Rechtsklick auf dem engen Touchpad oft fehlinterpretiert und wir müssen am äußersten unteren Rand ansetzen. Der Digitizer Stift ist im von uns bevorzugten Clamshell-Modus schwer erreichbar. Einmal gezückt, löst er die Probleme des Touchpads in Verbindung mit der Textverarbeitung. Die Office 2010 Verknüpfung verweist leider nur auf die kostenlose Testversion im Internet und nicht auf eine vorinstallierte wie das bei Windows RT Tablets der Fall ist. Die Chiclet-Tastatur bietet trotz der geringen Abmessungen hohen Komfort dank deutlichem Druckpunkt und kurzem Hub.

Bei der Konnektivität sammelt der ATIV Smart PC ordentlich Punkte, vor allem weil das Tablet selbst einen vollwertigen USB 2.0 Anschluss bietet. Wir finden zudem microSD Einschub, microHDMI Ausgang, eine Audiobuchse für Headsets und einen microSIM-Kartenslot für schnelles mobiles Internet via UMTS (HSPA+). Das Tastaturdock ergänzt zwei weitere USB 2.0 Ports jedoch keinen zusätzlichen Akku. Wer kabelgebunden ins Netzwerk möchte, muss zusätzlich einen USB 2.0-zu-LAN Adapter kaufen. Samsung verbaut ein WLAN a/b/g/n Modul und Bluetooth 4.0. Ein GPS-Modul gibt es nicht, dafür aber Tablet-typische Sensorik in Form von Beschleunigungs- und Lagesensor sowie Gyroskop. Der Klang der Lautsprecher ist recht höhenlastig und wir vermissen Mitten sowie Bässe. Der 3,5 Millimeter Klinke-Anschluss kann dazu genutzt werden um Headsets oder externe Audiosysteme zu verbinden. Die Qualität der 8 Megapixel Rück- sowie der 2 Megapixel Frontkamera ist recht ordentlich, nur bei Rottönen erkennt man etwas mehr Sättigung.

Technische Daten

Display:11.6" TouchAuflösung:1366 x 768
Prozessor:Intel Atom Z2760 / 1.8 GHzGrafikkarte:PowerVR SGX545
Festplatte64 GBRAM:2 GB
Plattform:Microsoft Windows 8 x86 (32 Bit)
Akkulaufzeit:14 Std.Gewicht:0.74 kg
B x H x T:30.4 cm x 18.94 cm x 0.99 cmFarbe:blau Metallic

Auf dem Prüfstand

Der Intel Atom Z2760 Prozessor in unserem Samsung ATIV Smart PC kann im Gegensatz zu Prozessoren auf ARM Basis die volle Kompatibilität mit x86 Anwendungen vorweisen. Das bedeutet, sämtliche Programme vom Notebook und Desktop PC laufen auch auf dem ATIV Smart PC. Der Atom Prozessor arbeitet mit zwei Kernen und bis zu 1,8 GHz Takt, bekommt 2 GB Arbeitsspeicher und eine PowerVR SGX545 Grafikeinheit zur Seite gestellt. Das SoC ist leicht sparsamer als Nvidias Tegra 3 im Surface und kommt hinsichtlich der Leistung fast an den Netbook-Kollegen Intel Atom N2800 heran. Samsung verbaut im Smart PC einen 64 GB fassenden Flash-Speicher, Recovery-Partition und Betriebssystem lassen rund die Hälfte davon übrig.

Die Hardware kommt prima klar mit Videowiedergabe, auch HD-Material ist kein Problem. Textverarbeitung, Surfen, Emails und ähnliche Office-Anwendungen laufen sehr flott. Besonders im Netz ist man sehr schnell unterwegs, das bestätigen auch die Benchmarks. Bei der Installation von Programm, Videokonvertierung oder aufwendiger Bildbearbeitung macht sich der sparsame Prozessor allerdings schnell bemerkbar, selbst Einstiegs-Notebooks bieten rund die 5 bis 10-fache Leistung bei entsprechend proportional ansteigendem Verbrauch. Wer also ein handliches Notebook sucht, wird von der Geschwindigkeit im Samsung ATIV Smart PC enttäuscht sein. Für Tabletdimensionen arbeitet die Hardware recht flink. Multitasking ist kein Problem, erst mehrere HD-Videos sorgen für Aussetzer. In Bezug auf Spiele gibt es durchwachsene Resultate, auf dem Papier leistet die PowerVR SGX 545 Grafikeinheit mehr als Nvidias Tegra 3 Chip und liegt in etwa mit dem iPad 3 gleichauf. Aufgrund optimierter Treiber und speziell für ARM-Prozessoren ausgelegter Spiele bieten die Multimedia-Tablets mit Android-Betriebssystem derzeit das bessere Spieleerlebnis. Die Performancekrone hat die PowerVR SGX554MP4 im Apple iPad der vierten Generation. Der ATIV Smart PC zwingt auch ältere Spiele wie das Rennspiel FlatOut zu minimaler Detailstufe und Auflösung.

Der 11,6 Zoll Bildschirm des Samsung ATIV Smart PCs bietet eine Auflösung von 1.366 x 768 Pixel, nur bei feinem Text lässt sich eine Treppchenbildung erkennen. Die durchschnittliche Helligkeit liegt mit 356 Candela pro Quadratmeter zwar leicht unter den von Samsung versprochenen 400 Candela, reicht aber für den Außeneinsatz und helle Innenräume. Das gemessene maximale Kontrastverhältnis von 789:1 ist zwar sehr gut, im direkten Vergleich mit dem ASUS VivoTab RT wirken die Farben jedoch etwas blass. Ein großer Vorteil des Samsung ATIV Smart PCs gegenüber Notebooks ist die Ausdauer, wir erreichen eine maximale Akkulaufzeit von 14 Stunden und 16 Minuten. Auch unter voller Auslastung hält der Akku mit 4.080 mAh gute 3 Stunden und 53 Minuten. Wenn Büroanwendungen und Browsing die Hauptaufgabengebiete sind, darf von mehr als 10 Stunden Laufzeit ausgegangen werden.

Zusammenfassung

Der Samsung ATIV Smart PC verbindet die Anschlussfreude eines Notebooks mit der Ausdauer und Multimediatauglichkeit eines Tablets. Dabei müssen jedoch eine Menge Kompromisse eingegangen werden. Die Eingabegeräte und Ausstattung sind sehr ordentlich, die Verarbeitung offenbarte jedoch Schwächen. Als Tablet ist der 11,6-Zoller recht schwer und unhandlich – länger Shoppingtouren, Facebook-Checks und Youtube-Sessions werden schnell ungemütlich. Im Clamshell-Modus freuen wir uns über umfangreiche Eingabemöglichkeiten, Anbindung von externen Laufwerken und USB-Sticks zur gleichen Zeit und ärgern uns ab und an über mangelnde Systemgeschwindigkeit weil sich das Gerät wie ein Notebook anfühlt. Wer das Beste beider Geräteklassen sucht, sollte zwei Geräte kaufen. Wer warten kann, sollte auf den Vergleich mit dem Acer Iconia W700 und dem Microsoft Surface Pro warten. Beide Geräte verbauen Ultrabook-Leistung und könnten nicht allzu viele Abstriche bei der Ausdauer verlangen. Wem das Gerät auf Anhieb zusagt, darf aber auch gern zuschlagen sofern es im Alltag mit Sorgfalt transportiert wird.


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Testergebnisse im Detail
Die Einzelbewertungen im Überblick
  1. Erster Eindruck2,5 (Gut)
  2. Display2,0 (Gut)
  3. Eingabegeräte1,5 (Sehr gut)
  4. Temperatur2,0 (Gut)
  5. Lautsprecher2,0 (Gut)
  6. Akku und Energieverbrauch1,5 (Sehr gut)
  7. Software und Zubehör2,0 (Gut)
  8. Verarbeitung3,0 (Befriedigend)
  9. Anschlüsse1,5 (Sehr gut)
  10. Leistung (Spiele)2,0 (Gut)
  11. Leistung (Anwendungen)1,5 (Sehr gut)
Akkulaufzeit
AuslastungErzielter MesswertBestwert aller Tests
Vollast3 Std. 53 Min.Max. 12 Std. 30 Min.
Maximal14 Std. 16 Min.Max. 50 Std. 59 Min.
Praxis9 Std. 5 Min.Max. 19 Std. 40 Min.
Durchschnittlicher Energieverbrauch

9 Watt
Stromkosten im Jahr bei der durchschnittlichen Verwendung von 6 Stunden täglich bei 24,00 Cent pro kWh: 6 Stunden x 365 Tage x 0,009 kWh x 24,00 Cent = 4,73 EUR

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