Test Lenovo ThinkPad 8 128GB, WiFi - Der Praxis-Check mit Windows 8.1 im Tablet-Format

Die Marke ThinkPad steht schon lange für gelungene Hardware im Notebook-Bereich, doch wie schlägt sich das neue Lenovo ThinkPad 8 als Windows 8.1 Tablet? Wo der Durchbruch mit Windows Phone langsam zu gelingen scheint, sind die Hürden im Tablet-Bereich sogar noch größer für Microsoft. Die handlichen Computer bieten zwar ein vollständiges Windows als Betriebssystem an, schwächeln aber häufig in Sachen Akkulaufzeit, Gewicht, Hardware-Power, Bedienung, Verarbeitung oder anderen Aspekten. Wir sehen uns das ThinkPad 8 im Praxis-Check genauer an.

Einleitung: Lenovo will mit dem ThinkPad auch im Tablet-Markt Pluspunkte sammeln

Wir nehmen das Lenovo ThinkPad 8 mit Windows 8.1 unter die Lupe.Bildquelle: notebookinfo.de | st
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Qualität und Anspruch: Erschafft Lenovo mit dem ThinkPad 8 das ideale Windows Tablet? Unser Test klärt diese und weitere offene Fragen.

Die Suche nach dem idealen Tablet mit Microsoft Windows gestaltet sich bisher alles andere als einfach. Zu oft haben die aktuellen Modelle noch einige Schwächen, die den Kauf oftmals eher uninteressant erscheinen lassen. ThinkPads stehen als Marke seit vielen Jahren für zuverlässige und qualitativ anspruchsvolle Notebooks. Gelingt Lenovo nun etwas, woran bereits viele Mitbewerber gescheitert sind? Ein wirklich rundum gelungenes Windows Tablet, welches auch qualitativ überzeugt und zum Arbeiten eingesetzt werden kann, abzuliefern? Auf der CES 2014 wurde das 8-Zoll Tablet mit Windows 8.1 erstmals vorgestellt und überzeugte dort besonders aufgrund des typischen ThinkPad-Designs und der Aluminium-Rückseite. Ob sich der positive Ersteindruck der Messe aber auch im Praxischeck bestätigen kann, erfahrt ihr im nachfolgenden Test.

Gehäuse: Qualität a la ThinkPad

Wer schon einmal ein ThinkPad Notebook gesehen hat, der wird das unverkennbare Design aus schwarzem Kunststoff, Aluminium und roten Akzenten auch sofort beim ThinkPad 8 Tablet von Lenovo wieder entdecken. Dass es sich um ein Windows Tablet handelt wird ebenfalls auf den ersten Blick ersichtlich, prangt doch ein entsprechendes Logo als Home Button am Display-Rahmen. Eingefasst wird das Display vom gewohnten Hochglanzrahmen in schwarzer Farbe, der Rand des Gehäuses ist aus Kunststoff, welches leider etwas höher als das Display selbst hervorsteht. Die Rückseite präsentiert sich komplett aus Alu und wirkt entsprechend hochwertig. Aufgrund der dunklen Farbe lassen sich die Abdrücke der eigenen Finger aber deutlich erkennen. Die Kameralinse wird von einem roten Rahmen eingefasst und sorgt wie das leuchtende rote „I“ im ThinkPad-Logo der Rückseite für die farblichen Akzente.

Wir nehmen das Lenovo ThinkPad 8 mit Windows 8.1 unter die Lupe.Wir nehmen das Lenovo ThinkPad 8 mit Windows 8.1 unter die Lupe.Bildquelle: notebookinfo.de | st
Aluminium und farbliche Akzente: Die Verarbeitung und farbliche Gestaltung lässt einen sofort die Marke des Tablets erkennen.

Die Verarbeitung passt also beim ThinkPad, auch wenn sie nicht an das Niveau des iPad heranreichen kann. Was nicht nur am Kunststoffrahmen, sondern auch am Gewicht des Tablets liegt. Dieses fällt mit 430 Gramm für ein 8-Zoll Modell relativ hoch aus, wiegt das neue iPad mini Retina doch fast genau 100 Gramm weniger, selbst das deutlich größere iPad Air kommt nur auf 469 Gramm. Da man ein Tablet in der Größenordnung des ThinkPad 8 aber in der Regel mit einer Hand bedient, fällt das Gewichts durchaus negativ bei längeren Sessions auf.

Ausstattung: Anschlussvielfalt und die Crux mit der Desktop-Fingerbedienung

Lenovo stattet das ThinkPad 8 mit Windows 8.1 in der 32-Bit Version aus, Microsoft Office wird in unserer Modellversion lediglich als Testversion mitgeliefert und muss somit anschließend extra erworben werden. Bei einem Preis von 599 Euro wäre es in jedem Fall wünschenswert gewesen, auf weitere Zusatzkosten verzichten zu können. Dafür finden sich satte 128 GB Flashspeicher im Tablet wieder, kleinere und günstigere Versionen mit wahlweise 32 oder 64 GB sind ebenfalls erhältlich. Wem der Speicherplatz nicht ausreicht, der kann über MicroSD-Karten für zusätzlichen Platz sorgen. Über den verbauten MicroUSB 3.0 Anschluss lassen sich aber auch USB-Sticks oder Festplatten (via Adapter) am Tablet anschließen und betreiben. Externe Monitore können via MicroHDMI angebunden werden. Wer mit dem Windows Tablet also richtig arbeiten will, der kann zumindest das passende Zubehör anschließen und erhält so praktisch ein Windows 8.1 Notebook mit Touchscreen. Natürlich verursachen entsprechende Adapter und Zubehör-Artikel weitere Kosten, die bei einem Ultrabook nicht zwingend notwendig sind. Diese lassen sich via Touchpad und der vorhandenen Tastatur deutlich besser zum Arbeiten unter Windows einsetzen, als dies mit dem Touchscreen und der virtuellen Tastatur eines Tablets der Fall ist.

Optional bietet Lenovo diverse Zubehör-Artikel für die eigenen Tablets an, für das ThinkPad 8 etwa das Quickshot Cover. Dieses verfügt über eine praktische, knickbare Ecke, welche die Kameralinse schützt. Klappt man diese um, startet direkt die Kamera App und man kann trotz Schutzcover Fotos und Videos aufnehmen. Apropos Kamera: Diese löst mit 8 Megapixel auf, bietet einen Autofokus, Blitz und Videoaufnahmen in FullHD an und liefert dabei für ein Tablet eine überdurchschnittliche Qualität ab. Die Kamera auf der vorderen Gehäuseseite reicht für Videokonferenzen in jedem Fall aus und löst mit 2 Megapixel auf.

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Anschlussvielfalt: Mikro-Anschlüsse für USB 3.0 & HDMI werden geboten.

Die nötige Technik vorausgesetzt, lassen sich Präsentationen vom Tablet aus auch direkt auf die passenden Endgeräte streamen. Dafür kann die mitgelieferte App QuickCast 2.0 genutzt werden. Auch Videoinhalte können so in HD-Auflösung übertragen werden. Für Unternehmen ist sicherlich auch die VPN-Funktionalität, dass Gerätemanagement, der TPM-Chip und Workplace Join von Interesse. Für den Klang sorgt wiederum der Stereo-Lautsprecher auf der Gehäuserückseite mit SRS-Funktion. Hält man das Tablet allerdings im Querformat, verdeckt man die Lautsprecher, was zu einer veränderten Tonwiedergabe führt. Insgesamt geht die Qualität der Lautsprecher für ein Tablet aber in Ordnung.

Die Bedienung in der Kachel-Oberfläche von Windows 8.1 klappt durch den präzischen Touchscreen bestens. Anders sieht es hingegen im Desktop-Modus aus, welcher immer wieder genutzt werden muss, wenn man mit dem Tablet arbeiten möchte. Hier ist eine Bedienung nur sehr eingeschränkt in präziser und schneller Art und Weise möglich. Scrollbalken, Texte kopieren, kleine Symbole treffen und andere Präzisionsaufgaben funktionieren mit Maus oder Touchpad bestens, mit dem eigenen Finger sieht es da aber leider anders aus. Zwar hilft die Skalierung hier etwas, aber diese macht die Arbeit dadurch nicht unbedingt komfortabler. Wer das Tablet also wirklich als Arbeitsgerät einsetzen und nicht hin und wieder Frust bei der Bedienung erleben will, der kommt um eine heruntergeregelte Auflösung, Skalierungsänderung oder aber um externe Eingabemethoden praktisch nicht herum. Wer übrigens auf einen Stylus zur Bedienung im Desktop-Betrieb gehofft hat, der wird enttäuscht sein, denn ein solcher gehört nicht zum Lieferumfang des Lenovo ThinkPad 8.

Für WiFi-Verbindungen stehen dem ThinkPad 8 die Standards 802.11 a/b/g/n zur Verfügung. Bluetooth 4.0 ist für externes Zubehör mit an Bord. Ein 3G- oder LTE-Modul ist in unserer Ausstattungsvariante nicht implementiert.

Technische Daten

Display:8.3" IPS TouchAuflösung:1920 x 1200
Prozessor:Intel Atom Z3770 / 1.5 GHzGrafikkarte:Intel HD Graphics (Bay Trail)
Festplatte128 GBRAM:2 GB
Plattform:Microsoft Windows 8.1 Pro (32 Bit)
Akkulaufzeit:8 Std.Gewicht:0.43 kg
B x H x T:22.4 cm x 0.88 cm x 13.2 cmFarbe:schwarz

Leistung: Gute Werte für ein Tablet, aber nicht gut genug als Notebook-Ersatz

Im ThinkPad 8 verrichtet ein Intel Atom Z3770 Quad-Core mit Intel Bay Trail-Technologie seinen Dienst. Die Taktung der vier Kerne liegt Standardmäßig bei 1,46 GHz und um die Grafik kümmert sich die integrierte HD-Lösung von Intel. Die grafische Leistung alleine liegt damit in etwa auf dem Niveau des Qualcomm Adreno 320. Für Tablet Games reicht dies also mehr als aus, anders sieht es natürlich aus, wenn man klassische Windows Games auf dem Tablet abspielen will. Die hohe, native Display-Auflösung, die für PC- und Notebook Verhältnisse schwache CPU und der dürftige RAM von 2 GB reichen für professionelles Arbeiten unter Windows, sowie für echtes Zocken wie mit einem Desktop-Rechner oder flotteren Notebook nicht aus. Als reines Tablet überzeugt die gebotene Hardware-Leistung aber allemal und das Surfen im Web und die Bedienung selbst gehen flott von der Hand. Lediglich beim Umschalten von der Horizontalen- zur Vertikalen-Darstellung kommt es zu deutlichen Verzögerungen.

Was bleibt ist eine gute Leistung für ein reines Tablet, wer allerdings Tools wie Photoshop einsetzen will und das Tablet als Notebook-Ersatz nutzen möchte, dem wird die gebotene Rechenkraft nicht für ein unbeschwertes Arbeiten ausreichen.

Display: Vorzügliches Display mit hoher Auflösung

Das IPS-Display im ThinkPad 8 hinterlässt vom ersten Blick an einen guten Eindruck. Die Diagonale misst 8,3 Zoll und das Display löst mit 1.920 x 1.200 Pixel auf. Relativ unabhängig vom Blickwinkel werden helle und klare Farben geboten. Texte, auch kleinere Schrift, lassen sich bestens entziffern und sorgen für ein angenehmes Lesegefühl. Das Panel bietet eine gleichmäßige Ausleuchtung und gute Kontrastwerte, die bei knapp 900:1 liegen. Die Displayhelligkeit liegt bei 310 bis 350 Candela, somit ist also auch ein Arbeiten unter ungünstigen Lichtbedingungen noch gut möglich. Lediglich die Schwarzwerte überzeugen nicht auf ganzer Linie, man bekommt es doch eher mit einem dunklen Grauton als echtem Schwarz zu tun.

Emissionen: Solide Werte für ein Tablet

Wer die Helligkeit des Displays ein wenig herunterregelt und nicht dauerhaft am Zocken ist, der kann solide 7 Stunden an Laufzeit von seinem ThinkPad 8 erwarten. Wer auf WLAN verzichten kann und Pausen einlegt, kann bis zu 12 Stunden aus dem Tablet herausholen. Bei dauerhafter Volllast, unter Spielen etwa, kann man bereits nach etwas über 2 Stunden den Weg zur nächsten Steckdose aufsuchen. Im Windows Betrieb liegen die Temperaturen des Lenovo Tablets bei sehr angenehmen 28 bis 32 Grad. Unter längerer Volllast ergeben sich aber an einigen Stellen zu heiße 44,5 Grad Celsius. Wodurch das Tablet unangenehm heiß werden kann, da hilft auch die Alu-Rückseite wenig bis gar nicht.

In der Praxis: Als Tablet gut, aber als Notebook-Ersatz zu schwach

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Als Tablet überzeugend: Als reines Tablet wusste uns das Lenovo ThinkPad 8 im Test durchaus zu gefallen.

Lenovo macht beim neuen ThinkPad 8 vieles richtig. Für ein Tablet ist die Hardware-Ausstattung sehr solide bzw. sogar wirklich gut. Surfen im Web, Tablet Games und Co. bewältigt das Modell ohne jegliche Probleme. In der Kachel-Oberfläche von Windows hat uns auch die Bedienung sehr gut gefallen, waren Eingaben doch ohne Verzögerungen möglich. In der Desktop-Ansicht, die auch weiterhin einen Großteil von Windows 8.1 ausmacht, vermisst man aber schmerzlich die Präzision einer Maus, eines Stylus oder Touchpads. Die Leistung reicht davon ab auch nicht aus, um einen Ersatz für ein Ultrabook darzustellen, von der Laufzeit sollte man dabei auch gar nicht erst anfangen. Wer präzische und schnell arbeiten will, der ist auch weiterhin mit einem Ultrabook deutlich besser beraten, wer aber ein Windows Tablet als Zweit- oder Drittgerät sucht, der kann mit dem ThinkPad 8 von Lenovo praktisch nichts verkehrt machen.

Fazit

Als reines Windows Tablet überzeugt das Lenovo ThinkPad 8 mit Windows 8.1 fast auf ganzer Linie. Die Leistung stimmt, das Display ist eine Wucht und die Verarbeitungsqualität mit Aluminium und seinen roten Akzenten überzeugte uns ebenfalls. Dank 128 GB steht jede Menge Speiche zur Verfügung, welcher sich über MicroUSB- und SD-Steckplätzen noch weiter vergrößern lässt. Lediglich die Akkulaufzeit könnte besser ausfallen und trübt zusammen mit dem doch recht hohen Gewicht und Preis von 599 Euro den Gesamteindruck ein wenig. Wer allerdings effektiv auf dem Desktop mit Programmen wie Photoshop, Premiere oder gar großen Excel-Tabellen arbeiten möchte, der sollte sich von Tablets verabschieden und zu einem Notebook greifen.

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von Notebooksbilliger.de | Händlerangabe: 26.10.14 09:21

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Testergebnisse im Detail
Die Einzelbewertungen im Überblick
  1. Erster Eindruck 1,5 (Sehr gut)
  2. Display 2,0 (Gut)
  3. Eingabegeräte 2,0 (Gut)
  4. Temperatur 2,5 (Gut)
  5. Lautsprecher 2,5 (Gut)
  6. Akku und Energieverbrauch 3,0 (Befriedigend)
  7. Software und Zubehör 2,0 (Gut)
  8. Verarbeitung 1,5 (Sehr gut)
  9. Anschlüsse 2,0 (Gut)
  10. Leistung (Spiele) 1,0 (Sehr gut)
  11. Leistung (Anwendungen) 1,0 (Sehr gut)
Benchmark
Benchmarks Erzielter Messwert Bestwert aller Tests
Google V8 6702 Pkt. Max. 7025 Pkt.
Sunspider 5073 ms Min. 399.7 ms
Geekbench 2 3106 Pkt. Max. 6210 Pkt.
Octane v1 7061 Pkt. Max. 7083 Pkt.
niedriger ist besser höher ist besser
Akkulaufzeit
Auslastung Erzielter Messwert Bestwert aller Tests
Vollast 2 Std. 16 Min. Max. 12 Std. 30 Min.
Maximal 12 Std. 0 Min. Max. 50 Std. 59 Min.
Praxis 7 Std. 0 Min. Max. 19 Std. 40 Min.
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