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Bilder zum Test: Apple iPad mini 64GB Schwarz - Das bisher beste iPad

Der verstorbene Apple-Chef Steve Jobs hat 7-Zoll Tablets immer abgelehnt: Sie seien „Dead on Arrival“, als Produkt schon bei Auslieferung gestorben. Das Google Nexus 7 erfreut sich großer Beliebtheit und Amazons Kindle Fire HD erzielte kurz nach der Vorstellung des iPad mini einen Rekordabsatz. Gab es vor ein paar Jahren vielleicht noch keinen Markt für die handlichen Tablets – jetzt gibt es ihn. BeideAndroid-Tablets verwenden eine Bildschirmdiagonale von 7 Zoll und sind mit einem Einstiegspreis von 199 Euro ganze 130 Euro günstiger als das kleine iPad.

Warum hat es das iPad mini so schwer? Die Auflösung und Pixeldichte des 7,9 Zoll Displays sind wesentlich geringer als bei der Konkurrenz, die Hardware sei mit dem Apple A5 Prozessor aus dem iPad 2 veraltet und der Einstiegspreis unverschämt – so der Tenor der Kritiker. Das mag tatsächlich auch zutreffen, den Kampf um die Couch gewinnt das iPad mini aber trotzdem in den meisten Fällen.

Das Gerät ist zunächst mal ein absoluter Hingucker und Handschmeichler in den Farbvarianten Schwarz und Graphit sowie Weiß und Silber. In unseren Augen ist das iPad mini nicht nur „bis ins Kleinste ein iPad“ sondern besser. Hauptverantwortlich dafür zeichnet sich das geringe Gewicht von 308 Gramm (312g für die Variante mit Mobilfunk). Damit wiegt es nicht einmal halb so viel wie das iPad der vierten Generation mit 652 Gramm. Mit der Bauhöhe von 7,2 Millimeter ist das Unibody-Aluminiumchassis extrem schlank. Die Kanten sind abgeschliffen und scharf, in Verbindung mit den steiler abfallenden Seitenrändern und der Kühle des Materials ergibtsich eine sehr hochwertige Haptik. Die Verarbeitung ist tadellos, es gibt weder Spaltmaße noch Dellen noch Verwindungen. Neben dem iPad mini wirkt das größere iPad behäbig und die Konkurrenz billig. Der seitliche Displayrahmen ist beispielsweise nur halb so breit wie beim Google Nexus 7. In der Breite kommen gegenüber dem Konkurrenten 1,47 Zentimeter dazu, das Display selber ist jedoch ganze 35 Prozent größer und hier liegt einer der größten Vorteile des Apple Geräts. Wer mit dem Daumen im Porträt-Modus versehentlich auf den Touchscreen kommt hat dank einer Daumenerkennung nichts zu befürchten.

Wozu überhaupt ein Tablet und warum ausgerechnet das iPad mini?

Weder Nexus 7 noch iPad mini dürften im Alltag in der Hosen- oder Sakkotasche landen, auch wenn das Google Gerät rein theoretisch reinpassen würde. Für dieses Szenario gibt es Smartphones. Tablets werden zu Hause genutzt und ersetzen am ehesten die Lektüre im Bett vor dem Schlafengehen. Auch auf der Couch wird gesurft, geshoppt, es werden Emails und Facebook-Profile gecheckt. Die Varianten mit Mobilfunkunterstützung und der Möglichkeit, auch unterwegs ins Internet zu kommen, verkaufen sich weit schlechter und sehr oft steuern die Wifi-only Tablets Cafés oder andere Orte mit WLAN an.

Das iPad mini hat die idealen Maße für Heimanwender. Wer anfangs vielleicht noch über Apples Werbespruch „man könne es in einer Hand halten“ schmunzelte, wird bei der alltäglichen Nutzung sehr schnell feststellen, welch enormer Mehrwert sich dahinter verbirgt. Das große iPad wird schon nach ein paar Minuten zu schwer, auch in beiden Händen wird das Halten irgendwann unbequem oder die abgestützten Ellenbogen schlafen ein noch bevor die Augen aufgrund fehlender Pixeldichte ermüden könnten.

Als primäres Eingabegerät dient auch beim iPad mini der 7,9 Zoll große Multitouchscreen. Die Navigation und Gesten per Fingerzeig, Tap-to-Zoom und Pinch-to-Zoom laufen extrem flüssig. Die virtuelle Tastatur lässt sich am besten im Porträt-Modus (Hochformat) bedienen, sämtliche virtuelle Tastaturen sind nur für kurze Eingaben wirklich praktisch. Die Tastatur kann zwar geteilt werden um auch im Querformat alle Buchstaben in Daumennähe zu bieten – kurze Musik- Video- oder Buchtitel sowie Webseiten steuert man in der Regel über die zusammenhängende Tastatur mit automatischen Wortvorschlägen an. Auch die Erkennung mittels Spracheingabe funktioniert sehr gut, die Assistentin Siri unterstützt uns zudem bei allerlei Suchanfragen. Die typische Auskunft nach dem letzten Spiel des FC Bayern liefert allerdings nur Bundesliga-Ergebnisse und verheimlicht das 6:1 Schützenfest gegen Lille in der Champions Leaque. Fragen wir nach der nächsten Pizzeria, erhalten wir 15 Ergebnisse nach Distanz innerhalb der nächsten 1,4 Kilometer aufgelistet – ausgerechnet die nächstgelegene mit Gastro-Award fehlt allerdings. Wie im Falle von Apples Karten weist die sehr gute, praktische und innovative Software ein paar kleine Möglichkeiten für die Optimierung auf.

Die Ausstattung unseres Testgerätes ist angenehm schlicht. Der interne Speicherplatz bemisst 16, 32 oder 64 GB. Die Unterseite beherbergt den Lightning Dock und zwei kraftvolle Lautsprecher, an der Oberseite sitzt die Audiobuchse für Kopfhörer. Seitlich oben links sind knackige Tasten für Lauter, Leiser und Stummschaltung, auf der Rückseite in dieser Ecke befindet sich die 5 Megapixel iSight Kamera. Sowohl diese als auch die 1,2 Megapixel FaceTime HD Kamera an der Front liefern stark verrauschte Bilder und sollten wirklich nur für Videochats und Schnappschüsse verwendet werden. Ein Mikrofon ist integriert, zu den Sensoren gehören 3-Achsen-Gyro-, Beschleunigungs- und Umgebungslichtsensoren. Gefunkt wird über WLAN a/g/n in 2,4 und 5,0 GHz Frequenzen und Bluetooth 4.0. Die Cellular Variante mit Unterstützung für Mobilfunk-Internet gibt es in zwei Varianten mit Kompatibilität zu GSM, EDGE, UMTS, HSPA+ und HSDPA und entweder LTE (A1454; Frequenzband 4 und 17) oder LTE (A1455; Frequenzband 1,3,5,13,25). Das Modell A1455 wird in Deutschland das LTE Netz der Telekom im 1.800 Mhz Bereich mit einem Downstream von bis zu 100 Mbit/s nutzen können. GPS und GLONASS gibt es nur für die Cellular Version des iPad mini. Über diverse Zusatzadapter können ein SD-Kartenleser, ein HDMI-Kabel oder USB-Peripherie Lightning Dock angeschlossen werden – allein diese drei Adapter kosten zusammen jedoch 110 Euro Aufpreis.

Vorinstalliert ist das iOS 6.0 Betriebssystem mit den üblichen Apps: Safari, Mail, Nachrichten, Fotos, FaceTime, Zeitungskiosk, App Store, iTunes, Videos, Karten, Musik, Game Center, Photo Booth, Uhr, Kontakte, Erinnerungen, Kalender, Notizen und Kamera. Das iPad mini kann von Werk aus schon das Tablet-Anwendungsgebiet abdecken – das Apple Ökosystem bietet zusätzlich die qualitativ und quantitativ beste Auswahl an Apps. Die Zusatzprogramme kosten dafür allerdings ein wenig mehr als bei der Konkurrenz.

Technische Daten

Display:7.9" IPS TouchAuflösung:1024 x 768
Prozessor:Apple A5 SOC / 1.0 GHzGrafikkarte:PowerVR SGX 543MP2
Festplatte64 GBRAM:512 MB
Plattform:iOS 6.0
Akkulaufzeit:10 Std.Gewicht:0.31 kg
B x H x T:13.47 cm x 0.72 cm x 20 cmFarbe:schwarz

Auf dem Prüfstand

Im iPad mini sitzt ein Apple A5 Dual-Core Prozessor mit 1 GHz Takt und 512 MB Arbeitsspeicher. Dieser Chip kam schon beim iPad 2 zum Einsatz und sieht auf dem Papier etwas alt aus gegen die CPU-Leistung des Nvidia Tegra 3 im Nexus 7. Bei der Grafikleistung kann sich die GPU im A5 allerdings leicht absetzen – in Theorie. Im Alltag nutzen die wenigsten Apps die Prozessorleistung voll aus und in der Praxis zählt das iPad mini zu den performantesten Tablets. Der Bildwechsel vom Hoch- ins Querformat beispielsweise erfolgt genauso schnell wie mit dem Apple A6X Prozessor im iPad der vierten Generation. Das Videospiel Need for Speed Most Wanted startet der aufgrund geringeren Auflösung sogar schneller auf dem iPad mini und sieht hinsichtlich der Bildqualität genauso gut aus. Die Facebook App wiederum lässt sich einen Tick mehr Zeit. Das Google Nexus 7 zögert mit dem Bildwechsel und Need for Speed zeigt hier und da sogar Laderuckler.

Das 7,9 Zoll Display des iPad mini wurde hart kritisiert, bietet es doch mit der Auflösung von 1.024 x 768 Pixel eine weit geringere Pixeldichte als die Konkurrenz. Das Kindl Fire HD und das Nexus 7 kommen mit 1.280 x 800 Pixel auf 216 ppi (Pixel pro Inch) – ein Retina Display des iPad 4 liegt bei 264 ppi und das iPad mini kann nur 163 ppi bieten. Wirklich auffällig ist das aber nur, wenn man auf die Kanten achtet und bei sehr kleinem Text wie neben dem Symbol für den Akkustand. Man muss Retina Displays gewöhnt sein, um einen Unterschied zu bemerken. Die Lesbarkeit von Inhalten ist dank der guten durchschnittlichen Leuchtdichte von 320 Candela pro Quadratmeter und einem maximalen Kontrastverhältnis von 688:1 auf jeden Fall gegeben. Auch im Freien wird die Umgebungshelligkeit trotz Reflexionen hinreichend überstrahlt. Natürlich kann der Bildschirm keine FullHD-Medien in voller Qualität wiedergeben, laut Statistik haben die abgespielten Filme jedoch auch nur eine Länge von 5 Minuten was für eine sporadische Nutzung von Videos spricht. Youtube-Junkies bekommen mit dem iPad mini (nachdem die m.youtube.com Seite auf den Homescreen gesetzt wurde da eine App in voller Größe noch fehlt) den bedeutend besseren Sound gegenüber dem Google Nexus 7 welches wiederum echtes 16:9 Format ohne schwarze Balken bietet. Multimedia macht auf dem iPad mini mehr und länger Spaß, egal welche Alternative man zum Vergleich heranzieht.

Die Akkulaufzeit liegt dabei auf gewohnt hohem Niveau, mit halber Displayhelligkeit darf unglaubliche 11 Stunden gesurft werden. Das Nexus 7 machte nach 8,5 Stunden schon schlapp. Wer nur sporadisch ins Netz geht, muss somit nicht mal jeden zweiten Tag an die Steckdose.

Zusammenfassung

Das iPad mini ist ein Tablet wie aus dem Bilderbuch. Das geringe Gewicht, stylische Design und die tadellose Verarbeitung überzeugen voll und ganz. Das Display ist solide, wenn auch nicht hervorragend und kann 7-Zoll Alternativen dank seiner 35 Prozent vergrößerten Darstellungsfläche locker ins Abseits stellen. Für das Surfen, Shoppen, Emails, Facebook und Spielen auf der Couch oder im Bett umfassende Anwendungsgebiet ist dieser Formfaktor prädestiniert. Die leicht angestaubte Hardware erweist sich als performant genug für alle Aufgaben und Multimedia macht mit dem satten Klang und der idealen Bildfläche richtig Spaß. Der Aufpreis zur 7-Zoll Konkurrenz lohnt sich auf jeden Fall, der für das 9,7 Zoll iPad angesichts des fantastischen kleinen minis nicht wirklich.


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Testergebnisse im Detail
Die Einzelbewertungen im Überblick
  1. Erster Eindruck1,0 (Sehr gut)
  2. Display2,5 (Gut)
  3. Eingabegeräte1,0 (Sehr gut)
  4. Temperatur1,5 (Sehr gut)
  5. Lautsprecher1,0 (Sehr gut)
  6. Akku und Energieverbrauch1,0 (Sehr gut)
  7. Software und Zubehör1,5 (Sehr gut)
  8. Verarbeitung1,0 (Sehr gut)
  9. Anschlüsse2,0 (Gut)
  10. Leistung (Spiele)1,0 (Sehr gut)
  11. Leistung (Anwendungen)1,5 (Sehr gut)
Benchmark
BenchmarksErzielter MesswertBestwert aller Tests
Google V8823 Pkt.Max. 10241 Pkt.
Sunspider15607 msMin. 285.6 ms
Browsermark121661 Pkt.Max. 166125 Pkt.
Linpack (Android)132750 MFLOPSMax. 1014670 MFLOPS
Geekbench 2757 Pkt.Max. 6210 Pkt.
PassMark Performance Test Mobile2053 Pkt.Max. 8229 Pkt.
GL Benchmark 2.1 (Egypt)59 fpsMax. 59 fps
GL Benchmark 2.1 (Egypt Offscreen)49 fpsMax. 131 fps
niedriger ist besserhöher ist besser
Akkulaufzeit
AuslastungErzielter MesswertBestwert aller Tests
Vollast5 Std. 9 Min.Max. 12 Std. 30 Min.
Maximal19 Std. 16 Min.Max. 50 Std. 59 Min.
Praxis11 Std. 6 Min.Max. 19 Std. 40 Min.
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