Test Motorola Moto X Schwarz - Kompakt, schnell und voll mit Komfort-Features

Mit dem Moto G konnte Motorola einen echten Überraschungserfolg landen. War das Smartphone doch mit sehr solider Technik ausgestattet und obendrein unglaublich preiswert angeboten worden. Mit dem Moto X will man nun auch im Bereich der hochwertigen und technisch starken Modelle wildern. Ob dieser Versuch gelingt und was das Moto X so besonders macht, zeigt unser Testbericht.

Einleitung: Geschüttelt aber nicht gerührt

Testbericht: Wir nehmen das Motorola Moto X genauer unter die Lupe.Bildquelle: notebookinfo.de | st
Fotogalerie (9)
Active Display und Sprachsteuerung: Die Software des Moto X macht das Smartphone zu etwas Besonderem. Wir testen das Top-Modell aus dem Hause Motorola.

Zum Zeitpunkt der Entwicklung des Moto X gehört Motorola Mobility noch zum Google Konzern. Demenentsprechend eng verzahnt ist das neue Smartphone von Motorola auch mit den Diensten von Google. Wie dieser Aspekt bei zukünftigen Smartphones von Motorola, nach der Übernahme durch Lenovo aussehen wird, ist noch unbekannt. Bis dahin können wir uns aber zumindest noch an den besonderen Features des Moto X erfreuen. Eines der Highlights ist die Sprachsteuerung über Google Now, diese funktioniert auch im Standby-Modus und ohne dass zuvor eine Taste gedrückt werden muss. Somit unterscheidet sich die Sprachsteuerung von den meisten anderen Smartphones und auch vom iPhone und iPad. Für den Einsatz von Siri ist es etwa erforderlich zuerst für längere Zeit auf den Home Button zu drücken. Neben diesem Feature ist auch das Active Display eine Besonderheit, dass beständig über neue Nachrichten und andere Infos informiert. Über das Schütteln lässt sich obendrein noch die Kamera-App direkt aufrufen.

Gehäuse: Das Moto X liegt nahezu perfekt in der Hand

Beim Design erinnert das Motorola Moto X stark an das Moto G und auch das Nexus 5. Das Gehäuse kommt ummantelt von Kunststoff daher, die Rückseite ist mit einer gemusterten, gummiartigen Oberfläche versehen. Das sorgt zusammen mit der leicht rundlichen Bauweise dafür, dass das Smartphone nahezu perfekt in der Hand liegt und auch so schnell nicht ins Rutschen gerät. Verhindert werden die Abdrücke der Finger dabei aber leider nicht, diese sind beim schwarzen Modell noch durchaus sichtbar. Die Verarbeitungsqualität passt hingegen, es gibt kein Knarzen oder gar unschöne Lücken im Gehäuserand.

Testbericht: Wir nehmen das Motorola Moto X genauer unter die Lupe.Testbericht: Wir nehmen das Motorola Moto X genauer unter die Lupe.Bildquelle: notebookinfo.de | st
Handschmeichler: Die verwendeten Materialien und die rundliche Bauweise sorgen dafür das das Moto X sehr gut in der Hand liegt.

Auf der Front des Moto X wird das AMOLED-Display von einem minimalen, schwarzen Rahmen umrandet, welcher an beiden Seiten so klein ist, dass dieser als kaum sichtbar einzustufen ist. Besonders bei der schwarzen Version des Moto X könnte man fast meinen, dass es gar keinen Rahmen geben würde. Durch die leicht abgerundeten Ecken reicht die Rahmenbreite aber immer noch aus, um unfreiwillige Eingaben auf den Touchscreen beim Halten mit einer Hand zu verhindern. Mit 130 Gramm liegt Motorola auch beim Gewicht in einem vortrefflichen Bereich und gleichauf mit dem Nexus 5.

Ausstattung: Vorteile bei der alltäglichen Bedienung dank Motorola

Das Motorola Moto X nutzt die neueste Android Version von Google und setzt KitKat 4.4.2 ein. Was das Smartphone allerdings so Besonders macht, sind die zusätzlichen Apps und Anpassungen von Motorola. Erwähnt hatten wir bereits die Sprachsteuerung mit Google Now. Diese funktioniert nach einer kurzen Ersteinrichtung im Test durchaus gut. Gestartet wird diese durch das Kommando „Ok Google Now“. Anschließend kann man etwa Notizen eintragen, nach einer Route Fragen oder aber einen Termin oder Wecker-Zeitpunkt einstellen lassen. Der Vorteil ist der, dass die Sprachsteuerung direkt funktioniert, ohne dass zuvor eine Taste gedrückt werden muss. Somit kann man etwa morgens während man im Bett liegt ein kurzes Sprachkommando geben und sich anschließend in 15 Minuten erneut wecken lassen. Angesichts der jüngsten Entwicklung will zwar sicherlich nicht jeder, dass Google praktisch unentwegt mithört, aber die Funktion lässt sich auf Wunsch auch in den Einstellungen deaktivieren.

Die Kamera des Moto X löst mit 10 Megapixel auf und bietet einen LED-Blitz an. Die vordere Kamera bietet immerhin noch 2 Megapixel. Für Schnappschüsse reicht die Kamera im Motorola Smartphone aus, man sollte aber keinerlei Wunderwerke erwarten. Die passende App des Moto X lässt sich übrigens durch ein schütteln des Smartphones direkt aufrufen, somit steht dem schnellen Foto für unterwegs nichts mehr im Wege. Weniger schön ist die Tatsache, dass Motorola das Moto X nur mit 16 GB Flashspeicher ausliefert, besonders da ein Steckplatz für MicroSD-Karten nicht vorhanden ist. Man muss also mit dem fest eingebauten Speicher haushalten, immerhin spendiert man dafür aber 50 GB Cloud-Speicher bei Google Drive, für 2 Jahre sogar kostenfrei. Diese kommen auf das kostenlose Basisvolumen von 15 GB obendrauf. Ein weiteres Zeichen für die starke und tiefe Integration von Google beim Moto X. Für Telefonate, Navigation und Datenaustausch stehen alle wichtigen Services zur Verfügung. LTE, GPS, GLONASS, Bluetooth 4.0, ein UKW Radio, WLAN nach 802.11 a/b/g/n/ac mit Dual-Band-Support und sogar NFC ist mit dabei. Hier lässt das Moto X also keinerlei Wünsche offen.

Testbericht: Wir nehmen das Motorola Moto X genauer unter die Lupe.Testbericht: Wir nehmen das Motorola Moto X genauer unter die Lupe.Bildquelle: notebookinfo.de | st
Vielfältig: NFC, UKW-Radio-Support, LTE-Unterstützung, Dual-Band-WiFi, aber leider kein Slot für MicroSD-Karten.

Wer übrigens gerne seine SMS unabhängig vom Smartphone beantworten will und schon bevor er zum Handy greift sehen will, wer denn eigentlich gerade anruft, der kann auf die Motorola Connect App zurückgreifen. Diese kann im Zusammenspiel mit dem kostenlosen Add-On für den Chrome Browser von Google genutzt werden. Somit können anschließend über den PC direkt SMS gelesen und beantwortet werden und eine Info über den Anrufer gibt es obendrein dazu. Ein weiteres Feature des Moto X ist das Active Display, welches auch im Standby-Modus noch neue Informationen anzeigen kann. Durch die Software von Motorola in Verbindung mit dem AMOLED-Display hält sich dabei der zusätzliche Stromverbrauch in Grenzen. Das Display beleuchtet nämlich nur die Pixel die wirklich notwendig sind, um etwa einen kleinen Briefumschlag anzuzeigen. Für weitere Stromsparmaßnahmen lassen sich die Anzeigen auch noch mit einer Nachtschaltung in den Abend- und Nachtstunden komplett deaktivieren. Der Nutzer kann übrigens frei darüber entscheiden, welche Apps auf das Active Display Zugriff erhalten und welche nicht. Wer mehr Details zu einer eingegangen E-Mail sehen möchte, der kann den Briefumschlag einfach nach oben ziehen und erhält eine Vorschau. Zieht man den Umschlag nach unten, öffnet sich das Mail-Programm und die komplette Mail wird angezeigt. Wer nun Angst um seine Privatsphäre bekommt, dem sei gesagt, dass sich die Vorschau-Details auf Wunsch auch deaktivieren lassen, ebenso wie das komplette Active Display-Feature.

Technische Daten

Display:4.7"Auflösung:1280 x 720
Prozessor:Qualcomm Snapdragon S4 Pro (MSM8960T) / 1.7 GHzGrafikkarte:Qualcomm Adreno 320
Festplatte16 GBRAM:2 GB
Plattform:Android 4.4 KitKat
Akkulaufzeit:13 Std.Gewicht:130 g
B x H x T:6.53 cm x 12.94 cm x 0.86 cmFarbe:schwarz

Leistung: Mehr als ausreichend für alle aktuellen Anwendungsgebiete

Angetrieben wird das Moto X von einem Qualcomm Snapdragon S4 Pro Dual-Core mit einer Taktrate von 1,7 GHz pro Kern. Zusätzliche Chips kümmern sich außerdem darum, dass die Sprachsteuerung dauerhaft zur Verfügung steht und dabei keine Rechenkraft der normalen CPU eingesetzt werden muss. Für die Grafikdarstellung ist die Adreno 320 GPU verantwortlich, welche einen perfekten Job abliefert. Die verbauten 2 GB RAM sorgen dafür, dass die Bedienung absolut makellos verläuft. Ruckler oder Abstürze wird man beim Moto X eher nicht antreffen. Das Surfen im Web, auch auf aufwendigeren Seiten, geht flüssig von statten und auch aktuelle Spiele laufen ohne Einbußen bei den FPS. Lediglich die Details sind zum Teil etwas reduziert, wenn man dieselben Titel etwa mit dem neuesten Qualcomm Chip oder Apples A6 und A7 vergleicht. Die Leistung ist aber in jedem Fall mehr als ausreichend um aktuelle und zukünftige Apps problemlos darstellen und abspielen zu können und das obwohl der S4 Pro nur eine Dual-Core-Architektur aufzuweisen hat.

Testbericht: Wir nehmen das Motorola Moto X genauer unter die Lupe.Testbericht: Wir nehmen das Motorola Moto X genauer unter die Lupe.Testbericht: Wir nehmen das Motorola Moto X genauer unter die Lupe.Bildquelle: notebookinfo.de | st
Gute Ergebnisse: Obwohl nur ein Dual-Core SoC von Qualcomm verbaut wurde, laufen Spiele und andere Apps vorbildlich und absolut frei von FPS-Einbrüchen.

Display: Farbenfroher AMOLED-Bildschirm

Das Display setzt auf die AMOLED-Technologie, wodurch ein extrem farbenfrohes Ergebnis erzielt wird. Beim Kontrast und Schwarzwert kann man von unendlichen Werten bzw. einem echten Schwarz sprechen, einer der Vorteile der Technologie gegenüber herkömmlichen LED-Panels. Eine kleine Schwäche hat das Moto X allerdings bei der Darstellung von weißen Bildschirmen und Hintergründen, diese sehen immer etwas milchig und leuchtarm aus. Was eventuell auch den Candela-Werten von rund 210 geschuldet sein mag. Das leuchtstärkste Display findet sich also nicht im Moto X wieder. Die Auflösung des AMOLED-Displays liegt bei guten 1.280 x 720 Pixel und bringt somit eine Pixeldichte von 316 ppi mit sich. Damit liegt man hinter dem LG G2 und dem Nexus 5. Für eine ausreichend scharfe Darstellung von Bildern und Texten auf dem 4,7 Zoll Display reicht die HD-Ready-Auflösung aber aus.

Emissionen: Durchschnittskost für ein Smartphone

Die Temperaturwerte des Motorola Smartphones liegen in einem durchschnittlichen Rahmen. Bei der normalen Nutzung bewegen sich die Werte zwischen 27 und 32 Grad, während die Temperaturen unter längerer Last auf bis zu 41 Grad klettern können. Eine unangenehme Hitzeentwicklung gibt es somit beim Moto X nicht zu befürchten. Unter Last bricht der 2.220 mAh Akku allerdings relativ schnell zusammen, bereits nach unter 3 Stunden muss man mit dem Moto X erneut zur Steckdose rennen, zumindest wenn man längere Gaming-Sessions am Stück einlegen möchte. Die Durchschnittswerte für die Nutzung mit aktiver Verbindung und regelmäßigen Datenaustausch liegen bei knapp 14 Stunden. Wer die Helligkeit etwas reduziert und zwischendurch nicht spielt, kann also ungefähr 2 Arbeitstage lang mit dem Moto X arbeiten.

In der Praxis: Die Software macht das Moto X zu etwas Besonderem

Testbericht: Wir nehmen das Motorola Moto X genauer unter die Lupe.Bildquelle: notebookinfo.de | st
Software-Genie: Ohne Google Now und das Active Display würde das Moto X in der Masse wohl eher untergehen.

Das Motorola Moto X gibt es für knapp 350 Euro im Handel, somit liegt man fast gleichauf mit dem LG G2 und Nexus 5. Eine Erweiterung via MicroSD ist bei allen drei Geräten nicht möglich, dafür haben die beiden genannten Modelle bei der Display-Größe und Auflösung die Nase vorn. Das Moto X hingegen punktet vor allem bei der Software mit seinem Active Display, Google Now-Sprachsteuerung und anderen netten Gimmicks. Auf dem Datenblatt steht das Moto X bei der Hardwareleistung gegenüber dem Konkurrenten etwas schlechter da, die Leistung bei der Alltagsverwendung ist aber dennoch auf dem gleichen Niveau angesiedelt.

Positiv fällt die bequeme Bedienung des Smartphones auf, noch dazu liegt das Smartphone bestens in der Hand. Mit dem Moto X wird man in jedem Fall eine Menge Spaß haben können, wer aber auf die besonderen Features im Smartphone verzichten kann und mehr Wert auf reine CPU-Power und ein größeres und höher aufgelöstes LED-Display legt, der ist bei der Konkurrenz am Ende besser dran. Ein nettes, kleines Extra ist auch der Stromadapter der dem Moto X beiliegt, verfügt dieser doch über zwei Steckplätze für USB-Kabel. Somit kann man also direkt zwei Smartphones oder ein zusätzliches Tablet aufladen und benötigt nicht zwei verschiedene Netzteile für unterwegs oder einen weiteren Steckdosenplatz.

Fazit

Motorola hat beim Moto X eine Menge harte Konkurrenz auf dem Markt. Im Preisbereich von knapp 350 Euro ist nämlich auch das Nexus 5 und das LG G2 anzutreffen, welche beide über mehr Rechenleistung und ein größeres und höher aufgelöstes Display verfügen. Das Moto X punktet dafür mit Extras wie dem Active Display und der direkten Sprachsteuerung ohne vorherige Tastendrückerei. Der Preisvorteil und die Konkurrenzlose-Situation des Moto G trifft beim Moto X aber dennoch nicht zu. Denn hier hat man die Qual der Wahl und am Ende müssen die persönlichen Vorlieben entscheiden, ob man lieber zum AMOLED-Display mit 4,7 Zoll beim Moto X und seinen Software-Extras greift oder mehr Wert auf die größeren LED-Displays der Konkurrenz legt. In Sachen Verarbeitung, Akkulaufzeit und Qualität kann sich das nun in Deutschland erhältliche Moto X aber durchaus sehen lassen.

276,99 EUR*inkl. Versandkosten
von MeinPaket.de | Händlerangabe: 26.10.14 02:01

Zum Anbieter

Testergebnisse im Detail
Die Einzelbewertungen im Überblick
  1. Erster Eindruck 1,5 (Sehr gut)
  2. Display 3,0 (Befriedigend)
  3. Eingabegeräte 2,0 (Gut)
  4. Temperatur 2,5 (Gut)
  5. Lautsprecher 2,0 (Gut)
  6. Akku und Energieverbrauch 2,0 (Gut)
  7. Software und Zubehör 1,5 (Sehr gut)
  8. Verarbeitung 1,5 (Sehr gut)
  9. Anschlüsse 2,5 (Gut)
  10. Leistung (Spiele) 1,5 (Sehr gut)
  11. Leistung (Anwendungen) 2,0 (Gut)
Benchmark
Benchmarks Erzielter Messwert Bestwert aller Tests
Google V8 3341 Pkt. Max. 8605 Pkt.
Sunspider 993.1 ms Min. 346.8 ms
Smartbench 2012 4609 Pkt. Max. 10254 Pkt.
Linpack (Android) 380737 MFLOPS Max. 1143896 MFLOPS
Geekbench 2 1258 Pkt. Max. 4180 Pkt.
3DMark Ice Storm Extreme 6867 Pkt. Max. 11312 Pkt.
PassMark Performance Test Mobile 2789 Pkt. Max. 6110 Pkt.
NenaMark 2 61 fps Max. 61.8 fps
Basemark ES 2.0 61.03 fps Max. 61.76 fps
Antutu 22885 Pkt. Max. 43795 Pkt.
Vellamo HTML5 1473 Pkt. Max. 3292 Pkt.
Vellamo Metal 779 Pkt. Max. 2024 Pkt.
Quadrant 8279 Pkt. Max. 24455 Pkt.
Octane v1 3244 Pkt. Max. 7749 Pkt.
GFXBench 2.7 T-Rex HD Offscreen 16.4 fps Max. 44.7 fps
GFXBench 2.7 T-Red HD Onscreen 25.2 fps Max. 53 fps
niedriger ist besser höher ist besser
Akkulaufzeit
Auslastung Erzielter Messwert Bestwert aller Tests
Vollast 2 Std. 48 Min. Max. 6 Std. 40 Min.
Maximal 25 Std. 0 Min. Max. 50 Std. 59 Min.
Praxis 13 Std. 56 Min. Max. 33 Std. 10 Min.
Kommentieren
Mit dem Absenden erklären Sie Ihr Einverständnis mit den Nutzungsbedingungen und der Datenschutzerklärung.